Copyright-Debatte: Die Feinde der "Contentmafia" sind Heuchler

DPADas Urheberrecht hat im Internet viele Feinde, oft schlagen sie in Debatten hysterische Töne an. Tatsächlich ist das Urheberrecht eine gute, nützliche Sache - es gibt Künstlern Macht gegenüber Konzernen und gehört gestärkt, nicht geschwächt.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...814276,00.html
  1. #10

    chapeau!

    chapeau für den artikel und das fazit :

    "Wer die Markwirtschaft akzeptiert, aber Urhebern das Recht aufs Wirtschaften abspricht, ist ein Heuchler."

    wie viele diskussionen mit sg. experten habe ich in den letzten jahren schon geführt - es ist eine schande wie im allgemeinen künstlern und kreativen das recht auf profit abgesprochen wird, nur um es sich in seiner eigenen welt bequem zu machen.
  2. #11

    Menschenrecht auf Diebstahl?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Urheberrecht hat im Internet viele Feinde, oft schlagen sie in Debatten hysterische Töne an. Tatsächlich ist das Urheberrecht eine gute, nützliche Sache - es gibt Künstlern Macht gegenüber Konzernen und gehört gestärkt, nicht geschwächt.

    Copyright-Debatte: Die*Feinde der "Contentmafia" sind Heuchler - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Dass Urheberrecht ist nicht nur für Künstler essentiell, sondern auch für Designer und Erfinder anderer Branchen.

    Wer schon mal Jahre für etwas Kreatives investiert hat, kann die Stimmen nicht verstehen, die fordern, er soll das Ergebnis ohne Gegenleistung der Öffentlichkeit überlassen.

    Diese Haltung ist der Reflex der Leute, die schon häufiger alle möglichen kreativen Leistungen im Netz konsumiert haben, und zu dem Schluss gekommen sind, dass es ein Menschenrecht sei, alles im Netz befindliche ohne Bezhalung zu konsumieren.

    Bei Megaupload haben die gleichen Leute dem Unternehmen Geld dafür bezahlt, beim Download der geklauten Werke, schneller ans die Daten zu kommen.

    Ich will die Folgen nicht ausmalen, wenn diese Geisteshaltung sich durchsetzen würde.
  3. #12

    uiuiuiui

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Urheberrecht hat im Internet viele Feinde, oft schlagen sie in Debatten hysterische Töne an. Tatsächlich ist das Urheberrecht eine gute, nützliche Sache - es gibt Künstlern Macht gegenüber Konzernen und gehört gestärkt, nicht geschwächt.

    Copyright-Debatte: Die*Feinde der "Contentmafia" sind Heuchler - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    dieser Beitrag wird den SPON-Foristen gar nicht gut gefallen. Gleich wird eine Empörungswelle hereinbrechen, mit den üblichen grenzdebilen Ausflüchten ("kopieren ist nicht stehlen", "Raubkopieren als aktiver politischer Protest gegen Abzockerpreise bei Fachbüchern u.ä.", "nicht jeder Raubkopierer hätte sich zwangsläufig auch die CD/Kinokarte gekauft" etc....)
  4. #13

    4ever

    Menschen haben ein Gespür für Unrecht. Früher mußte ein Künster am Lagerfeuer singen und dafür gab's Essen. Aber heute muß man selbst nach Jahrzehnten noch irres Geld für ein Werk der Beatles oder von ABBA bezahlen. Es wird einfach beliebig vervielfältigt und neu verkauft. Es ist einfach nicht OK, für eine einmalige Leistung immer und immer wieder Geld haben zu wollen. Meiner Meinung nach sollte ein gewisser Aufwand ein gewisses, gerne auch hohes Einkommen wert sein. Und danach ist Schluß, das Werk geht in den Fundus der Menschheit über und gehört niemandem mehr. Jeder kann es genießen. Natürlich muß die Bezahlung all die Fehlschläge und Risiken in Betracht ziehen, die ein Künstler hat. Auch sollte der Großteil der Erträge beim Künstler landen und nicht beim Vertrieb ... illusorisch, ich weiß. Die Ursache für die Urheberrechtsverstöße liegt m.M.n. zum großen Teil darin, daß die Menschen nicht das Gefühl haben, fair behandelt zu werden. Und ja, ich könnte sehr gut mit technisch schlechteren (billigeren) Filmen leben, denn es geht um die Inhalte, nicht um die Grafikeffekte (Ausnahmen bestätigen die Regel) ... und gerade bei den Inhalten sind wir nicht wirklich voran gekommen ... aber das ist ein anderes Thema.
  5. #14

