Inklusion : "Es gibt kein Kind, das nicht integriert werden könnte"

DPADeutschland ist Europas Schlusslicht in Sachen Inklusion. Auch an der St.-Konrad-Schule in Neuss weiß man, dass die Integration behinderter Schüler an Regelschulen Arbeit macht und Geld kostet. Aber auch, wie sie funktioniert - und alle davon profitieren.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...814458,00.html
  1. #110

    Zitat von fpa Beitrag anzeigen
    ... Weil es bis heute so etwas wie "Leistungserhebungen", die den Grad der "emotionale Reife" eines Menschen zuverlässig und transparent wiedergeben könnten, nicht gibt...
    Warum sollte irgendjemand die „emotionale Reife“ eines Menschen „zuverlässig und tansparent“ „leistungserheben“ wollen?

    Ich hatte schon immer den Verdacht, dass hinter den Protagonisten der „neuen Schule für alle“ in Wirklichkeit Kontrollfetischisten stecken, die es nicht verkraften können, dass sich Menschen, am Ende gar Kinder, ganz und gar selbständig und im wahren Sinne des Wortes „individuell“ entwicklen. Und die sich deshalb auch gar nicht vorstellen können, dass andere den Befriff „individuell“ eher mit „Freiheit“ assoziieren als mit „gemäß einem von einem Gremium von Pädagogen erarbeiteten spezifischen Katalog von inhaltlich und zeitlich fixierten Zielvorgaben“.
  2. #111

    nicht alle gleich

    Zitat von fpa Beitrag anzeigen

    Sie gehen offensichtlich von einem Ansatz aus, der nicht der biologischen Realität entspricht. Dieser lautet groß verkürzt verkürzt so: "Das verhaltensauffällige Kind macht alles falsch, und die anderen Kinder, die in ihrem Verhalten nicht auffällig sind, machen alles richtig." Diese Bewertung hilft aber nichts, wenn man möchte, dass in Zukunft etwas anders wird - und gemeinhin nennt man so etwas wohl "lernen"…
    Ich gehe nicht im Geringsten davon aus, dass alle Menschen gleich ticken. Ich gehe sogar von großen Begabungsunterschieden aus, die AUCH genetisch bedingt sind. Im Gegensatz zu vielen Ideologen, die meinen, dass Menschen beliebig formbar sind, so dass trotz unterschiedlicher Startvoraussetzungen alle mehr oder weniger am gleichen Ziel ankommen, glaube ich das nicht. Deshalb plädiere ich auch für eine Trennung der Schülerschaft, allerspätestens nach dem 4. Schuljahr.
    Ich hatte mich über verhaltensauffällige Schüler übrigens gar nicht ausgelassen. Das war jemand, der/die leidvoll aus dem Grundschulunterricht berichtete. Ich kenne ähnliche Schilderungen von anderen Grundschullehrern, die in Klassen mit über 30 Kindern noch Kinder sitzen oder liegen haben, die auf Biegen und Brechen „inkludiert“ werden sollen, weil die Eltern es wünschen, nicht weil es den Kindern gut tut.
    Zum Thema Auffälligkeiten hier aber ein Beispiel: Ich kenne einen Jungen, der wirklich unentwegt herumspringt und sehr laute Geräusche von sich gibt, sprechen kann er nicht. Stellen Sie sich einen solchen Jungen in einer Schulklasse vor. Wie Sie richtig sagen, haben ALLE Kinder ein Recht auf Förderung. Dazu zählen auch die gesunden Kinder. Wenn aufgrund starker Verhaltensauffälligkeiten eines Schülers, die nicht nur temporär, dafür aber massiv sind, die anderen Schüler nicht ordentlich lernen können, kann man einen solchen Schüler eben nicht mit ihnen zusammen beschulen. Dass der Schüler nichts dafür kann, ist unbenommen, ändert aber nichts an der Situation.

