Gauck-Nominierung: Liberale jubeln, Unionspolitiker beklagt FDP-Affront

REUTERSBis kurz vor Schluss sperrte sich die Union gegen die Personalie Gauck - dann zwang ausgerechnet der Druck der FDP die Kanzlerin zum Nachgeben. Unions-Fraktionsvize Kretschmer wirft dem Koalitionspartner einen "gewaltigen Vertrauensbruch" vor, doch die Liberalen genießen ihren Coup.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...816300,00.html
  1. #100

    Die Bundeskanzlerin wollte beim letzten Mal mit Wulff einen parteiinternen Konkurrenten wegkomplimentieren. Nachdem sich dieser als ungeeignet fürs Bundespräsidentenamt herausgestellt hat, konnte sie jetzt Gauck nicht unterstützen, da dies in der Öffentlichkeit wie von den Medien als politische Niederlage ausgelegt worden wäre (wie dies nun ja auch gewertet wird). Die FDP war sich zwar bewusst, warum Frau Merkel jetzt nicht Herrn Gauck als Kandidaten aufstellen wollte, ignorierte dies aber gestern aus eigenem Profilierungsinteresse, um a) zu signalisieren, dass sie sich auch mal gegen die Bundeskanzlerin durchsetzen kann, und b) mit dem in der Öffentlichkeit favorisierten Herrn Gauck Beliebtheitspunkte zu sammeln. Dass Herr Gauck zudem hervorragend zur Ausrichtung der FDP passt, dokumentiert das im spon-Artikel wiedergegebene Zitat von Herrn Zastrow (FDP Sachsen).

    Frau Merkel, die ich für eine ausgewiesene Machtpolitikerin halte, wird m.E. die FDP bei Zeiten -spätestens im Verlauf des Bundestagswahlkampfes- "abstrafen" und als mögliche Koalitionspartner auf SPD oder Bündnis90/Die Grünen zugehen. Die FDP dürfte für see nach dem gestrigen Sonntag endgülig aus ihren politischen Erwägungen für die nächste Bundestagswahl ausgeschieden sein.

    Ob SPD und Bündnis90/Die Grünen mit dem kommenden BP Gauck viel Freude haben werden, bleibt abzuwarten. Seine Äußerungen zur Sozialpolitik, über die Kritiker der Finanzmärkte, über den angeblichen "Mut" des Herrn Sarrazin etc., aber auch die Eloge des Herrn Zastrow, der alles andere als den "mitfühlenden Liberalismus" des ehemaligen FDP-Generalsekretärs Lindner vertritt, weisen da eher in eine andere Richtung.

    Auch die Bürger, die eine strikte Trennung von Staat und Religion befürworten, werden die Wahl eines ehemaligen Pastors zum Bundespräsidenten eher skeptisch sehen und sich fragen, ob nicht zuletzt der Einfluss verschiedenster Religionen auf Politik und Gesellschaft mehr Schaden als Nutzen hervorruft.

    Es bleibt zu hoffen, dass der zukünftige BP Gauck in seinem zukünftigen Wirken seine Grundthemen Freiheit und Verantwortung vor dem Hintergrund der weltweiten Finanz-und Wirtschaftskrise in einer Weise definiert, in der die Freiheit aller Bürger (nicht nur der mehr oder weniger Privilegierten) und die Verantwortung aller (auch der mehr oder weniger Privilegierten) differenzierter als bisher dargestellt werden.
  2. #101

    .

    Zitat von u.loose Beitrag anzeigen
    Wohl eher die Erkenntnis das jedes Volk einen gewissen Bodensatz sorry Prozentsatz an Unverbesserlichen hat... Aus meiner bescheidenen Sicht zählen die 11% der Systemüberwinder/Castro_Zujubler samt der x% der NPD dazu.
    Der aktuelle Bodensatz heißt wohl FDP. Und 3 % mehr als die Linken bei der letzten Bundestagswahl gehört dann sowieso in die gleiche Kategorie.
    Seltsamerweise führt sich diese kleine Partei auf als hätte sie die Mehrheit hinter sich.
    Die FDP erinnert mich immer stärker an einen kleinen, zitternden, hysterischen Zwergpinscher, der wild rumkläfft und mit starker Neigung zum Angstbeissen.
  3. #102

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    Wahrscheinlich, wenn solche Sympathieträger wie Niebel, Söder usw. ebenfalls dorthin verschwinden.
  4. #103

    Schwarz und Dunkelrot gegen Gauck

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bis kurz vor Schluss sperrte sich die Union gegen die Personalie Gauck - dann zwang ausgerechnet der Druck der FDP die Kanzlerin zum Nachgeben. Unions-Fraktionsvize Kretschmer wirft dem Koalitionspartner einen "gewaltigen Vertrauensbruch" vor, doch die Liberalen genießen ihren Coup.

