Bundespräsidenten-Affäre: Christian Wulff tritt zurück

AFPDer Druck war zu stark: Bundespräsident Christian Wulff hat seinen Rückzug bekannt gegeben, nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover gegen ihn wegen möglicher Vorteilsannahme ermitteln will. Wochenlang hatte er sich trotz ständig wachsender Vorwürfe an sein Amt geklammert.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...815841,00.html
  1. #660

    ...

    Zitat von ArnoNuem Beitrag anzeigen
    Falsch verstandener Kommunismus führt ins Verderben. Und falsch verstandener Hedoismus führt in die sittliche Verwarlosung. Hedonismus im ursprünglichen philosophischen Sinne ist dem Menschen zugewandt und somit höchst emphatisch. Zum Beispiel verkörpern das gute Dirigenten wie Daniel Barenboim, Bernhard Haitink und Claudio Abbado. Und solche Typen brauchen wir in der Politik
    Danke für die Konkretisierung, sehe ich ebenso. Die Herren stehen auch nicht gerade für den feiernden, saufenden und vögelnden Hedonisten.
  2. #661

    Zitat von Eros1981 Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach kommen nur zwei Personen als neuer Bundespräsident bzw. als neue Bundespräsidentin in Frage und das sind Sahra Wagenknecht und Dirk Müller

    Aber bitte, bitte keinen Kandidaten, der von Merkel unterstützt wird. Wir brauchen nicht noch mehr Präsidenten, die auf CDU-Linie sind.

    Den hochgehandelten Töpfer will ich nicht als Bundespräsidenten haben.
    Lübkes zweite Amtszeit markierte so richtig den Übergang von der Grossen Koalition zur Kleinen. Was hat der - auf dem Wege zur Demenz einstecken müssen!

    Für mich ist die Hitparade der Bundespräsidenten so:
    Heuss an erster Stelle - und dann Heinemann - und dann vielleicht Rau, ja auch Scheel.
    Alles - einschliesslich Weizäcker - Herzog, dem Spaziergänger und Wanderer Carstens - war garaniert n i c h t meine Kragenweite. Zuviel Präsidenten - auf CDU-Linie....

    H.
  3. #662

    erster Versuch 1

    Erster Versuch – mal hier
    Das zeigt auch die Pressekonferenz der Gebrüder Taviani zur Verleihung des Goldenen Bären für ihr "Julius Caesar"-Projekt. Unzureichend beantwortet mit dem Stichwort Naturalismus die Frage nach dem ästhetisierenden Schwarz-Weiss. Und interessant die halbe, aber notwendige Distanzierung zu Therapie.
    Es ist (wohl) ein Film im Film - ein sogenanntes Making Off eines Theaterstücks - aber auch wohl Mehr und mit grösserer Authentizität, da die Akteure im Hochsicherheitsbereich bestens bekannt sind mit Bündischen Strukturen, Familienbanden, Amigos, Macht, Mord und Totschlag.

    Der Focus liegt wohl auf der Entwicklung der Personen in Auseinandersetzung mit ihren Rollen und mit Kunst – im „weitesten Sinne“. Das bietet sich wohl an für artistisches Erzählen...kunstvolle Verschränkung der Erzählstränge des Giganten selbst und derer, die sich drängen zu lernen, dies zu präsentieren.
    Kunst - so der Anspruch zeigt Macht und bricht in die Zellen ein. Aber - und das habe ich zwei mal gehört: Sagt einer der Akteure laut eines der Brüder am Schluss: Diese Bereicherung durch Kunst hätte ihm erst die Enge des Gelasses gezeigt - und so kann man denken, auf Ewigkeit verlängert. (Einschub: Die Frage nach dem Regiestil wurde auch kunstvoll umschifft. Ich denke da an - wie sich Fellinis Stil, der die Personen ja eng wie Puppen am Draht führte - mit der Therapiekomponente vereinbaren lässt.)
    Das ist doch genau das Gegenteil von der - Einsicht in die Verantwortung, jenem Freiheitsbegriff, gewonnen in der Überwindung des Gegensatzes zwischen anthropologischem Pessimismus und Optimismus. Die einen sagen, der Mensch kann frei sein - und bedarf der repressiven Ordnung nicht, während die anderen sagen, homo homini lupus.
    Nochmal die Erinnerung an Kleist: Der Prinz von Homburg sieht in der Nacht vor seiner Hinrichtung ein, dass das Urteil gegen ihn, der doch den Sieg, den Erfolg errungen hatte, Recht war. Und da ist er frei. Im Erkennen der Notwendigkeit des Gefängnisses - das ist weitgehend übertragbar auf Gefangensein in Naturgesetzen, im Körper, in Psychischer Disposition - liegt das Frei.... (Im Vitalismus - von Th. Mann schön vorgeführt - führt der Verlust der Naivität (aber auch Fähigkeit zu handeln...) durch Bildung, Erkenntnis, best. Erlebnisse - zum quälenden Bewusstsein - des Gefangen-sein, des Ausgesperrt sein....)

    Nun kommt einer daher und erzählt von Freiheit in der Verantwortung - auf der Schine des von den Gebrüdern gerade auf den Kopf gestellten Kant....

