Ist Burnout nur eine Modekrankheit?

Burnout in aller Munde: Offenbar zeigt sich in den verschiedenen Ausformungen und Wahrnehmungen der Erschöpfung und Depression ein Sympton unserer Zeit, die für Schwächen und Ausfälle speziell im psychischen Sektor wenig Verständnis zeigt. Immerhin gilt "Burnout" kraft des Begriffes in gewisser Weise als gehobener Defekt. Aber kann man Burnout deshalb zur Modekrankheit verkleinern?
  1. #30

    Zitat von wewo1 Beitrag anzeigen
    Statt dessen wird uns aktuell seitens der Jauch-Illner-Will-Beckmann-Plasberg-Krankheitsindustrie die Demenz und deren medialer Marktwert in der Allgegenwart des lebenslangen Selbstdarstellertriebs eines Rudi Assauers verfolgen und den Moderatoren mitmenschliches Schmuckwerk sichern.
    Rudi Assauer leidet an Alzheimer, nicht an Demenz und damit ist Ihr letzter Absatz sachlich genauso falsch wie der Rest Ihres Beitrages.
    Die Frage, die sich dann natürlich stellt, wieso schreiben Sie dann überhaupt etwas?
  2. #31

    Zitat von tiktok2 Beitrag anzeigen
    Der leitende Programmierer bei MS für die Windows Versionen bis NT hatte von heute auf morgen vergessen wie man programmiert. So etwas mit Wichtigtuen zu betiteln ist nicht nur ignorant sondern auch sehr selbstgefällig.
    Das Schicksal ist mir auch bekannt, und diesem Menschen glaube ich auch, daß er an Erschöpfung eingegangen ist. Seine Villa, sein Fuhrpark, seine Familie -- das alles bedeutete ihm plötzlich nichts mehr. Von heute auf morgen konnte er nicht mehr programmieren. Aber auch hier muß ich konstatieren: der Mann zeigte alle Symptome einer ausgewachsenen Depression. Nicht ausgelöst durch Über-, sondern durch seelische Unteranspruchung.

    Ich bin einfach dagegen, dieses schlimme Leiden durch Modewörter wie "Burnout" zu banalisieren. Eine Depression ist eine fiese Sache, ich weiß das aus eigener Erfahrung. Man steht unter einer dunkelgrauen Wolke und glaubt, es hört nie wieder auf zu regnen. Nichts macht mehr Spaß, Aufstehen geht auch nicht, gar nichts geht.

    Irgendwann geht dann doch die Sonne wieder auf. Aber während man unter dieser Wolke steht, glaubt man einfach nicht daran.
  3. #32

    Zitat von tiktok2 Beitrag anzeigen
    Rudi Assauer leidet an Alzheimer, nicht an Demenz und damit ist Ihr letzter Absatz sachlich genauso falsch wie der Rest Ihres Beitrages.
    Die Frage, die sich dann natürlich stellt, wieso schreiben Sie dann überhaupt etwas?
    Hab übrigens den Bericht über Assauers Alzheimer auf Phoenix gesehen. Das war ein Bericht, wie ich ihn Grimme-verdächtig finde. Rudi Assauer, Ausnahmekicker, Prahlhans, Sonnyboy, Playboy, Macho bekommt Alzheimer, und wie er das tut, wie er die Diagnose aufnimmt und versucht, das Beste draus zu machen, das finde ich bewundernswert. Wenn ich sonst den Macho Assauer nie besonders mochte, jetzt wird er mir endlich sympathisch. So long, Rudi, ich hoffe, die Reise wird nicht zu schwer, und: Du schlägst Dich wirklich wacker!
  4. #33

    Wortklauberei

    Nachdem ein Wort wie Burn-out gefunden wurde – welches sich selbst ein Dorfmütterchen mit Lockenwicklern im Haar traut in den Mund zu nehmen – müssen wir jetzt an der Wortklauberei von Begrifflichkeiten wie Depression, Erschöpfungssyndrom oder Nervenzusammenbruch scheitern und die tatsächlichen Ursachen schlichtweg mürbereden? Wie sinnlos! Dann sollten wir als das Unwort des Jahres 2012 eines wählen: Empathie.

    Ingo Schmitz aus Bernkastel-Kues (Burn-out 2006)
  5. #34

    Zitat von Ty Coon Beitrag anzeigen
    Ich bin einfach dagegen, dieses schlimme Leiden durch Modewörter wie "Burnout" zu banalisieren. Eine Depression ist eine fiese Sache, ich weiß das aus eigener Erfahrung. Man steht unter einer dunkelgrauen Wolke und glaubt, es hört nie wieder auf zu regnen. Nichts macht mehr Spaß, Aufstehen geht auch nicht, gar nichts geht.
    Burnout und Depression sind zwei verschiedene Dinge.
  6. #35

    Nee Nee. Gute PR Arbeit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Burnout in aller Munde: Offenbar zeigt sich in den verschiedenen Ausformungen und Wahrnehmungen der Erschöpfung und Depression ein Sympton unserer Zeit, die für Schwächen und Ausfälle speziell im psychischen Sektor wenig Verständnis zeigt. Immerhin gilt "Burnout" kraft des Begriffes in gewisser Weise als gehobener Defekt. Aber kann man Burnout deshalb zur Modekrankheit verkleinern?
    Eine Mode Behandlungsbranche um Geld zu verdienen aus schon Dagewiesenem zusammengeschneidert.
  7. #36

    Alternative Medizin - hilft das vielleicht?

