Kriminalpsychiater: Blick in die Seele von Mördern und Vergewaltigern

Hans-Ludwig Kröber*ist Dauergast in deutschen Gefängnissen. Erst spricht er mit Mördern über Fußball oder*mit Sexualstraftätern übers Fernsehprogramm - dann über ihre Taten. Seine Gutachten haben Gewicht vor Gericht, ob im Fall Stephanie oder*im Kachelmann-Prozess.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...804043,00.html
  1. #20

    selber

    Zitat von f.a.g. Beitrag anzeigen
    Wäre sehr gespannt ,ob Sie ihre vermeintliche Liberalität auch dann noch pflegen würden ,wenn Sie persönlich als Opfer oder Angehöriger eines Solchen betroffen wären . Meiner Erfahrung nach geht in solchen fällen der Humanismus ziemlich schnell über Bord .
    Um so besser, daß Mordprozesse nicht ausschließlich von den Angehörigen der Opfer und Prozesse gegen Drogenhändler nicht ausschließlich von Drogensüchtigen geführt und entschieden werden.

    Die Strafe zu bemessen, ist eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft, und sie vertritt nicht nur diejenigen Interessen, die Sie anscheinend den Opfern unterstellen.
  2. #21

    Kriminalpsychiater statt Augenarzt?

    Zitat von Ursprung Beitrag anzeigen
    Den wirklich Gefaehrlichen (vermutet werden 2 %) ist dank deren perfekt camouflierter Angepasstheit nicht prophylaktisch beizukommen.
    Ohne hier mit der Axt Haare spalten zu wollen, möchte ich doch darauf hinweisen, daß die besonders gut getarnten Gefährlichen nach aktuellen Umfragen derzeit etwa 3 Prozent ausmachen. Was meinen Sie, lässt sich denn prophylaktisch tun? Liegt nicht die Neo-Gefährlichkeit gerade im System begründet?
  3. #22

    Zitat von Qual Beitrag anzeigen
    Eamon Collins(ehemals IRA) stellte zur britischen Justiz, die er jahrelang als Feind bekämpft hatte in etwa fest: Wenn die Justiz funktionierte, wenn sie ihren höchsten Grundzügen entsprechend unparteiisch arbeitete, dann stellte sie die höchste Errungenschaft einer zivilisierten Gesellschaft dar.
    Das ist zweifellos nicht verkehrt. Das heisst aber noch lange nicht, dass die Psyche, Sozialisation und Entwicklung eines Täters das Leitmotiv einer Urteilssprechung sein müssen. Wenn -zig Experten aufgefahren werden und jeder nur erdenkliche Gedankengang verfolgt wird, um das Bild vom Täter zu zeichnen, der "ja nicht von sich aus so geworden ist", während die Opfer - abgesehen von privater Initiative - alleingelassen werden, dann hat sich in der Gewichtung im Laufe der Zeit etwas verschoben, was viele nicht nachvollziehen können. Darüber wiederum verlieren die Gerichte ihre Glaubwürdigkeit und ihr Ansehen in der Bevölkerung, der sie zu dienen haben.Ein Psychiater, der sich damit brüstet, heute mehr Entlassungen zu empfehlen als früher ist leuchtendes Beispiel dieser schlimmen Entwicklung.
  4. #23

    klerikale sexuelle Misshandlungen

    Zitat von Wolfgang_Eckart_Heidelber Beitrag anzeigen
    Ich bin entsetzt über die Einseitigkeit dieses Portraitberichts über einen Kriminalpsychiater. Wenn das die Arbeit der Kriminalpsychiatrie kennzeichnet, dann kann man vor diesem Beruf nur warnen. Es liest sich wie der neue Pitaval, „eine Sammlung der interessantesten Criminalgeschichten aller Länder aus älterer und neuerer Zeit“, aber eben aus vordemokratischer .....
    Ihren Bedenken shließe ich mich an.
    Das interessante bei Kröber ist auch noch, dass er mehrfach Priester, welche unter dem Verdacht sexueller Gewalttaten standen, für die RKK begutachtet hat – und ständig als Referenzquelle für seine „Einschätzung“ der äußerst geringen Verbreitung dieser Taten unter Klerikalen als wissenschaftliche Quelle zitiert wurde (gerade 2010) und noch wird.
  5. #24

    Kennen Sie die Zahlen?

