Twitter an Grundschulen: Kinder lernen 140-Zeichen-Sprache

An einigen französischen Schulen setzen Lehrer den Kurznachrichtendienst Twitter ein, um Kindern Lesen und Schreiben beizubringen. 140 Zeichen passen gut zur Alterstufe, argumentieren die Pädagogen. Und wenn Kinder keinen Bildschirm vor sich hätten, würden sie eh nicht zuhören.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...807006,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Und wenn Kinder keinen Bildschirm vor sich hätten, würden sie eh nicht zuhören.

    Twitter an Grundschulen: Kinder lernen 140-Zeichen-Sprache - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Verdammt, da hätte ich damals in der Schule auch machen können, wenn ich keine 100 Euro in der Tasche hab, würde ich so tun als ob ich net zuhören würde.
    Das ist doch ma ne Logik. Nagut, klar ist die Erziehung nicht die Sache der Lehrer, aber gleich nachgeben und den Unterricht so kaputtmachen.
  2. #2

    nun ja

    Zitat von vitalik Beitrag anzeigen
    Verdammt, da hätte ich damals in der Schule auch machen können, wenn ich keine 100 Euro in der Tasche hab, würde ich so tun als ob ich net zuhören würde.
    Das ist doch ma ne Logik. Nagut, klar ist die Erziehung nicht die Sache der Lehrer, aber gleich nachgeben und den Unterricht so kaputtmachen.
    zum teil gebe ich ihnen recht.

    pädagogik heißt erziehung(lat.)

    und wissen sie wann der untergang des bildungssystems begann?

    als lehrern der pädagogische auftrag entzogen wurde.

    authorität ohne konsequenz läßt sich nun mal nicht herstellen.

    gestern in den nachrichten 10jähriger verletzt 2 lehrerinnen schwer.

    das ist das resultat davon.und nur eines von vielen bsp. für den untergang von bildung und respekt innerhalb der gesellschaft.

    sowie eine sprache über eine anreihung 140 buchstaben zu vermitteln nonsens ist.

    da brauch man sich über die aufmerksamkeits defizite der heutigen generation nicht mehr zu wundern.

    achten sie mal auf heutige zeichentrickserien zb.eine anreihung von kurzen(in der regel sinnlosen) informationen und aktionen.
    und setzen das mal in den kontext zum verhalten der kids.

    da wird ihnen ein licht aufgehen.
  3. #3

    Ich finde diesen Versuch genauso daneben, wie an einigen Schulen hierzulande auf eine Bewertung der Rechtschreibung verzichtet wird.
    Ich möchte nicht verstehen, warum man so deutlich Resignation zeigt.

    Als Kleinkind wird eingeübt, den Gleichgewichtssinn zu trainieren, als erstes Gefährt ein Dreirad benutzt; später ein Fahrrad, evtl. mit Stützrädern; alles motorisierte, mit automatischen Vorgängen kommt erst sehr viel später.
    Bei solchen Herangehensweisen an die Lernprozesse von Kindern, möchte man meinen, sie werden sofort ins Auto gesetzt und schulen sich quasi selbst - weil das heute so usus sei, die Gesellschaft immer moderner wird und man gepflegt auf das Erlernen von Nichtigkeiten der zum Alltag gehörenden Tätigkeiten verzichten könnte.
  4. #4

    Ich finde die Idee gut

    Mir gefällt diese Herangehensweise.
    Es ist ja nicht so, dass die Kinder die total verqueren und vor Rechtschreibfehlern nur so trotzenden Tweets irgendwelcher Leute lesen, sondern die Tweets, die andere Schulklassen geschrieben haben.
    Das ist doch gleich viel interessanter als irgendwelche Geschichten à la "Jule geht zur Schule" zu lesen. Ausserdem sind die kurze Texte so kurz, dass keiner in der Klasse Probleme mekommt, dem ganzen Text aufmerksam zu folgen.
    Viele Kinder haben Probleme mit längeren Texten und wollen daher dann lieber gar nicht mehr lesen. Wenn sie aber so lesen und schreiben lernen, dann geben sie nicht mangels schwindender Konzentration auf, sondern sehen, dass sie das irgendwann gut können und wenn man etwas gut kann, macht es mehr Spaß als wenn man es nicht gut kann.
    Im Ergebnis zieht die Lehrerin so alle Kinder mit und muss sich keine Gedanken darüber machen, dass einige Kinder keine Lust mehr haben. Wenn sich dann alle sicher fühlen, kann man mit längeren Texten weitermachen.

    Geben Sie einem Kind ein dickes Buch mit einem Titel, den es nicht kennt. Die einen Kinder lassen sich nicht abschrecken, weil sie wissen, dass sie gut lesen können und die anderen denken sich "Das ist ja viel zu viel, das schaffe ich nie!" und fangen daher gar nicht erst an.
    Nehmen Sie aber Harry Potter Band 1 (das ist noch nicht so dick) und sagen Sie den Kindern, dass das Buch viel spannender ist als der Film, werden viel mehr anfangen zu lesen, weil es sie interessiert.
    Gut, einige werden das Buch nicht durchlesen, andere werden nach einem Buch aufhören aber einige werden alle 7 Bücher lesen.

    Wichtig ist es zuerst einmal, die Kinder zum Lesen und Schreiben zu motivieren! Dazu brauche ich keine anspruchsvollen Texte, sondern etwas, das das Interesse der Kinder weckt. Und wenn das Tweets anderer Schüler sind, dann ist das absolut in Ordnung!
  5. #5

    Zitat von TaramTaram Beitrag anzeigen
    Ich finde diesen Versuch genauso daneben, wie an einigen Schulen hierzulande auf eine Bewertung der Rechtschreibung verzichtet wird.
    Ich möchte nicht verstehen, warum man so deutlich Resignation zeigt.

