Bewerber-Fehltritte: "Er gab dem Gesprächsleiter einen Abschiedskuss"

Ein Vorstellungsgespräch ist auch ein Stresstest. Da kann so einiges schiefgehen. In einer Umfrage berichten Arbeitgeber aus ganz Europa über die kuriosesten Missgeschicke - von der "High Five"-Begrüßung bis zum Kandidaten mit dem "Ich hasse Arbeit"-T-Shirt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...804367,00.html
  1. #30

    Nieten und Nägel?

    Zitat von Walter Sobchak Beitrag anzeigen
    Und wenn es garkeine Personalabteilung gibt? Sowas soll es ja auch geben. Da schreiben die Leute die Stellenausschreibungen die wirklich Fachwissen haben und somit schon klar wird, was fuer Kanditaten gesucht werden.
    Aber jedes Unternehmen hat seine eigene Einstellungs-Mechanik, mir doch egal.
    Sie haben schon Recht, dass es auch Firmen ohne Personalabteilung gibt, aber ab einer gewissen Größe ist diese Abteilung schon allein wegen der diffizilen Rechtslage in Deutschland zum Thema Arbeitsrecht unverzichtbar. Geschweige denn von dem nicht unerheblichen Aufwand, der bei sinnvollem Personalrecruiting tatsächlich entstehen kann.
    Ich möchte dazu anmerken, dass ich (sowohl als Betroffener wie aber auch als Mitarbeitersuchender) grundsätzlich sehr gute Erfahrungen mit Personalabteilungen gemacht habe. Ich habe überaus kompetente Personalverantwortliche kennengelernt, und mit einigen ist es eine Freude, neue Mitarbeiter zu suchen. Mir der fachliche Teil, dem oder der Personalverantwortlichen der nichtfachliche Teil - das kann sehr gut funktionieren.

    Zitat von Walter Sobchak Beitrag anzeigen
    Aber wenn Nieten in Nagelstreifen Nieten fuer mein Team einstellen, dann ist Schluss mit lustig. Daher gehoeren fuer mich immer die Leute aus dem Team (die sich fuer den neuen Kanditaten interessieren) mit an den Tisch.
    Ich kenne die Firma voller Nieten nicht, in der Sie arbeiten, aber ich erlaube mir zu vermuten, dass Sie keine Nagelstreifen, sondern Nadelstreifen meinen. Hmja...
  2. #31

    Mal ganz allgemein gesprochen, ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Vorstellungsgespräch ist auch ein Stresstest. Da kann so einiges schiefgehen. In einer Umfrage berichten Arbeitgeber aus ganz Europa über die kuriosesten Missgeschicke - von der "High Five"-Begrüßung bis zum Kandidaten mit dem "Ich hasse Arbeit"-T-Shirt.

    Bewerber-Fehltritte: "Er gab dem Gesprächsleiter einen Abschiedskuss" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    ... hier geht's ja teilweise recht hoch her, was einige hier als angemessen empfinden oder auch nicht.
    Ich persönlich kann über einige der Pannen trefflich schmunzeln (zum Beispiel über den Kandidaten mit der Drehtür), aber letztendlich sind die Kurzspots doch nur Anekdoten. Niemand von uns war bei einem der Gespräche dabei, und so können wir die Gesamtsituation auch nicht beurteilen.

    Die Geschichte mit der Bewerberin, die angesichts eines ganzen Entscheidergremiums darauf hinweist, dass sie dann auch ihre Freunde hätte mitbringen können, kann stellvertretend für meine Gedanken sein. Zunächst habe ich über die Bemerkung gelacht. Sehr schlagfertig von der Dame. Aber letztendlich kommt es auch hier in einer realen Situation auf den Zusammenhang ein. Ein Forist sagte, dass er die Frau sofort eingestellt hätte. Vielleicht hat er Recht. Vielleicht aber auch nicht. Man muss anwesend sein, um eine Äußerung oder auch das Verhalten eines Kandidaten einschätzen zu können. Der Kontext ist unverzichtbar. Insofern kann der Spruch der Kandidatin perfekt passen (und die Sympathien des Gremiums fliegen ihr zu), oder aber sie kommt schnodderig rüber (und sie hat sich ins Aus geschossen).

