Spurensicherer bei der Arbeit: "CSI erschwert unsere Arbeit"

Mit Pinselchen und Taschenlampe stellen sie schweren Jungs nach: Die Spurensicherer der Polizei sind die Experten am Tatort und arbeiten einer Armada von Spezialisten zu. Mit TV-Krimis hat ihre Arbeit wenig zu tun - dafür oft mit ordnungsfanatischen Opfern, die ihre Wohnung blitzblank putzen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...798704,00.html
  1. #1

    Opfer

    Also jetzt müssen auch die Opfer für Ordnung sorgen. Täterschutz vor Opferschutz.
  2. #2

    t

    und Computer mitnehmen.
    Das scheint wohl standard bei denen zu sein. Was das bei einem Opfer in der Wohnung für Sinn macht sei mal in den Raum gestellt...
  3. #3

    Sonne- Strand - Sonnebrille

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit Pinselchen und Taschenlampe stellen sie schweren Jungs nach: Die Spurensicherer der Polizei sind die Experten am Tatort und arbeiten einer Armada von Spezialisten zu. Mit TV-Krimis hat ihre Arbeit wenig zu tun - dafür oft mit ordnungsfanatischen Opfern, die ihre Wohnung blitzblank putzen.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...798704,00.html
    Ach, ich glaube unsere Experten sind nur neidisch auf Lt. Horatio un Co., daß die immer so schicke Sonnebrillen aufhaben und mit geilen Hummer durch die Gegend fahren.
    Das gleiche Problem unserer Ordungshüter wie damals in der guten alten Miami Vice Zeit. Nur damals waren es halt Sportautos wie Ferrari statt coole Geländewagen.
  4. #4

    Die Ersten am Tatort...

    sollten doch eine ausgebildete Fachkraft dabei haben, die sich um die im Allgemeinen anzutreffenden Opfer professionell kümmern kann. Oder schubst man die Opfer einfach beiseite. Das deutsche Recht kümmert sich eben doch meist nur um das Täterbefinden. Das ist zwar auch wichtig bis die Schuldfrage geklärt ist, aber die Opfer fallen in diesem Land sehr oft hinten runter.
  5. #5

    Tjaja ...

    Tjaja. Die Spurensicherer haben jetzt dank den gefühlten unzähligen CSI-Serien das gleiche Problem wie unsere Richter und Staatsanwälte, als vor 10 Jahren oder länger diese ganzen Richterin Barbara Salesch, Richter Alexander Hold und die unzähligen anderen aufgetaucht sind:

    * Mordfall in 30 Minuten von der Anklageverlesung bis zum Urteil abgehandelt ... kein Problem
    * 10 Sekunden vor der Urteilsverkündung rennt dann immer noch der entscheidende Zeuge in den Gerichtssaal rein, der dem Fall die 180°-Wende beschert ... absolute Normalität
    * Staatsanwalt und Verteidiger beschimpfen sich im Gerichtssaal dermaßen, dass sie sich selbst gegenseitig wegen Beleidigung anzeigen könnten ... völlig alltäglich
    * sich prügelnde Zeugen und Angeklagte bei fast jeder Verhandlung ... naja, wieso auch nicht?

    Ich hab vor 6 oder 7 Jahren (als ich noch jung war ;-) mal ein paar Wochen lang ab und zu solche Gerichts-Shows angeschaut. Damit hab ich dann sofort wieder aufgehört, nachdem ich ein paar mal im örtlichen Amtsgericht bei uns als Zuschauer ein paar echte Verhandlungen angeschaut hab, die ja öffentlich und in der Regel für jedermann zugänglich sind, wenn nicht gerade Sachen gegen Jugendliche verhandelt werden. Danach hab ich mich gefragt, warum sich echte Richter und Staatsanwälte überhaupt für solche derart überzogenen und absolut unrealistischen Fernseh-Shows hergeben, die nur auf Effekt und Einschaltquote getrimmt sind ... furchtbar.
    Ähnlich wird es den Spurensicherern auch gehen.

    MfG
  6. #6

    Der Sinn ist recht einfach...

    Zitat von loncaros Beitrag anzeigen
    Das scheint wohl standard bei denen zu sein. Was das bei einem Opfer in der Wohnung für Sinn macht sei mal in den Raum gestellt...
    ...kann ich mir denken. Ein Computer, ob vom Opfer oder möglichen Täter, ist wie ein Spiegel der Person der er gehört!