    Geissler war übrigens sehr gut und direkt - bei Jauch heute abend... Heruntermoderiert von Wickert.... wies deutlich auf Defizite des Ansatzes des Herrn hin.... Wickert wies auf ein ominöses Sozialstaatversprechen - dem Gauckschen Ansatz inne, an Hand einer Rede hin.
    Forts.
  4. #663

    Erster Versuch 2

    Eine Frage Jauchs - (macht das inzwischen recht souverän!), könnte auch noch passen zu meinem Ausgangsgedanken: Zwei mit protestantischen Wurzeln an der Spitze dieses Staates - und aus der ehemaligen DDR....
    Jauch sprach von Krise, die dies wohl hervorgebracht hätte.... Sehnsucht nach Werten in Analogie zur Nachkriegszeit? Dann schränkte er ein auf Krise mit dem Amt und Person. (Der Kritik Geisslers an den politisch geschwächten Katholiken... mit Papstkritik kann ich nicht folgen...)
    Hier ging es unter Zeitdruck um parteipolitische Auseinandersetzung - hier würden schon künftige Koalitionen und gesellschaftliche, politische Veränderungen widergespiegelt, was wohl so mal so war beim Wechsel von Lübke, Scheel, Heinemann.... aber die empirische Decke für Gesetzmässiges ist doch dünn...) Und Narles sagte, eine Niederlage der Kanzlerin, Wickert moderierte: eine grosse Geste derselben... (Göttlich war übrigens die Mimik Gabriels gestern bei der Pressekonferenz von rot und grün – Steinmeier und Gabriel teilten sich ein Stehpult… als Steinmayer von direktem Kontakt wegen der Personenfrage sprach. Nicht durch email, SMS oder telefonisch… Fast hätte Gabriel Steinmeyers Händchen gehalten..)
    Nein, ich glaube, bei dieser Personen-Wahl hier geht es immer noch um das Thema - Vermittlung der Erfolgsgeschichte Wiedervereinigung. Aber wozu? - das zweifelt doch niemand an? Das ist doch nicht aktuell und wirklich wichtig . Erklärung für das von Jauch festgestellte protestantische Element könnte sein, die evangelische Kirche ist in den neuen Bundesländern zwar schwach, in der Diaspora, der Enclave, in der Friedensbewegung kam ihr ungleich grosse Bedeutung, wahrscheinlich mehr Jugend und Leben zu. Auf SED Klientel wollte man ja gerade nicht zurückgreifen. Viele wurden damals gebasht mit dem Wort „Stasi“. Sogar die intellektuelle Elite – in Christa Wolf und Anderen. Nein, auf den zurückzugreifen, das ist Nostalgie und - Nichts von Antwort auf Krise - und nichts vom jetzt aktuellen Thema einer sozialen Gerechtigkeit. Ist der lernfähig? Wäre sehr zu hoffen. Naiv und unsäglich albern findet der Hochbezahlte - Ocupy.... Für mich steht die Welt in diesem Rückgriff Kopf... Freiheit in Verantwortung …im Programm der Volkspartei – seit je - weit auslegbar ….
    Wenn Frau Käßmann nicht zur Debatte stand, weil eventuell Töne zur wertebezogenen Interventionspolitik nicht passten, dann hätte ich einen General Reinhard, Historiker und ehemaligen General glaubwürdiger gefunden als dies hier.
    Nun sitzt er da, zur Person – wo ist Herr Gauß? – und heult (im vorigen Sommer vor dem Auftritt bei Beckmann, der den Erfolg des Buches schon signifikant machte – da nichts von diesen Gefühlen!) fast bei den biografischen Erinnerungen an Diaspora, Enclave, Intensität und die zusammenbrechende Ehefrau, und dem Gedenken daran, als die Söhne 87 gen Westen zogen, um in Medizin Karriere zu machen.
    Unter der Hand rechtfertigt er – wie jeder im biografischen Discurs – die Geschlossenheit und Gradlinigkeit seiner Entscheidungen. 89 noch: Grass machte sich u. a. stark für die eigenständige DDR – in einem dritten Weg, und nicht die Einführung der DM.
    Forts.
  5. #664

    Mag ich eigentlich

    halbe Sachen? Hier wohl nicht so.. na, denn

    Gestern Rudolf Dressler auf Phoenix zur Kür des neuen Bundespräsidenten. Auch ihm entschlüpfte ein vollmundiges Bekenntnis zur Intaktheit unserer Pressefreiheit, zum Funktionieren der Vierten Gewalt in diesem System.

    Dass das zur Zeit keiner mehr auslässt in seinen Statements, ist allerdings interessant. Sollte "man" da nicht erst Recht Zweifel bekommen? Vielleicht bringt der Wulf-Prozess da etwas mehr Erhellung
  6. #665

    Sachlich?

    Zitat von wallaby501 Beitrag anzeigen
    Hmm...
    Wer hat noch mal den Dreck erzeugt, der geworfen wurde?
    Und ich weiß jetzt nicht, welche Zeitungen Sie gelesen haben; ich fand die Berichterstattung ziemlich sachlich. Sogar von der Bild-Zeitung, auch wenn mich das schon deprimiert...
    Sie finden Begriffe wie "Schnäppchenjäger" als sachliche Beiträge?

    Leider hat unsere "4. Kraft" den tugendlichen Weg längst verlassen. Berichte sind eher Kommentare, die Fakten kommen zu kurz oder werden bewertet statt bewiesen. Insbesondere der führende Ermittler ist weder für seine Sachlichkeit noch für seine Methoden positiv bekannt.
    Lesen Sie Jegliches Ethos abgegeben « BILDblog und denken mal darüber nach.
    Ich betrachte eine wesentlichen Teil der Presseveröffentlichungen zu diesem Thema als Folter. Sachlich war eigentlich nur die NZZ.
  7. #666

    200.000 € für Kurzzeit-Präsidenten?

    200.000 € für Wulf und für uns Rente ab 70???
    Wie lange hält das deutsche Volk wohl noch die Symbiose aus korrupten Politikern, zockenden Bankern und steuerhinterziehenden Millionären aus, die gemeinsam den arbeitenden Bürger täglich neu verschaukeln, den Bürger ohne Arbeit und Rentner mit Erhöhungen im Cent-Bereich abspeisen und das ganze Demokratie nennen? Eine Saustall ist das !!!