    Das Beispiel mit der Toilette empfinde ich - ohne den Gesamtkontext zu kennen - überhaupt nicht schlimm. Was sollte dabei sein, wenn ein Bewerber dringend zur Toilette muss? Ich könnte mir nur vorstellen, dass dieser Bewerber hektisch in den Raum eilte, niemanden grüßte und dann nur nach der Toilette fragte. Das kann schon merkwürdig und stillos wirken, allerdings wäre ich dann sehr gespannt, wie er mit leerer Blase im eigentlichen Gespräch wirkt.

    Drei Dinge aus den Beispielen im Artikel, die überhaupt nicht gehen (und da brauche ich entgegen meiner sonstigen Einstellung auch keinen Kontext zu kennen):
    - Das Begrüßen einer unbekannten Person, die einen Arbeitnehmer sucht, mit High-Five (vielleicht gibt es Jobs, wo das perfekt ist, bei mir allerdings nicht)
    - Das Annehmen von Gesprächen mitten in einem Bewerbungsgespräch (es sei denn, als absolute Ausnahme, der Bewerber hat einen akut Schwersterkrankten im persönlichen Umfeld und wartet dringend auf ein Feedback. Dann habe ich jegliches Verständnis.)
    - Das Abschiedsküssen des Gesprächsleiters (auch hier gibt es vielleicht Jobs, wo das angemessen ist, aber üblicherweise hat so etwas im Geschäftsleben nichts zu suchen)

    Und abschließend noch etwas, was einige schon erwähnten: Ein Bewerbungsgespräch ist immer eine gegenseitige Bewerbung. Der Bewerber sucht einen Job, die Firma einen passenden Arbeitnehmer. Beide müssen passen, beide müssen zusagen. Es hilft niemandem, wenn Klischees (auch wenn sie manchmal erfüllt werden) von gelangweilten Bewerbern oder bösartigen Gesprächsführern ausgebreitet werden würden.
  3. #32

    Zitat von Larnaveux Beitrag anzeigen
    Niemand von uns war bei einem der Gespräche dabei, und so können wir die Gesamtsituation auch nicht beurteilen.
    Die beschriebenen Verhaltensweisen reichen aus, völlig unabhängig von der "Gesamtsituation".

    Zitat von Larnaveux Beitrag anzeigen
    Das Beispiel mit der Toilette empfinde ich - ohne den Gesamtkontext zu kennen - überhaupt nicht schlimm. Was sollte dabei sein, wenn ein Bewerber dringend zur Toilette muss?
    Mein Gott, das mit dem Toilettegehen sollte man mit 3 - 4 Jahren gelernt haben, spätestens aber bis zum Abitur.
    Zum Vorstellungsgespräch kommt man rechtzeitig, und Klos gibt es in Firmen überall. Und wenn nicht, grüßt man wenigstens kurz und entschuldigt sich.
  4. #33

    Falsch verstanden

    Zitat von Walter Sobchak Beitrag anzeigen
    Und wenn es garkeine Personalabteilung gibt? Sowas soll es ja auch geben. Da schreiben die Leute die Stellenausschreibungen die wirklich Fachwissen haben und somit schon klar wird, was fuer Kanditaten gesucht werden.
    Aber jedes Unternehmen hat seine eigene Einstellungs-Mechanik, mir doch egal. Aber wenn Nieten in Nagelstreifen Nieten fuer mein Team einstellen, dann ist Schluss mit lustig. Daher gehoeren fuer mich immer die Leute aus dem Team (die sich fuer den neuen Kanditaten interessieren) mit an den Tisch.
    Sie ereifern sich vollkommen unnötig, weil ich ja bereits sagte, dass ich das genauso sehe. Es geht darum, dass ein Personaler mit am Tisch sitzen muss, weil er die nötige Fachkenntnis in Bezug auf rechtliche Dinge besitzt. Die Entscheidung über Einstellung oder nicht, muss selbstverständlich die Fachabteilung treffen !
  5. #34

    ...

