Studienanfänger-Tagebuch: Vergiss die Regelstudienzeit

Was macht man mit Bachelor einer Geisteswissenschaft? Irgendwas mit Medien. Oder den Master. Steile Karriereplanung klingt anders - aber Larissa, Fabienne und Marc haben eigene Pläne. Hetzen lassen wollen die Erstsemester-Kolumnisten sich nicht und suchen nach Sinn und Spaß im Studium.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...811281,00.html
  1. #10

    Gleiche Pflicht für alle

    Zitat: "Entgegen aller Gerüchte gibt es keine Anwesenheitspflicht"

    Interessant. Während einem Grossteil der verarmten Bevölkerung bei der geringesten Pflichtverletzung härteste Sanktionen aufgebürdet werden und auch sonst in der Arbeitswelt von den Leuten alles abverlangt wird, gibt es eine Schicht von Leuten denen die Freiheit gelassen wird zu kommen und zu gehen wann man will.

    Höchste Zeit dass gleiche Pflichten für alle eingeführt werden. Also Anwesenheitspflicht für Studenten und Rauswurf beim Überziehen eines Fehlzeiten-Limits.
  2. #11

    Wer bezahlt Studenten?

    Zitat von Flauschoid Beitrag anzeigen
    Wenn unsere verlotterten deutschen Studenten mit ihrer endlos langen Infantilitätsspanne ihre geistes-, sprach-, und sozialwissenschaftlichen Hobbyfächer studieren wollen, dann sollen sie auch selber dafür aufkommen. Es ist einfach eine Frechheit, daß all diese hedonistischen Gurken ihre persönlichen Selbstverwirklichungstrips vom Steuerzahler finanziert bekommen.
    Es wäre mir neu, dass Studenten für ihr Studium Geld bekommen. Auch Bafög muss zurückgezahlt werden. Dabei "arbeiten" Studenten oft härter als viele Berufstätige. Wie die universitäre Forschung vom Heer unbezahlter junger Studenten profitiert, will ich gar nicht erst anfangen. Manche Leute gefallen sich ja in dem Gedanken, dass den Leuten das Studium sozusagen als Service geschenkt wird. Doch von einer Rund-Um-Betreuung der Studenten kann nun wirklich keine Rede sein; die Studenten selbst sind es, die am meisten arbeiten "dürfen".
    Im Gegenteil: Als Student ist man sogar automatisch von HartzIV-Bezug ausgeschlossen. Würden die von Ihnen gescholtenen Geisteswissenschaftler nicht studieren, müsste der Staat sie gleich mit HartzIV durchfüttern. Kein schlechtes Geschäft also, das Studium. Die jungen Leute rackern sich freiwillig ab und das ganz ohne Lohn...
  3. #12

    Anwesenheitspflicht

    Zitat von Philo Beitrag anzeigen
    Zitat: "Entgegen aller Gerüchte gibt es keine Anwesenheitspflicht"

    Interessant. Während einem Grossteil der verarmten Bevölkerung bei der geringesten Pflichtverletzung härteste Sanktionen aufgebürdet werden und auch sonst in der Arbeitswelt von den Leuten alles abverlangt wird, gibt es eine Schicht von Leuten denen die Freiheit gelassen wird zu kommen und zu gehen wann man will.

    Höchste Zeit dass gleiche Pflichten für alle eingeführt werden. Also Anwesenheitspflicht für Studenten und Rauswurf beim Überziehen eines Fehlzeiten-Limits.
    Dies kann nur von jemandem geschrieben werden, der nie studiert hat. Der wirkliche Grund für die fehlende Anwesenheitspflicht ist nämlich nicht das Engagement einiger Politikwissenschaftler, wie der Artikel glauben machen will, sondern es interessiert die Dozenten einfach gar nicht, wie es den Studenten geht und ob sie überhaupt irgendetwas lernen oder nicht. Die Anwesenheitspflicht fehlt deshalb, weil man den Studenten soviel Selbstdisziplin zutraut, trotzdem hinzugehen, weil sie erkennen, dass es ihnen nützt. Oder die Intelligenz, sich den Stoff auch im Alleingang beizubringen. Denn am Ende schreiben alle die gleiche Klausur. Der von Ihnen geforderte Rauswurf fauler Studenten erledigt sich damit von ganz alleine!