    Leider ist es asymmetrisch verteilt

    Die Verwerter haben neue Vertriebswege schlicht verschlafen und versuchen nun ihre alten Geschäftsmodelle zu retten. Das ein Urheber Leistungsschutzrechte besitzen soll ist gar kein Thema, nur ist der Missbrauch seitens der Verwerter viel zu hoch, wenn schlechte Musik durch Abmahnungen finanziert wird, wenn Kindergärten für Jahrhunderte alte Weihnachtslieder Geld abgepresst werden soll, dann sind das inakzeptable Auswüchse. Wenn die GEMA einseitig Geld zu den ohnehin schon erfolgreichen Künstlern verteilt, wenn Verlage Knebelverträge schließen, werden die Urheber übervorteilt. Warum Leistungsschutzrechte durch Bearbeitung erworben werden können ( Wir transponieren das mal...), warum Leistungsschutzrechte abhängig von der Lebenszeit des Urhebers sind, was mit verwaisten Werken passieren soll, alles ungeklärte Fragen...

    Das einzige was an diesem Artikel stimmt, ist die Aussage, dass das Urheberrecht reformbedürftig ist.
  6. #15

    schön und gut..

    ..nur werden hier zwei Extreme gegenüber gestellt.
    Die Geschichte(nicht nur im Netz) zeigt doch, dass eigtl. alle "Raubkopierer"(Unwort des Jahrhunderts!) für ihren Content gewillt sind zu zahlen... ABER NICHT diese Heuchlerpreise!
    Einerseits darauf rumreiten, dass man ohne Urheberrecht nicht leben kann, aber andererseits die Preise derart überziehen... (komisch, dass die ganzen Stars/Sternchen und die "Contentmafia" im Geld schwimmen, während der normale Bürger fast überall nahe am Existenzminimum leben muss).
    Relativiert man die Preise und die Käufergängelungen(Kopierschutz, nicht überspringbare Werbung in DVDs etc... usw.), dann wird auch dieser Schwarzmarkt sehr trocken gelegt - ohne irgendwelche scheinheiligen Gesetze, die nur die Grundrechte einschränken.
  7. #16

    ein bisschen arg überspitzt, der Artikel

    Nur sehr wenige fordern so radikale Massnahmen wie die Abschaffung oder ähnliches.
    Den meisten geht es um eine Anpassung des Urheberrechts an die neue Zeit. Und die ist einfach notwendig!
    Eine qualitätsverlustfreie Kopie kostet heute nichts mehr. Und daran müssen sich die Verwerter, aka Contentmafia, anpassen.

    Es kann einfach nicht sein das Gesetze verabschiedet werden welche die Freiheit einschränken und die neue Industrie Internet behindern (Stichwort Mashup) und zusätzlich noch jeden der ständigen Gefahr einer teuren Abmahnung durch einen Anwalt aussetzen nur weil man kein Jura studiert hat und das Urheberrecht nicht im einzelnen kennt.

    Die Verwerter müssen sich neue Geschäftsmodelle überlegen, sich den neuen Zeiten anpassen. Und klar wird Umsatz verloren gehen, die goldenen Zeiten sind für die Verwerter vorbei. Dieser Umsatz geht gesamtgesellschaftlich aber nicht verloren sondern verschiebt sich hin zu den neuen Verwertern.
    Neue Geschäftsmodelle sind z.B. Crowdfunding oder Label die ihre Musik im Netz verkaufen nach dem Motto "Zahle was Du für richtig hältst".
    Megaupload wird auch nur von wenigen verteidigt, so wenig wie kino.to. Aber ganz offensichtlich wollen sehr viele Menschen Filme auf ihrem MedienPC haben oder sich die Serie, die gestern im Fernsehen lief, zu einem ihnen beliebigen Zeitpunkt anschauen.

