"Gap Year" nach dem Bachelor: Die durchgeplante Auszeit

Alle Vorlesungen besucht, gute Noten erreicht, in Rekordzeit studiert - und nun? "Verwende deine Jugend!", rufen manche Bachelor-Absolventen und entdecken die große Freiheit. Sie gönnen sich eine Auszeit, reisen querweltein, lernen neue Sprachen. Kommt lieber zu uns, locken die ersten Unternehmen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...811105,00.html
  1. #1

    Weicheier...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle Vorlesungen besucht, gute Noten erreicht, in Rekordzeit studiert - und nun? "Verwende deine Jugend!", rufen manche Bachelor-Absolventen und entdecken die große Freiheit. Sie gönnen sich eine Auszeit, reisen querweltein, lernen neue Sprachen. Kommt lieber zu uns, locken die ersten Unternehmen.

    "Gap Year" nach dem Bachelor: Die durchgeplante Auszeit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Wer als Bachelor-Absolvent nach wenigen Jahren studieren schon meint genug geleistet zu haben ein Jahr aussteigen zu können, ist in meinen Augen ein Weichei. Als Arbeitgeber kann man sich dann aussuchen, wen man einstellen will. Einen hedonistischen Weltenbummler, der angeblich sooo viel gesehen hat, dass er in jeder Runde den Besserwissen miemen kann oder einen ganz normalen fleissigen Absolventen, der nicht nur so tut als wollte er, sondern auch wirklich will.
  2. #2

    Mut zur Lücke...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle Vorlesungen besucht, gute Noten erreicht, in Rekordzeit studiert - und nun? "Verwende deine Jugend!", rufen manche Bachelor-Absolventen und entdecken die große Freiheit. Sie gönnen sich eine Auszeit, reisen querweltein, lernen neue Sprachen. Kommt lieber zu uns, locken die ersten Unternehmen.

    "Gap Year" nach dem Bachelor: Die durchgeplante Auszeit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    ...ist das Stichwort! Die ersten Personaler stöhnen schon, weil sie dank Bachelor massig Bewerbungen von Absolventen bekommen, die sich in nichts unterscheiden.
    Bei allem Stress, den die heutigen Studenten durch das neue System haben (weniger Zeit für Nebenjobs - höherer Leistungsdruck, denn alle Noten zählen - keine Freiräume während dem Studium, um persönliche Schwerpunkte setzen zu können z.B. durch Praktika, interdisziplinäre Vorlesungen,... - Schwierigkeiten, bezahlbare WG-Zimmer zu finden - uvm.), sollte man ihnen ein Jahr der Selbstfindung zugestehen.
    Natürlich ist es wichtig, dass man die Aktivitäten in dieser Zeit später in Vorstellungsgesprächen gut verkaufen kann. Aber was spricht dagegen, jemanden einzustellen, der sein Studium in Regelzeit durchgezogen hat, danach aber nochmal etwas von der Welt sehen wollte, bevor er ins Berufsleben startet?
  3. #3

    Auszeit... soso...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle Vorlesungen besucht, gute Noten erreicht, in Rekordzeit studiert - und nun? "Verwende deine Jugend!", rufen manche Bachelor-Absolventen und entdecken die große Freiheit. Sie gönnen sich eine Auszeit, reisen querweltein, lernen neue Sprachen. Kommt lieber zu uns, locken die ersten Unternehmen.

    "Gap Year" nach dem Bachelor: Die durchgeplante Auszeit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Man mag mich auf Stammtischniveau prügeln bzw. mir Selbiges unterstellen, aber ich muss mich schon wundern.
    Da wird nach dem Abitur mit 19 Jahren zuerst irgendetwas studiert - denn schliesslich hat man ja Abitur und sollte studieren - auch wenn es noch so eine brotlose Kunst ist deren Nutzen ausserhalb des wohlig-warmen Äquators der akademischen Welt fraglich ist.