    Bei sogenannten "Sitzscheinen", also Seminaren in denen keine Klausur geschrieben wird, herrscht selbstverständlich immer Anwesenheitspflicht.
  4. #13

    Zitat von Philo Beitrag anzeigen
    Zitat: "Entgegen aller Gerüchte gibt es keine Anwesenheitspflicht"

    Interessant. Während einem Grossteil der verarmten Bevölkerung bei der geringesten Pflichtverletzung härteste Sanktionen aufgebürdet werden und auch sonst in der Arbeitswelt von den Leuten alles abverlangt wird, gibt es eine Schicht von Leuten denen die Freiheit gelassen wird zu kommen und zu gehen wann man will.

    Höchste Zeit dass gleiche Pflichten für alle eingeführt werden. Also Anwesenheitspflicht für Studenten und Rauswurf beim Überziehen eines Fehlzeiten-Limits.
    Sie haben sicher nicht studiert, hab ich recht? Nur um Ihnen zu verdeutlichen, was "keine Anwesenheitspflicht" im Studium normalerweise heisst: Du wirst nicht dazu gezwungen, in die Vorlesung zu gehen. Du musst nur am Ende des Semesters den Inhalt der Vorlesung gelernt haben. Wie du das bewerkstelligst, ist deine Sache (Vorlesungsmitschrift, Lehrbücher, Lerngruppen, göttliche Eingebung, vollig egal).

    Sie vergleichen hier ja eine Vorlesung mit Erwerbsarbeit, für die man Lohn erhält, und bei der man daher anwesend sein muss. Der Vergleich hinkt aber schon an mehreren Punkten: Fürs Studium wird man nicht bezahlt, sondern man bezahlt dafür (manchmal mehr, manchmal weniger). Außerdem ist das keine Arbeit, die man für andere macht, sondern eine Ausbildung die man zum eigenen Nutzen absolviert. Vorgeschrieben wird daher nur, dass man bestimmte Inhalte lernen muss, sonst besteht man nicht. Wie man das Zeug lernt, ist Eigenverantwortung (und auch das ist eine wichtige Lektion im Studium).
  5. #14

    Zitat von lotoseater Beitrag anzeigen
    Darum bestimmt (zumindest am Anfang) nicht der Schüler die Lehrinhalte sondern der Lehrer.
    Im modernen Unterricht bestimmt der Schüler (m/w) die Lerninhalte von Anfang an selbst. Der Lernbegleiter (m/w) antizipiert diese lediglich und bereitet entsprechende Materialien (m/w) vor.
  6. #15

    Zitat von Philo Beitrag anzeigen
    Höchste Zeit dass gleiche Pflichten für alle eingeführt werden. Also Anwesenheitspflicht für Studenten und Rauswurf beim Überziehen eines Fehlzeiten-Limits.
    Genau. Ebenso Anwesenheitspflicht für alle Bürger im örtlichen Schwimmbad und in der Bibliothek. Die wurden schließlich auch von Steuergeldern bezahlt.
  7. #16

    Zitat von lotoseater Beitrag anzeigen
    Sie vergleichen hier ja eine Vorlesung mit Erwerbsarbeit, für die man Lohn erhält, und bei der man daher anwesend sein muss. Der Vergleich hinkt aber schon an mehreren Punkten: Fürs Studium wird man nicht bezahlt, sondern man bezahlt dafür (manchmal mehr, manchmal weniger). Außerdem ist das keine Arbeit, die man für andere macht, sondern eine Ausbildung die man zum eigenen Nutzen absolviert. Vorgeschrieben wird daher nur, dass man bestimmte Inhalte lernen muss, sonst besteht man nicht. Wie man das Zeug lernt, ist Eigenverantwortung (und auch das ist eine wichtige Lektion im Studium).
    Sie hängen einer veralteten Vorstellung von „Studium“ an, wie sie vor der Bologna-Ära in vielen sich als intellektuell gebenden Kreisen leider weit verbreitet war. Im weiteren Sinne vertraten diese sogeannten „gebildeten Leute“ sogar die Ansicht, das Leben bestünde noch aus anderen Dingen als nur der Erwerbsarbeit. Von diesen Illusionen wurden wir glücklicherweise durch eine längst überfällige und alternativlose Reform befreit. Ein moderner „Studiengang“ ist bereits als Teil der Erwerbsarbeit anzusehen und daher auch so zu gestalten: klare Festlegung des „Workload“ (früher: Wochenarbeitszeit), Anwesenheitspflicht (Stechuhr am Hörsaaleingang), 25 Urlaubstage (mit Antrag einzureichen) und klare Zielvorgaben. Dass es sich nicht um eine Arbeit handelt, die man „für andere“ macht, wird hinreichend durch den Umstand berücksichtigt, dass man keinen Lohn bekommt.
  8. #17

