Amazon, Facebook, Google, Apple – sind die großen Vier Fluch oder Segen für das Inter

Das Internet bestimmt und verbindet das Leben der Menschen in aller Welt. Aber die Kommunikation gerät zunehmend in die Hände einiger weniger Firmen und Anbieter, die sich Daten in nie gekanntem Ausmaß sichern und sie nutzen. So sehr sie unser Leben angenehmer und leichter machen - sind Amazon, Facebook, Google und Apple eher Segen oder Fluch des Internets?
  1. #20

    Digitalisierung

    Eigentlich erschütternd, die Anzeige der Medionleute, in der sie Amazon, das Internet, auffordern, die 14000 Mitarbeiter gleich mit zu digitalisieren.
    Vor Kurzem sprach Herr Seehofer vor IT-Spezialisten und versprach, dass die Bedingungen im Freistaat für eine Digitalisierung Bayerns wesentlich verbessert würden.

    Was Digitalisierung ist, zeigt schon der Film "Star Trek - Der Film" von 1981, der inzwischen natürlich recht schräg wirkt. Aber diese Energiewolke mit dem gigantischen Raumschiff drin, mit dem Auftrag, sich alles Wissen des Kosmos einzuverleiben, zu lernen, digitalisiert - und löscht in der physischen Welt aus. Grrrrrrrrrrrrr Grrrrrrrrrrr Grrrrrr
    Schon da - eine berechtigte Urangst, vor dem, was wir uns wieder antun.
    Hajü
  2. #21

    Aol

    Mein erster Internetzugang war bei AOL. Kann man im Film "email für dich" noch bewundern. Bei AOL nervte unundlich diese Umgebung, aus der man scheinbar nicht herauskam. AOL wollte alles abdecken, den Kunden so in sich behalten. "Sie haben Post"

    Na, mit vier Clicks war man dann im WWW.

    Die Philosophie der Facebookleute, derer von Amazon ist ja eine Ähnliche. Den Kunden mit allem versorgen, was er so braucht. Und innerhalb eines sich ausdehnenden Face-Book-Universums.

    Ähnlich wie bei AOL wird das zwei bis drei Jahre funktionieren. Dabei spielen ja die eingebauten Registrierkassen eine Rolle. I-tunes, eine wahnsinnig, wie ich finde, umständliche Software, die ich auf meinen PCs nicht dulde, lebt ja neben dem hübschen Aussehen von den künstlich gemachten eigenen Formaten. Hier geht es im Kern um Bezahlen.

    Mit Sicherheit können bald der Kindle, das Lesewerkzeug von Apple, das Smartphone ausgetrixt werden. Wahrscheinlich funktioniert das jetzt schon. Das sind doch nur Mini-PCs....Es wird sich meiner Meinung nach eine weitere Verunsicherung des Marktes ergeben. War es in der Vergangenheit nicht schon seltsam, dass derselbe Konzern, der bestimmte Musiker produzierte auch gleich die Brenner mit im Angebot hatte?

    Nein, diese Versprechungen bezüglich des postmodernen Kunden halten zwei Jahre - und nicht länger. Na, die Produktzyklen sind ja ohnehin recht kurz. Nein, die Philosophie der geschlossenen Markenanbindung des Kunden hat schon bei AOL nicht funktioniert.

    H.
  3. #22

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Internet bestimmt und verbindet das Leben der Menschen in aller Welt.
    Verbindet? Ja. Bestimmt? Naja.

    Aber die Kommunikation gerät zunehmend in die Hände einiger weniger Firmen und Anbieter, die sich Daten in nie gekanntem Ausmaß sichern und sie nutzen.
    Komischerweise lese ich das auch ständig in jedem erst- und drittklassigen Online-Medium, bekomme im privaten Umfeld davon aber genau nichts mit. Kann es sein, dass alle diese Hypes überhaupt nur in eben diesen Online-Medien stattfinden?
  4. #23

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Verbindet? Ja. Bestimmt? Naja.



