Berufseinsteiger: Vertrauen Sie mir, ich bin Bachelor

Bachelor-Absolventen verlassen die Unis mit einem kleinen Schleudertrauma und der bangen Frage, ob der Wechsel in den Beruf gelingt. Erst konnten Firmen die Jungakademiker schwer einschätzen. Inzwischen ist ihre Skepsis noch größer - weil das überladene Studium kaum Raum für Praxis lässt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...811184,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bachelor-Absolventen verlassen die Unis mit einem kleinen Schleudertrauma und der bangen Frage, ob der Wechsel in den Beruf gelingt. Erst konnten Firmen die Jungakademiker schwer einschätzen. Inzwischen ist ihre Skepsis noch größer - weil das überladene Studium kaum Raum für Praxis lässt.

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    Bei mir (Hochschule für angewandte Wissenschaften, Bachelor Maschinenbau) gibt es nur ein Bruchteil der Masterplätze die wir bräuchten, denn viele würden gerne den Master machen.

    Das ist leider die bittere Wahrheit.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bachelor-Absolventen verlassen die Unis mit einem kleinen Schleudertrauma und der bangen Frage, ob der Wechsel in den Beruf gelingt. Erst konnten Firmen die Jungakademiker schwer einschätzen. Inzwischen ist ihre Skepsis noch größer - weil das überladene Studium kaum Raum für Praxis lässt.
    Die Verlängerung der Studienzeit von 6 auf 7 Monate lässt schon Übles erwarten. Es erinnert mich ein wenig an meine eigene Studienzeit Ende der 80er, in der ältliche Professoren das Studium vollstopften mit veralteten Technologien (jede einzelne immer unendlich wichtig) und praxisfernen Übungen.

    Man musste mehr und mehr arbeiten um zunehmend Bedeutungsloses erlernen, um dann schließlich nach dem Studium in Berufsleben zu erfahren, dass man all das als erstes völlig vergessen konnte.
  3. #3

    Der ganze Unsinn

    der Bologna Reform wird jetzt sichtbar: nur der Master ist qualitativ dem Diplom/Magister äquivalent. Zur gleichen Qualifikation muss man jetzt also zwei Studienabschlüsse vorweisen, was letztlich das Studium verlängert, anstatt es zu verkürzen.

    p.s. mit der internationalen Anpassung der letzten Jahrzehnte haben wir ohne Not ein gut funktionierendes Bildungssystem verschlechtert. Vor 25 Jahren las ich mit Erstaunen in der Zeitung, dass in Japan Hochschulabsolventen als Fahrstuhlführer in Kaufhäusern arbeiten. Angesichts der permanenten und absolut unsinnigen Forderung, den Anteil an Akademikern bei uns zu erhöhen, werden auch wir bald japanische Verhältnisse haben.
  4. #4

    same here

    Zitat von echobravo Beitrag anzeigen
    Bei mir (Hochschule für angewandte Wissenschaften, Bachelor Maschinenbau) gibt es nur ein Bruchteil der Masterplätze die wir bräuchten, denn viele würden gerne den Master machen.

    Das ist leider die bittere Wahrheit.
    Kann ich nur bestätigen. An meiner Uni gab es für meinen Studiengang (BWL) sechs mal so viele Bewerbungen wie Plätze. Und obwohl Seitens der Uni mit einer höheren Antwortquote auf Zulassungen gerechnet wurde und dementsprechend auch weniger Zulassungen versandt wurden als vergangenes Jahr, ist der Master jetzt dennoch überbelegt.
    Und ich kenne einige Bachelor persönlich, die sich auf einen Platz beworben haben, aber keinen bekamen.
  5. #5

    Passt in etwa

    Zitat von nyx^^305 Beitrag anzeigen
    Kann ich nur bestätigen. An meiner Uni gab es für meinen Studiengang (BWL) sechs mal so viele Bewerbungen wie Plätze. Und obwohl Seitens der Uni mit einer höheren Antwortquote auf Zulassungen gerechnet wurde und dementsprechend auch weniger Zulassungen versandt wurden als vergangenes Jahr, ist der Master jetzt dennoch überbelegt.
    Und ich kenne einige Bachelor persönlich, die sich auf einen Platz beworben haben, aber keinen bekamen.
    Das Verhältnis 6:1 dürfte bei uns auch in etwa passen, teilweise könnte es aber noch mehr sein.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bachelor-Absolventen verlassen die Unis mit einem kleinen Schleudertrauma und der bangen Frage, ob der Wechsel in den Beruf gelingt. Erst konnten Firmen die Jungakademiker schwer einschätzen. Inzwischen ist ihre Skepsis noch größer - weil das überladene Studium kaum Raum für Praxis lässt.