    Als Kleinkind wird eingeübt, den Gleichgewichtssinn zu trainieren, als erstes Gefährt ein Dreirad benutzt; später ein Fahrrad, evtl. mit Stützrädern; alles motorisierte, mit automatischen Vorgängen kommt erst sehr viel später.
    Bei solchen Herangehensweisen an die Lernprozesse von Kindern, möchte man meinen, sie werden sofort ins Auto gesetzt und schulen sich quasi selbst - weil das heute so usus sei, die Gesellschaft immer moderner wird und man gepflegt auf das Erlernen von Nichtigkeiten der zum Alltag gehörenden Tätigkeiten verzichten könnte.
    ich habe gedacht, mich trifft der schlag, als mehrere bekannte mir erzählten, dass kinder in den ersten beiden klassen so schreiben dürfen, wie sie sprechen! da wird der "spiegel" zu "schpigl". wer erfindet so einen himmelschreienden blödsinn? erst ab der 3. klasse wird die korrekte rechtschreibung gelernt. da muss man sich nicht wundern, dass in der 5. klasse kaum einer richtig lesen oder schreiben kann.
    ich muss mich mal erkundigen, ob das auch für mathe gilt. da ist eben 2+2 nicht 4 sondern für den einen 3, für den andern 65. wenn ich an den ländlichen raum bei uns denke, wo jeder ort einen anderen dialekt hat, da gibt es für bestimmte wörter im radius von 20 km 5 verschiedene schreibweisen (ohne die kreativen). entweder es gibt eine regel, dann sollte man sie von anfang an einhalten und lernen oder man darf sich nicht wundern, wenn es immer mehr analphabethen gibt. VOR ALLEM SOLL KEINER SAGEN, WIR BRAUCHEN MEHR BILDUNG, WENN SO EIN UNSINN IN DER SCHULE GELEHRT WIRD
  6. #6

    Wir machen uns...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    An einigen französischen Schulen setzen Lehrer den Kurznachrichtendienst Twitter ein, um Kindern Lesen und Schreiben beizubringen. 140 Zeichen passen gut zur Alterstufe, argumentieren die Pädagogen. Und wenn Kinder keinen Bildschirm vor sich hätten, würden sie eh nicht zuhören.

    Twitter an Grundschulen: Kinder lernen 140-Zeichen-Sprache - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    immer Gedanken um unsere Kinder. Das ist schön, scheint aber nicht zu helfen. Als meine Tochter in der Grundschule in Mathe hing, habe ich mangels fertiger Hilfen ein Formular zum großen Einmaleins gebastelt. Dieses haben wir nach der Lernmethode des 19. Jahrhunderts jeden Tag geübt. Jeden Tag eine Seite, sonst kein Fernsehen. Nach 6 Wochen rief mich die Lehrerin an, und fragte nach der Datei.

    Lernen kann, muss aber nicht immer Spaß machen. Da gehört auch Disziplin dazu.
  7. #7

    Ähem...

    Zitat von Mr.Threepwood Beitrag anzeigen
    zum teil gebe ich ihnen recht.

    pädagogik heißt erziehung(lat.)

    .
    ... paidagogía ist ein griechisches Wort!
    Naja, so ist das halt mit der Bildung.
  8. #8

    Verfall

    Zitat von Mr.Threepwood Beitrag anzeigen
    da brauch man sich über die aufmerksamkeits defizite der heutigen generation nicht mehr zu wundern.

    achten sie mal auf heutige zeichentrickserien zb.eine anreihung von kurzen(in der regel sinnlosen) informationen und aktionen.
    und setzen das mal in den kontext zum verhalten der kids.

    da wird ihnen ein licht aufgehen.
    Zu diesem Verfall gehört auch, dass immer mehr Leute in E-Mails und Foren einfach ohne Großbuchstaben und ohne auf die Rechtschreibung zu achten so daher tippen. Wie sollen die Kinder (so heißen die bei mir noch) bei solchen Vorbildern eine ordentliche Schriftsprache lernen?

    Gruß, Horst
  9. #9

    blablubb

    Wieder mal im Forum hier riesen Entrüstung um nichts von Leuten die scheinbar geistig schon 110 Jahre alt und erzkonservativ sind.

    Fakt ist das sich die Welt verändert und damit auch auf Dauer das Bildungssystem. Heutzutage brauch man halt nicht wie früher zig Gedichte auswendig zu lernen und auch die extrem komplizierte deutsche Grammatik brauch man eigentlich auch nicht mehr in der Theorie zu können.

    Wichtig ist was im Endeffekt bei rauskommt und solange die Kinder nach ihrer Schulzeit sich genauso ausdrücken (Schrift und Wort) können wie die bisherigen Generationen ist doch alles okay.
    Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sich in diesem Bereich nichts negativ veränder hat und auch nicht verändern wird. Im Gegenteil, die heutige Jugend muss durch die Globalisierung zwingend noch eine Fremdsprache lernen (im Gymnasium sogar zwei).

    Und auch diese Autoritätsdiskussion ist quatsch. Im Endeffekt gibt es nur gute und weniger gute Lehrer. Deren Erfolg hängt also nicht mit einer ominösen "Antiautoritären Bildungspolitik" zusammen, sondern mit der Qualität ihrer Arbeit und der grundsätzlichen Leistung für diesen Beruf. Es gibt einfach zu viele Lehrer die von ihrer Konstitution und oft auch leider von ihrem Wissen zu mangelhaft sind für diesen Beruf. Auch schließt sich ein souveränes Auftreten des Lehrers bei gleichzeitig Ernst-nehmen der Schüler nicht aus.