Gehaltsunterschiede: Bonus für Kerle

Schon beim Berufsstart verdienen Frauen weniger als Männer - bei gleicher Qualifikation. Ein Grund: Männer treten dreister auf, wenn sie mit dem Chef feilschen. Frauen hingegen wird Vorwitz im Gehaltspoker meist übelgenommen. Hinzu kommt ihr Hang zur Selbstverzwergung.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...799708,00.html
  1. #1

    * Gähhhn! *

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schon beim Berufsstart verdienen Frauen weniger als Männer - bei gleicher Qualifikation. Ein Grund: Männer treten dreister auf, wenn sie mit dem Chef feilschen. Frauen hingegen wird Vorwitz im Gehaltspoker meist übelgenommen. Hinzu kommt ihr Hang zur Selbstverzwergung.

    Gehaltsunterschiede: Bonus für Kerle - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Ah - die Gender-Pay-Gap mal wieder. Stimmt, die hatten wir eigentlich lange nicht. Fast 2 (!) Wochen. Also denn mal los, zum 185. Mal ...
  2. #2

    Mir kommen die Tränen

    Oh ja, die arme arme Frau verdient ja so viel weniger und muss dafür so leiden. Ich heule gleich los vor Mitleid.

    Ganz schön spät für so ein Sommerloch-Thema.
  3. #3

    Stimmt - alle Männer sind beinharte Kerle, die knallhart verhandeln, keinerlei Selbstzweifel kennen und sich nie duschen.
    Sexistisch? Nur ein bischen...

    Ok, das geschilderte Problem mag bestehen, aber welcher Anteil der Bevölkerung muß sich mit dem Luxusproblem rumschlagen, EINSTIEGSgehälter von Euro 40.000+ zu verhandeln??
    Da scheint mir die Frage, warum Frauen vor allem Krankenschwestern, Buchändlerinnen, Kindergärtnerinnen, Grundschullehrerinnen etc. werden, während Männer in diesen Berufen bestenfalls belächelt werden, Gesellschaftlich erheblich relevanter und auch für den "pay gap" bedeutender als diese "high performer".
  4. #4

    Sexismus

    "Es darf ihr Glück nicht allein darin bestehen, Geld zu verdienen und sich in der männlichen Berufswelt zu behaupten." - Eva Herman, Cicero Magazin, 27. April 2006; über die Rolle der Frau

    Frauen setzen in den meisten Fällen nunmal andere Prioritäten. Kein Wunder, wie ich finde, das biologische Kapital einer Frau ist ihre Fähigkeit, Kinder zu gebären. Das biologische Kapital des Mannes ist seine soziale Stellung, da sie ihn als Ernährer auszeichnet und von durchsetzungsfähigem Erbgut zeugt. Wie manifestiert sich soziale Stellung im Kapitalismus? Durch die Höhe des Einkommens, möglicherweise?

    Männliches Karrierestreben ist blosse Sublimation nach Freud, Sexismus also, wenn man so will. Wenn nun eine Frau sagt, sie bräuchte nicht ein besonders hohes Einkommen, um zufrieden zu sein, so ist auch dies ebenfalls blosser Sexismus ihrerseits.
    In dem Moment, in dem die Menschheit diesem vermeintlichen Sexismus entwächst, besiegelt sie ihren Untergang. Diese Verhaltensweisen sind so uralt wie die Menschheit selbst. Neu ist bloss, dass Sexismus zu häufig mit (männlicher) rücksichtsloser Dummheit verwechselt wird.
  5. #5

    .

    Zitat von penguin75 Beitrag anzeigen
    Stimmt - alle Männer sind beinharte Kerle, die knallhart verhandeln, keinerlei Selbstzweifel kennen und sich nie duschen.
    Sexistisch? Nur ein bischen...

    Ok, das geschilderte Problem mag bestehen, aber welcher Anteil der Bevölkerung muß sich mit dem Luxusproblem rumschlagen, EINSTIEGSgehälter von Euro 40.000+ zu verhandeln??
    Da scheint mir die Frage, warum Frauen vor allem Krankenschwestern, Buchändlerinnen, Kindergärtnerinnen, Grundschullehrerinnen etc. werden, während Männer in diesen Berufen bestenfalls belächelt werden, Gesellschaftlich erheblich relevanter und auch für den "pay gap" bedeutender als diese "high performer".
    40.000€ Einstigesgehalt sind für viele Studienfächer nicht unüblich, bei vielen sogar wenig.
    Bei den MINT-Fächern ist der Schnitt eher bei 50.000.
    Drei Freunde, gerade fertig mit dem letztmöglichen Diplom in Maschbau
    (Leichtbau, 2x Fahrzeugbau) haben sich bei BMW beworben, wurden alle drei genommen und fangen mit 55.000 an.
    Ihr Abschlussnote war 1,9 2,2 und 2,3.

    Ob die TUM und der Raum München viel dazu beigetragen haben mag sein.
  6. #6

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schon beim Berufsstart verdienen Frauen weniger als Männer - bei gleicher Qualifikation. Ein Grund: Männer treten dreister auf, wenn sie mit dem Chef feilschen. Frauen hingegen wird Vorwitz im Gehaltspoker meist übelgenommen. Hinzu kommt ihr Hang zur Selbstverzwergung.