    Hier stehen oft vertraulichste Daten, Gedanken und Briefe aus denen sich einfacher ein Personenprofil erstellen lässt als durch jede Befragung/ Vernehmung. Solch ein Computer, von Spezialisten ausgewertet, lässt oft Täter- Opferbeziehungen über einen längeren Zeitraum betrachten. Gelöscht ist ja noch lange nicht wirklich gelöscht... oder wissen Sie dies etwa nicht? Und Festplatten haben heute ganz andere Dimensionen als früher... die Möglichkeit für den Rechner, für neue Daten "noch ein freies Plätzchen" zu finden sind immens gewachsen.

    Also, ich würde auch erst den Computer, dann das Handy und danach, na ja, was sonst noch so anfällt.
  7. #7

    Festplattendaten sind sehr persönliche Daten

    Zitat von Hemul Beitrag anzeigen
    Hier stehen oft vertraulichste Daten, Gedanken und Briefe aus denen sich einfacher ein Personenprofil erstellen lässt
    Genau! Und gerade das dürfte deswegen doch wohl ganz schnell die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen verletzen. Deswegen kann ich gar nicht glauben, daß die Computer ohne richterliche Anordnung so einfach konfisziert werden können, schon erst recht nicht, wenn es hier um das Opfer geht.
    Naja, vielleicht ist es auch gar nicht so dramatisch, wie ich es mir ausmale. Aber dennoch, wenn ich lese, daß Leuten nur wg. eines Verdachts gleich der Computer konfisziert wird und denen Leute damit, ohne daß ihre Schuld erwiesen ist oder sie in U-Haft sind, damit ihr Arbeitsgerät entrissen ist... Da sollte es doch wohl reichen, eine Kopie der Daten anzufertigen. Für sowas gibt's schließlich einfach Lösungen in den allermeisten Fällen (einzige mir bekannte Ausnahme: Hardware-verschlüsselte Platten).
  8. #8

    Ein Friseur, der Spuren sichert.

    Da wird mir ja Angst und Bange. Ich dachte solche Sachen machen Biologen oder Leute mit langjähriger Erfahrung im kriminaltechnischen Labor.
  9. #9

    Ja, aber...

    Zitat von dt1011047 Beitrag anzeigen
    Genau! Und gerade das dürfte deswegen doch wohl ganz schnell die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen verletzen.
    ...deswegen muss es doch - vor allem im Sinne der Opfer (der Opfer-Todesfall ist hier gemeint) - möglich sein eventuelle Beziehungen o.ä. schnellst möglich darzustellen.
    Deswegen kann ich gar nicht glauben, daß die Computer ohne richterliche Anordnung so einfach konfisziert werden können, schon erst recht nicht, wenn es hier um das Opfer geht.
    Na ja, sicherlich nicht bei einem einfachen Einbruch o.ä. aber bei einem Kapitalverbrechen. (Mord, Todschlag u. Entführung) Ob hier eine richterliche Anordnung nötig ist oder nicht, ist zunächst ja nicht Thema des obigen Beitrages, sondern ist sicherlich Teil der ganzen Notwendigkeiten.

    Naja, vielleicht ist es auch gar nicht so dramatisch, wie ich es mir ausmale. Aber dennoch, wenn ich lese, daß Leuten nur wg. eines Verdachts gleich der Computer konfisziert wird und denen Leute damit, ohne daß ihre Schuld erwiesen ist oder sie in U-Haft sind, damit ihr Arbeitsgerät entrissen ist... Da sollte es doch wohl reichen, eine Kopie der Daten anzufertigen. Für sowas gibt's schließlich einfach Lösungen in den allermeisten Fällen (einzige mir bekannte Ausnahme: Hardware-verschlüsselte Platten).
    Wie die letztlich technische Lösung dieses Problems gehandhabt wird,ob nun durch Festplattenspiegelung o.ä. war auch nicht Gegenstand der obigen Ausführungen. Dies ist letztlich auch unerheblich wie dies technisch gelöst wird. Solche, in die Persönlichkeit eingreifenden Dinge in dieser Dimension werden sicherlich nicht bei jedem Wald- und Wiesenverbrechen sondern nur bei schweren Straftaten, wie oben erwähnt eingesetzt und sind letztlich gesetzlichen Regelungen unterworfen, die hier gar nicht Gegenstand der Betrachtung waren sondern nur, wie Spurensicherer vorgehen.