Bachelor-Studenten: Wo ist hier das Druckventil?

Verschult, verkopft, verkorkst - seit der Umstellung auf Bachelor und Master klagen Studenten über Stress. Oliver Kahns Lebensthema ist ihr Studienthema: dieser immense "Druuuck". Daran haben die Hochschulen ihren Anteil,*Unternehmen und*die Studenten selbst aber auch.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...811920,00.html
  1. #1

    Die Lebenswirklichkeit....

    ...geht doch an den meisten Studierenden vorbei. Wenn diese dann mit Ende zwanzig, Anfang dreißig im Job landen, sind sie meist überfordert und können sich nur schlecht behaupten. Das jahrlelange sture büffeln wird von eintöniger Sachbearbeitung abgelöst die entweder völlig unterfordert oder total überfordert (je nach Typus).
    Das sich da bei den neuen Studienabschlüssen viel geändert hat kann ich nicht feststellen...die Probleme sind die gleichen wie vor der Umstellung. Leider fehlen die vielgescholtenen Praktika, die eigentlich während des Studiums abgeleistet werden sollten (und eben nicht nur 6 Monate im Archiv damit man es als Bestätigung vorlegen kann).
    Eine nicht kleine Zahl der Studierenden ist (nach Abschluß) mit ihren Aufgaben im Betrieb völlig überfordert und geben entweder schnell auf oder werden "nach unten" durchgereicht, weil man mit ihnen nichts anfangen kann. Ich kenne mehrere BWL Absolventen die im Call Center neben der ungelernten Kraft sitzen und dort Telefondienst machen, weil über die Zeitarbeit nichts anderes zu bekommen ist.
  2. #2

    dieses Gejammere ist nicht auszuhalten...

    Hört doch endlich auf mit dem Gejammere.

    1985-1989
    UNI-Fernstudium, Familie mit zwei Kindern (Frau im Schichtbetrieb als Krankenschwester), Vollzeitstelle - da gab es sogar noch Zeit für Feten an den Wochenenden usw. Dipl.-Abschluss: 1,4

    Wer eine Prüfung nicht bestand, hatte zwei Chancen auf Wiederholung, dann wurde exmatrikuliert - ohne Pardon.

    Wer das Studium als Belastung empfindet, meint, es nicht zu schaffen - der ist eben fehl am Platz in der UNI und sollte eine klassische Berufsausbildung machen.
    Ach ja, die Anforderungen da sind ja auch viel zu hoch.
    Einfach mal die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen und dann eine Ausbildung wählen.
  3. #3

    Türstheri???

    Diese Juliane soll als Türsteherinin einer Kneipe jobben? Ich habe mir mal die photos angeschaut und hab da jetzt so eine tätowierte Frauenknastausbrecherin erwartet so von der Sorte einer Walter...aber dann dieses Foto von diesem süssen Mädchen...wie passt denn das zusammen...die sieh nicht gerade aus als könnte sie einen Hells Angel aus der Kneipe werfen...hat SPON hier wirklich tiefgründig recherchiert?
  4. #4

    blindwütiger Amerikanismus

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Verschult, verkopft, verkorkst - seit der Umstellung auf Bachelor und Master klagen Studenten über Stress. Oliver Kahns Lebensthema ist ihr Studienthema: dieser immense "Druuuck". Daran haben die Hochschulen ihren Anteil,*Unternehmen und*die Studenten selbst aber auch.

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    … von OBEN aufgepflanzt!

    Unser deutsches Gesellschaftssystem ist und war immer so aufgebaut:
    Oben wird entschieden und bestimmt.
    Demokratie steht auf einem Zettel an der Pinnwand!
    Mehr nicht!
    Politik wird von Lobbyisten und Staatssekretären gemacht - nicht von Politikern!

    Ihr habt ein gutes und anerkanntes Bildungssystem aus den Angeln gehoben, kaputt gemacht und in Misskredit gebracht.
    Unis sind abhängig von den Lobbyisten der Industrie - die Ergebnisse der Forschung somit "für den Ar…" weil abhängig.
    Duckmäuser und Seilschaften im Forschungsbetrieb, keine Innovation, kein freies Denken!
    Woher denn auch?

    Verschult, verkopft, verkorkst und KEINER macht was dagegen!

    DAS ist das Problem!

    Der Fisch stinkt vom Kopf!

    efka
  5. #5

    Stress ?