    Dann, mit Mitte, Ende 20 nimmt man sich erst einmal ein Gap Year (tolles Wort für "Berufliches Orientierungsjahr" oder gar "Arbeitssuchend") um den Geist zu erweitern und steigt irgendwann auch mal in das tatsächliche Arbeitsleben ein.

    Dann sind 10 Jahre verplempert, mit 67 möchte man aber trotzdem in Rente gehen. Jetzt, da die Wehrpflicht bzw. der Zivildienst auch der Vergangenheit angehören, steigt man noch später in das wahre Leben ein.
    Wir brauchen gute, gebildete Arbeitskräfte. Die sollten nach Möglichkeit auch studiert haben. Aber bitte, liebe Studenten, Absolventen und Alumni: Denkt daran, dass Ihr auch mal Geld verdienen solltet und nicht jünger werdet! Und überlegt Euch auch, ob ein Ingenieursstudium nicht mehr bringt als sinnlose Geistesbeschäftigung wie Romanistik oder Kunst.
  4. #4

    Bitte nicht falsch verstehen

    "Gap Year" nach dem Bachelor: Die durchgeplante Auszeit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL[/QUOTE]

    Ich bin Lehramtsstudent (Master) und muss sagen, dass ich mich manchmal wirklich nur wundern kann. Eines vorweg: Ich finde solche Projekte gut und möchte es keineswegs kritisieren. Ich wunder mich nur etwas das man 1750 brutto erhält und das als gering betitelt wird.
    Wär man also nach dem Bachelor mit so einem Projekt an die Schule gegangen, hätte man etwa 50% mehr Geld (brutto) als nach dem Master im Referendariat! Und das Ref. ist sicher anstrengender und anspruchsvoller...
    Damit ich rihtig verstanden werde: Mir ist klar das das Projekt und das Ref. nicht unmittelbar vergleichbar sind und 1750 sind keineswegs zu viel! Schließlich wird man kaum Personen für solche Projekte gewinnen können, wenn diese jeden Cent 3mal umdrehen müssen. (auf der anderen Seite macht man sowas ja nicht wegen des Geldes) Aber was man als angehender Lehrer im Referendariat bekommt ist dagegen eigentlich eine echte Frechheit.
  5. #5

    Auf jeden Fall weg

    Das ist wahrscheinlich die letzte Chance über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. Abitur mit 18 plus drei jahre Studium belassen noch 46 Jahre Berufsleben. Deutschland ist ein kleines Land in einer globalen Welt und unsere Führungskräfte von morgen sollten das einmal erleben um auch zu verstehen. Wenn erst einmal Darlehensvertrag und Kinder die Gedanken bestimmen, ist es in der Regel zu spät. Natürlich gibt es Personaler, die das nicht verstehen, aber wollen Sie wirklich in so einem Unternehmen arbeiten?
  6. #6

    Bildung kostet

    irgendwer muss das bezahlen.

    Als wir noch Sozialstaat waren, also vor Schröder, da zahlte der Staat die Bildung komplett (inkl. Leihbücher).

    Nun halt nicht mehr. Studenten zahlen Gebühren, zumindest in einigen Bundesländern und an den Schulen müssen die Eltern die meisten Bücher kaufen.
    Warum die Kinder nicht mehr Aufgaben aufschreiben können und statt dessen Aufgabenbücher gekauft werden müssen, entzieht sich allerdings völlig meinem geistigen Horizont.
    Meine Tochter geht aufs Gymnasium und alleine die Bücher kosten schon ein kleines Vermögen. Aber das ist hier nicht Thema.

    Also was solls, zahle ich es nicht als Bedarfsauslöser, zahlt es halt der Staat und an den zahle ich dann solidarisiert via steuern die Bildung dann doch auch wieder.