    Ich habe ein Kind, das ein halbes Jahr das schöne Experiment der gemeinsamen Beschulung von Schülern der Klassen 1 bis 4 erleben durfte. Ich weiß, welche Unruhe und welche Leistungseinbußen alleine dieser Schwachsinn mit sich bringt. Schon im Lesen waren die Lerngruppenkinder sehr weit hinter denen zurück, die eine stinknormale Klasse besuchten. Es ist einfach unsinnig zu glauben, dass je heterogener eine Gruppe wird, jeder umso besser individuell gefördert werden kann. Das Gegenteil ist der Fall.
    Mich persönlich regt zudem insbesondere die gemeinsame Beschulung geistig Behinderter mit Gymnasiasten auf, die jetzt en vogue zu sein scheint. Das ist ein Experiment auf Kosten aller, das nur schiefgehen kann.
    Schule ist aus meiner Sicht nicht dafür dar, alle Kinder zu Sozialarbeitern auszubilden. Was ich von der Schule erwarte ist, dass jemand mit Abitur wirklich studierfähig ist, jemand mit einem Hauptschulabschluss muss ausbildungsfähig sein. Dazu gehört zu einem adäquaten Sozialverhalten, zu dem die Eltern aber zu allererst schon einmal sehr deutlich beitragen sollten, vor allem Kompetenz im Fachwissen und seiner Anwendung. Das ist vielerorts nicht mehr gegeben, und das sollte man zuallererst wieder verbessern, bevor man Schulsysteme verschlimmbessert.
  3. #112

    Schüler als Versuchskaninchen

    Zitat von leonardo01 Beitrag anzeigen
    Ich habe ein Kind, das ein halbes Jahr das schöne Experiment der gemeinsamen Beschulung von Schülern der Klassen 1 bis 4 erleben durfte. Ich weiß, welche Unruhe und welche Leistungseinbußen alleine dieser Schwachsinn mit sich bringt. Schon im Lesen waren die Lerngruppenkinder sehr weit hinter denen zurück, die eine stinknormale Klasse besuchten. Es ist einfach unsinnig zu glauben, dass je heterogener eine Gruppe wird, jeder umso besser individuell gefördert werden kann. Das Gegenteil ist der Fall.
    Mich persönlich regt zudem insbesondere die gemeinsame Beschulung geistig Behinderter mit Gymnasiasten auf, die jetzt en vogue zu sein scheint. Das ist ein Experiment auf Kosten aller, das nur schiefgehen kann.
    Schule ist aus meiner Sicht nicht dafür dar, alle Kinder zu Sozialarbeitern auszubilden. Was ich von der Schule erwarte ist, dass jemand mit Abitur wirklich studierfähig ist, jemand mit einem Hauptschulabschluss muss ausbildungsfähig sein. Dazu gehört zu einem adäquaten Sozialverhalten, zu dem die Eltern aber zu allererst schon einmal sehr deutlich beitragen sollten, vor allem Kompetenz im Fachwissen und seiner Anwendung. Das ist vielerorts nicht mehr gegeben, und das sollte man zuallererst wieder verbessern, bevor man Schulsysteme verschlimmbessert.
    Ich rege mich über die gleichen Sachen auf wie Sie!

    Noch mehr rege ich mich darüber auf, dass Bildungspolitiker, egal welcher Couleur, seit Jahrzehnten unsere Kinder immer wieder als Versuchskaninchen in Sachen "Bildung" missbrauchen.

    Dabei greifen sie oft auf unbewiesene Theorien von Ideologen und Wissenschaftlern zurück. Die Lehrer, d. h. diejenigen die täglich mit den Schülern umgehen, werden in die Entscheidungen in der Regel nicht ernsthaft mit einbezogen.