    Wenn ich mir die Bachelor-Studiengänge bei uns an der FH angucke und mit den Leuten rede, dann merke ich, dass die nicht viel mehr Stress haben, als wir Diplomer den hatten. Es wurde einges weggestrichen und mehr Übungen eingeführt. Das einzige was stressig ist, ist die Praxisphase und die Abschlussarbeit, da man nur die Hälfte der Zeit zur Verfügung hat und die Betriebe kaum jemand für 3 Monate einstellen wollen. Es wird dann getrickst, man fängt früher an im Betrieb und meldet die Arbeit eine oder zwei Monate später an.

    Nichtdestotrotz hat man im Bachelor kaum noch Zeit für andere Tätigkeiten, wie ein guter Nebenjob, der für spätere Zukunft nützlich sein könnte oder ein zusätzliches Praktikum. Das ganze wurde so getrimmt, dass man als Student möglichst schnell abschließt, was natürlich für die Länder deutliche Ersparnisse bringt und die Studenten haben weniger davon. So ein schnelles Studium bringt einfach wenig, da man das wissen in kürzeren Zeit zwar lernen kann, aber dann auch wieder schnell vergessen kann. Das Wissen braucht Zeit, man muss es anwenden und wiederholen und dann hat man es endlich für immer.

    Die junge Frau aus dem Beispiel mit Praktikum, die über 10 Stunden arbeiten muss, ist ja wohl die größte Frechheit. Hat sie was von Betriebsrat gehört ? Da der große Hersteller in Niedersachsen auch bei IGMetall Tarifgebunden ist, darf sie als Studentin nie pro Tag mehr als 10 Stunden arbeiten und schon mal garnicht die ganze Woche, das ist eher als Ausnahme gedacht. Ich musste auch paar mal so viel Arbeiten, aber das war projektbezogen und nur paar Tage, aber nicht Wochen. Sie ist selbst Schuld.
  6. #6

    zeitnot ist eher individuell zu sehen

    Oft liest man wie zeitraubend ein BA Studium ist.

    Diese Meinung kann ich nicht teilen und ich kenne auch nur sehr wenige Studenten die das Studium in diesem Sinne belastet.

    Ich habe meinen BA (Wirtschaftswissenschaften) bereits absolviert (in 6 Semestern) und zählte zu den besten 30%.
    Zeitnot hatte ich nie. pro Semester wurde 2-2,5 Monate a 3-5 Std/Tag gelernt und sonst nichts (kein Besuch der Vorelsungen etc). Dh. von dem halben Jahr hatte ich quasi 4 Monate komplett frei.

    Und ich bin da auch kein Sonderfall
    Wenn ich mir anhöre wieviel so mancher Lehramtsstudent macht, gehe ich noch als Streber durch...

    Nebenjobs hatte ich auch, aber die waren nicht belastend. Das lag auch daran, das ich finanziell relativ abgesichert war (-->Verschuldung)
    Aber mich würde interessieren woher die ganzen Zeitungen, Zeitschriften etc. ihre Daten herbekommen, was den Arbeitsaufwand geht.
    Rumgejammert haben bei uns auch viele Studenten, das liegt aber auch nur an der verzerrten Sicht wieviel ein Mensch in der Gesellschaft zu leisten hat.

    Der Druck kommt von einer ganz anderen Stelle: Wie im Artikel beschrieben kommt der meiste Druck dadurch zustande, das man sich selber unter Druck setzt. Dafür sorgen die Klausurtermine und die möglichen Versuche, sowie das Konkurrenzdenken.
    Und nicht zuletzt das Selbstmanagement und das Timing beim Vorbereiten.
    Das können viele schlichtweg nicht. Das diese Personen dann über Riesenstress klagen ist dann auch kein Wunder.

    Nichtsdestotrotz hat das Studium schon einen Anspruch, aber der liegt eher in der Systemstruktur: Das Rein- und Rausprügeln von Stoff in relativ kurzer Zeit, Klausurtermine in einem engen Zeitraum und die ewig freien Zeiten zwischen den Leistungs-/Lernphasen.

    Nicht selten hört man: "jedes Semester die gleiche Sch****"

    Mittlerweile bin ich im Masterstudium angekommen und frage mich wozu das alles? Es ist immer das gleiche und das erlangte Wissen würd nicht mal für ein Praktikum reichen, da uns nichts richtig beigebracht wurde.
    Sicher kann ich ne Menge mathematischer Herleitungen und sagen das Gruppenarbeit ganz toll ist, aber welche Unternehmen brauch das?
    Das ist übrigens auch ein Punkt: die, in viele Studiengängen, erkennbare Unsinnigkeit des Lehrstoffs, der durch fixierte Dozenten vermittelt wird, muss für die Klausur und nicht für das (berufs-)leben gelernt werden....