    Es ist ja nun nicht so, als würden wir nicht über ein geschlossenes System reden. Die Köpfe erhitzen sich nur darüber, wer mehr oder wer weniger bezahlt also über Solidar vs. Individualprinzip.
    Das Problem ist und bleibt, Bildung kostet, egal auf welchem Level.

    Ich persönlich bevorzuge den Sozialstaat und damit das Solidarprinzip, ergo die Abschaffung von Gebühren für Studien und Schulbücher.
    Aber ich bin auch für die Abschaffung der Bundesländer um die Milliarden einzusparen, die all diese Landtage kosten.

    Und ich bin für die Wiedereinführung der früheren Diplomstudiengänge, parallel zu den schulischen Bachelor. Für diejenigen die später mal in die Wissenschaft wollen und für diejenigen, die Persönlichkeitsentwicklung wollen, bevor sie ins Berufsleben eintreten.
    Und ja, Schludersemester und Partystimmung entwickeln auch die Persönlichkeit. Arbeitgeber fanden das früher mal wichtig und heute auch noch, vermissen das aber bei Bachelor und Master.
  7. #7

    ...

    Zitat von beegentoo Beitrag anzeigen
    Wir brauchen gute, gebildete Arbeitskräfte. Die sollten nach Möglichkeit auch studiert haben. Aber bitte, liebe Studenten, Absolventen und Alumni: Denkt daran, dass Ihr auch mal Geld verdienen solltet und nicht jünger werdet! Und überlegt Euch auch, ob ein Ingenieursstudium nicht mehr bringt als sinnlose Geistesbeschäftigung wie Romanistik oder Kunst.
    Dieser Beitrag wurde ihnen präsentiert vom Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
  8. #8

    Schlage vor,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle Vorlesungen besucht, gute Noten erreicht, in Rekordzeit studiert - und nun? "Verwende deine Jugend!", rufen manche Bachelor-Absolventen und entdecken die große Freiheit. Sie gönnen sich eine Auszeit, reisen querweltein, lernen neue Sprachen. Kommt lieber zu uns, locken die ersten Unternehmen.

    "Gap Year" nach dem Bachelor: Die durchgeplante Auszeit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    sofort anzufangen. Urlaub machen oder eine weitere Sprache lernen, kann man hinterher immer noch. Wenn man 1 Jahr irgendwo rumbummelt, um den "Horizont zu erweitern" ( was Unsinn ist ), verliert man schnell den Anschluss.
  9. #9

    gy

    Ich halte diese "Lücke" nach dem Bachelor für sehr wichtig, gerade Menschen, die nach dem Abitur sofort ins Studium gegangen sind, muss man solch ein Jahr doch zugestehen (und dann ist es auch gleich, was sie in diesem Jahr machen).

    Unsere Dozenten haben uns sogar nahe gelegt, erst einmal eine Pause zu machen. Ich befinde mich, nach gut einem Jahr nach dem Abschluss, in der Bewerbungsphase für den Master.
    Ich war in der Zeit im Ausland, habe drei Praktika gemacht und einen für die Uni wichtigen Sprachtest abgelegt.
    Ohne diese Pause und die entwickelten Kompetenzen, hätte ich keine Chance gehabt, in meinem Wunschmaster zu kommen.

    Im Übrigen zählen außeruniversitäre Praktika genau so zur Ausbildung dazu wie das Studium ansich. Zudem halte ich sie sogar für wichtiger.

    Es gibt aber auch Leute, die in dem Jahr nach ihrem Abschluss erst noch Geld verdienen müssen, um sich das weiterführende Studium leisten zu können. Auch das wird gern von Menschen vergessen, die Studenten als faules Pack bezeichnen und sagen, sie sollen nicht rumbummeln und gleich Geld verdienen...Als wenn das so einfach wäre...
    Ich glaube ja, das ist nur der Neid der arbeitenden Bevölkerung, die nur einmal im Jahr 3 Wochen Urlaub nehmen dürfen.