    Die Ergebnisse von langjährigen Schulversuchen, werden - wenn sie nicht ins politisch oder finanziell gewünschte Konzept passen - ignoriert. Es haben nämlich in den vergangenen 25 Jahren etliche Schulversuche zur Integration stattgefunden, deren Ergebnisse man auch auf die Inklusion übertragen kann. Diese Ergebnisse scheinen irgendwo in einem Tresor fest verschlossen zu sein, sonst würde man sich an die kritischen Stellen der Abschlussberichte vielleicht mal erinnern.
  4. #113

    Aktuelle Situation in Bremen!

    Heute zufällig ein Bericht aus Bremen entdeckt, wo in Bremen zur Umsetzung der Inklusion Vorreiter sein möchte. Ein Problem-Situation in Bremen!

    Hier: Lehrer fühlen sich überfordert | WESER-KURIER
  5. #114

    Das kann ich nur sagen:

    Zitat von TW2001 Beitrag anzeigen
    Heute zufällig ein Bericht aus Bremen entdeckt, wo in Bremen zur Umsetzung der Inklusion Vorreiter sein möchte. Ein Problem-Situation in Bremen!

    Hier: Lehrer fühlen sich überfordert | WESER-KURIER
    Sind die denn alle verrückt geworden? So blödsinnig war nicht einmal die Bildungspolitik der Margot Honecker. Wohin soll unser armes Land noch abdriften?
  6. #115

    Solziale Ausmerzung anstelle Integration

    Auch ein aus der Gesellschaft ausschließen oder 'nicht teilhaben lassen' ist soziale Ausmerzung.

    Das Ausgrenzen aus Kostengründen oder weil es ‚Vermögenschädlich' ist, da die sogenannten normalen Kinder nicht schnell genug Hochschul- und Einkommensreif zu werden drohen, ist nichts anderes als eine Umwidmung der frühere Rechtfertigungen. Und wir, die Eltern gesunder Kinder nehmen diesen die Chance, unbefangen und selbstverständlich mit allen Menschenkindern zusammen zu kommen, zu lernen Rücksicht auf die zu nehmen, die nicht so schnell, ruchlos und stark sind, zu lernen zu helfen, die Hand zu reichen, auch einmal inne zu halten und den Anderen mitzunehmen?

    Natürlich sagen wir Eltern 'normaler' (Was heißt übrigens normal?) Kinder gerne, wer keine Chance hat, intellektuell das Abitur und/ oder den Doktortitel zu erreichen, darf den ‚normalen‘ Kindern nicht zur Last fallen. Ich glaube das sehen wir viel zu einseitig. Lassen wir unseren Kindern doch diese Chance des Lernens (je nach den Begabungen gezogen zu werden, angespornt zu werden oder aber jemanden mitzunehmen, anzuspronen, Verständnis zu haben.)

    In Zukunft wird in einer alternden Gesellschaft Empathie und soziale Kompetenzen einen sehr viel wichtigeren Stellenwert bekommen, als viele heute ahnen. Auch ein Vermögen oder gute Versicherungen helfen den alten Menschen in Krankheit und Not nicht. Es werden immer die Menschen (und die dann im Erwachsenenalter befindlichen heutigen Schulkinder) sein, auf deren Verständnis und Hilfe wir uns stützen werden müssen. Und wer da soziale Versager und akademische Egomanen herangezogen hat wird dies später bitter bereuen.
  7. #116

    Hauptschule=Ausmerzung??

    [QUOTE=UliK;15694117]Auch ein aus der Gesellschaft ausschließen oder 'nicht teilhaben lassen' ist soziale Ausmerzung.

    Frage an Sie: Wo waren Sie, als die Sortierung der Schüler/innen nach KLasse 4 über Jahrzehnte dazu führte, dass viele in die Hauptschule mußten?
    Oder ist das was anderes?
    Haben Sie da auch so laut die Stimme erhoben?
    Oder braucht es erst "richtige" Behinderte, damit Sie was merken?
    Sie brauchen viel, viel Geld für Förderung und ein Einheitsschulsystem.
    Bitte sagen Sie das doch - oder wollen Sie nur ein paar Emotionen ablassen?