Karriere-Hilfe: Eine Bewerbung ist keine Beichte

"...und in meiner Freizeit lese ich gern": Gehören Hobbys in den Lebenslauf? Berufsberaterin Uta Glaubitz plädiert für einen sparsamen Umgang mit privaten Vorlieben. Wenn sie zur Stelle passen - o.k. Sonst sollte man Personaler lieber nicht mit seiner Münzsammlung oder Karpfenzucht belästigen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...811665,00.html
  1. #20

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "...und in meiner Freizeit lese ich gern": Gehören Hobbys in den Lebenslauf? Berufsberaterin Uta Glaubitz plädiert für einen sparsamen Umgang mit privaten Vorlieben. Wenn sie zur Stelle passen - o.k. Sonst sollte man Personaler lieber nicht mit seiner Münzsammlung oder Karpfenzucht belästigen.

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    Was soll man machen, wenn man ein Hobby hat, das richtig polarisiert? Erwähnen oder nicht? Schon in der Bewerbung? Erst beim persönlichen Gespräch? Oder gar nicht?

    Ein Bewerbungsberater hat mir vor einigen Jahren recht deutlich und geradezu entsetzt davon abgeraten, mein Hobby zu erwähnen: Ehrenamtlicher Helfer als ausgebildeter Rettungshelfer im Katastrophenschutz.

    Der eine Personaler bewertet die Einsatzbereitschaft, das Verantwortungsbewusstsein und die Teamfähigkeit positiv. Die Qualifikation als Rettungshelfer kann im Ernstfall den anderen Mitarbeitern nützen und - bei größeren Betrieben - gesetzliche Forderungen abdecken.

    Der andere Personaler liest/hört "Katastrophenschutz" und bricht in Panik aus. Der hat Angst, dass der Bewerber bei jedem Autounfall im Umkreis von 100 km den Schraubenschlüssel/Bleistift etc. fallen lässt und den Arbeitsplatz verlässt.


    Meine persönlichen Erfahrungen und die vielen veröffentlichten "Experten"-Ratschläge zum Thema "Bewerbung" zeigen mir nur eins: Den Job kriegt nur der, der das Glück hat, eine vorsortierende Schreibkraft und einen Personaler mit passender Wellenlänge zu treffen. Berufliche Fähigkeiten und die Kompabilität zu den realen potentiellen Mitarbeitern scheinen eher im Hintergrund zu stehen.

    Daraus resultiert vermutlich auch zu einem großen Teil der angebliche Fachkräftemangel.
  2. #21

    Was haben Sie denn gedacht?

    Zitat von Q16 Beitrag anzeigen
    ...

    Daraus resultiert vermutlich auch zu einem großen Teil der angebliche Fachkräftemangel.
    Was soll man denn mit all den Fachkräften, wenn die nicht ins Team passen, weil die Soft Skills nicht stimmen oder weil sie nicht schön anzusehen sind?

    Man muss den Firmen schon die Chance lassen unter 50 den richtigen auszuwählen statt unter 15 immer noch nicht den richtigen dabei zu haben.
  3. #22

    Geschmacksache

    Zitat von Knighter Beitrag anzeigen
    ich habe noch nie hobbies auf einem lebenslauf angegeben und fand diese info auch bei bewerbungen überflüssig, die an meine firma gingen. es war und ist eine nichtssagende position ...
    Nun, das mag Geschmacksache sein. Jeder hat so seine Kriterien, nach denen er beurteilt. Ich persönlich hätte Schwierigkeiten damit jemanden einzustellen, der nicht lernfähig ist. Dem im Gespräch etwas erklärt wird, es aber anschließend nicht umsetzen kann. Das kann auch ein Text sein, den der Bewerber gelesen hat, aber den Inhalt nicht anwenden kann.
  4. #23

    Nicht ganz

    Zitat von b_russel Beitrag anzeigen
    Die Bedeutung eines Worts ergibt sich aus dem Gebrauch. Wenn alle anderen das Wort "Hobby" anders verwenden als sie, dann verwenden sie es falsch, nicht die anderen.
    ...
    Das ist glücklicherweise ein Trugschluss. Es gibt Definitionen, welche eine Basis darstellen. Wenn "alle anderen" "Hobbies" schreiben anstatt "Hobbys", macht es das noch lange nicht richtig.
  5. #24

    Warum denn nicht?

