Privatpatienten: Schneller dran, aber nicht besser

CorbisZweiklassen-Medizin in Deutschland - Fakt oder Mythos? Hamburger Gesundheitsökonomen haben untersucht, wie lange Patienten auf Termine in Arztpraxen warten müssen. Die Erkenntnis: Der Versichertenstatus hat Einfluss auf den Arztzugang, besser behandelt werden die Privaten aber nicht.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...815504,00.html
  1. #1

    Woher kennt der Haus- oder Facharzt mein Einkommen?
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bekannt ist, dass es nicht immer von Vorteil sein muss, wenn der Chefarzt operiert - statt eines Oberarztes, der täglich im OP steht.

    Privatpatienten: Schneller dran, aber nicht besser - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    Dem kann ich nur zustimmen. Wenn einem die Krankenschwestern im Krankenhaus "duch die Blume" raten, doch lieber nicht auf Chefarztbehndlung zu bestehen und auch der Chefarzt selber eher unwillig reagiert, ist es besser einem erfahreneren Arzt zu vertrauen.
    In der Arztpraxis erfährt man keine bessere Behandlung. Es ist vielmehr eher so, das man "überbehandelt" wird und unnütze Zusatzleistungen und Medikamente aufgedrängt bekommt.

    Die kürzere Wartezeit ist dagegen ein angenehmer Aspekt der Privaten.
  3. #3

    Völlig richtig!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zweiklassen-Medizin in Deutschland - Fakt oder Mythos? Hamburger Gesundheitsökonomen haben untersucht, wie lange Patienten auf Termine in Arztpraxen warten müssen. Die Erkenntnis: Der Versichertenstatus hat Einfluss auf den Arztzugang, besser behandelt werden die Privaten aber nicht.

    Privatpatienten: Schneller dran, aber nicht besser - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    Finde ich sehr korrekt, man sollte jedoch zwei Dinge dabei berücksichtigen:
    1. Selbständige oder leitende Angestellte gehen m. W. nicht ohne konkreten Termin zum Arzt! Ich (selbständig) sage bei der telefonischen Anmeldung grundsätzlich, dass mir die Uhrzeit egal ist, hauptsache ich habe keine lange Wartezeit! Denn Zeit ist für mich Geld!
    2. Zahle ich dem Arzt gut 35 % mehr als der gesetzlich Krankenversicherte und da sollte ja der Zeitvorteil schon möglich sein!
    Dass die Behandung gleich ist, halte ich für selbstverständlich, da kann und darf es keine Unterschiede geben, obwohl die GKV inzwischen ja bei Medikamenten sehr restriktiv ist und hier der PKV-Versicherte durchaus Vorteile hat, was ich allerdings auch nicht für richtig halte!

    Leider werden unsere Politiker in Richtung Gesundheitswesen erst wach, wenn das System vor die Wand gefahren ist, denn der derzeitige Überschuss ist lediglich Augenwischerei!
  4. #4

    Privatpatienten, die Melkkühe der Ärzte

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zweiklassen-Medizin in Deutschland - Fakt oder Mythos? Hamburger Gesundheitsökonomen haben untersucht, wie lange Patienten auf Termine in Arztpraxen warten müssen. Die Erkenntnis: Der Versichertenstatus hat Einfluss auf den Arztzugang, besser behandelt werden die Privaten aber nicht.

    Privatpatienten: Schneller dran, aber nicht besser - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    Gott sei Dank bin ich selten krank.
    Inzwischen habe ich einen Zahnarzt und einen Hausarzt, die wirklich nur das mit mir machen, was medizinisch notwendig ist.
    Natürlich freut sich auch mein Hausarzt, wenn ich den großen Check-up machen lasse.
    Andere Ärzte überweisen gerne zum CRT oder MRT, machen wiederholt Röntgenaufnahmen und Ultraschalluntersuchungen.
    CRT und MRT werden gerne empfohlen um noch ein genaueres Bild zu bekommen, ob nicht etwa der Gallenstein von einem seltenen Tumor überlagert wird, oder die Lungenentzündung, in extremen Ausnahmesituationen von einem Tumor ausgelöst wurde.

    Dass sie Zartbesaitete dadurch in Angst und Schrecken versetzen könnten, mit ihrem leichtfertigen Tumorgeschwafel, ist den Ärzten vollkommen egal.

    Hauptsache Kohle machen
  5. #5

    Kasse vs Privat

    Zitat von saga1310 Beitrag anzeigen
    Woher kennt der Haus- oder Facharzt mein Einkommen?
    Die Frage stellte sich mir auch :-)
    Als Privatpatient hat man tatsächlich nicht nur Vorteile. Man muss auch aufpassen, dass einem nicht eigentlich unnötige Behandlungen aufgedrängt werden. Es ist für den Arzt lukrativ, wenn man möglichst oft zu ihm kommt. Schon öfter habe ich mich gefragt, ob ein Kassenpatient sein Problem nicht auf schnellere und einfachere Weise gelöst bekommt.
  6. #6

    Kein Titel

    Zitat von saga1310 Beitrag anzeigen
    Woher kennt der Haus- oder Facharzt mein Einkommen?
    Na er kennt zumindest schon mal ihre Krankenversicherung und weiß damit, ob sie privat oder gesetzlich versichert sind.