    Zitat von sfb Beitrag anzeigen
    Mein Gott, das mit dem Toilettegehen sollte man mit 3 - 4 Jahren gelernt haben, spätestens aber bis zum Abitur.
    Zum Vorstellungsgespräch kommt man rechtzeitig, und Klos gibt es in Firmen überall. Und wenn nicht, grüßt man wenigstens kurz und entschuldigt sich.
    Ich weiß ja nicht, wie oft Sie schon Vorstellungsgespräche hatten, aber dass man davor einfach schonmal frei nach Herzenslust in der Firma herumspaziert und die Toilette sucht gibt es eher selten - normalerweise kommt man nicht am Pförtner vorbei, ohne vom Gesprächsleiter persönlich abgeholt und herumgeführt zu werden. Ob der-/diejenige sich entschuldigt hat, kann man aus der eher sensationsheischenden Ultrakurz-Zusammenfassung (mit evtl. Überspitzung?) kaum erraten. Und es kann diverse Gründe geben, warum auch mit vollständiger Blasenkontrolle Ältere als 3-4-Jährige ein dringendes Bedürfnis haben könnten - lange Anfahrt, Krankheit, Aufregung (evtl. war's ja auch Übelkeit) oder was auch immer...
  6. #35

    Arroganz der Personaler

    Zitat von zephyroz Beitrag anzeigen
    ... weiß man tatsächlich, ob der Kandidat der richtige ist. Ich kann das aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Es funktioniert aber nur unter zwei Voraussetzungen: Langjährige! Erfahrung und eine Firma, die man bis in den Winkel gut kennt (also nicht im Großunternehmen).
    Ja sicherlich ^^ Natürlich ist jeder Personaler mit Erfahrung ein Top-Psychologe á la "Schweigen der Lämmer" und weiß 100%ig nach 5 min., ob ein Kandidat zu einem Unternehmen passt. Aber wahrscheinlich muss man sich das irgendwann einreden, weil man sonst nicht damit zurecht kommt, dass man im Job dauernd junge Menschen enttäuscht.
    Und noch etwas zum Thema: "Der Bewerber scheint gleichgültig gegenüber der Stelle zu sein".
    Ich stelle mal die Behauptung auf, dass kein Mensch sich für irgendein Unternehmen interessiert und dafür jeden Tag sein bestes für dieses Unternehmen zu tun. Wer sowas im Bewerbungsgespräch sagt ist ein guter Lügner und nichts anderes. Der durchschnittliche Bewerber möchte einfach arbeiten um sein Leben nach seinen Vorstellungen zu führen im Idealfall hat er dann noch das richtige gelernt um zu bestimmten Unternehmen zu passen. JEDER verstellt sich in gewisser Weise im Job. Leider ist es heute so gekommen, dass der beste Schwätzer auch den besten Eindruck hinterlässt.
    Ich dachte ja Top-Noten an der Universität und Praktika würden mich zum Beispiel schon auf die passenden Stellen lotsen. Aber nein...ich stoße regelmäßig auf Personaler die nicht mal bemerken, dass ich ein Stipendium habe und ähnliches, aber dann von mir hören wollen, das mein einziger Lebenstraum ihr Unternehmen ist. Inzwischen bin ich auch dabei meine persönliche Theaterschau für die Personaler vorzubereiten, weil mit Anstand und Ehrlichkeit niemand von diesen 0815 Absolventen zu überzeugen ist. Und zum Glück hab ich nicht nur gute Noten, sondern hab auch lange Theater gespielt. Ich freue mich regelrecht auf die folgenden Shows. Mal sehen was die Personaler dann nach 5 min. denken, falls sie überhaupt dazu in der Lage sind. Lesen klappt ja oft auch schon nicht. Traurig wie weit es gekommen ist, dass einige glauben sie könnten Menschen nach 5 min. beurteilen und diese Beurteilten sich wiederum auf Bewerbungen vorbereiten, indem sie sich Antworten auf die "Standard"-Fragen - so dumm diese auch sind - überlegen, statt ihre Persönlichkeit herzustellen, weil klar ist, dass mit man mit individueller Persönlichkeit nichts gewinnt, mit ner guten Show aber nen Job bekommt.
    Aber hey, glaubt ruhig weiter, dass ihr nach 5 min. die richtige Wahl trefft.
  7. #36

