S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Acta und die Politik des Abgrunds

DPADer Copyright-Pakt Acta offenbart eine fundamental falsche Weichenstellung. Die Unterhaltungsbranche nimmt lieber den Kampf gegen das Netz auf, als sich um neue Geschäftsmodelle zu kümmern. Das rabiate Vorgehen erinnert an die Abschreckungspolitik des Kalten Krieges - und verprellt eine ganze Generation.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...815155,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Copyright-Pakt Acta offenbart eine fundamental falsche Weichenstellung. Die Unterhaltungsbranche nimmt lieber den Kampf gegen das Netz auf, als sich um neue Geschäftsmodelle zu kümmern. Das rabiate Vorgehen erinnert an die Abschreckungspolitik des Kalten Krieges - und verprellt eine ganze Generation.

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    Wow, der erste Kommentar von Sascha Lobo, dem ich voll und ganz zustimmen kann. Was reitet die Industrie denn eigentlich, ich bin an so vielen älteren Filmen interessiert, die schlichtweg nicht zu bekommen sind, oft auch nicht einmal illegal. Verknappung mag vielleicht bei Öl funktionieren, nicht aber bei Kulturgütern. Eine ordentlich durchdachte Kulturflatrat zahlten, glaube ich, die meisten Menschen gerne, dann muss aber auch alles angeboten werden, nicht nur der aktuelle Mainstreamschrott (Film, Musik, etc), und alles weltweit zeitgleich. Der Hass, den sich die GEMA durch ihre YouTube-Blockade berechtigterweise zuzieht, mündet wohl in derart viel "illegal" heruntergeladene Musik, dass sie sich nur selbst in die Finger schneidet. Und wer noch einmal behauptet, der "Diebstahl" eines digitalen Produktes sei dasselbe wie etwa der Diebstahl einer Handtasche darf wegen offensichtlichen Mangels an Intelligenz eigentlich gar nicht mehr Ernst genommen werden. Also, Industrie und Behörden, bitte schleunigst die Konzepte an die Wirklichkeit anpassen, und nicht umgekehrt.
  2. #2

    Exakt!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Copyright-Pakt Acta offenbart eine fundamental falsche Weichenstellung. Die Unterhaltungsbranche nimmt lieber den Kampf gegen das Netz auf, als sich um neue Geschäftsmodelle zu kümmern. Das rabiate Vorgehen erinnert an die Abschreckungspolitik des Kalten Krieges - und verprellt eine ganze Generation.

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    Dem Beitrag ist aus meiner Sicht nichts mehr hinzu zu fügen.
  3. #3

    die meisten scheinen nicht zu wissen was ACTA ist

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Copyright-Pakt Acta offenbart eine fundamental falsche Weichenstellung. Die Unterhaltungsbranche nimmt lieber den Kampf gegen das Netz auf, als sich um neue Geschäftsmodelle zu kümmern. Das rabiate Vorgehen erinnert an die Abschreckungspolitik des Kalten Krieges - und verprellt eine ganze Generation.

    S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Acta und die Politik des Abgrunds - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    die ACTA hier verteidigen haben keine Ahnung.
    Wenn eine webseite wie SPON z.b. ueber eine Tauschboerse berichtet, dann kann die Content industrie Spon einfach abschalten lassen, ohne vorwarnung und ohne richterlichen beschluss.
    das ist was ACTA ist. Nur der verdacht einer Firma reicht, es muss kein richter gefragt werden, es muessen keine regeln eingehalten werden.
    Ich weiss nicht ob SPON das so gut findet wie es im Artikel rueberkamm. Ich bin ueberrascht das die Journalisten da nicht staerkere gegen an gehen, denn die sind Ihren Job ruck zuck los.
    Und wenn die seite ersteinmal dicht ist, dann kann der seiten inhaber klagen, aber das dauert, und bis dahin ist er aus dem Geschaeft.
    da keiner fragt warum die seite geschlossen werden soll, laesst das TRor und Tuer offen fuer eine Zensur.

    Spon schreibt z.b. das Apple zu weit geht mit den Klagen oder das Samsung zu weit geht....zack seite geschlosssen weil Apple oder Samsung darin eine verletztung seiner rechte Sieht den anderen zu verklagen.

    dagegen kann SPON nichts machen, denn die werden in den USA abgeschaltet, SPON wird da gar nicht informiert.

    Ob das auch noch so toll ist weiss ich nicht.
  4. #4

    ntl;r

    Guter und interessanter Artikel.
    Ich habe allerdings wenig Hoffnung, dass sich bei der "Inhalte-Industrie" irgendetwas an Konzept bzw. Haltung kurz- bis mittelfristig verändern wird.
    Vielmehr scheint es mir wahrscheinlich, dass es sich, auch im Zuge von IPv6, nur um einen Stellvertreterkrieg handelt, es letzlich und endlich darum geht, die Kontrolle über das "subversive" Internet zu erlangen. Im Sinne von weitestgehender Vermeidung von Anonymität.
  5. #5

    Das Urheberrecht in seiner vordigital geprägten Form

    Nicht einmal das ist ja erhalten geblieben.