    Zitat von bernhardfischer Beitrag anzeigen
    Ihren Bedenken shließe ich mich an.
    Das interessante bei Kröber ist auch noch, dass er mehrfach Priester, welche unter dem Verdacht sexueller Gewalttaten standen, für die RKK begutachtet hat – und ständig als Referenzquelle für seine „Einschätzung“ der äußerst geringen Verbreitung dieser Taten unter Klerikalen als wissenschaftliche Quelle zitiert wurde (gerade 2010) und noch wird.
    Sexueller Missbrauch ist unter Klerikern auch selten. Nur weil die wenigen Fälle in der Presse so hochgespielt werden , erhält man einen anderen Eindruckl. Schaut man jedoch in die Statistiken, fällt auf das Missbrauch im kirchlichen Umfeld und ganz besonders von Klerikern extrem selten ist - im Vergleich zu anderen Missbrauchsvorwürfen.
    Glauben Sie nicht. Wir haben aktuell pro Jahr ca. 200000 Fälle von sexuellen Missbrauch von Kindern in der BRD. Davon ca. 50-75 im kirchlichen Umfeld mit einen oder zwei Täter. Das ist weniger als 1 Promill der Fälle.
    In Schulen und Sportvereinen kommen wir zum Beispiel auf bis zu 20 % der Fälle, das sind Zig-Tausend.
    nachzulesen in diversen Statistiken, man muss es nur tun.
    Und - natürlich ist jeder Missbrauch schlimm, auch der im kirchlichen Umfeld, aber ebenso der in Schulen und Sportvereinen. Und wenn wir etwas gegen den Missbraucht tun wollen, dann sollten wir dort angreifen wo es die meisten Fälle gibt und wo man am wenigsten dagegen macht.
  6. #25

    Zitat von sttn Beitrag anzeigen
    Sexueller Missbrauch ist unter Klerikern auch selten. Nur weil die wenigen Fälle in der Presse so hochgespielt werden , erhält man einen anderen Eindruckl. Schaut man jedoch in die Statistiken, fällt auf das Missbrauch im kirchlichen Umfeld und ganz besonders von Klerikern extrem selten ist - im Vergleich zu anderen Missbrauchsvorwürfen.
    Glauben Sie......
    Da ich Ihren früheren Forennamen nicht erkennen kann, die Argumentation aber dennoch :) ,möchte ich Sie einfach auf die Tatsache hinweisen, dass die PKS keine Aufschlüsselung der Täter nach Berufen kennt.
    Die Ergebnisse des DJI,ebenso wie die Anlaufstelle und Spezialistenbefragung, nachzulesen im Abschlussbericht der Unabhängigen Beauftragten, kommen zu anderen Schlußfolgerungen innerhalb der Institutionen.
    Und natürlich sind alle gesellschaftlichen „Tatorte“ zu berücksichtigen – engagieren Sie sich um der Kinder willen!

    Lassen wir es – es ging um Herrn Kröber und seinen Einstellungen und Aussagen (auch zum Missbrauchsgeschehen)
  7. #26

    Spezies Selbstzerstoerungsreservoir

    Zitat von roterschwadron Beitrag anzeigen
    Ohne hier mit der Axt Haare spalten zu wollen, möchte ich doch darauf hinweisen, daß die besonders gut getarnten Gefährlichen nach aktuellen Umfragen derzeit etwa 3 Prozent ausmachen. Was meinen Sie, lässt sich denn prophylaktisch tun? Liegt nicht die Neo-Gefährlichkeit gerade im System begründet?
    Zitat von roterschwadron Beitrag anzeigen
    Ohne hier mit der Axt Haare spalten zu wollen, möchte ich doch darauf hinweisen, daß die besonders gut getarnten Gefährlichen nach aktuellen Umfragen derzeit etwa 3 Prozent ausmachen. Was meinen Sie, lässt sich denn prophylaktisch tun? Liegt nicht die Neo-Gefährlichkeit gerade im System begründet?
    Versuchte, Ihnen zu antworten, weiss aber nicht, ob der Text durch meinen Fingerfehler ins Nirwana entschwand.
    Deshalb:
    Systembegruendung?
    Ja.
    Aber innerhalb unseres evolutionsbiologischen Systems, nicht etwa politischen oder gesellschaftlichen, wenn Sie das meinen. Die sind bloss Funktionen des Evolutionsbiologischen, wie der archimedische Auftrieb nur Funktion der Gravitation ist.
    Die 2 oder 3 Prozent verbleiben bis zum Aktivwerden undektierbar, vermutlich als evolutionsbiologisches Eigenzerstoerungsreservoir, um bei Erreichen des Monokultursaettigungspunktes die Spezies wieder zu minimieren.
    Gabs ja geographisch punktuell schon in unserer Geschichte. Und gibts in unseren eigenen Koerperzellenorganisationen auch.
    Prophylaxe?
    Ja. Aber nur im Individualbereich. Nur dort kann das evolutionsbiologische Schutzwerkzeug greifen: instinktgesteuerter Misstrauensrest bei Bekannten, groessere Misstrauensaktivitet bei Fremden.
    Fallon beispielsweise, der Neurowissenschaftler, verdankt seinen Anstoss der Selbterkenntnis, offenbar selber zu den 2 oder 3 Prozent zu gehoeren, dem Instinkt seiner eigenen Mutter.
    Das war die denkbar beste Prophylaxe, der vermutlich auch sonst bei einigen aus dem 2- oder 3 %-Umfeld ihr Leben verdanken koennten. Bei Hitler z. B. ist diese fruehe Instinktwarnung aus- oder wirkungslos geblieben.