    Das kann einen schon in die Verzweiflung treiben. Es sind also eher die psychischen Faktoren und nicht die physichen.
  7. #7

    So ist es.

    Zitat von sokrates1950 Beitrag anzeigen
    Hört doch endlich auf mit dem Gejammere.

    1985-1989
    UNI-Fernstudium, Familie mit zwei Kindern (Frau im Schichtbetrieb als Krankenschwester), Vollzeitstelle - da gab es sogar noch Zeit für Feten an den Wochenenden usw. Dipl.-Abschluss: 1,4

    Wer eine Prüfung nicht bestand, hatte zwei Chancen auf Wiederholung, dann wurde exmatrikuliert - ohne Pardon.

    Wer das Studium als Belastung empfindet, meint, es nicht zu schaffen - der ist eben fehl am Platz in der UNI und sollte eine klassische Berufsausbildung machen.
    Ach ja, die Anforderungen da sind ja auch viel zu hoch.
    Einfach mal die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen und dann eine Ausbildung wählen.
    Das ist richtig. Schuld sind natürlich immer nur die anderen...
  8. #8

    Nur eine kurze Frage:

    Zitat von sokrates1950 Beitrag anzeigen
    Hört doch endlich auf mit dem Gejammere.
    1985-1989
    UNI-Fernstudium, Familie mit zwei Kindern (Frau im Schichtbetrieb als Krankenschwester), Vollzeitstelle - da gab es sogar noch Zeit für Feten an den Wochenenden usw. Dipl.-Abschluss: 1,4
    Wer eine Prüfung nicht bestand, hatte zwei Chancen auf Wiederholung, dann wurde....
    Wie lange haben Sie denn für Ihr Studium gebraucht? Weil im Bachelor wäre bspw. bei mir nach 9 Semestern Schluss gewesen und man wäre automatisch exmatrikuliert worden.

    Ansonsten kann ich Ihnen jedoch zustimmen. Sicherlich gibt es diejenigen, die aufgrund von Familie, Selbstfinanzierung etc. länger brauchen als andere und für die ein Unistudium mit Zeitvorgaben jetzt einfach schwerer machbar ist. Aber hier klagen ja auch Studierende, bei denen ihre Eltern komplett fürs Studium aufkommen und die nebenher nicht arbeiten bräuchten.
    Ich kann von mir sagen, dass das Bachelorstudium sicherlich kein Zuckerschlecken war, aber ich hatte dennoch gut Zeit, nebenher noch andere Dinge (wie AStA, mein eigenes Leben...) zu kümmern. Dann wird es vielleicht nichts mit dem 1,0-Schnitt, aber das war es auch schon. Und ja - ich habe es auch auf genügend Partys geschafft ;)

    Ich glaube auch, dass viele Menschen ein Studium schlicht falsch einschätzen, weil es ja so häufig heißt, dass Studierende bis 12 Uhr Mittags schlafen und dafür bis nachts um 5 feiern. Die Realität sieht halt anders aus. Sicher geht man auch 1-2mal die Woche weg, aber man steht trotzdem um 9 Uhr morgens auf und kümmert sich um die Uni. Da muss man auch selbst die Disziplin zu haben - und wenn man die nicht hat eben die nötige Intelligenz um auch ohne groß zu lernen durch die Prüfungen zu kommen...
    Ich habe im Moment auch Prüfungszeit (und darf in schätzungsweise 4 Stunden Chinesisch schreiben...), dennoch nehme ich mir täglich die Zeit zum Schlafen, Essen, Nachrichtenlesen... Ich kenne nur eine einzige Person, die jemals Ritalin genommen hat und da lag es daran, dass sie 2 Hausarbeiten in einer Woche schreiben musste, weil einer der Professoren eine falsche Deadline genannt hatte.
  9. #9

    Zitat von masamune Beitrag anzeigen
    Diese Juliane soll als Türsteherinin einer Kneipe jobben? Ich habe mir mal die photos angeschaut und hab da jetzt so eine tätowierte Frauenknastausbrecherin erwartet so von der Sorte einer Walter...aber dann dieses Foto von diesem süssen Mädchen...wie passt denn das zusammen...die sieh nicht gerade aus als könnte sie einen Hells Angel aus der Kneipe werfen...hat SPON hier wirklich tiefgründig recherchiert?
    Ganz einfach, die Dame wird mit eher bulligen männlichen Kollegen zusammen arbeiten und lediglich das Betasten und Taschendurchsuchen der weiblichen Gäste übernehmen.