    Zitat von Coiote Beitrag anzeigen
    Was für ein kleinkarierter Unsinn. Wen interessiert es schon, ob die ausgeübten Interessen der Bewerber richtig unter Hobbys oder unter "lockere Freizeitbeschäftigung" kategorisiert werden? An solchen vollkommen unwichtigen Kleinigkeiten hängen sich doch offenbar höchstens solche Personaler auf, denen für die ordentliche Auswahl der Bewerber die wirklich wichtigen Kriterien nicht klar sind, die also orientierungslos sind.

    Falls der Punkt Hobbys für den Bewerbungsprozess irgendeine Rolle spielt, dann nur um einen groben Überblick darüber zu erhalten, welche Interssen der Bewerber hat. Da ist es doch völlig egal, ob Lesen nun unter Hobbys zu kategorisieren wäre, oder unter 'häufige Freizeitbeschäftigungen'. 'Musik' als Hobby ist zu undifferenziert? Na, dann kann man im Gespräch ja mal kurz nachfragen ob 'Musik hören' oder 'Musik machen' gemeint ist. Und solche Sachen sind bei Ihnen bereits ein "fetter Minuspunkt"? Ich finde, das ist einfach nur verantwortungslos.

    Es gibt aber noch bei weitem schlimmere "Kriterien", die sich Personaler so aufstellen. Manche bieten dem Bewerber verschiedene Sitzplätze beim Bewerbungsgespräch an, und schließen dann nach Wahl der Sitzplatzes, ob der Bewerber wahrscheinlich selbstbewust oder ängstlich ist, oder einen Karriereaufstieg entschlossen anstrebt.

    Das kann es doch nicht sein.
    Das hängt auch davon ab, für welche Position jemand gesucht ist. Was für den einen kleinkariert bedeutet, ist für den anderen gebildet. Wenn jemand derlei Dinge unterscheiden kann, dann zeigt das durchaus Intelligenz. Ein Umkehrschluss wäre hingegen schwierig.
    Es ist doch gar nicht verkehrt, dass es unterschiedliche Auswahlverfahren gibt, dann ergibt es sich, dass die Bewerber oftmals besser zu den Firmen passen.
  6. #25

    Jeder ist anders

    Zitat von Gerdd Beitrag anzeigen
    Nein, die allermeisten Details, die Sie und Ihr Vorredner hier anfügen, sind absolut nebensächlich. Und das ist der Ansatzpunkt.

    Wer in einem Lebenslauf oder Bewerbungsgespräch die Zeit des Lesers verschwendet, indem er angibt, daß er gerne Musik hört, ein gutes Buch liest oder ins Kino geht - oder sich für gutes Essen und erlesene Weine interessiert, ohne daß es einen Bezug zu der Arbeit steht, für die er bezahlt werden will, der hat erfolgreich demonstriert, daß er kein Gespür fürs Wesentliche hat. Und das kostet jedenfalls Punkte.

    ...
    Ich verschaffe mir schon gern einen Überblick über mein Gegenüber. Und dazu gehören auch private Vorlieben, diese vervollständigen meine emotionale Einstellung zu dem Bewerber. Es ist eben Geschmacksache.
  7. #26

    Inkompetenz?

    Zitat von hartholz365 Beitrag anzeigen
    Sie beweisen dass sie mit ihren Küchenpsychologischen Fähigkeiten keine Ahnung von der Materie haben.

    Hobbies interessieren keinen und wenn das jemand so auseinanderklamüsert wie sie dann will man in diesem Laden mit klarem Kopf nicht arbeiten.

    "ein fetter Minuspunkt", ja klar, für ihre Inkompetenz.
    Sorry, aber hier muss ich dem von Ihnen Kritisierten beistehen. Sie schreiben, dass Hobbys keinen interessieren und meinen nur sich selbst. Im Artikel wird extra noch darauf hingewiesen, dass Hobbys im Deutschen eben nicht mit "ie" geschrieben wird und Sie werfen dem Vorschreiber Inkompetenz vor?
  8. #27

    Manchmal ist weniger mehr

    Zitat von Q16 Beitrag anzeigen
    Was soll man machen, wenn man ein Hobby hat, das richtig polarisiert? Erwähnen oder nicht? Schon in der Bewerbung? Erst beim persönlichen Gespräch? Oder gar nicht?

    Ein Bewerbungsberater hat mir vor einigen Jahren recht deutlich und geradezu entsetzt davon abgeraten, mein Hobby zu erwähnen: Ehrenamtlicher Helfer als ausgebildeter Rettungshelfer im Katastrophenschutz.

