Sollte die Bundesregierung im Streit um Eurobonds nachgeben?

Über die Bedingungen einer gemeinsamen europäischen Wirtschaftspolitik streiten die EU-Staaten seit Monaten. Einer der Streitpunkte ist der Umgang mit den Schulden. Viele Staaten sind für die Ausgabe von Eurobonds, bisher wehrte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel strikt dagegen. Wird sie deutliche Kompromisse machen müssen? Sollte Deutschland im Streit um Eurobonds lieber ganz nachgeben?
  1. #50

    Will ich nicht!

    Zitat von Ökopit Beitrag anzeigen

    [B]



    Da der EURO "zu deutschen Bedingungen" (Maastricht-Kriterien) eingeführt wurde, ist er nichts anderes als eine "D-Mark II" - mit den gleichen Folgen für unsere Nachbarn, nur das die sich jetzt nicht mehr mit Abwertung wehren können!

    Und deshalb gibt es m. M. n. nur zwei Lösungen:

    1.) Über "Euro-Bonds" zur wirklichen "europäischen Wirtschaftsunion" und mittelfristig zum Bundesstaat Europa oder

    2.) "wir" (Deutschland) verärgern unsere Nachbarn so lange weiter, bis die sich militärisch wehren!
    Weder 1 noch 2 möchte ich sehen. Mit den Mediteran-Staaten können wir unsere Lebensart nicht in Einklang bringen. Warum auch? Sollen wir etwas griechischer, spanischer usw. werden und die wiederum etwas deutscher?
    Nein, D. sollte den Klub "der Unpassenden" (EU * Währungsraum) verlassen und die DM einführen, welche zum "Resteuro" sowie anderen Währungen zum Börsenkurs verrechnet wird.
    Jedem das seine.
  2. #51

    Was Sie verhindern wollen ist doch schon längst Realität

    Zitat von stimmedesvolkes2011 Beitrag anzeigen
    Natürlich nein! ZUerst die gemeinsame Fiskalpolitik , dann die Eurobonds... anders macht alles keinen Sinn!

    Und noch eins! : Das ganze Eurotheater und der niedrige Kurswert zum Dollar dient doch momentan nur allen!!
    China kann noch günstig wertlose Dollar in wertvollere Euros umtauschen,die USA kann noch für Ihre wertlosen Dollar richtig günstig in Dollar einkaufen und die europäschischen Exportländer profitieren von einem niedrig gehaltenen Euro...

    wir sollten nicht so aufgeregt sein, die anderen sind schlechter wie wir... und das wissen eientlich alle...
    Denn merke: Geld geht immer dahin, wo sich die höchste Rendite ergibt. Und wenn selbst Anleihen mit höheren Zinsen durch den gehebelten EFSF gesichert werden, geht der Geldanleger überhaupt kein Risiko mehr ein.
    Die einzige verbleibende Alternative wäre demnach, D-Mark drucken, Banken für vier Tage schließen und danach Deutschland raus aus dem EURO.
  3. #52

    Das wahre problem der EU

    Das kommt aus den Untiefen der ganzheitlichen Politik, d.h. ist kompletter Unsinn:

    Herman Van Rompuy. Nachdem dieser Herr in Belgien komplett versagt hatte, kamen die Chefs und fanden "Du Herman, machs nochmal, aber diesmal mit Exponent! Fail big!"

    Wie gesagt, ganzheitlich gesehen.
  4. #53

    Zitat von wolfgangotto Beitrag anzeigen
    Die einzige verbleibende Alternative wäre demnach, D-Mark drucken, Banken für vier Tage schließen und danach Deutschland raus aus dem EURO.
    Das kommt sowieso, denn auf eine funktionierende Währung kann kein Staat auf Dauer verzichten.
  5. #54

    Zitat von chrimirk Beitrag anzeigen
    Es würde reichen, D. verlässt den Euroraum, setzt als Nationalwährung die DM wieder ein und verrechnet deren Kurs wie zu Zeiten des ECU = Verechnungseinheit. Somit können alle machen was sie wollen, ihre Währungen (selbst als "Resteuro") passen sich im Wert schnell an die Realitäten an. Und Euro-Bonds wären eine von vielen Möglichkeiten. Man kann sie kaufen oder auch nicht.
    Aufhören könnte dann auch die hässlichen und abstossenden anti-deutschen Tiraden im Ausland. Der große "Störenfried" wäre aussen vor, die "Guten" könnten gut weiterleben.
    Hallo,

    dies entspricht nicht nur meiner Meinung, sondern - ds bin ich mir sicher - auch der mehrheitlichen Auffassung aller Bürger. Angesichts der derzeitigen Diskussion - auch die TV-Medien agieren hier m.E. sehr einseitig - könnte man gerade meinen, vor dem Euro hätte Europa nicht existiert. Wenn man weiterhin - ohne vorherige politische Union - auf dem Euro beharrt, werden wir die Zustände in Spanien und Griechenland auch bald bei uns haben.
    Eine Wiedereinführung der D-Mark würde zwar anfänglich zu geringeren Exporten, weniger Wachstum und evt. auch zu höherer Arbeitslosigkeit führen. Mittel- bis langfristig würde sich aber eine starke Mark - wie früher - gesamtwirtschaftlich auswirken. Schließlich verfügt Deutschlland über einen Wirtschaftsraum mit über 80 Millionen Menschen, einer gefestigten Infrastruktur und ein (noch) stabiles soziales System. Die Aufgabe der finanzpolitischen Souveränität würde m.E. in einer Katastrophe enden. Noch kann dies abgewendet werden.
    Frau Merkel sollte endlich einsehen, dass nicht nur die Deutschen so eine EU nicht wollen (Stichwort: Demokratie). Reicht dies nicht um was zu verändern?
    mfg
  6. #55

    Nachgeben? Auf keinen Fall!