    Gehaltsunterschiede: Bonus für Kerle - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Kann sich ja jeder mal selber überlegen: Angenommen es ginge ums eigene Geld und man will z.B. aus einer Mietergemeinschaft jemanden schicken, der beim Vermieter eine möglichst hohe Mietminderung für alle herausholen soll.

    Wen würde man schicken Jörg Poersch oder Vanessa Schuster?
  7. #7

    ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schon beim Berufsstart verdienen Frauen weniger als Männer - bei gleicher Qualifikation. Ein Grund: Männer treten dreister auf, wenn sie mit dem Chef feilschen. Frauen hingegen wird Vorwitz im Gehaltspoker meist übelgenommen. Hinzu kommt ihr Hang zur Selbstverzwergung.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...799708,00.html
    Zitat aus dem Artikel:
    "Vanessa Schuster sah ihr Bewerbungsgespräch weniger verspielt. Sie wollte die Stelle bei dem IT-Beratungsunternehmen in der Nähe von Karlsruhe unbedingt haben. "Nur nicht den Bogen überspannen", dachte sie, als man sie nach ihren Gehaltsvorstellungen fragte."
    .
    Klarer Fall von mutwilliger Lohndrückerei der Dame. Nicht mehr und nicht weniger. Für die Folgen ist sie selbst verantwortlich, niemand anderes!
    Und wieso Bonus für "Kerle"?! Soll im Gegenzug von "Weibern" die Rede sein, die immer noch nicht in der normalen Arbeitswelt angekommen sind?
  8. #8

    ...

    Zitat von Christian Krippenstapel Beitrag anzeigen
    Ah - die Gender-Pay-Gap mal wieder. Stimmt, die hatten wir eigentlich lange nicht. Fast 2 (!) Wochen. Also denn mal los, zum 185. Mal ...
    Hallo, ich mal wieder... ;) Stimmt, das Thema nutzt sich ganz schön ab, wenn man es ständig wieder aufwärmt.

    Aber ich fand es nett, dass (wenn auch erst auf Seite 3) dann tatsächlich auch mal angesprochen wird, dass Frauen eben nicht immer nur freiwillig "ungeschickt verhandeln", sondern dass von ihnen im Gegensatz zu Männern auch einfach mehr Bescheidenheit erwartet wird:

    Ein entschlossenes Auftreten kann ihre Chancen auf eine Stelle oder einen Karriereschub sogar mindern.

    Frauen stoßen schon auf Ablehnung, wenn sie einfach nur widersprechen - was bei Männern eher als Zeichen von Selbstbewusstsein und Durchsetzungsfähigkeit gewertet wird. Und wenn eine Frau aus verständlichen Gründen, etwa im Bewerbungsgespräch, ihre Vorzüge betont, wird das als höchst unbescheiden - sprich unfeminin - gedeutet.
    Diese Beobachtung deckt sich genau mit meinen Erfahrungen, zumindest hier in Deutschland. Ich hatte vorher im Ausland als Frau eine hochqualifizierte und gutbezahlte Stelle und bin von dort dann in D "mit Kusshändchen" abgeworben worden. Dann schlug die Krise bei meinem AG voll rein, und als ich mich daher anderswo bewerben musste und es "gewagt" habe, auch nur weiter mein bisheriges Gehalt zu fordern, wurde mir fast immer klargemacht, dass ich mit so einer Forderung ja wohl absolut unverschämt sei. (Und wenn ich umgekehrt, ohne mein Geschlecht zu sagen, in Foren mein jetziges Gehalt mit Qualifikationslevel und Erfahrungen erwähne, will keiner der Herren glauben, dass man sich damit so "billig" verkaufen kann. Glauben Sie mir, freiwillig habe ich das sicher nicht getan...) Dagegen habe ich von mehreren männlichen Ex-Kollegen mit sehr ähnlicher Qualifikation und Werdegang, mit denen ich sehr gut auf Augenhöhe zusammengearbeitet hatte und die ebenfalls bei dem kriselnden AG gehen mussten, gehört, dass ihnen beim Wechsel auf ihr damaliges Gehalt noch ein kräftiger Aufschlag gewährt wurde (den sie zum Teil nicht einmal selbst gefordert hatten).
  9. #9

    Keine Frage, aber ...

    Zitat von kfp Beitrag anzeigen
    Hallo, ich mal wieder... ;) Stimmt, das Thema nutzt sich ganz schön ab, wenn man es ständig wieder aufwärmt.

    Aber ich fand es nett, dass (wenn auch erst auf Seite 3) dann tatsächlich auch mal angesprochen wird, dass Frauen eben nicht immer nur freiwillig "ungeschickt ......
    Was Sie da beschreiben kenne ich gut! Das hat aber wohl weniger mit dem Geschlecht zu tun als vielmehr mit dem Verhandlungsstil der Personalchefs, von denen viele ein untrügliches Gespür dafür haben, "mit wem sie´s machen können". Daß dies viel mit dem Geschlecht zu tun hat, glaube ich aber nicht. Bin selber ein Mann, aber kein guter Verhandler, hatte aber Kommilitoninnen, die da knallhart waren und locker fürstliche Gehälter aushandelten. Darum halte ich die Kernaussage des Artikels auch für zweifelhaft. Und wieviele Männer kommen gar nicht in die Verlegenheit Anfangsgehälter zu verhandeln, weil statt ihrer eine Frau mit gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt wurde?