Syrien - Kann der Westen das Blutvergießen stoppen?

Die Lage in Syrien eskaliert, die Kämpfe fordern täglich Opfer, auch unter Frauen und Kindern. China und Russland haben gegen eine UN-Resolution votiert, und nichts scheint den syrischen Staatschef derzeit in seinem Kampf gegen die Opposition zu bremsen. Hat der Westen eine Chance, das Blutvergießen zu stoppen?
  1. #1

    luft

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Lage in Syrien eskaliert, die Kämpfe fordern täglich Opfer, auch unter Frauen und Kindern. China und Russland haben gegen eine UN-Resolution votiert, und nichts scheint den syrischen Staatschef derzeit in seinem Kampf gegen die Opposition zu bremsen. Hat der Westen eine Chance, das Blutvergießen zu stoppen?
    nein, hat er nicht, das blutvergiessen wird weitergehen bis assad gesiegt hat, oder die rebellen, oder ein militärputsch assad erledigt.

    es sind zuviele gestorben um noch auf friedlichem wege eine einigung zustande zu bringen.

    der westen kann assad isolieren und die rebellen wie auch immer unterstützen, das mag eine entscheidung beeinflussen, direkt eingreifen wie in lybien kann - und will - er zum jetzigen zeitpunkt nicht.

    möglich, das er eingreift wenn tatsächlich aussicht besteht, das assad bezwungen werden könnte.

    vorher wird in syrien weiter der fleischwolf gedreht und ausserhalb syriens viel heiße luft produziert.
  2. #2

    Solide Eröffnung

    Zitat von lebenslang Beitrag anzeigen
    nein, hat er nicht, das blutvergiessen wird weitergehen bis assad gesiegt hat, oder die rebellen, oder ein militärputsch assad erledigt.

    es sind zuviele gestorben um noch auf friedlichem wege eine einigung zustande zu bringen.

    der westen kann assad isolieren und die rebellen wie auch immer unterstützen, das mag eine entscheidung beeinflussen, direkt eingreifen wie in lybien kann - und will - er zum jetzigen zeitpunkt nicht.

    möglich, das er eingreift wenn tatsächlich aussicht besteht, das assad bezwungen werden könnte.

    vorher wird in syrien weiter der fleischwolf gedreht und ausserhalb syriens viel heiße luft produziert.
    Diese, in meinen Augen, recht ausgewogene und eher pessimistische Sicht der Dinge wird bestimmt auch in diesem Thread nicht lange unwidersprochen bleiben.

    Ich habe den inzwischen geschlossenen Vorgängerstrang vor Monaten ähnlich eröffnet und in der Folge mächtig verbale Prügel bezogen.

    Bin gespannt...
  3. #3

    Der Westen soll sich zurückhalten

    Eien Bewertung der Vorgänge in Syrien ist schwierig.Das rührt daher, dass die Informationen sehr einseitig herüber kommen.Der Diktator Assad will an der Macht bleiben, offensichtlich mit allen Mitteln.Die Opposition was will die? Zuerst Assad weg und dann?
    Was danach kommt vermag niemand zu sagen.Ein Eingreifen des Westens würde das Problem nicht lösen.Aber mit großer Wahrscheinlichkeit ein noch größeres Chaos schaffen.Das würde die gesamte Region gefährden.Vielleicht gelingt es den Russen, die Widerstrebenden Parteien an einen Tisch zu bringen, weil sie noch den Anschein von Neutralität erwecken.Während sich der Westen vorzeitig festgelegt hat:auf Change.
  4. #4

    Die Frage

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Lage in Syrien eskaliert, die Kämpfe fordern täglich Opfer, auch unter Frauen und Kindern. China und Russland haben gegen eine UN-Resolution votiert, und nichts scheint den syrischen Staatschef derzeit in seinem Kampf gegen die Opposition zu bremsen. Hat der Westen eine Chance, das Blutvergießen zu stoppen?
    impliziert, daß der Westen (USA und EU) sich außen- und machtpolitisch von moralischen Überlegungen leiten läßt. Das ist, zurückhaltend ausgedrückt, eine gewagte These. Ginge es 'dem Westen' darum, Blutvergießen zu stoppen, so hätte er dazu z.B. im Kongo Gelegenheit gehabt, wo hunderttausende Zivilisten im letzten Jahrzehnt Opfer des Bürgerkriegs wurden und mehrere Bürgerkriegsarmeen von westlichen Regierungen und Konzernen finanziert wurden, um die ungehinderte Ausbeutung der Rohstoffvorkommen zu sichern. Oder, um ein weiteres Beispiel zu nennen, die USA und ihre Koalition der Willigen hätten dann den Irak nicht völkerrechtswidrig überfallen, mit der absehbaren Folge von hunderttausenden von Toten bis heute. Also bitte, die Frage sollte, ehrlich formuliert, so lauten: Kann der Westen das Assad-Regime stürzen? Darauf würde ich antworten: Ja, das kann er, jedoch nur um den Preis einer massiven militärischen Intervention mit ähnlich vielen Opfern wie in Libyen. Wer das für moralisch vertretbar hält, mag weiter trommeln.
  5. #5

    Neutrale Vermittlung

    Zitat von tradutor Beitrag anzeigen
    Vielleicht gelingt es den Russen, die Widerstrebenden Parteien an einen Tisch zu bringen, weil sie noch den Anschein von Neutralität erwecken.
    Und genau das wäre eine Möglichkeit des Westen, dabei zu helfen, das Blutvergießen mittelfristig wenigstens zu vermindern. Er sollte sich der russischen Position anschliessen und dazu beitragen, neutral zwischen den Konfliktparteien in Syrien zu vermitteln. Natürlich darf man davon keine Wunderdinge erwarten. Eine schnelle Lösung, das Blutvergießen zu beenden, gibt es nicht.
    Geändert von ( um Uhr)
    Am Grunde der Moldau wandern die Steine ...
  6. #6

