Haben Prominente ein Recht, ihre Krankheit als Privatsache zu behandeln?

Krankheit oder Unglücksfall - wenn Prominente betroffen sind, ist ihnen öffentliches Interesse gewiss. Dass diese Form der Aufmerksamkeit nicht in allen Fällen angenehm ist, versteht sich. Aber wie viel Anspruch haben Prominente auf die Zurückhaltung der Medien? Oder haben Prominente generell ein Recht, ihre Krankheit als Privatsache zu behandeln?
  1. #30

    Promis

    Zitat von emschneider Beitrag anzeigen
    Nun ja, der Herr Rudi Assauer hat seine Krankheitsgeschichte an die Medien verkauft.

    Mit dem Hinweis, dass Alzheimer eine Volkskrankheit ist.
    Also dürften nun alle Alzheimerkranken ihre Geschichte an das angeblich seriöse TV und andere suspekte Medien verhökern.
    Wer sich zurückzieht, die Geier des Boulevards um Rücksicht bittet, der wird auch mit Respekt behandelt.
    Wer allerdings mit Trara in die Öffentlichkeit drängt...
    nun, der darf sich nicht beklagen.
    Das ist schon wahr, doch gewinnt die eine oder andere Krankheit mehr Aufmerksamkeit, wenn Prominente sie haben und es koennen dadurch mehr Forschungsgelder gesammelt werden. Nachdem bekannt wurde, dass Ronald Reagan Alzheimer's hatte, wurde dieser Krankheit mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Oder die Alkoholkrankheit von Betty Ford, die dann eine Klinik stiften konnte, die noch heute vielen Menschen Heilung bringt. Oder Michael J. Fox, dessen Bemuehungen um Parkinson-Krankheit viele Forschungsgelder eingebracht hat. Die AIDS-Gelder wuerden sicherlich auch nicht so frei fliessen, wenn nicht soviele Prominente daran erkrankt waeren. Es gaebe da noch viele Beispiele.
    Trotzdem bleibe ich dabei : es sollte dem /der Prominenten selbst ueberlassen werden, ob er/sie die Krankheit als letzten Auftritt inszeniert.
  2. #31

    Zitat von Websingularität Beitrag anzeigen
    Deren Krankheiten müssen öffentlich sein, damit das Publikum entscheiden kann, ob die Person weiterhin prominent sein darf.
    Wer prominent sein will, muss Opfer bringen!
    Dass Prominente überwiegend wohlhabend sind und sich bessere Medizin leisten können, ist häufig einem Publikum zu verdanken.
    Ich hab ein Interesse an den Krankheiten dieser Menschen.
    Andernfalls fühle ich mich betrogen.
    Dieses Privileg haben normale Menschen nicht.
    Also sollten sich Prominente dankbar zeigen und ihr Leid öffentlich machen.
    Ist das ironisch gemeint?

    Falls nicht: Ich sehe das genau andersrum. Jeder Mensch, egal ob prominent oder nicht, sollte grundsätzlich selbst darüber bestimmen können, ob über ihn berichtet wird oder nicht. Wenn also Brad Pitt und Angelina Jolie von heute auf morgen entscheiden, daß sie ihre Namen und Bilder nicht mehr in den Gazetten, im Fernsehen oder im Internet sehen möchten, dann sollte das auch so sein. Keine neuen Berichte, keine neuen Fotos, nichts, absolute Funkstille. Sie sollten in jeder Hinsicht, absolut und fast ausnahmlos (ihre Arbeit) für die Öffentlichkeit nicht mehr existieren.
  3. #32

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Oder haben Prominente generell ein Recht, ihre Krankheit als Privatsache zu behandeln?
    Was soll denn diese dumme Frage?
    Haben SIE ein Recht auf Privatsphäre?
  4. #33

    Zitat von sitiwati Beitrag anzeigen
    ... aber selber bestimmen,was das Volk sehen darf, geht nicht ..
    Doch, selbstverständlich geht das.
  5. #34

    .

    Zitat von GinaBe Beitrag anzeigen
    Allerdings ist mir keine Krankengeschichte bekannt, die ausgeschlachtet wurde. Da scheint das Recht auf Schutz der Privat- und Intimssphäre gegenüber öffentlich medialer Aufmerksamkeit noch zu greifen.
    2007 zerrte die Österreichische Illustrierte "News" das "Krebsdrama um Wolfgang Ambros" mit einem doppelseitigen Artikel in die Öffentlichkeit. Inklusive (erfundenem) tränenreichem Statement der Lebensgefährtin. Dem Musiker wurde Leberkrebs attestiert und sein naher Tod heraufbeschworen.
    Die Wahrheit war, dass bei Ambros im Zuge einer anderen Untersuchung erhöhte PSA-Werte festgestellt wurden. Ein danach diagnostiziertes Karzinom wurde erfolgreich behandelt. Das geschah eigentlich in aller Stille. Allerdings fiel es anscheinen jemandem auf, dass Ambros regelmäßig in einer Klinik erschien. Der gab der Presse einen Tipp, die den Musiker daraufhin mit Interview-Anfragen bedrängten und schließlich offen drohten, etwas zu erfinden, wenn Ambros nicht mit ihnen reden würde - was dann ja auch geschah.