    Und wenn sie kein Beamter sind, weiß er, daß ihr sozialversicherungspflichtiges Einkommen mindestens auf Höhe der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung liegt - ansonsten könnten sie sich nicht privat versichern.

    Ihr Einkommen ist aber ohnehin nur bedingt interessant für den Arzt. Wenn sie privat versichert sind, kann er den privaten Satz abrechnen - also 2 - 3,5 mal soviel, wie bei einem Kassenpatienten. Mehr muß er bei der Terminvergabe nicht über sie wissen... ;-)
  7. #7

    Natürlich läuft das besser für Private

    Was sollen denn diese Beruhigungsversuche? Natürlich haben Privatversicherte deutliche Vorteile bei Wartezeit und Behandlung. Das sehe ich permanent an mir selber. Meine Frau ist privatversichert, ich gesetzlich. Da wir zufälligerweise mehrere gleiche Krankheiten haben, zeigt sich der Unterschied überdeutlich.

    Meine Frau bekommt selbst bei Orthopäden und anderen Fachärzten einen festen Termin teilweise am gleichen Tag, während ich mich bei gleichartig akuten Problem auf stundenlanges Warten oder auf einen Termin in mehreren Wochen einrichten muss. Das merkt man auch im Normalfall gar nicht, denn das Privatpatienten-Wartezimmer liegt direkt an den Untersuchungsräumen ...
    Bei mir gehen die Ärzte mit langen Zähnen an eine Blutuntersuchung heran, bei meiner Frau werden wegen der gleichen Sache komplette Blutbilder samt Untersuchung auf zig verschiedene Krankheiten gemacht.

    Jahrelange kostenlose Krankengymnastik samt Fangopackung bei meiner Frau vs. 6x Minitermin max. jedes zweite Quartal, mit 18,70 Euro Selbstbeteiligung bei mir.
    Das könnte man nun seitenweise so weiterführen. Mit anderen Worten: diese Beschwichtigungsversuche der Ärztelobby ist eine Unverschämtheit. Natürlich fahren die Ärzte bei Privatversicherten alles auf, was sie haben, während der Kassenpatient auf die lange Bank geschoben wird. Diese bewusste Unehrlichkeit ist zum Kotzen. Dann sollen die Jungs doch einfach sagen, dass mehr Bezahlung eben auch mehr Leistung bringt. Was soll denn dieses scheinheilige Versichern, dass alles gleich sei?

    Man darf aber auch nicht verschweigen, dass es bei Privaten auch derbe Nachteile gibt. Besonders bei chronischen Krankheiten kann das zu einem zeitaufwändigen Abrechnungschaos ausarten. Ein Krankenhausaufenthalt, und es trudeln wochenlang Rechnungen der diversen Abrechnungsstellen ein. Natürlich mit 14 Tagen Zahlungsziel, wärend die Krankenkasse (oder der Dienstherr bei Beamten) oft noch einige Tage länger braucht, um zu zahlen. Das bedeutet dann oft, tausende Euro vorzustrecken, ansonsten kommt ruckzuck die Mahnung vom Arzt!

    Zudem: man möchte im Auftrag für seine Frau ein einfaches Rezept abholen? Nix da. Der Arzt möchte das meiner Frau persönlich in die Hand drücken, denn dann kann nochmal eine persönliche Beratung abgerechnet werden. Also Wartezeit.

    Und: keine Angehörigen werden mitversichert. Das kostet uns mehrere hundert Euro im Monat, plus die Gefahr, dass der private Kassenbeitrag irgendwann explodiert.

    Also: nciht allzu sehr auf Private schimpfen. Nach ein paar Jahren Vorteilsnahme durch mehr Leistung, wären die meisten Privatversicherten froh, wenn sie (und ihre Familie) in einer Gesetzlichen wären. Auch wenn man da ein bisschen auf den Termin warten muss ...
  8. #8

    Das habe...

    Zitat von saga1310 Beitrag anzeigen
    Woher kennt der Haus- oder Facharzt mein Einkommen?
    ich mich auch gefragt.. Damit die Frage nicht untergeht:
    Ist das Einkommen auf der Chipkarte gespeichert?
  9. #9

    Zitat von menthapiperita Beitrag anzeigen
    ich mich auch gefragt.. Damit die Frage nicht untergeht:
    Ist das Einkommen auf der Chipkarte gespeichert?
    Der Arzt kennt ihr Einkommen nicht auf Euro und Cent genau. Da gesetzliche Krankenversicherung dagegen wohl.

    Der Arzt stellt eine grobe Schätzung an. Untere Grenze ist die Beitragsbemessungsgrenze. Der Rest ergibt sich aus ihrem Aussehen, Kleidung, Auftreten, dem Fahrzeug, mit dem sie zum Arzt fahren, ihrer Wohnsituation etc. Auch aus der Krankheitsgeschichte lassen sich Hinweise auf ihre berufliche Tätigkeit ziehen. Und mal ehrlich, mit dem langjährigen Hausarzt reden Sie doch auch mal vertrauensvoll drüber, oder?

    Was die zitierte Studie angeht, so werden die zwar anonym durchgeführt, aber vielfach finden sich dann am Ende Ankreuzfelder, wo sie Altergruppe, Berufsgruppe und Einkommensgruppe ankreuzen. Und dann werden die Umfrageergebnisse eben in diesen Klassen einzeln bewertet oder zumindest nach auffälligen Abweichungen geschaut.