    Der Westen und das Blutvergiessen in Syrien

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Lage in Syrien eskaliert, die Kämpfe fordern täglich Opfer, auch unter Frauen und Kindern. China und Russland haben gegen eine UN-Resolution votiert, und nichts scheint den syrischen Staatschef derzeit in seinem Kampf gegen die Opposition zu bremsen. Hat der Westen eine Chance, das Blutvergießen zu stoppen?
    Die Frage ist ja, w e r hat die Kaempfe, die Waffen, die Terroranschlaege nach Syrien gebracht?
    In wessen Interesse ist ein regime change in Syrien.

    Wer sich diese Frage ehrlich beantwortet, hat auch die Antwort auf die Forumsfrage.

    Ich darf im uebrigen mein Missfallen zum Ausddruck bringen, wie der juengste Strang (mit ad hominem Vorwuerfen gegen mich) beendet wurde.

    Zur Loesung des Blutvergiessens in Syrien muss also unbedingt der Einfluss der sunnitischen Despoten (im Wesentlichen der sog. GCC Staaten, als auch z.B. des vom Westen an die Macht gebombten neuen "Libyen" (AK bzw. Muslimbruder unter Abdelhakim Belhadj - Wikipedia, the free encyclopedia)
    zusammen mit den strategischen Interessen der USA plus Anhaengsel (hier Iran), beruecksichtigt werden.

    Dass auch Russland in Syrien strategische Interessen hat kommt hinzu. Insgesamt eine gefaehrliche Gemengelage.

    Worum es nicht geht, ist, fuer das syrische Volk eine demokratische Regierung zu schaffen.
  7. #7

    Was soll mit dieser Regierung geschehen

    Zitat von wernerthurner Beitrag anzeigen
    ...
    Worum es nicht geht, ist, fuer das syrische Volk eine demokratische Regierung zu schaffen.
    mir geht es schon darum - und unzähligen, nicht genau bezifferten Toten und Verletzten auch. Und Ihnen jeweils auch, allerdings leider erst NACH einer westlichen Militärintervention.

    Nochmals die (glaubwürdige) Ärzteorganisation:
    MSF: Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen Schweiz

    ich nehme an, Sie vertrauen wenigstens Ihren Berufskollegen. Oder nun doch nicht mehr?

    Was man gegen eine solche Clique wie die von Assad tun kann, weiss ich auch nicht. Da werden selbst die Russen machtlos sein.
  8. #8

    Keine Wunderdinge?

    Zitat von Peter Uhlemann Beitrag anzeigen
    Und genau das wäre eine Möglichkeit des Westen, dabei zu helfen, das Blutvergießen mittelfristig wenigstens zu vermindern. Er sollte sich der russischen Position anschliessen und dazu beitragen, neutral zwischen den Konfliktparteien in Syrien zu vermitteln. Natürlich darf man davon keine Wunderdinge erwarten. Eine schnelle Lösung, das Blutvergießen zu beenden, gibt es nicht.
    Da bleibt nur Finger davon lassen. Wenn der Westen sich engagiert, wäre bloss der Hauptschuldige am Blutvergiessen gefunden. Damit, mit dem üblichen Sündenbock, hapert es dieses Mal, ganz im Gegensatz zu früheren Ereignissen im arabischen Raum. Die Russen einfach mal machen zu lassen wäre tatsächlich ein taktisch kluger Schritt. Wenn da nur die humanitären Kräfte im Westen, beispielsweise die von mir schon verlinkten Médecins sans Frontières, wären. Die stossen einfach ohne Ende. Was können Sie sich, konkreter als oben ausgeführt, vorstellen.
  9. #9

    Demokratie in Syrien

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    mir geht es schon darum - und unzähligen, nicht genau bezifferten Toten und Verletzten auch. Und Ihnen jeweils auch, allerdings leider erst NACH einer westlichen Militärintervention.
    ....
    Was man gegen eine solche Clique wie die von Assad tun kann, weiss ich auch nicht. Da werden selbst die Russen machtlos sein.
    Sie sollten lernen Wunschtraeume von Realitaeten zu unterscheiden.
    Die Toten im uebrigen, die sind tot, denen kann es um nichts mehr gehen.

    Was Ihr Remedium, eine westliche Militaerintervention in Syrien, in Libyen angerichtet hat, ist keinesfalls vergessen. Den gleichen Fehler wieder zu begehen (den Russland und China zu verhindern wissen) ist doch in hoechstem Masse toericht.

    Worum es aktuell geht, ist die von Aussen (haupsaechlich in der Tuerkei sitzenden und auch von der NATO koordinierten) islamistischen Terroristen der Sunni Staaten plus diejenigen innerhalb Syriens,an die Kandarre zu nehmen und zum Stopp Ihres toedlichen Terrors in Syrien zu veranlassen.

    Wenn das gelaenge, dann waere es schon um einiges friedlicher in Syrien.

    Die von Ihnen vorgeschlagenen westliche Militaerintervention (gegen den Willen von Russland und China) waere der Grund fuer einen dritten Weltkrieg.
    Nachdem Sie ja schon den Irak Krieg 2003 rueckwirkend befuerworteten, wundert mich Ihre hoechst toerichte Haltung nicht.