    Es gibt eine ganz einfache Methode, den ganzen Spuk sofort zu beenden: Die Schuldenstaaten setzen ihre riesigen Vermögen als Sicherheiten, bzw. hinterlegen sie oder lassen sie verbriefen durch ESFS oder EZB. Dann kriegen sie sofort wieder Geld zu Traumkonditionen geliehen.

    Wenn Gemeinschaftsanleihen aufgelegt werden sollen, dann müssen die zumindest nach den Anteilen der Herkunftsstaaten der Gläubiger und nicht nach denen der Wirtschaftskraft der Eurostaaten strukturiert sein.

    Sonst kommt es zu solchen Monstrositäten, daß ein Armer-Schlucker-Staat, wie z. B. Slowenien am Ende für z. B. frz. Banken haften darf, die über Gemeinschaftsanleihen Italien finanzieren.

    Das ist es doch, was die Leute in den Wut bringt, wenn sie schuldlos für andere haften sollen, die das Geld verjuxen und sich mit den Früchten fremder Arbeit einen Lenz machen. Wenn dann noch offensichtlich ist, daß die sich selbst helfen könnten, es aber drauf ankommen lassen, dann ist das Maß endgültig voll.
  7. #56

    Zitat von petrocelli Beitrag anzeigen
    Eine Wiedereinführung der D-Mark würde zwar anfänglich zu geringeren Exporten, weniger Wachstum und evt. auch zu höherer Arbeitslosigkeit führen. Mittel- bis langfristig würde sich aber eine starke Mark - wie früher - gesamtwirtschaftlich auswirken.

    Eine Wiedereinführung der D-Mark würde zu gewaltigen Kapitalabflüssen aus allen stolpernden Volkswirtschaften führen.
    Alle italienischen, griechischen, portugiesischen, spanischen, irischen und danach auch alle französischen Banken würden gestürmt.
  8. #57

    Einbruch muss nicht sein!

    Zitat von petrocelli Beitrag anzeigen
    Hallo,


    Eine Wiedereinführung der D-Mark würde zwar anfänglich zu geringeren Exporten, weniger Wachstum und evt. auch zu höherer Arbeitslosigkeit führen. Mittel- bis langfristig würde sich aber eine starke Mark - wie früher - gesamtwirtschaftlich auswirken. Schließlich verfügt Deutschlland über einen Wirtschaftsraum mit über 80 Millionen Menschen, einer gefestigten Infrastruktur und ein (noch) stabiles soziales System. Die Aufgabe der finanzpolitischen Souveränität würde m.E. in einer Katastrophe enden. Noch kann dies abgewendet werden.
    Frau Merkel sollte endlich einsehen, dass nicht nur die Deutschen so eine EU nicht wollen (Stichwort: Demokratie). Reicht dies nicht um was zu verändern?
    mfg
    Wir exportieren nicht nur sehr viel, sondern importieren fast genauso viel (ca 1 200 Mrd. € Export/1 100 Mrd. Import), hinzu kommen noch recht gewaltige Ausgaben Deutscher im Ausland als Touristen. Beim Aufwerten der DM, würden Importe und Auskandsreisen ebenso billiger. Insgesamt gleicht sich das vermutlich aus. In der Übergangszeit würde es strukturelle Anpassungsprobleme geben. Nun, Probleme zu lösen und neue Strukturen zu schaffen, ist uns ja nicht ganz fremd ;-). Ich erinnere an die Riesenaufgabe "Deutsche Einheit". Da hat uns auch niemand geholfen, wir mussten da alleine durch und das ist auch gut so.
    Übrigens: fast 50 % unser Staatsschulden sind durch die Vereinigungslasten entstanden. Wir haben dennoch nicht nach Euro-Bonds, Rettungsschirm, Hebel und anderem Unsinn mehr, gerufen.
    Nein, Ärmel hoch und dawaj. Wenn dann noch eine ordentliche politische Klasse bei uns an der Macht wäre, dann könnte das Paradies nicht mehr weit sein. :))
  9. #58

    So optimistisch wie Sie ...

    Zitat von delinquent Beitrag anzeigen
    ...Die Merkeline hat sich nur zum Zwecke ihres eigenen Machterhalts dagegen gesträubt.
    Da mögen die Dinge nun kommen wie sie sowieso von Anfang an unabwendbar waren.

