Mädchen und Jungen getrennt unterrichten?

Liegt die Schulmisere im gemeinsamen Unterricht von Jungen und Mädchen begründet? Bundesbildungsministerin Annette Schavan ist in einzelnen Fächern davon überzeugt und fordert Geschlechtertrennung im Klassenzimmer - was halten Sie davon?
  1. #1160

    Zitat von ondrana Beitrag anzeigen
    Nächstes Problem: Klassen sind auch leistungsmäßig verschieden. Da muss man dann mal eine Unterrichtseinheit unter den Tisch fallen lassen, um bei einer anderen zentral wichtigen Einheit länger zu verweilen, bis auch der letzte hansel das vestanden hat.
    Entschuldigung? Können oder wollen Sie keine moderne Schule sein? Selbstverständlich müssen Sie in diesem Fall eine heterogene Lerngruppe bilden, in der sich die Überflieger und die Schwachmaten im binnendifferenzierten Unterricht gegenseitig fördern und fordern.

    Lieber 5 Sachen ordentlich begriffen als 8 Sachen halb.
    Auch das ist aus Sicht des Schulabgängers oder der Schulabgängerin ungerecht und kurzsichtig gedacht. Bedenken Sie: Beim Schüler A steht dann im Zeugnis: „... kann 5 Sachen“, während im Zeugnis von Schüler B steht: „... kann 8 Sachen“. Die einzig gerechte, richtige und endlich in der gymnasialen Oberstufe angewandte Strategie lautet: 10 Sachen durchnehmen, bis jeder sie wenigstens richtig schreiben kann, und allen Schülern ganz gerecht bescheinigen: „... kann 10 Sachen“. (Den Witz mit dem Xylophon kennen Sie bestimmt.)
  2. #1161

    Zitat von scoolodie Beitrag anzeigen
    Allen Spiegellesern sei also empfohlen, Chemielehrer zu werden...
    An dem meinsten Schulen wird es so sein, dass sich Chemie- und Physiklehrer einen gemeinsamen Schlüssel für diverse Sammlungsräume und Giftschränke teilen. Es macht also keinen großen Unterschied.
  3. #1162

    Zitat von scoolodie Beitrag anzeigen
    ...haben Sie ja recht, aber was sind "Lehrkörper" und "SuS"? ;-))
    SuS sind Schülerinnen und Schüler und Lehrkörper sind im Zusammenhang mit "drannehmen" nicht das, was Sie denken.
  4. #1163

    Giftschränke

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    An dem meinsten Schulen wird es so sein, dass sich Chemie- und Physiklehrer einen gemeinsamen Schlüssel für diverse Sammlungsräume und Giftschränke teilen. Es macht also keinen großen Unterschied.
    Wo Sie gerade Giftschränke erwähnen: Ich habe als Physik-Lehrer dafür auch einen Schlüssel.

    Heute konnte eine Schülerin eines Mathematik-Grundkurses der Stufe 13 während des Vortrags einer Aufgabe die Nebenrechnung 8*(-0,25) erst nach zwei vergeblichen Anläufen (o-Ton: "-4 ? Nein ? Ja, wie ? -0,5 ?? NEIN ??? in echt ??? -2!!!") im Kopf ausführen.

    Als Mathematik-Lehrer war ich nahe daran, von dem Schlüssel Gebrauch zu machen.

    Übrigens: Die anwesenden männlichen Schüler griffen zu ihrem Taschenrechner.

    Koedukation auf gleichem Niveau.
  5. #1164

    Zitat von ondrana Beitrag anzeigen
    Nächstes Problem: Klassen sind auch leistungsmäßig verschieden. Da muss man dann mal eine Unterrichtseinheit unter den Tisch fallen lassen, um bei einer anderen zentral wichtigen Einheit länger zu verweilen, bis auch der letzte hansel das vestanden hat.
    Lieber 5 Sachen ordentlich begriffen als 8 Sachen halb.
    Was ist eigentlich ein "letzter hansel"?
  6. #1165

    Zitat von DanielaMund Beitrag anzeigen
    Wie funktioniert den das mit Korrekturen an der Uni, z.B. in Jura? Da zieht jeder Prof sein Ding durch, aber es korrigieren die Korrektur-Assistenten und nicht der Prof.
    Was bei uns gänzlich undenkbar wäre.
  7. #1166

    Zitat von DanielaMund Beitrag anzeigen
    Kein Uni-Prof in keinem Fach korrigiert seine Arbeiten selbst
    Ich verstehe wirklich nicht, wie Sie auf so eine Aussage kommen.
  8. #1167

    Zitat von jinky Beitrag anzeigen
    Ich verstehe wirklich nicht, wie Sie auf so eine Aussage kommen.
    ich präzisiere:
    Kein prof in keinem Uni-Fach, in dem ich Leute an der Uni kenne, korrigiert seine Klausuren selbst.

    Das wären Mathe, Physik, Bio, Chemie, Informatik, Jura, BWL und Medizin (wobei Medizin Multiple Choice ist).

    Wenn das bei Ihnen nicht so ist, wieviele Studenten haben Sie denn? bei 300 Studenten pro Semester sind die Einschreibezeiten für etwaige Wiederholungen doch schon vorbei, bis Sie mit dem Korrigieren fertig sind.
  9. #1168

    Zitat von Flie Beitrag anzeigen
    Ich versichere Ihnen, der Objektivitätsgewinn stellt jede Fremdkorrektur schriftlicher Klassenarbeiten in den Schatten und mit etwas gutem Willen kriegen wir das hin, wir haben ja sonst nichts zu tun.
    Und weeil Sie ja sonst nichts zzu tun haben, habe ich ja vorgeschlagen, dass Korrekturassistenten angestellt werden, die den ganzen Tag nur mit Korrigieren von Klausuren beschäftigt sind, so dass Sie sich auf Ihr eigentliches Geschäft konzentrieren können - das Unterrichten, und nicht das Suchen von Fehlern in einem Deutsch-Diktat.

    Bezüglich der mündlichen Noten: die sollte man (zumal bei 32 Schülern in einer Klasse) einfach weglassen, die sind doch eine Farce. Oder lassen Sie den Lehrstoff in Geschichte weg, damit Sie jeden Schüler länger als 10 Minuten im Jahr hören?
  10. #1169

    Gerne!

    Zitat von jasyd Beitrag anzeigen
    Was ist eigentlich ein "letzter hansel"?
    Ich bedaure sehr, dass immer mehr Mitmenschen sich im Bereich der Märchen und Mythen nicht mehr auskennen. Unsere Sprache ist voll von Symbolen - sie kann gar nicht anders. Ich denke da zum Beispiel an den Turmbau zu Babel, Teilchen, Welle - und an Hänsel und Gretel (die Einebnung des Umlauts ist einer immer noch fortdauernden Amerikanisierung geschuldet).
    Im Märchen geht es nun darum, den Hänsel zu mästen um ihn zu schlachten. Im Sinne der Globalisierung und des Bedarfs an billigen Arbeitskräften bedeutet das eine Kompetenzorientierung und eine Abwendung vom Bildungsbegriff. Hänsel soll keine Muskelmasse ausbilden für große Sprünge sondern Fett. Der letzte Hansel ist nun der fetteste. Ihm muss man über die Schwelle helfen. Das geschieht, indem man die Schwelle senkt - warum soll Hansel eine echte Hürde überwinden müssen, wenn er ohnehin geschlachtet wird?