    Ambros sah sich durch den erfundenen Bericht dazu genötigt, nun seinerseits doch eine Erklärung abzugeben und seine Erkrankung gezwungenermaßen öffentlich zu machen.
  6. #35

    Zitat von emschneider Beitrag anzeigen
    Nun ja, der Herr Rudi Assauer hat seine Krankheitsgeschichte an die Medien verkauft.
    Das war seine Entscheidung
    Zitat von emschneider Beitrag anzeigen
    Mit dem Hinweis, dass Alzheimer eine Volkskrankheit ist.
    Da hat er wohl recht.
    Zitat von emschneider Beitrag anzeigen
    Also dürften nun alle Alzheimerkranken ihre Geschichte an das angeblich seriöse TV und andere suspekte Medien verhökern.
    Natürlich, das steht jedem frei.
    Zitat von emschneider Beitrag anzeigen
    Wer sich zurückzieht, die Geier des Boulevards um Rücksicht bittet, der wird auch mit Respekt behandelt.
    So sollte es sein. Die Realität sieht aber anders aus. Zumindest bei Promis.
  7. #36

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ...haben Prominente generell ein Recht, ihre Krankheit als Privatsache zu behandeln?
    Schon die Frage ist bescheuert: jeder hat das Recht Privates als privat bandelt zu wissen.
  8. #37

    Zitat von emschneider Beitrag anzeigen
    Nun ja, der Herr Rudi Assauer hat seine Krankheitsgeschichte an die Medien verkauft.
    Falsche Antwort: es ging um die Frage, ob Prominente ein Recht haben, ihre Krankheit als Privatsachse zu behandeln, sprich darüber Stillschweigen verlangen zu können. Wer als Prominenter seine Krankengeschichte freigibt, will dieses Recht ja garnicht beanspruchen.
  9. #38

    Es gibt nicht einen Typ von Prominenten. Kunstfiguren wie Helge Schneider treten als Privatperson nicht in der Öffentlichkeit auf. Warum sollte der Darsteller der Helge Schneider spielt ausgerechnet wegen Krankheiten an die Öffentlichkeit gehen. Andere Promis sind nur deshalb berühmt weil sie alles in die Öffentlichkeit tragen und sei es noch so belanglos. Würden diese anfangen Dinge zu verheimlichen wäre das eine gewählte Karriereauszeit. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es von jeder Abstufung Promis. Dieter Bohlen ließ über seinen Penisbruch berichten, von seinen Zahnimplantaten, die er offensichtlich hat, laß ich nichts. Das passt zu seinem Image und wurde von ihm abgewogen. Er ist teilweise Kunstfigur, teilweise echt.
    Wenn Horst Schlämmer klagt "Isch habe Rücken" find ich das lustig. Hape Kerkeling wünsche ich dagegen dass er gesund bleibt. Bleibt er es nicht soll er es von mir aus bitte für sich behalten.
    Monica Lierhaus geht mit einigen Aspekten ihrer Erkrankung sehr offen um. Sie bestimmt was privat bleibt und hat wie ich finde eine gute Balance getroffen.
    Frau Lierhaus rechne ich ihren Umgang mit der Öffentlichkeit sehr hoch an.
  10. #39

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Krankheit oder Unglücksfall - wenn Prominente betroffen sind, ist ihnen öffentliches Interesse gewiss. Dass diese Form der Aufmerksamkeit nicht in allen Fällen angenehm ist, versteht sich. Aber wie viel Anspruch haben Prominente auf die Zurückhaltung der Medien? Oder haben Prominente generell ein Recht, ihre Krankheit als Privatsache zu behandeln?
    Prominente haben auf jeden Fall das Recht, ihre Krankheiten als Privatsache zu handhaben. Auf viel Unverständnis treffen natürlich genau die Promis, die in der Regel überhaupt nichts als Privatangelegenheit betrachten und jeden einzelnen Schritt mit der Öffentlichkeit teilen. Und dann soll auf einmal die eigenen Schwäche, nämlich eine Krankheit, nicht öffentlich sein? Das können viele Fans dann schlecht nachvollziehen.