    Das zahlt sich bei den nächsten Wahlen aus und war ein diplomatischer Schachzug mit Präventivwirkung.
    ... kann ich da nicht sein!

    Blicken Sie bitte nur gut 90 Jahre in der Geschichte zurück!

    Der 1. Weltkrieg war für Deutschland im Herbst 1918 (obwohl Russland als "Gegner" schon ein Jahr früher ausgeschieden war und die Westfront immer noch tief in Frankreich verharrte) nicht mehr militärisch zu gewinnen!

    Also war es klug, "Frieden" zu schließen!

    Dieser Frieden führte in Deutschland aber zur "Dolchstoß-Legende", einer Legende die letztendlich eine Regierung in Deutschland an die Macht brachte, welche dies - 20 Jahre später - militärisch zu korrigieren suchte!

    Jetzt ist zwar nicht mit einem "deutschen Angriff" zu rechnen, aber da ich davon ausgehe, dass Merkel (die sich ziert, "vernünftig zu entscheiden" und es deshalb - auch für Deutschland - nur unnötig teurer macht) nicht durch einen vernünftig entscheidenden Nachfolger ersetzt wird, sondern durch einen, der Deutschland aus dem EURO holt (und damit zu einer extremen Aufwertung der "neuen D-Mark" und zum wirtschaftlichen Untergang unserer Nachbarn beiträgt), schließe ich eine militärische Eskalation (alle - einschließlich China - gegen Deutschland) leider nicht mehr aus, denn bei einem Ausstieg Deutschland's aus dem EURO, aber auch bei einer nur konsequenten Umsetzung "aktueller Sparbeschlüsse" verlieren alle außerhalb Deutschland's (d. h., alle, die nicht an genügend "neue D-Mark" kommen können) so viel Geld, dass sie sich an Deutschland rächen werden!!!

    P.S.: Beim Geld hörte schon immer jede Freundschaft auf!
  10. #59

    Der Euro und das Wursteln...I

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Über die Bedingungen einer gemeinsamen europäischen Wirtschaftspolitik streiten die EU-Staaten seit Monaten. Einer der Streitpunkte ist der Umgang mit den Schulden. Viele Staaten sind für die Ausgabe von Eurobonds, bisher wehrte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel strikt dagegen. Wird sie deutliche Kompromisse machen müssen? Sollte Deutschland im Streit um Eurobonds lieber ganz nachgeben?
    Es ist eine komplexe Frage und nicht einfach zu beantworten; einen Versuch will ich wagen und dazu muß ich etwas ausholen.
    Seit vor zwei Jahren mit Hellas die Eurokrise begann haben die Verantwortlichen diverse Mittel ausprobiert, Hilfsfonds, Sparmaßnahmen in den diversen Ländern, Einbeziehung des IWF ecc.. Gemeinsam ist den Bemühungen, daß man immer nur soviel tun wollte wie es gerade notwendig war. So die Krise lösen zu wollen ist aber ein Trugschluss. Das Grundproblem des € ist der Fakt, daß eine einheitliche Währung vollkommen differenten Volkswirtschaften ohne vorheriger Harmonisierung des Arbeits-, Steuer- und Wirtschaftsrechts übergestülpt wurde. Die Währung hätte wennschon am Ende und nicht am Anfang eines Prozesses stehen müssen. Des weiteren sind die Märkte immer noch sehr dereguliert und die "Spekulation" kann ein €Land gegen die anderen ausspielen, des weiteren sind generell die Einnahmen(betrachtet wird leider immer nur die Ausgabenseite) der Staaten zu gering und nicht weniger Sektoren tragen zu wenig bis gar nicht zum Unterhalt des Staates bei(löbliche Ausnahmen bsw. die Skandinavischen Länder und die Schweiz). Über diese zwei Jahre wurde die Krise immer nur mit Plazebos und Pflaster kuriert, die Verantwortlichen der großen Länder schielen immer nur auf die Innenpolitik und entscheiden nur das Allernotwendigste. In Deutschland war das nicht anders und die Politik drückte sich um klare Entscheidungen und hoffte sich durch die Krise durchwursteln zu können (fast schon Italienische Politik ;). Da sich die Krise aber nun bis Italien, Frankreich und seit 3 Tagen auch bis Deutschland durchgefressen hat, muß sie sich nun entscheiden, das was Fr. Merkel so nie wollte...
    Für den Erhalt des € oder seinen default...
    Will man den € erhalten so führt kein Weg an der "Druckerpresse", QE und in ferner Zukunft wohl auch €Bonds, vorbei. Das heißt Vergemeinschaftung der Schulden, gemeinsamere Fiskal- und Wirtschaftspolitik und mehr Kontrolle bzw. auch Durchgriffsrechte auf die nationalen Haushalte durch die EU und seiner Kommisssion. Will man das nicht so scheitert der € und die €Zone bricht auseinander. Banken und Versicherungen planen bereits diesen Kasus B und er wird in angesehenen Medien bereits durchgespielt bzw. die Konsequenzen werden erörtert...
    The costs of break-up
    After the fall
    The aftermath of disaster is all the more frightening for being incalculable
    http://www.economist.com/node/21529046
    Fortsetzung...