Piraten-Parteitag: Zwischen Rausch und Realität

Drogen sollen legalisiert werden, weg mit der Kirchensteuer, her mit privaten Spenden! Die Piraten haben bei ihrem bislang größten Parteitag versucht, ihr Profil zu schärfen - zumindest die Parteispitze ist mit dem Ergebnis zufrieden.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...801643,00.html
  1. #130

    Zitat von Epic Fail Beitrag anzeigen
    Die kann man genauso vernachlässigen wie die 14000 jährlichen Toten durch Ärztepfusch. Wissen sie das täglich 150000 Menschen einfach so sterben?
    Alle diese Vergleiche sind nicht geeignet, Drogentot zu rechtfertigen. In jedem Falle wird gegen Todesgefahren alles Erdenkliche getan.
  2. #131

    ...

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Gut, dann eben gekokst. - Und: so um die 1200 Drogentote jährlich sind ja auch zu vernachlässigen?...
    Nein die sind nicht zu vernachlässigen.
    Die Menschen werden aber weiterhin koksen, da ist es sinnvoller ihnen sauberen Stoff zur Verfügung zu stellen und einen verantwortungsvollen Umgang durch Aufklärung zu erleichtern.

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Schön, dass es diese nun nicht mehr gibt. - Der Goldene Schuss ist wohl auch nur eine Erfindung der Brüder Grimm?
    Hier wurde schon oft genug darauf hingwiesen, dass der Tod durch eine Überdosis eher die Ausnahme darstellt.
    Ich frage mich auch, warum der goldene Schuss schlimmer sein soll als der goldene Suff ?
    Den kann ich mir auch ohne Probleme verschaffen und das für unter 10 Euro.
    Also erklären Sie doch mal warum das eine in Ordnung ist und das andere nicht.
    Den Kulturfaktor akzeptiere ich nicht.
    Kultur ist nämlich erstens nicht schwarzweiß, zweitens veränderlich und drittens keine Universalentschuldigung.
  3. #132

    Kompetenz?

    Wenn eine Legalisierung von Drogen dazu führen würde das es mehr Süchtige und Tote gibt, warum sind dann nicht alle deutschen Alkoholiker oder Raucher?

    Wenn das "Volk" mehrheitlich zu dumm ist Entscheidungen basisdemokratisch zu entscheiden, wieso wählt dann das Volk seine Repräsentanten selbst? Wer zu dumm ist eine Entscheidung zu fällen kann wohl genauso wenig Beurteilen wer dazu fähig ist.

    Wenn es nach der Mehrheit in diesem Forum geht müssten wir uns eine Diktatur zulegen. Denn die repräsentative Demokratie geht nicht weil ja keiner wählbar ist, Basisdemokratie geht nicht weil das Volk zu dumm ist, und den Kommunismus will ja eh keiner.

    Wer A sagt muss auch B sagen. Alle heulen, keiner tut was. Die
    Piraten versuchen etwas Neues und müssen daher auch mit unpopulären Entscheidungen leben wenn die Mehrheit der Piraten dafür ist.

    Das ist fair und richtig dem Wähler gegenüber. Vorallem könnte jeder hier im Forum zur Meinungsbildung beitragen anstatt zu jammern.

    Da bin ich fast geneigt den meisten Stimmen hier zuzustimmen dass unser Volk dazu nicht fähig ist. Zum Glück hat S21 erst gezeigt das Scheinmehrheiten keine wirklichen Mehrheiten sind. Gott sei dank!
  4. #133

    Zitat von Shaniana Beitrag anzeigen
    So ist, um es an einem einfachen Beispiel
    zu erklären, logischerweise der Heimat-Landesverband (und die umliegenden) dramatisch überrepräsentiert. Wer arbeiten musste... und so weiter. In einer Stadt sind Mitgliederversammlungen demokratischer, in einem Flächenland oder gar in ganz Deutschland sind sie ein Ausdruck davon, dass die Piraten mehr Schein als Sein sind und sein wollen.
    I. Sie übersehen, das sich das ausgleicht:
    Die letzten 4 Bundesparteitage fanden statt in:
    - Bingen/Rheinland-Pfalz
    - Chemnitz/Sachsen
    - Heidenheim/Baden-Württemberg und
    - Offenbach/Hessen
    Für den nächsten ist Schleswig-Holstein im Gespräch.
    So hat Jeder mal kürzere, mal weitere Anreise!

    II. Unabhängig davon gibt es in der Piratenpartei bereits eine Arbeitsgruppe, die untersucht, ob und wie sich
    "dezentrale Parteitage" umsetzen lassen:
    AG dezentraler Parteitag

    Warten wir mal ab, was dabei heraus kommt!
    Woogpirat
  5. #134

    Informieren Sie sich!

