Untersuchungsbericht: Zehntausende Missbrauchsfälle in Hollands katholischer Kirche

Bis zu 20.000 Kinder und 800 Täter: Eine Untersuchungskommission in den Niederlanden hat jetzt einen Bericht zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche seit 1945 vorgelegt. Erzbischof Eijk entschuldigte sich bei den Opfern und kündigte finanzielle Entschädigung an.

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  1. #10

    xxx

    Zitat von jüttemann Beitrag anzeigen
    Dass diese Missbräuche "im Namen der Kirche" erfolgten, steht nirgendwo in dem Artikel und dass dies so etwas wie von der Kirche geforderte Christenpflicht wäre, ist mir neu.
    Aber in dem Artikel steht ganz klar, dass die Kommission festgestellt hat, dass es nicht richtig sei, von einer "Kultur des Schweigens" in der Kirche als Ganzem zu reden.
    Das war mir sofort klar, dass sich die nibelungentreuen RKK-Versteher
    an dem Strohhalm "keine Kultur des Schweigens" festhalten würden, obwohl der ganze Bericht das Gegenteil veranschaulicht.
    Dass der Bericht die RKK nicht in toto verurteilt, ist der Diplomatie und nach wie vor herrschenden Rücksichtnahme auf eine "altehrwürdige" Institution geschuldet.

    Im Übrigen stand in diesem Bericht auch, dass die Wahrscheinlichkeit, in einer katholischen Einrichtung als Minderjähriger unerwünschtem sexuellen Kontakt ausgesetzt zu sein, doppelt so hoch war, wie in der übrigen Gesellschaft.
  2. #11

    Männer sind schlecht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bis zu 20.000 Kinder und 800 Täter: Eine Untersuchungskommission in den Niederlanden hat jetzt einen Bericht zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche seit 1945 vorgelegt. Erzbischof Eijk entschuldigte sich bei den Opfern und kündigte finanzielle Entschädigung an.

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    Eigentlich unglaublich wie massiv Männer weltweit Kinder missbrauchen.
  3. #12

    culture of silence and esprit de corps

    Zitat von jüttemann Beitrag anzeigen
    Dass diese Missbräuche "im Namen der Kirche" erfolgten, steht nirgendwo in dem Artikel und dass dies so etwas wie von der Kirche geforderte Christenpflicht wäre, ist mir neu.
    Aber in dem Artikel steht ganz klar, dass die Kommission festgestellt hat, dass es nicht richtig sei, von einer "Kultur des Schweigens" in der Kirche als Ganzem zu reden.
    Hätten Sie die Studie aufmerksamer gelesen, wäre Ihnen auf S.12, wo von „ It is therefore impossible to speak of ignorance at management level due to a culture of silence in the various dioceses, orders and congregations during this period.“ gesprochen wird, aufgefallen, dass mit „this period“ die Zeit Ende der 40er bis Mitte 50er gemeint war.

    Auf S. 13 heißt es dann:“The existence of a ‘culture of silence’ from the outset was not uncommon in organisations, like the congregation, with a strong esprit de corps.“

    Und dieser Korpsgeist nebst dem kanonischen Recht sind hinsichtlich der sexuellen Misshandlungen der Knackpunkt, weshalb der Protest so groß und weltumfassend geworden ist.
  4. #13

    Es geht offensichtlich um Schätzung und nicht um Fälle

    Ein Schätzung mit einer Varianz von 100 % ist Unsinn. Zwischen 10.000 und 20.000. Außerdem müsste es, wenn man damit in die Öffentlichkeit geht, sich um erfasste konkrete Fälle handeln und nicht um Schätzungen.

    Mehr als unseriös, der Untersuchungsbericht. Evtl. fahrlässig, aber m.E. strafbar, da so nur Volksverhetzung betrieben wird.
  5. #14

    Zitat von jüttemann Beitrag anzeigen
    Das wäre auch für die unabhängigen Kommissionen neu, die diese Thematik erforschen. Sicher können Sie das irgendwie belegen, oder?
    Was muss ich da gross belegen?
    Das ist doch nur die Spitze des Eisbergs.
    Was glauben Sie denn, wie viele Übergriffe es tatsächlich gegeben hat, die nie mehr ans Tageslicht kommen werden?
    Nicht nur Täter sind gestorben, auch Opfer.
    Und es ist auch nicht jedermanns Sache, sich zu solchen Dingen zu äussern - entweder aus Scham oder Fehleinschätzung des Zugefügten. Ich weiss von einem Pfarrer, der im Religionsunterricht bei fadenscheinigsten Anlässen Schüler übers Knie legte und ihnen sanfte Klappse verabreichte. Würde das jemand anzeigen, obwohl es möglicherweise "ungewollter sexueller Kontakt" war?