    Gauck-Nominierung: FDP jubelt - Unionspolitiker beklagt Affront - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Kann mir jemand erklären, warum ausgerechnet die Schwarzen und die Dunkelroten zu einer Anti-Gauck-Koalition zusammengefunden hatten? Sonst sind sie sich doch spinnefeind.
  5. #104

    wegkomplimentieren

    Zitat von JaWeb Beitrag anzeigen
    Die Bundeskanzlerin wollte beim letzten Mal mit Wulff einen parteiinternen Konkurrenten wegkomplimentieren. .
    Sie haben ja viel zu sagen.... Was wegkomplimentieren heisst, sollten Sie dem geneigten Leser ggf. noch mitteilen. Im Duden jedenfalls habe ich dieses Wort nicht gefunden. Oder sind Sie etwa ein ganz kreativer Kopf ;-) ?
    Bleiben Sie doch bei der dt. Sprache. Wegloben haette es auch getan!
    Gruss aus Shanghai
    raphael
  6. #105

    überflüssige mövenpicker

    Zitat von si-ar Beitrag anzeigen
    Der aktuelle Bodensatz heißt wohl FDP. Und 3 % mehr als die Linken bei der letzten Bundestagswahl gehört dann sowieso in die gleiche Kategorie.
    die liberalen jubeln, aber nicht weil sie gute politik gemacht haben, sondern weil sie der merkel mit gauck ein böses ei ins nest gelegt haben, wie sie denken. es wird wohl ihr letzter jubel sein für lange zeit. die angeblich "liberalen" verabschieden sich mit solchen racheakten für die näxten 20 jahren aus allen parlamenten. die merkel wird ihnen nciht mal ein tschüssi hinterherrufen.
  7. #106

    einfache antwort

    Zitat von Ontologix II Beitrag anzeigen
    Kann mir jemand erklären, warum ausgerechnet die Schwarzen und die Dunkelroten zu einer Anti-Gauck-Koalition zusammengefunden hatten? Sonst sind sie sich doch spinnefeind.
    ganz einfach: bekanntlich ist gauck ein ehrenmensch aus der mitte der gesellschaft. das geht den ultras von links und rechts gegen den strich, weil sie angst haben, dass der ihnen auf die finger schaut. schon allein deshalb ist gauck eine gute wahl.
  8. #107

    ...

    Zitat von KTRoadkill Beitrag anzeigen
    Mal schauen, was Herr Gauck bringt. Es war auf jeden Fall schon einmal wesentlich angenehmer und erfrischender, ihm (in seiner durchaus entschuldbaren Befindlichkeitsanalyse: nicht gewaschen und überwältigt) in der PK zuzuhören als dem gestelzten, rhetorisch (schlecht) geschulten Herrn Wulff.
    Ich war schon 2010 für für Gauck und freue mich umso mehr über den Ausgang der Geschichte. Endlich mal wieder jemand mit intellektuellem Tiefgang. Ich wünsche Gauck für sein Amt alles Gute.

    Wulff ist einfach ein rhetorischer Anfänger und da lässt sich auch mit Schulungen nichts mehr korrigieren, entweder man hat es oder wie im Fall Wulff eben nicht. Komisch, dass das während seiner Ministerpräsidentenzeit nicht aufgefallen ist.
  9. #108

    Kompliment

    Zitat von raphael1278 Beitrag anzeigen
    Sie haben ja viel zu sagen.... Was wegkomplimentieren heisst, sollten Sie dem geneigten Leser ggf. noch mitteilen. Im Duden jedenfalls habe ich dieses Wort nicht gefunden. Oder sind Sie etwa ein ganz kreativer Kopf ;-) ?
    Bleiben Sie doch bei der dt. Sprache. Wegloben haette es auch getan!
    Gruss aus Shanghai
    raphael
    Bin zwar durchaus kreativ, habe diesen Begriff aber nicht erfunden. Habe gerade mal nachgeschaut: Bei google gibts für "wegkomplimentiert" momentan 3720 Beispielsätzchen. Aber Sie haben die Bedeutung auch so erkannt. Mein Kompliment und Grüße nach Shanghai.