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Zunächst sehe ich, wie Nikotin, Alkohol, Koffein einfach so ebenfalls als Droge bezeichnet werden, um damit Kokain, Heroin usw. herunterzuspielen. Diese nassforschen Deutungsversuche gehe ich einfach nicht mit. Zweitens habe nicht ich die Zahl der Drogentoten angebracht, sondern der Forist, der die Zahl als nicht zu hoch charakterisierte.
    Nikotin, Alkohol und Koffein werden nicht nur von mir als Drogen bezeichnet, sondern sind per Definition als Drogen zu bezeichnen: Droge
    Mit Deutungsversuchen hat das nicht das Geringste zu tun.
    Die WHO definiert jegliche Substanz als Droge, die in einem lebenden Organismus Körperfunktionen beeinflussen kann. Und die hat ja hier wohl eher Deutungshoheit als Sie!
    Informieren Sie sich doch bitte, wenn Sie keine Ahnung haben!

    Sowohl Alkohol als auch Koffein waren übrigens bereits wegen der berauschenden Wirkung verboten. Auch das ist nicht schwer herauszubekommen, obwohl ich davon ausging, dass das zum Allgemeinwissen gehört. Schon Johann Sebastian Bach schrieb einen Anti-Kaffee Kanon (C A F F E E, Trink nicht so viel Kaffee...)

    Und die letale (tödliche) Dosis von Nikotin liegt für einen Durchschnittsmenschen mit 70kg Körpergewicht liegt bei oraler Aufnahme bei gerade mal 50mg!!! Die letale Dosis von Heroin liegt bei 75 bis 375 mg bei einer Person von 75 kg Körpergewicht.

    Also sind wohl eher Sie derjenige, der die Gefahr, die von Tabak und Alkohol ausgeht, absolut verharmlost.

    Ich bin allerdings auch nicht für ein Verbot dieser Substanzen, ebensowenig wie ich für ein Verbot von Krokusse, Herbstzeitlose, Goldregen, Eisenhut oder sonstige giftige Pflanzen bin, die in jedem Garten wachsen...
    Als Kind lernt man schon, dass man manche Stoffe eben nicht konsumieren soll, weil sie giftig und u.U. tödlich sind und spätestens als Erwachsener sollte man reif genug sein, selbst zu entscheiden, was gut oder schlecht für einen ist. Wenn Sie dafür den Gesetzgeber als Orientierung brauchen, zeigt das lediglich Ihre mangelnde Reife und Ihr mangelndes Verantwortungsbewußtsein.
  6. #135

    die medaille hat schon auch 2 seiten

    Zitat von TylerD. Beitrag anzeigen
    Hier wurde schon oft genug darauf hingwiesen, dass der Tod durch eine Überdosis eher die Ausnahme darstellt.

    da muss ich dich korrigieren. gerade bei heroin ist die spanne zwischen dosis und überdosis relativ klein. gleichzeitig kann sich in relativ kurzer zeit eine enorme toleranz aufbauen, in der der konsument leicht die 5-10 fache menge zu sich nimmt. da auch die potenz der substanz nicht bekannt ist und idr auch nicht abgewogen wird, ist das immer auch ein glücksspiel. da ist das zeug von der gleichen quelle vllt mal doppelt so gut und du haust dir die doppelte dosis rein. bei einem richtigen junkie ist das oftmals nicht so wild, wenn seine toleranz schon so hoch ist. hat dieser junkie aber mal ein paar wochen pausiert und greift wieder zur nadel, kann es ganz schnell passieren, dass er sich unabsichtlich die 2-3-4 fache überdosis setzt.

    es mag sein, dass dies nicht die hauptursache für todesfälle bei heroin ist, es ist aber eine ganz fiese konsum-falle, die nicht heruntergespielt werden sollte

    eine der grossen ursachen ist sicher auch der körperliche verfall, welcher nahezu nur durch die streckmittel auftritt.

    viele begehen aber auch selbstmord, weil sie das elend nicht mehr ertragen können. is ja nicht so dass diese menschen immer gut drauf sind. es ist nie hat man ruhe. immer bei der beschaffung. jeder tag läuft gleich ab, nie urlaub. keine hoffnung, ausser dass der schmerz für ein paar std nachlässt.

    ich frage mich ja schon, wie die piraten eine freigabe von heroin an gesunde menschen rechtfertigen wollen. da wird dir auch jeder junkie nen vogel zeigen. die sehen nämlich regelmässig, wie die leute ankommen "mir kann das nicht passieren", wo dann 95% in die gleiche falle tappen. und die 5%, die es nicht tun, werden trotzdem massiv von der droge beeinflusst. geht ja nicht nur um die sucht, sondern auch um antrieb, "meh.. 3 tage im koma gelegen" änderung im moralischen denken "hey, wenn ich das handy klaue, krieg ich sicher 10 dosen für", die fähigkeit prioritäten zu setzen. "geh ich nun arbeiten oder baller ich mich weg?", etc. mag schon sein dass man sich gegen einen oder zwei dieser negativen einflüsse stemmen kann, die restlichen reichen aber idr aus, um dich soweit hinunterzuziehen, bis du die sucht letztendlich zulässt.

    klar kann man drüber reden ob man cannabis, xtc und lsd in begrenztem maße erlaubt. ich frag mich aber doch was für einen sinn das für heroin haben sollte, es sei denn um suchtkranke zu behandeln. die zahlen an herointoten waren auch schon um grössenordnungen höher. da wäre eine wiederzulassung als schmerzmedikament doch sinnvoller, als eine freigabe, wo sich emo-hinz und kunz in den tod ballern, weil ihnen das mädel weggelaufen ist.