    Komischerweise lese ich das auch ständig in jedem erst- und drittklassigen Online-Medium, bekomme im privaten Umfeld davon aber genau nichts mit. Kann es sein, dass alle diese Hypes überhaupt nur in eben diesen Online-Medien stattfinden?
    Bei den privaten Fernseh-Sendern habe ich oft so das Gefühl, die seien vollkommen - solipsistisch. Ein Kosmos für sich. Vor einigen Jahren war das noch deutlicher: Nachmittags die Talkshow, einmal wöchentlich ein Zusammenschnitt der Höhepunkte für die Fans, die was verpasst haben, dann ab 22 Uhr die satirische Auseinandersetzung damit. Aber mit Gefühl, seit man doch gemerkt hat, dieselben, die Talken gut finden sitzen auch noch davor.
    Bei den Stars, jetzt Promis ist es doch dasselbe. Einerseits tauchen sie im Lifestyle und in den Promimagazinen auf. Dann sitzen sie als vorbildhafte Plauderer in den beliebten Sendungen, wo ein Fachmann von nebenan, der auch Standup-Commmmediiiieeeen spielen kann, Hunde coacht und psychotherapeutisch behandelt. Ein grosser Kreislauf, der darauf beruht, dass alle diese Sender sich gegenseitig beobachten, sich selbst die Preise verleihen. Die merken noch nicht mal - trotz ihrer angelbich exakten Messmethoden - , dass ihnen der letzte Zuschauer schon davon gelaufen ist. Man genügt sich vollkommen selbst. (Das könnte man so richtig schön bedrückend darstellen....- glaube ich....)
    Bei mancher Trommelei um die neue Philosophie des vernetzten Menschen könnte es ähnlich sein.

    H.
  5. #24

    .

    Ich werd mir mal mehr Zeit dafür nehmen. Aber jetzt noch mal so…
    Die Sache ist allerdings ziemlich einfach. Es ist der Totalitätsanspruch, der die Argumentationen bezüglich des Netzes wie bei den Privatisierten Fernsehsendern ad absurdum führt.

    (Die so gut aufgestellten Öffentlich-Rechtlichen lasse ich mal aussen vor)
    Am Beispiel der Privaten ist das Absurde ja zum Greifen deutlich. Der Anspruch wurde Anfangs deutlich gemacht. Erstkonsumenten an sich binden, wegen Markentreue usw. Die Grenze wurde - nach Thomas Auskunft sogar willkürlich - bei 50 gezogen. Dieses war die Outgroup, die Kukidentgeneration, die die der Resteversorgung als Minderheiten den öffentlich-rechtlichen Anstalten überstellt werden sollten. Welche Euphorie... Welche grosschnäuzige Marktschreierei. Nicht-Schöne Amateurfernsehmacher ohne Archive und ohne Alles in Konfirmationsanzügen mit schönen Frauen an der Seite im Flair der Jugend.
    Inzwischen sind die Pioniere - ja auch Berlusconi - im "Rentenalter".
    Man muss ja nur kurz hinsehen, um festzustellen, dass der Lack jetzt ab ist. Mögen auch die Hälfte der hübschen italienischen Mädchen sich zu zweifelhaften Castingshows und Zeigeorgien drängen.

    Immer noch dasselbe "judendliche" Personal, das sich bewährt hat, führt durch die Sendungen. Im Grossen und Ganzen.
    Durch die mit den Privaten auch hier entstandene Promi-Vermarktung erscheint deutsche Öffentlichkeit weitgehend als kleinstädtisch, provinzlerische geschlossene Gesellschaft immer derselben Gesichter, aus denen die Kommentare zu den Weltbesten Partyhits der 1970, 1971, 1972, 1973 fallen. Bei diesem entropiegeleiteten Zirkus ist der Grund von Promi-Sein nebensächlich. Verdienst und Leistung kann schon im schamlosen Ausstellen seines Gesichts morgens vor dem Badezimmerspiegel sein. Mit Kommentaren in Richtung Camera. Oh, da ist ein Pickel.

    Mit dem Leitbild des Professors, des Gelehrten, des Schriftstellers soll niemand hier mehr was anfangen können. Diese Öffentlichkeit stellt ein der Entropie unterworfenes Dorf dar, das Deutschland nicht ist und nicht sein sollte. Bei den Gelehrten habe ich nicht den Zahnarzt, der qua Autorität des Kittels Zahnpasta verkauft im Auge, sondern Walter Jens, H. Böll, Grass, Heinz Haber, usw usw. Diese Figuren sind als Potential da. Fehlen die Krisenzeiten, die sie hervorbringt? Nein, eher ist es diese Struktur der Öffentlichkeit, die sich mit Sexsucht, Fading, Diät, Kochduellen verausgabt.
  6. #25