    Es gibt aber keinerlei legale Möglichkeit die Serie irgendwo anzuschauen oder sich den Film auf den MedienPc zu holen. Das kaufen und rippen einer bluray ist sehr aufwenig und so illegal wie das runterladen eines .mkv.

    So lange es keine legalen Alternativen gibt wird es immer einen illegalen Markt geben.

    Ich bin sehr überzeugt davon das Leute bereit sind für Streamingportale zu bezahlen oder für den Download eines .mkv. Alleine schon weil man dann weiss das man bekommt was versprochen wurde, in guter Qualität, legal und ohne Probleme. Der Preis muss nur angemessen sein.

    Die Musikindustrie hat es doch geschafft. Die Verkäufe mp3 steigen seit es mp3 ohne DRM zu halbwegs vernünftigen Preisen gibt. Klar werden die Umsätze sinken, aber auch die Kosten sinken (Produktion der CD).

    Es geht also nicht um eine Abschaffung, es geht einfach darum das die Verwerter neue Geschäftsmodelle suchen müssen anstatt rumzujammern, mit Milchmädchenrechnungen den verlorenen zu Umsatz berechnen und mit Lobbyarbeit immer schärfere Gesetze zu fordern die jeden Internetnutzer als potentiellen Raubopierer sehen.

    Und darum darf Acta nicht kommen, darum darf der Provider nicht zum Hilfssheriff werden, darum muss man etwas dagegen unternehmen ... am Besten morgen in so gut wie jeder Stadt:

    Piratenpartei Deutschland ruft zu Aktionen gegen internationales Handelsabkommen ACTA auf | Piratenpartei Deutschland

    Letztlich aber ist es nicht so schlimm. Die Zeiten haben sich geändert, das lässt sich nicht rückgängig machen. Sollten die Verwerter ihre Gesetze durchbekommen wird man in einigen Jahrzehnten, wenn diejenigen an der Macht sind die heute aufwachsen und die Gesetze wieder ändern, auf diese Zeit zurückblicken als das dunkle Mittelalter des Internets.
  8. #17

    Zitat von Emil Peisker Beitrag anzeigen
    Dass Urheberrecht ist nicht nur für Künstler essentiell, sondern auch für Designer und Erfinder anderer Branchen.
    Wer schon mal Jahre für etwas Kreatives investiert hat, kann die Stimmen nicht verstehen, die fordern, er soll das Ergebnis ohne Gegenleistung der Öffentlichkeit .....
    Warten sie kurz ... wir HATTEN diese Geisteshaltung schon mal. Wenn ich mich recht entsinne war es eine Zeit, in der die Kultur in Europa besonders geblüht hat. Ich rede hier nicht von der Antike, sondern von der Zeit der Weimarer Klassik, da gab es auch keinen Urheberrechtsschutz - und trotzdem hat diese Zeit große Autoren, Komponisten und Künstler hervor gebracht. Seltsam. Sehr seltsam.
  9. #18

    Entweder, oder.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer die Markwirtschaft akzeptiert, aber Urhebern das Recht aufs Wirtschaften abspricht, ist ein Heuchler.

    Copyright-Debatte: Die*Feinde der "Contentmafia" sind Heuchler - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Da der Autor sich auf die Marktwirtschaft beruft, was ich ziemlich befremdlich finde im Zusammenhang mit Kunst, sollte er sich klar machen, dass es eben genau die Marktwirtschaft ist, die sein Urheberrecht entwertet.
    Angebot und Nachfrage generieren die technische Möglichkeit verlustfreie Kopien zu erstellen.
    Angebot und Nachfrage generieren Filehoster und Streamanbieter.

    Das ist auch Marktwirtschaft. Es geht also nicht um Marktwirtschaft ja oder nein, sondern um einen Interessenkonflikt innerhalb des Marktsystems.
    Neue technische Möglichkeiten verdrängen tradierte Vertriebs-, Vermarktungs- und Abrechnungswege.
    Soweit nichts besonderes. Das nennt man Fortschritt.
    Die Frage ist nicht, ob es ein Urheberrecht geben sollte, sondern wie es gestaltet und durchgesetzt werden kann.