    Der eine Personaler bewertet die Einsatzbereitschaft, das Verantwortungsbewusstsein und die Teamfähigkeit positiv. Die Qualifikation als Rettungshelfer kann im Ernstfall den anderen Mitarbeitern nützen und - bei größeren Betrieben - gesetzliche Forderungen abdecken.

    Der andere Personaler liest/hört "Katastrophenschutz" und bricht in Panik aus. Der hat Angst, dass der Bewerber bei jedem Autounfall im Umkreis von 100 km den Schraubenschlüssel/Bleistift etc. fallen lässt und den Arbeitsplatz verlässt.


    Meine persönlichen Erfahrungen und die vielen veröffentlichten "Experten"-Ratschläge zum Thema "Bewerbung" zeigen mir nur eins: Den Job kriegt nur der, der das Glück hat, eine vorsortierende Schreibkraft und einen Personaler mit passender Wellenlänge zu treffen. Berufliche Fähigkeiten und die Kompabilität zu den realen potentiellen Mitarbeitern scheinen eher im Hintergrund zu stehen.

    Daraus resultiert vermutlich auch zu einem großen Teil der angebliche Fachkräftemangel.
    Ich schriebe an Ihrer Stelle einfach nur Rettungshelfer, dann haben Sie alle Möglichkeiten im Gespräch herauszufinden, was Sie noch angeben sollten.
  9. #28

    Umso leichter zu verwechseln

    Zitat von lisa1980 Beitrag anzeigen
    Zwei Anmerkungen nur dazu:
    Insbesondere Akademiker haben "Persönliche Interessen" und keine Hobbys.
    Ist das der neueste Code, um die "Arbeiter" von den "Akademikern" zu unterscheiden?

    Zitat von lisa1980 Beitrag anzeigen
    Ich hatte schon mal genau den Fall. "Gute Bewerbung aber der kann nicht mal "Hobbies" richtig schreiben und das trotz angeblicher sehr guter Englischkenntnisse.
    Gerade Leute mit sehr guten Englischkenntnissen begehen oftmals den Fehler, Begriffe, die in beiden Sprachen benutzt werden, ohne "Lokalisierung" zu verwenden.
    Nebenbei bemerkt, das deutsche "Hobbys" ist in etwa genauso bescheuert wie das im Englischen nichtvorhandene "Handy".
    Zitat von lisa1980 Beitrag anzeigen
    Persönliche Interesse runden natürlich das Profil ab. Aber sie gehören in erster Linie ins Vorstellungsgespräch. In der Bewerbung sind sie wirklich knapp zu halten.
    In der Bewerbung haben diese meiner Meinung nach ueberhaupt nichts verloren. Eine Bewerbung sollte sich immer darauf beschraenken, dem Adressaten klar zu vermitteln, ob der Bewerber dem ausgeschriebenen Anforderungsprofil entspricht.

    Oder haben Sie schon mal eine Stellenanzeige a la "Suche Zimmermann, Stelle sofort zu besetzen, Hobby-Schachspieler bevorzugt" gesehen? ;-)
  10. #29

    .

    [QUOTE=Te Henga;9539922
    *snip*
    In der Bewerbung haben diese meiner Meinung nach ueberhaupt nichts verloren. Eine Bewerbung sollte sich immer darauf beschraenken, dem Adressaten klar zu vermitteln, ob der Bewerber dem ausgeschriebenen Anforderungsprofil entspricht.

    Oder haben Sie schon mal eine Stellenanzeige a la "Suche Zimmermann, Stelle sofort zu besetzen, Hobby-Schachspieler bevorzugt" gesehen? ;-)[/QUOTE]

    Kommt auf das Hobby drauf an. Ich bin beispielsweise Maschinenbauer,
    ein großes Hobby von mir ist der Amateurfunk. Dieser beinhaltet neben der Fähigkeit zum technischen Smalltalk (man schreit ja immer nach Softskills...) auch die Fähigkeit, dass ich mich mit Elektrotechnik
    in der Praxis relativ gut auskenne. Viel Bastelei eben. Nach dem Studium hatte ich mehrere Jobangebote, oftmals wurde explizit gesagt: Maschinenbauer haben oft Probleme mit der E-Technik, daher könnten wir uns sie sehr gut vorstellen.

    So ein Hobby passt dann schon ...
    Dass ich nebenher angle hingegen eher nicht ...