    Adel vernichtet 2 - Vergleich Netz

    Selbst- und Fremd-Outing wurde mit den Privaten - oder zu der Zeit, als die hier gefördert wurden, ja zum Thema. Vor Kurzem: Eine Mutter kommt in so einer Amateur-Realtiy-Folge nach Hause, es sitzen um den Küchentisch einer Wohnung im Kölner Plattenbau lauter 14-Jährige Mädchen mit Kurzhaarfrisur. Die 14-jährige Tochter wartet im Wohnzimmer auf Muttern und verklickert der, dass sie lesbisch sei. Happy End - Die Tochter macht ein Praktikum im Altenheim, oder fragt, ob das möglich sei. Mutter spricht mit der Freundin. Ich meine, da sollten die Erfinder von Outing doch Sturm laufen. Nein, man sieht Rosa von Praunheim mit Kuscheltieren in einer Dampfplauderrunde sitzen.
    (Das mit der Camera nehm ich zurück. Die Avantgarde ist ausgebrochen: Sowas häuft sich: Wenn ihr nicht dabei wäret (zur Camera), hätte ich dem längst schon einen in die Schnauze gehauen.)

    Wenn ich schon mal dabei bin: Netz: Gestern zeigte die lobenswerte! Sendeung "Hart aber Fair" kurz ein Bild mit zwei Zigarre rauchenden gut gekleideten Herren mit breitestem Siegergrinsen. Habe dann stundenlang im Netz gesucht, um herauszufinden, ob das ein Bild von Akteuren im Falle des Bankhauses Oppenheim war. Eigene Zigarrenfirma, Rennstall, usw.
    Bei Google heisst es bei der Bildersuche jetzt schon immer: unangemessenes Bild melden. Auch Wickipedia ist da sehr clean und sparsam. Einen Hinweis auf die preisgekrönte Dokumentation "Adel vernichtet" fand ich.

    Nein, Totalitäre Versprechen halten nicht. Und - auch wenn sich sehr viel geändert hat seit den Anfangsjahren der Republik, gibt es noch sehr viele Menschen, die sich nicht gerne filmen und fotografieren lassen. Das abgehobene weitgehend mit sich beschäftigte Medienraumschiff nimmt die nicht wahr, kann die nicht darstellen, also sind die nicht?

    Auf Grund dieser Erfahrungen - Macht halblang! Es kommt nicht Viel bei raus. Und dies Reinigen des Netzes - weniger um junge Leute vor Mobbing zu schützen, sondern um Machtinteressen und gierigen Menschen zu dienen zu dürfen, nimmt schon viel von seiner Attraktivität.
    Totalitarismus entfesselter Verkäufer.

    Hajü
  7. #26

    Adel vernichtet 3

    Der Professor Stürmer, der im Historkerstreit auf der für mich falschen Seite stand, macht in der Dokumentation "Adel vernichtet" eine ausgezeichnete Figur. Chronist des Bankhauses Oppenheim. Beim Sortieren und Umräumen fiel mir hier das Buch "Wagen und Wägen", jene Chronik in die Hände. Der Schwiegervater, später immer wieder auf der Suche nach seinen Wurzeln in der Nähe von Danzig, Stolp, hatte eine Vorliebe für den Historiker Krockow. Ich nehme an, deshalb musste er das Buch haben. Bin gespannt.

    Zwei Filmchen sind mir jetztlich aufgefallen: Der Quelle-Patriarch wird im grossen schwarzen Mercedes vorgefahren. Er sitzt hinten, der Fahrer steigt aus, zieht die Mütze und öffnet die Tür. Dann sieht man Gustav Schickedanz durch endlos wirkende Reihen von Tischen, an denen Damen in weissen Kitteln sitzen, mit Kleinteilen, Tüten, beschäftigt sind, gehen.
    Die Tochter kommentert - im Interview - diesen Film off. Immer sei er an den Abläufen interessiert gewesen.
    Dann sieht man die Ehefrau Schickedanz in den Privatjet steigen.

    Na, welch Kontrast zu den letztlich zu sehenden Bildern aus einem Versandzentrum. Logistikzentrum. Hier werden Pakete gepackt. Mit Aufklebern in der Hand geht es auf die Jagd nach den bestellten Artikeln. Aufkleber drauf, ab dann erledigt den Rest die minicomputergesteuerte fast schon mit Sinnesorganen versehene Riesenmaschine.
    Was mich am meisten erschüttert hat, der Konzern arbeitet im Saison-geschäft (wie zu dieser Jahreszeit) mit der doppelten Anzahl an Mitarbeitern. (Zeitarbeiter, Teilzeit, geringfügig...)