    Zitat von setht Beitrag anzeigen
    Ja sicherlich ^^ Natürlich ist jeder Personaler mit Erfahrung ein Top-Psychologe á la "Schweigen der Lämmer" und weiß 100%ig nach 5 min., ob ein Kandidat zu einem Unternehmen passt.
    Er hat von seinem Unternehmen die Aufgabe bekommen, also entscheidet er. Und bei Positionen mit vielen Bewerbern hat er nicht ewig Zeit.

    Zitat von setht Beitrag anzeigen
    Aber wahrscheinlich muss man sich das irgendwann einreden, weil man sonst nicht damit zurecht kommt, dass man im Job dauernd junge Menschen enttäuscht.
    Wenn es auf eine Stelle 80 Bewerber gibt, müssen wohl 79 enttäuscht werden. Gründen Sie doch ein Unternehmen, das alle einstellt, die sich bewerben!
    Manchmal kann man nur den Kopf schütteln.
  8. #37

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Vorstellungsgespräch ist auch ein Stresstest. Da kann so einiges schiefgehen. In einer Umfrage berichten Arbeitgeber aus ganz Europa über die kuriosesten Missgeschicke - von der "High Five"-Begrüßung bis zum Kandidaten mit dem "Ich hasse Arbeit"-T-Shirt.

    Bewerber-Fehltritte: "Er gab dem Gesprächsleiter einen Abschiedskuss" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Im Readers Digest USA standen auch ein paar nette Dinge drin:
    Das beste war ein Bewerber, der kostenloses chinesisches Essen an den Personalchef geliefert hat. Auf dem Zettel im Glueckskeks stand sein Name und seine Telefonnummer.

    Unkonventionell aber extrem originell :)
  9. #38

    .

    Zitat von -g- Beitrag anzeigen
    [...] bleibt doch ein mächtiges Gefälle: Die einen wollen etwas, die anderen haben es. [...]

    genauso ist es eben nicht und genau deshalb kursiert auch so unglaublich viel Blödsinn zu diesem Thema gerade im Internet ... ich habe schon einige Bewerbungsgespräche gehabt und jedes Mal lief es (für mich) nach dem Motto: ich habe was und die haben was ... einigen wir uns (oder eben auch nicht). Der Bewerber ist eben gerade nicht (!) der Bittsteller als der er allenthalben hingestellt wird. Und wenn ein Unternehmen meint, dieses Bild von dem Bewerber zu malen, dann heisst es nur: auf Wiedersehen ...
    Eine gesunde Einstellung! Es werden ja keine Leute eingestellt, weil die Firma so sozial ist, sondern weil sie jemanden brauchen, der eine bestimmte Arbeit macht.
  10. #39

    Die einen wollen etwas, die anderen haben es.

    Ja der Bewerber bietet seine Arbeitskraft, -zeit und Kompetenz an und die Firma will dieses haben. Aus dieser Perspektive sollte man das auch betrachten.
    Der Bewerber ist nicht der Bittsteller, sondern der Arbeitgeber.