    Und die Antwort wird nicht umhin kommen, sich an den Lauf der Dinge anzupassen.
    Nicht der Künstler hat mit der Zeit zu gehen, nein, um seine Pfründe zu sichern, soll der Konsument mit Staatsgewalt zum Fortschrittsverzicht gezwungen werden.

    Ein veraltetes, nicht mehr zeitgemäßes Urheberrecht gehört verändert.
    Es ist doch klar wie Klosbrühe: das bisherige Recht stammt aus einer vergangenen Zeit. Die menschliche Geschichte endete aber nicht mit Buchdruck und analoger Speicherung.

    Hätte es bereits Internet und digitale Speicherung gegeben, hätte man ganz sicher ein völlig anderes Urheberrecht ersonnen.

    Die katholische Kirche hatte einstmals das Monopol auf Kenntnis und Interpretation der Kirche. Das hätte sie auch gerne behalten, denn es bedeutete Macht.
    Aber Buchdruck und Luthers Übersetzung aus dem lateinischen haben die Welt verändert. Jedermann konnte nun die Bibel lesen und auslegen.

    Also, wie will der Autor sein Dilemma auflösen? Mit Zwang und Kriminalisierung? Will er Künstler sein, oder Sheriff von Nottingham?

    Wie hoch will er das äußerst lässliche Vergehen bestrafen, einen einfachen Mausklick an der falschen Stelle zu tätigen, dass die Strafe abschreckend wirkt?

    Wieviel Freiheit der Anderen will er für Kontrolle und Bespitzelung opfern, damit er sich keine neuen Vertriebswege ausdenken muss?

    Ganz andere, bedeutendere Fragen können zu Gunsten der individuellen Rechte der Menschen im Zweifel nicht zur vollen Zufriedenheit beantwortet werden.
    Aber beim Urheberrecht, da wird der Freigeist schon mal gerne zum kleinen Marktwirschaftskunstdiktator.

    Es ist ganz einfach: Ja, ihr habt ein Urheberrecht. Findet einen Weg es gesellschaftsverträglich durchzusetzen, oder es ist nicht mehr viel wert.
    Es ist doch eure Sache, Kopien unmöglich zu machen, wenn sie Euch stören.

    Und ihr seid nicht der Nabel der Welt, mal so marktwirtschaftlich gesprochen. Die Leute die Breitwandinternet und -telefonie verkaufen oder Filehosting, Smarthandys, PCs und Tablets, Kopiergeräte und Rohlinge, die machen auch in Marktwirtschaft und finden es klasse, wenn es möglichst viel günstigen Content zum providen, kopieren und speichern gibt.
  10. #19

    Zitat von Dubman Beitrag anzeigen
    Der Artikel wirkt für mich wie ein verzweifelter Versuch ACTA, PIPA, etc irgendwie schönzureden...
    Und wie fast außnahmslos, kommen ganz viel marktwirtschaftliche Grundsatzüberlegungsansätze gänzlich ohne Nachfrage aus.
    Ein ebenso bekanntes Phänomen der Massenmedien die damit leben zu müssen wie Lehrer oder Pfarrer unabhängig von der Zahl der Anwesenden durch zu ziehen.
    Was sehr stört, ist der Teil der Marktwirtschaft, der nur ganz selten "Erfolge" im Voraus zu buchen gewohnt ist. Der stört durch fehlen. Zumindest für meinen Geschmack.

    Auch ist der Schluß etwas ziemlich direkt konfus, denn dieser Bereich ohne Produkte die zwar seit langem ebenso mit dem Schutz geistigen Eigentums verbuden sind, ist ganz einfach nicht pauschel "öffentlich" oder den klassischen Medien gleich.
    Das wäre ja das vorausgesetze Nicht-Vorhandensein von Marktwirtschaft, die privatwirtschaftlich strukturiert würde, wie es da zu lesen ist. Das ist es aber nicht. Nicht das die Medienwelt nicht selbst unmarktwirtschftlich strukturiert ist, das mag schon sein, aber das Telekommunikationssystem das da ins blickfeld geschoben wird, das ist genau das neutrale medieum für das sich andere Ausgeben.

    Das "macht" nicht nur keine Nachrichten, es kann auch gar nichts anderes, als übermitteln.