    Wer hat das möglich gemacht? Das nenne ich Flexiblität - gegenüber
    den unendlich wirkenden Reihen von Frauen, die ein geregeltes Einkommen hatten. (Zu Zeiten allerdings, wo es fast als unschicklich galt, wenn die Mutter das Schlüsselkind auf der Strasse spielen liess...)

    Im Umkreis des Skandals um das Bankhaus kann man noch etwas bemerken. Das Ziel einer Warenhauskette - Quelle - Karstadt und somit eines flächendeckenden Angebotes in einer Hand oder Organisation, treibt den Aktienwert in die Höhe - zunächst....

    Ziel war es, eine ganz grosse Firma zu bilden, einen Megakonzern - (vielleicht unter der Hand, um besser ausnehmen zu können... Die Bauten und Grundstücke in Bestlage waren ja die Sahneschnitte, die man im Auge hatte.) Stürmer spricht von der Grenze, ab der das Wachstum eines Imperiums zur Unregierbarkeit, zum Zerfall führt. Er spricht - naturgemäss - auch von Moral... und Traditionsbruch. (Ich suche es raus!)

    Wer hat das erlaubt, dass man solche Riesenkartelle gründen darf? Wer hat die Strukturen auf dem Arbeitsmarkt so geändert, dass der Unternehmer seiner Sozialbindung des Eigentums , seiner Verantwortung für Mitarbeiter - so sehr enthoben wurde.
    Die Gründerväter der Republik wussten sehr wohl von den Risiken der Marktwirtschaft - dieses: lies nach bei Marx, das hatten die alle noch getan.
    Daher Kartellgesetzgebung....

    Forts.
  8. #27

    Oje - Forts.

    Hab den Text zerschnitten, zweiten Teil in den Editor kopiert, dann ersten Teil abgeschickt, da kam der Blue-Screen. Muss gucken, ob ich den Rest noch in irgendwelchen Tiefen des Mini-PC wiederfinden kann.
    Jetzt habe ich aber keine Zeit mehr...

    Hajü
  9. #28

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Internet bestimmt und verbindet das Leben der Menschen in aller Welt. Aber die Kommunikation gerät zunehmend in die Hände einiger weniger Firmen und Anbieter, die sich Daten in nie gekanntem Ausmaß sichern und sie nutzen. So sehr sie unser Leben angenehmer und leichter machen - sind Amazon, Facebook, Google und Apple eher Segen oder Fluch des Internets?
    Amazon: verpackt schlampig
    Facebook: wird nicht genutzt, aus Prinzip
    Google: brauchbar, wie ein Werkzeug
    apple: OSX, iOS, iCloud ist alles ersetzbar; siehe windows7/linux, SelbstbauPC f. 250 euro, Ultrabooks, android, webOS(wird hoffentlich wieder kommen)

    Das Internet wird überbewertet!
  10. #29

    Ein Urteil

    kann man sich nur selbst bilden.
    Letztlich habe ich mir jenen Film von Wickileaks, der die grausame und zynische Tötungsaktion vom Hubschrauber aus im Irak zeigt noch mal genauer angesehen. Unheimlich, dieser absolut coole Diskurs der Piloten, Waffenoffiziere des/der Apache-Hubschrauber und das dann stattfindende aus der Totale gezeigte infernalische Verbrechen an den unbewaffneten Männern. Sogar durch Wände hindurch trifft das Ding...

    Allerdings kamen mir einige Zweifel. Da ist doch wieder die vergessene Camera, in diesem Falle mag sie auch noch Zielvorrichtung sein.
    Allerdings? Wo steht oder bewegt sich dieser Hubschauber die ganze Zeit, er kann ja nicht unendlich weit von den Männern sich weg befinden. Das wäre die Frage nach der Vergrösserung des Objektives. (Klar, der B-1-Bomber kann aus grosser Höhe ein Bild produzieren, das - obwohl er sich bewegt - fast still auf dem Objekt zu stehen scheint.
    Bleibt die Frage, warum denn die Männer sich minutenlang da in einer Gegend, die wohl zu den unsichersten dieser Stadt zu gehören scheint, regelrecht präsentieren? Als ob sie den, die Apache-Tötungsmaschinen nicht zu bemerken scheinen.
    Nein, dieser Film, der das Grauen dieser Abschlachtereien zeigt, lässt für mich eine Menge Zweifel offen. Auf welcher Seite steht Wickileaks denn eigentlich?