    wie isses eigentlich mit crack? schön aufklären und dann pfeifen verteilen?

    pcp?

    in holland wurde auch nicht blind alles legalisiert. die hatten immer auch ein wachsames auge darauf, wie die gesellschaft darauf reagiert. zuletzt, beim legalisierungsversuch von psilocybin, war das übrigens ein ziemliches desaster. mit menschen, die von balkonen springen und total zugedröhnt mit dem auto über zeltplätze rasten. mag sein, dass das nur passierte, weil man bei der freigabe nicht genügend regulierendes feingefühl besaß. in diese falle sollten die piraten beim besten willen nicht tappen. es wär alles ein bisschen einfacher zu rechtfertigen, wenn sie sich auf die eher weichen drogen beschränkt hätten + heroin für abhängige.
  7. #136

    ...

    Zitat von shr00m Beitrag anzeigen
    es wär alles ein bisschen einfacher zu rechtfertigen, wenn sie sich auf die eher weichen drogen beschränkt hätten + heroin für abhängige.
    Ich kann Ihre bedenken ja verstehen, aber die empirischen Erfahrungen mit Ländern, in denen Drogen entkriminalisiert wurden, sehen halt völlig anders aus. Es ist eben nicht so, dass mehr Menschen zur Nadel greifen, nur weil es plötzlich legal ist. Wenn man sich unbedingt abschiessen will, kann man das ja auch schon heute mit legalen Pflanzlichen Drogen wie Stechapfel, Engelstrompete usw. und die haluzinogenen Pilze wachsen hier ja auch an genügend Stellen...
    Aber die meisten Menschen sind eben aufgeklärt genug, um sich ihre Gesundheit nicht kaput zu machen und die anderen werden von Verboten nicht abgehalten.
    Wenn illegale Drogen in Apotheken frei erhältlich wären, wären zumindest zwei Fliegen mit einer Klappe getroffen:
    1. Für den illegalen Verkauf von gestreckten Drogen würde der Markt einbrechen und es würden folglich deutlich weniger Menschen von Drogenabhängigen "angefixt", also zum Drogenkonsum überredet werden. Gleichzeitig wäre auch der Reiz des Illegalen gerade bei jungen Erwachsenen so nicht mehr gegeben. Gleichzeitig wäre das "Geschäftsmodell Drogendealer" mit der ganzen damit verbundenen Kriminalität, Bandenkriege usw. nicht mehr lukrativ.
    2. Die Beratungsresistenten, die trotzdem zu Rauschdrogen greifen, könnten wenigstens sicher sein, dass die Drogen, was Reinheit und Qualität betrifft, medizinischen Standarts genügen würden. Die Gefahr von Infektionen, unbewußten Vergiftungen und den damit verursachten Langzeitschäden wäre damit deutlich abgemildert.
  8. #137

    ...

    Zitat von shr00m Beitrag anzeigen
    ich frage mich ja schon, wie die piraten eine freigabe von heroin an gesunde menschen rechtfertigen wollen.
    U.A. mit den positiven Erfahrungen der Entkriminalisierung/legalisierung in Portugal:
    http://www.cato.org/pubs/wtpapers/gr...whitepaper.pdf
  9. #138

    Legalisierung <> Straffreiheit

    Zitat von stimmvieh_2011 Beitrag anzeigen
    Wer alle Rauschmittel legalisiert, legalisiert auch moderne Designerdrogen, die absolut tödlich sind (Stichwort: Badesalz). Ist eine Partei bereit, die Verantwortung für Drogentote zu tragen, weil sie nicht gegen Drogen vorgeht?
    Es geht um die Entkriminalisierung des Drogenkonsums. Wer trägt die Verantwortung für die Verkehrsopfer des Alkoholkonsums - Drogenopfer also? Wird dagegen vorgegangen? Nein. Alkohol als legale Massendroge verzeichnet die meisten mittelbaren und unmittelbaren Opfer.

    Zitat von stimmvieh_2011 Beitrag anzeigen
    Linkspartei und auch Piratenpartei haben diese Frage bejaht. Ja, diese beiden Parteien wollen Drogentote auf ihr Gewissen nehmen.
    Die herkömmliche Politik tut das.

    Zitat von stimmvieh_2011 Beitrag anzeigen
    Anders ist die Legalisierung von ALLEN Rauschmitteln nicht zu begreifen.
    Warum ist bei uns im Schnaps kein Methanol? Weil das verboten ist. Warum kann es verboten sein? Weil Schnaps zwar legal ist, den (registrierten) Herstellern aber die Einhaltung von Vorschriften abverlangt.

    Die pauschale Kriminalisierung von jeder Art des Drogenkonsums außer Alkohol ist kontraproduktiv und überlässt der Drogenmafia ein weites und unkontrolliertes Feld zum Kohle machen.

    Also: legalisieren und kontrollieren!