    Im Übrigen wurde die Untersuchungskommission von der niederländischen Bischofskonferenz beauftragt. Wenn die schon nicht den Deckel draufhalten konnte, wie sähe wohl das Ergebnis einer völlig unabhängigen Kommission aus?
  6. #15

    Grenzenlose Verlogenheit und Heuchelei

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bis zu 20.000 Kinder und 800 Täter: Eine Untersuchungskommission in den Niederlanden hat jetzt einen Bericht zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche seit 1945 vorgelegt.
    Hat nicht neulich erst Juan Vicente Córdoba, seines Zeichens katholischer Bischof in Kolumbien vollmundig Homusexuellendiffemierung betrieben, als er erklärte, daß Schwule generell ein Interesse an Sex mit Minderjährigen hätten. Wer mit dem Finger auf andere zeigt, sollte nie vergessen, daß immer drei Finger auf ihn selbst weisen. Da hat wohl der ausgewiesene Fachmann vom Verhalten des eigenen Vereins auf andere geschlossen. Scheinheiliger und heuchlerischer geht es nicht mehr.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erzbischof Eijk entschuldigte sich bei den Opfern und kündigte finanzielle Entschädigung an.
    Das ist verlogen bis zum geht nicht mehr. Den seelischen Schaden, der durch sexualierste Gewalt entsteht, und genau das sind die Übergriffe aufgrund des eklatanten Machtgefälles zwischen Tätern und Opfern, kann kein Geld der Welt "entschädigen". Es würde nicht einmal reichen, wenn Eijk auf Knien zu jedem einzelnen der Opfer gerutscht käme und um Verzeihung flehen würde.
  7. #16

    Zitat von Eutighofer Beitrag anzeigen
    In dem Komissionsbericht steht auch, dass in anderen, weltlichen Einrichtungen die Zahl der Missbrauchsopfer mindestens ähnlich hoch war. Nur stellen sich die anderen, teils staatlichen Einrichtungen nicht ihrer Verantwortung. Die katholische Kirche erforscht als erste Institution Verfehlungen der Vergangenheit - dafür ist sie zu loben !
    Zur Freiwilligkeit war vorher schon Zeit genug.

    Es hat 4 große Missbrauchsskandalwellen in der RKK gegeben: in den 60ern, Mitte bis Ende der 80er, dann ungefähr ab 2001 und nun ab 2010 – und durch die weltweite Verbreitung des www und die hohen Teilnehmerzahlen mit ihren vielfältigen Informationen (siehe alleine Abuse Tracker, bishop accountability, SNAP usw.) , die durch die vielen Opferberichte, der Informationsfreiheit der USA sowie dem Mut der irischen Regierung gewährleistet wurde, geriet diesmal der Druck der Öffentlichkeit auf die RKK, ob des Gesichts- und Vertrauensverlustes, zu groß.

    Die Niederlande haben mehrere Kommissionen – Deetman ist protestantischer EXMinister, Richter und Psychologe – in Irland untersuchen ebenfalls Richter*innen die Diözesen, in den Staaten gab es viele Verfahren vor Grand Juries...
    Und hier in D?
  8. #17

    Schmutz im Heiligen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bis zu 20.000 Kinder und 800 Täter: Eine Untersuchungskommission in den Niederlanden hat jetzt einen Bericht zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche seit 1945 vorgelegt. Erzbischof Eijk entschuldigte sich bei den Opfern und kündigte finanzielle Entschädigung an.

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    Auch die das Heilige in der kath. Kirche bewirtschaften sind nun gezwungen die schmutzigen Müllberge innerhalb ihrer Kreise aufzuräumen.
    Jetzt nun nach fast 2000 Jahre rasch ans Werk ihr lieben Bischöfe
    legt eure festlichen Roben ab und legt die grobe Arbeitskleidung an.


    Aus der Bibel: Ijob 31,1 Einen Bund schloss ich mit meinen Augen, / nie eine Jungfrau lüstern anzusehen.
  9. #18

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bis zu 20.000 Kinder und 800 Täter: Eine Untersuchungskommission in den Niederlanden hat jetzt einen Bericht zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche seit 1945 vorgelegt. Erzbischof Eijk entschuldigte sich bei den Opfern und kündigte finanzielle Entschädigung an.

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    Mir graust vor der katholischen Kirche,nein,vor Kirchen im allgemeinem.

    Schon klar dass Missbrauch nicht nur von Priestern etc begangen wurde.
    Ich denke gerade mit Schaudern daran,wieviele Opfer zerbrochen sind und,zum Dank ,eine,mir faellt das andere deutsche Wort dafuer grad nicht ein,Teufelsaustreibung als "Wiedergutmachung" mit machen mussten.

    Zum anderen,wenn ich an die Zeit denke als ich Kind war,wundert es doch nicht dass Missbraeuche egal von wem,vertuscht wurden.
    Obrigheitshoerig wie die Menschen damals waren,und,zum Teil auch heute noch sind.
  10. #19

    Also ich weiß,...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bis zu 20.000 Kinder und 800 Täter: Eine Untersuchungskommission in den Niederlanden hat jetzt einen Bericht zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche seit 1945 vorgelegt. Erzbischof Eijk entschuldigte sich bei den Opfern und kündigte finanzielle Entschädigung an.

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    ... warum ich mit Kirche nichts am Hut habe. Für mich ist Kirche ein Macht- und Verwaltungsapperat und hat mit Religion und Glauben schlicht nichts zu tun. Man bietet halt eine Entschuldigung und finanzielle Entschädigung für zerstörte Leben an um die Krimenellen in den eigenen Reihen zu schützen. Wollen wir mal sehen, wie die Niederlande damit umgehen werden. Erschreckend, dass im 21. Jahrhundert hier das reguläre Strafgesetz nicht wirkt... Kirche immer noch einen Sonderstatus hat. Mafiastrukturen würde ich sagen.