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    Also mein Bachelor Studiengang war sowieso auf 7 Semester ausgelegt...
    Ein Theoriesemester im englischsprachigen Ausland, ein Praxissemester (4 Monate) im englischsprachigen Ausland und im Vorfeld der Bachelor Thesis nochmals 3 Monate Praxisphase.

    Eventuell ist das ja jetzt der Unterschied zwischen Uni und FH? Habe meinen Bachelor an einer kleinen FH gemacht.

    Der Master läuft nun berufsbegleitend an der FOM an zwei Abenden in der Woche und am Wochenende.
  7. #7

    Ich werfe es hauptsächlich der deutschen Professorenschaft vor, dass sie es zugelassen hat, dass die deutsche Politik eines der weltweit besten Hochschulsysteme sehenden Auges in einen Misthaufen verwandelt.
    Während meines Ingenieur-Studiums war noch die Übergangszeit. Ich gehörte zu einem der letzten Jahrgänge, die noch ein Diplom bekommen haben. Ich habe während meines Studiums, da ich im Fachschaftsrat meines Studienganges war, im Laufe der Zeit mit unzähligen Professoren und Dozenten aus verschiedensten Bereichen gesprochen.
    Alle, wirklich alle Professoren und Dozenten hielten dieses ganze Bachelor-Master-System für eine absolute Katastrophe und haben immer gesagt, ich könne heilfroh sein, dass ich noch ein Diplom bekomme und mich nicht mit diesem Bachelor-Müll herumschlagen muss. Aber trotz der Tatsache, dass fast alle Professoren und Dozenten so geacht haben, haben diese nie etwas dagegen unternommen oder die Politik mal gehörig zurechtgestutzt, um der Politik klar zu machen, dass sie gerade dabei ist, das deutsche Hochschulbildungssystem zu verstümmeln. Der deutsche Diplom-Ingenieur, der deutsche Diplom-Physiker, Mediziner oder was weiß ich, waren genossen international hohes Ansehen. Das ist jetzt vorbei. Die heutigen Bachelor-Absolventen tn mir eigentlich nur noch leid, vor allem weil die meisten von ihnen niemals einen Master werden machen können. In meinem Studiengang hat der für den gesamten Studiengang verantwortliche Professor es gedeichselt, dass wenigstens 2/3 der Bachelors den Master weitermachen können. Da hat der Prof sich aber schon reingehangen und sämtliche Beziehungen spielen lassen. Denn üblich ist normalerweise nur 1/3.
    Da können aber die Unis nichts dafür, sondern das wird alles vom jeweils zuständigen Kultusministerium vorgeschrieben. Wirklich eine Schande.

    So ein Bachelor wird auch nicht gern eingestellt. Ein Bachelor ist im Grunde nicht mehr wert, als wenn ein normaler Geselle nach seinem Gesellenbrief nochmal eine Techniker-Ausbildung macht ... mit dem Unterschied dass der Techniker dann schon ein paar Jahre Praxiserfahrung hat, während der Bachelor in 2 Jahren im Hörsaal nur ein paar minimale tehoretische Grundlagen auswendig gelernt hat.
  8. #8

    Selber Schuld

    Woahahaha, da gucken jetzt aber alle blöd.

    Von den Unternehmen gefordert, von der Politik (mehr schlecht als recht) durchgeführt:
    Verkürzung der Studienzeit, um jüngere, flexiblere (formbarere) "Akademiker" zu erhalten.
    Mit dem Wegfall der Wehrpflicht sitzen da jetzt 21-jährige Kinder im Vorstellungsgespräch und dann kann man von den Personalern
    zwischen den Zeilen lesen: "Na, also so haben wir uns das mit der Reform ja nicht vorgestellt."
    Pech gehabt, der Zug ist abgefahren. Ihr wolltet Reform, jetzt habt ihr Reform!
    Ich bin froh jetzt noch 4 Semester lang meinen Master machen zu können, um dann erst gelassen mit mitte 20 das Arbeiten anzufangen.
  9. #9

    Dr. rer. nat.

    Also bei uns in der Firma (USA) werden Bachelor auf Technikerlevel eingestellt. Leider bewegen sich die meisten danach nicht nach oben, weil sie nicht das Ruestzeug dazu haben.
    Warum ist es denn so schwer einfach das Diplom und den Magister wieder einzufuehren? Nachdem der Bachelor (in 7 Semestern) nur noch ein halbes Jahr kuerzer ist als ein Diplom verstehe ich nicht ganz was das soll.

    Uebrigens: ein "BA Absolvent" ist in Baden-Wuerttemberg ein Absolvent einer Berufsakademie - und die haben jede Menge Praxiserfahrung.

    Gruss, Allerweltschemiker, DIPLOM-Chemiker