    Zitat von Philo Beitrag anzeigen
    Höchste Zeit dass gleiche Pflichten für alle eingeführt werden. Also Anwesenheitspflicht für Studenten und Rauswurf beim Überziehen eines Fehlzeiten-Limits.
    Genau. Und wenn eine Romanistik-Studentin Portugiesisch als zweite Muttersprache hat, dann darf das noch lange kein Grund sein, sich darum zu drücken, brav an den Sprachkursen Portugiesisch I, II, III und IV teilzunehmen. Das Examenszeugnis bekommt man schließlich für die erlittenen Unbilden, nicht etwa dafür, dass man etwas kann.
  9. #18

    .

    Die Aufhebung der Anwesenheitspflicht kann ich nur befürworten. Aus eigener Erfahrung habe ich die Vorlesungen und Kurse in guter Erinnerung, zu denen man nicht zwangsweise erscheinen musste, sondern auch bequem mit dem Script für die Klausuren lernen konnte. Diese Flexibilität erlaubte mir auch, neben dem Studium zu arbeiten. Schlimm fand ich die Kurse, bei denen der Beteiligungsnachweis nur aus Anwesenheit und einem Referat bestand, da beinahe die gesamte Informationsvermittlung durch die Referate vorgenommen wurde. Gebracht hatten mir die Kurse nichts, denn anstatt einem Dozenten zuzuhören, der was von seinem Fach versteht, war man eher den ungeübten und am Tag vor der Präsentation zusammengebastelten Powerpoint-Vorträgen der Mitstudenten ausgeliefert, die mehr schlecht als recht die Informationen vom Blatt ablasen. Gute Vorträge waren rar und die Informationsvermittlung furchtbar. Ich hatte das Gefühl, die Aufgabe des Dozenten hätte nur darin bestanden, das Thema für den Kurs zu finden und die Literaturlisten zusammenzustellen. Der Rest war nur blabla. Da lernte ich viel lieber nach Script und machte die Prüfungen. Und in die Vorlesungen von guten Dozenten ging ich freiwillig.
  10. #19

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Im modernen Unterricht bestimmt der Schüler (m/w) die Lerninhalte von Anfang an selbst. Der Lernbegleiter (m/w) antizipiert diese lediglich und bereitet entsprechende Materialien (m/w) vor.
    Schöne Polemik. Wollten Sie damit auch was aussagen? Ich mach jedenfalls total unmodernen, autoritären Unterricht. Und wissen Sie was? Hinterher waren sie mir alle dankbar, dass sie bei mir mehr gelernt haben als bei anderen Leuten.

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Sie hängen einer veralteten Vorstellung von „Studium“ an, wie sie vor der Bologna-Ära in vielen sich als intellektuell gebenden Kreisen leider weit verbreitet war. Im weiteren Sinne vertraten diese sogeannten „gebildeten Leute“ sogar die Ansicht, das Leben bestünde noch aus anderen Dingen als nur der Erwerbsarbeit. Von diesen Illusionen wurden wir glücklicherweise durch eine längst überfällige und alternativlose Reform befreit. Ein moderner „Studiengang“ ist bereits als Teil der Erwerbsarbeit anzusehen und daher auch so zu gestalten: klare Festlegung des „Workload“ (früher: Wochenarbeitszeit), Anwesenheitspflicht (Stechuhr am Hörsaaleingang), 25 Urlaubstage (mit Antrag einzureichen) und klare Zielvorgaben. Dass es sich nicht um eine Arbeit handelt, die man „für andere“ macht, wird hinreichend durch den Umstand berücksichtigt, dass man keinen Lohn bekommt.
    Und auch hier: Was ist ihre Aussage, insbesondere im Zusammenhang mit meinem Beitrag? Ziemlich verschwurbelter Text. Wären Sie einer meiner Studenten hätte ich das durchgestrichen und ein simples "nochmal" danebengeschrieben.