Revolutionäres Arbeitsmodell: IBM schafft den Miet-Jobber

Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...813388,00.html
  1. #1

    Genial!

    Mal abgesehen davon, daß die unternehmerischen Risikien mal wieder auf die Beschäftigten abgewälzt werden sollen:

    Als potentieller IBM-Kunde würde ich es mir zweimal überlegen, mit dem Laden zu arbeiten. Zum einen wäre mein Projektteam nach Projektschluß in alle Winde verstreut, bei späteren Problemen oder einer Weiterentwicklung fehlt das im Projekt entstandenen Know-how. Oder Variante II, direkte Beauftragung der Spezialisten an IBM vorbei.

    Manche Firmen und deren Top-Strategen lernen es nie, gerade im Beratungsgeschäft sind die Mitarbeiter der eigentliche Unternehmenswert. Und wenn man den auslagert, amputiert man sich selbst.
  2. #2

    Frühkapitalismus

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts.
    Das ist nichts Neues. Einfach ein Rückfall in die Zeiten vor jeglichem Arbeitnehmerschutz. Keine Beteiligung an Sozialversicherungen, keine Kündigungsfrist, usw.
    Kurz gesagt Tagelöhner. Sklaven, für deren Unterhalt noch nicht mal gesorgt werden muss.
  3. #3

    Wenn ich mich nicht sehr täusche, dann ist der Großteil der IBM-Angestellten in Deutschland doch vor allem mit Vertrieb, Kundensupport und Service beschäftigt.

    Outsourcing in diesen Bereichen ist nun wirklich nichts Neues und hier von einem revolutionären Arbeitsmodell zu sprechen erscheint mir etwas seltsam.
  4. #4

    Neu...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

    Revolutionäres Arbeitsmodell: IBM schafft den Miet-Jobber - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    ...oder gar revolutionär ist an diesem Konzept gar nichts !
    Das hat die Firma SUN auch so gemacht.
    Und wo ist SUN heute ?
    Genau, wurde von Oracle geschluckt.

    Knowhow auszulagern ist pure Dummheit, des geldgeilen, völlig dekadenten amerikanischen Managements !
    In meinen 36 Jahren bei einem der großen Mineralölkonzerne habe ich diesen Schwachsinn 2x mitgemacht. Heute (ich habe jetzt meine kleine eigene IT-Firma) werden auch bei meinem Ex-Arbeitgeber, die wichtigsten Positionen und Aufgaben wieder zurück in den Konzern geholt und die eigenen Strukturen wieder gestärkt.
    Wir verdienen ganz gut daran.
    ;-)
  5. #5

    Revolutionär?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

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    Man könnte auch Leiharbeit 2.0 dazu sagen...
  6. #6

    Revolutionär?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

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    So was nannte man früher Tagelöhner!
  7. #7

    Alle Macht den Miet-Jobbern!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

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    Ein solches Modell funktioniert nur so lange, wie die Miet-Jobber gut bezahlt und gut behandelt werden. Sollte es sich hier um ein Ausbeutungsmodell handeln, wird sich das in Windeseile im Web herumsprechen und das Ende von IBM präzipitieren. Denn nur mit einer Kernbelegschaft wird IBM Kundenaufträge nicht bearbeiten können. Ich denke die IBM-Manager wissen nicht, was sie sich damit eingehandelt haben. Sie sollten mal darüber nachdenken was Crowd-Power jüngst in Nordafrika zu Stande gebracht hat.
  8. #8

    IBM abstossen

    Eine tolle Idee; sie funktioniert so lange, wie der Arbeitsmarkt schwach ist. Sobald er wieder anzieht, steht IBM ohne qualifiziertes Personal da. Dann können die lieben Berater sich den Skalp eines weiteren stolzen Industriebetriebes einkassieren, den sie durch ihre Idiotie zugrundegerichtet haben.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

    Revolutionäres Arbeitsmodell: IBM schafft den Miet-Jobber - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    SOO extrem revolutionär ist das Model nicht!

    Es war die dt. Regierung die in den 90'er Jahren meinte - die ganzen Freiberufler gerade in der IT-Branche als "Schein-Selbstständige" abzuwerten und zu Lohnsklaven machen zu müssen!
    Damit hat man D. regelrecht sogar von IT-Lern Lehrgeräumt, weil dieses Modell gerade in dem IT-Bereich sowiso nicht funktioniert!

    Auch ist das Model von der Technik nicht wirklich neu - es gibt längst anerkannte Internetplattformen auf denen im IT-Bereich "Arbeit" weltweit angeboten wird - in vielen Fällen ohne sogar den Wohnort verlassen zu müssen!

    Gerade die Virtualisierung von Arbeit in allen Bereichen hat in den letzten 30 Jahren ja gewaltige Umstrukturierungen zur Folge gehabt - in klassischer Technik wird ja oft nur noch ein Grundgerüst hergestellt - die eigentlichen Verbesserungen liegen mehr im Bereich der Software und virtuellen Verteilungen!

    Das klassische Model des Arbeitnehmers in einem Staat, mit Sozialsystem und Steuern - diese Nationale Denkweise paßt nun wirklich nicht mehr zur heutigen Technologie!

    Das aber Staaten darauf keine anderen Antworten als Lohndumping und fehlendes Absicherungen gefünden haben - zb: Eben etwas wie ein BGE oder ähnliches - das ist eher der Politk mit ihrer doch aus dem Mittalalter stammenden Vorstellungen von "Arbeitplätzen" - und ihrem Kapitalistischen Sklavensystem anzulasten!