    Zu Zeiten analoger Bild- und Tonträger war ein kopieren zur privaten Verwendung ja durchaus rechtlich eingeräumt und problemlos möglich.

    Durch massives Einwirken der Lobbyverbände der Unterhaltungsindustrie auf den Gesetzgeber ist dies ja schon in den ersten beiden 'Körben zur Reform des Urheberrechts' de facto abgeschafft worden.

    Davon abgesehen, geht es bei ACTA & Co. ja um weit mehr, als um Urheberrechte: Schlichtweg um die Kontrolle - man könnte auch sagen Inbesitznahme - über das Medium Internet und dessen 'Inwertsetzung'.
  6. #6

    Eu

    Es beginnt damit, dass die Art, wie Acta und seine Brüder geboren werden, das ohnehin schon geringe Vertrauen in die Apparate der EU erschüttert.
    Gibts da eigentlich noch Restvertrauen, dass man erschüttern kann? Ich meine die EU ist ja nicht nur offensichtlich unfähig sondern noch dazu absolut undemokratisch. Einzig das Parlament wird gewählt jedoch nicht nach demokratischen Standards
  7. #7

    Klotzen statt kleckern

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Copyright-Pakt Acta offenbart eine fundamental falsche Weichenstellung. Die Unterhaltungsbranche nimmt lieber den Kampf gegen das Netz auf, als sich um neue Geschäftsmodelle zu kümmern. Das rabiate Vorgehen erinnert an die Abschreckungspolitik des Kalten Krieges - und verprellt eine ganze Generation.

    S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Acta und die Politik des Abgrunds - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt

    Das ist leider so typisch für Herrn Lobo, interessante Argumente und ich bin ja oft im Tenor ganz seiner Meinung, aber immer diese Verstiegenheit! Es geht hier eben nach wie vor nur um das Internet, ach was, um gewisse Modalitäten seiner Nutzung. Ja, _nur_! Fürn Herr Lobo ist das natürlich eine Frage, die mindestens vergleichbar mit dem nuklearen Holocaust ist. Leider entwertet das viele seiner Artikel, dieser zwanghafte Hang, sein Arbeitsgebiet als den Schauplatz zu betrachten, wo sich die ganz grossen Fragen entscheiden (Digitale Identität! nun sogar - Existenz!) und nicht nur Thema einer interessanten Medienkolumne.

    Und was soll überhaupt dieser Vergleich mit dem kalten Krieg? Die Contentlobby repräsentiert also die US-Aussenpolitik der 50er.
    Die ja bekanntlich am Ende zum Untergang verdammt war. Hmm. Und die Internetaktivisten sind dann wer? Die Russen? Die Friedensbewegung? Sorry, aber das ist doch nun wirklich vollkommener Käse.
  8. #8

    Einen hab ich noch

    Ich glaube es war gestern, als die SZ.de einen Artikel mit den besten Songs von Whitney Houston ins Netz stellte. Und zwar "mit Videos".
    Jene Clips stammten von Youtube und waren oft dergestalt, dass ein privater User zum gezeigten Plattencover den entsprechenden Hit hochgeladen hatte. Soviel zu Urheberrechten bzw. deren Mißachtung.
  9. #9

    Trifft zweifach nicht den Kern

    Das Problem der Musikindustrie ist doch nicht, daß NIEMAND zahlen möchte, sondern daß die Leute, die über wenig Geldmittel verfügen, eine geringe Zahlungsbereitschaft haben. Das ist genau die Zielgruppe, in der sich das meiste Geld mit simpelst gestrickten Songs verdienen ließ.

    Und das Kernproblem von ACTA ist auch nicht, daß überhaupt ein Urheberrechtsschutz im Internet eingeführt werden soll, der besteht ja ohnehin!
    Es ist aber die Art und Weise wie das geschehen soll: nämlich, jedenfalls meines Wissens nach, an unserem Rechtssystem vorbei und mit den Grundrechten nicht vereinbar.

    1. Keine richterliche Kontrolle
    2. Sperrung von Webseiten auf Zuruf, Gerüchte oder ein übelmeinender Mitbewerber würden also schon reichen.
    3. Deep Packet Inspection aller heruntergeladenen Daten durch die Provider. Das käme einer permanenten Hausdurchsuchung durch nicht legitimierte Institutionen unter völliger Aushebelung unserer Grundrechte gleich. Eine toalitärere (kann man total eigentlich steigern?) Struktur kann man sich kaum noch vorstellen.

    Es hat schon seine Gründe, warum man das "dumme Volk" nicht mit den Details belasten will und die Geheimhaltung vorzieht.