Mythen der Arbeit: Der Sozialstaat ist teuer und macht träge - stimmt's?

Wer den Sozialstaat pauschal verteufelt, sitzt gleich mehreren Irrtümern auf, sagt Arbeitsforscher Joachim Möller. So hat jeder, der arbeitet, mehr Geld als mit Hartz-Versorgung. Und in anderen Ländern sind die Kosten für Rente und Gesundheit oft nur scheinbar niedriger.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...800474,00.html
  1. #1

    Na da.......

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer den Sozialstaat pauschal verteufelt, sitzt gleich mehreren Irrtümern auf, sagt Arbeitsforscher Joachim Möller. So hat jeder, der arbeitet, mehr Geld als mit Hartz-Versorgung. Und in anderen Ländern sind die Kosten für Rente und Gesundheit oft nur scheinbar niedriger.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...800474,00.html
    ...bin ich mal gespannt auf die Nachrichten aus einem anderen Leistungsträgeruniversum.
  2. #2

    Kommt postwendend....

    Zitat von w.r.weiß Beitrag anzeigen
    ...bin ich mal gespannt auf die Nachrichten aus einem anderen Leistungsträgeruniversum.
    Kosten für Kanzleramt Bundeshaushalt 2005 = 1,4 Mrd.
    Kosten für Kanzleramt Bundeshaushalt 2012 = 1,9 Mrd.
    stetig steigend...... - allerdings damals -
    Beamte und Angestellte ca. 500 genau wie derzeit!

    Generell gibt es keine Zahlen (ausser man macht sich die Mühe alle Einzelhaushalte genau aufzuschlüsseln und herauszurechenen) zur Ministerial- und Politikfinanzierung in unserer Republik - sicher ist, diese Kosten steigen überproportional seit Dekaden!

    Das Kanzerlamt verschling mehr als das Doppelte jenes Betrags, den das sogenannte Bildungspaket für Bedürftige ausmacht - wobei dort nur ca. 70% der bewilligten Mittel abgerufen wurden und mehr als 50% dieser Mittel für die Verwaltung geopfert werden.

    Damit keine Mitnahmeeffekte entstehen!

    Aber all das sind keine Probleme, angesichts der ökologischen Katastrophen die wir aber glücklicherweise auch outsourcen konnten.

    Wobei in den 70ern gab es unter vielen Thesen (klar - alles nur Thesen und völlig abwegig....) eine - die von einer Versteppung und Verwüstung Mitteleuropas sprach.

    Wassermangel kann sich binnen einer Dekade maifestieren - tja, dann wären wir schön dabei - der Cayenne hat Sprit, aber das Frauchen liegt ausgedörrt im trockenen Swimming-Pool...............

    So werden wir wohl am Ende alle träge ;-)..... happy future!
  3. #3

    Theorie und Praxis

    "In jedem Fall hat jemand, der arbeitet, letztlich mehr in der Tasche als jemand, der ausschließlich Hartz IV bezieht."

    Es kommt ja nicht darauf an, was an Geld 'rüberkommt, sondern wie man damit leben kann. Und da geht's manchem Hartz-IV-Empfänger besser als mancher Familie mit drei Kindern. Die kann sich nicht immer Klassenfahrten und schicke Schultaschen leisten, so dass Kinder von Hartz-IV-Empfängern häufig besser ausstaffiert sind. Das ist halt der berühmte Unterschied zwischen Theorie und Praxis, der in der Praxis meist größer ist als in der Theorie.
  4. #4

    Gut,

    Zitat von karnayna Beitrag anzeigen
    "In jedem Fall hat jemand, der arbeitet, letztlich mehr in der Tasche als jemand, der ausschließlich Hartz IV bezieht."

    Es kommt ja nicht darauf an, was an Geld 'rüberkommt, sondern wie man damit leben kann. Und da geht's manchem Hartz-IV-Empfänger .....
    dass man darüber auch mal was positives hört, wollen sie hier gleich wieder eine neiddebatte lostreten?
    Es gibt auch leute, die können mit 4000 € nicht leben!
  5. #5

    ...

    Zitat von karnayna Beitrag anzeigen
    "In jedem Fall hat jemand, der arbeitet, letztlich mehr in der Tasche als jemand, der ausschließlich Hartz IV bezieht."

    Es kommt ja nicht darauf an, was.....
    Wenn man als Hartz4-Empfänger einen emsigen Sachbearbeiter hat, dann ist dieses Empfängerleben ziemlich unangenehm und die Sache nicht wert. Was anderes ist es, wenn man von denen mehr oder weniger Ruhe gelassen wird, also monatlich sein Geld bekommt, ohne ständig irgendwelche Auflagen erfüllen zu müssen. Nee, arbeiten, wenns irgend möglich ist, ist fast immer besser, wohl aber auch eine Charakterfrage.
  6. #6

    Wie,Wie?

    Zitat von karnayna Beitrag anzeigen
    "In jedem Fall hat jemand, der arbeitet, letztlich mehr in der Tasche als jemand, der ausschließlich Hartz IV bezieht."

    Es kommt ja nicht darauf an, .....
    Haben sie den Artikel nicht verstanden?
    "Eine Familie mit drei Kindern wo zumindest ein Elternteil erwerbstätig ist hat immer mehr Geld als eine entsprechende Hartz 4 Familie, da diese ihren Lohn bei entsprechend kleinem Verdienst aufstocken kann."

    Wenn diese nicht aufstocken, ist dies nicht nur unverantwortlich den Kindern gegenüber sondern auch deren eigene Schuld.Dann kann es natürlich sein das die Hartz 4 Familie mehr Geld hat.

    Und wenn dann das Geld immer noch nicht reicht ist dies wohl eher ein Problem des Haushaltens weil bei den Hartzern must dieses (weniger) Geld ja auch reichen.
  7. #7

    Endlich mal

    ein gut geschriebener Artikel zum Thema, der leicht verständlich für jeden ist.

    Ich kann den Inhalten und Aussagen dieses Artikels jedenfalls nur zustimmen. Mir ist der Sozialstaat auch die Steuern wert die ich zahle.

    Jedenfalls mehr Wert als der Bankenrettungsschirm, der letztlich Hartz IV für Superreiche ist.
  8. #8

    ...

    Zitat von sirius08/15 Beitrag anzeigen
    "Eine Familie mit drei Kindern wo zumindest ein Elternteil erwerbstätig ist hat immer mehr Geld als eine entsprechende Hartz 4 Familie, da diese ihren Lohn bei entsprechend kleinem Verdienst aufstocken kann."
    Es ließen sich jetzt noch diverse Dinge einwenden, zum Beispiel, dass der Arbeitnehmer auch Kosten hat, die er als Hartzler nicht hätte. Meiner Meinung nach sind diese Vergleiche aber Zeitverschwendung, weil sich immer ein Beispiel für diese oder jene Aussage finden- oder zurechtbiegen lässt.

    Der entscheidende Punkt ist der Einstieg ins Arbeitsleben. Was den angeht, macht der Sozialstaat ZU viele so träge, dass sie sich nicht bemühen und später keinen Anschluss mehr finden. Hier ist durch stärkere Differenzierung der Sozialleistungen gegenzusteuern.
  9. #9

    okay ...

    Ein "Wissenschaftler" mit politischen Sendungbewusstsein :)

    Einmal googlen und was findet man "Es gibt Spielraum für einen Mindestlohn" ...