    Zitat von mitbestimmender wähler Beitrag anzeigen
    Eine Mode Behandlungsbranche um Geld zu verdienen aus schon Dagewiesenem zusammengeschneidert.
    Alternative Medizin kann alles, oder etwa doch nicht?
    Die Praxis der "Alternativmedizin": Ein Insider berichtet | Kritisch gedacht | ScienceBlogs.de - Wissenschaft, Kultur, Politik
  8. #37

    Zitat von Ty Coon Beitrag anzeigen
    Der eine darf sich hip mit "Burnout" schmücken, der andere, der ehrlich ist und sich eine Depression eingesteht, findet sich damit in der zweiten Reihe wieder. Gegen so schicke Krankheiten wie "Burnout" kommt man einfach nicht an.
    Mit "Burnout" möchte man vor allem suggerieren, dass man viel mehr geleistet hat als der Durchschnitt und nun an den Folgen dieser immensen Aufopferung leidet. Diejenigen, die in meinem Umfeld häufig von Burnout plappern, haben nicht wirklich mehr Stress als andere - ein Depressiver wird es dagegen nicht an die große Glocke hängen.
  9. #38

    Kann die Alternative Medizin Alles?

    Ne kann Sie nicht, die Schulmedizin und der Doktor bei der Notoperation auch nicht.

    Kann Sie als Alternativ Medizin oder hat Sie einem geholfen? Ja das kann zum Glück jeder selber merken, und sich an der besseren Lebensqualität freuen........... Dieser Punkt fehlt vielfach in der Schulmedizin.
  10. #39

    Zitat von wewo1 Beitrag anzeigen
    Schon die Wahl des Begriffes "Modekrankheit" erscheint widersinnig. Denn eine tatsächliche Krankheit wird nicht als Mode erlebt und Modeerscheinungen sind keine Krankheit.
    Psychiater haben analysiert, dass wir Deutschen mittlerweile an über 400 Ängsten leiden. Wenn man daran erinnert, dass es vor 100 Jahren noch keine auf 35 bis 40 Stunden begrenzte Arbeitszeit in einer 5-Tage-Woche gab, noch keine Haushaltsgeräte die Hausarbeit erleichterten und stark reduzierten, noch keine Nahverkehrsmittel und Autos den Weg zur Arbeit verkürzten, noch keine Ölheizung und Fernwärme die Haushalte bequem versorgten und Streit und Gewalt in einer zerrütteten Ehe nur schwer zu entrinnen war, ... sollte man da nicht treffender von einem Weichei- denn von einem Burnout-Syndrom sprechen? Oder ernsthafter gefragt: Wäre es nicht seriöser, die vermeintlichen Burnout-Opfer daraufhin zu überprüfen, ob sie nicht lediglich ganz normal erschöpft sind?
    Natürlich handelt es sich eigentlich um eine Erschöpfungsdepression, Burnout als Begriff ist tatsächlich eine "Mode". Aber diese Mode hängt mit dem "Geist der Zeiten" zusammen. Es ist Mode jedem abzuverlangen, dass er immer glücklich und zufrieden ist, das eigene Glück scheint nur von der Fähigkeit der Autosuggestion abzuhängen. Unglücklich darf man nur sein, wenn man eine Diagnose hat die es rechtfertigt.

    Sie übersehen, dass man zu Zeiten als es keine technischen Hilfmittel gab, weder jeden Tag waschen mußte, noch erwartet wurde, dass man innerhalb eines Tages - wäscht, den Einkauf erledigt, Termine wahrnimmt und arbeiten geht. Und das möglichst noch pünktlich.
    Mit den technischen Möglichkeiten haben sich die Erwartungen deutlich erhöht, der Zeitdruck ist höher, menschliche Arbeitskraft wird auf Maschinenniveau reduziert.

    Was mein Vater und meine Mutter unter "arbeiten" verstanden, womit sie zu ziemlichem Wohlstand gekommen sind, würde heute dazu führen, dass sie ganz schnell arbeitslos wären. Und privat hat man kaum noch Zeit ordentlich zu streiten, es gibt kein soziales Umfeld, das Konflikte auszuhandeln hilft und wer jmd. braucht um offen zu sprechen, muß zum Therapeuten gehen. Viele müssen dort erst mal lernen sich selbst zuzuhören.

    Die Geschwindigkeit in der heute gelebt und gearbeitet wird hat sich verändert, der Mensch wird den Finanzmärkten untergeordnet. Alles was nicht im gewünschten begrenzten Maße funktioniert gilt als "krank".