Braucht der Bund mehr Kompetenz in der Bildungspolitik?

Der Föderalismus ist ein politischer Grundpfeiler Deutschlands. Aber wie sinnvoll ist er heute auf dem Feld der Bildung? Die Frage der schulischen Ausbildung sowie der Zukunft der Universitäten verlangt nach grundlegenden Maßnahmen, um Deutschlands internationale Stellung zu verbessern. Braucht hierzu der Bund mehr Kompetenz in bildungspolitischen Entscheidungen?
  1. #10

    does not work

    Zitat von Marco Z. Beitrag anzeigen
    Dass Kinder, Jugendliche und Studenten auf hohem Niveau lernen können machen doch die Bayern vor. Die Kinder dort sind nicht von Natur aus schlauer, man fordert sie nur mehr.
    In Skandinavien machen 70% eines Jahrgangs Abitur, im weltweiten Durchschnitt 50%. In Bayern machen 20% eines Jahrgangs Abitur. Das bayrische Bildungs- und Schulmodell ist für die Katz. Bildungspolitik kann man von allen möglichen Leuten machen lassen, aber nicht von Konservativen.
  2. #11

    ...

    Zitat von Anton T Beitrag anzeigen
    In Skandinavien machen 70% eines Jahrgangs Abitur, im weltweiten Durchschnitt 50%. In Bayern machen 20% eines Jahrgangs Abitur. Das bayrische Bildungs- und Schulmodell ist für die Katz. Bildungspolitik kann man von allen möglichen Leuten machen lassen, aber nicht von Konservativen.
    ... und die Krankenschwestern haben studiert ...

    Viele Ausbildungsabschlüsse, die bei uns den Zusatz "staatlich geprüfter XYZ" tragen, sind anderswo universitäre Abschlüsse. So What.
  3. #12

    Einflusszuwachs der Industrie gegenüber der Politik

    „Bessere Bildung“ was soll das sein ? Meint man damit etwa ein noch mehr vollpumpen mit Wissen in der Art, wie man eine Computerfestplatte mit Daten füllt ?

    Frühere Generationen haben z.B. noch etwas über „Eigenschaftsworte, Wieworte, Tuworte“ usw. beigebracht bekommen.
    Dennoch war und sind diese hier vergleichsweise „ungebildeten“ Generationen zum Großteil durchaus in der Lage wörtlich wie auch schriftlich sinnvolle und allgemeinverständliche Sätze zu bilden.
    Heute werden die Schüler mit entsprechenden Fremdwörtern (etwa „Plusquamperfekt“) fast schon belästigt als ob die Schulen alle Schüler zu halben Sprachwissenschaftlern ausbilden wollten. Schaut man bei Wikipedia unter „Wortart“ (und darin weiterführenden Verweisen) nach, stellt sich die Frage, wer das alles wissen muss solange er kein Sprachwissenschaftler werden, oder aber seinen Mitmenschen mit Fremdworten lediglich imponieren will, das kann ja auch sein.
    Aber deshalb geistreicher ist die Sprache, Schrift und Denke dieser jüngeren „übergebildeten“ Generationen auch nicht geworden. Eher findet eine Verarmung der Sprache statt.
    Statt etwas z.B. schön, angenehm, graziös, filigran, lieblich usw. zu nennen (was auch immer etwas mit Preisgabe von Gefühlen zu tun hat) wird alles etwas hölzern und „gefühlsängstlich“ mit dem Ausdruck „geil, voll geil, voll cool“ usw. abgehandelt.
    Und durch die inflationäre Verwendung dieser z.T. durchaus originellen und lustigen „Smilies“ in Internetforen scheinen immer mehr Menschen bereits verlernt zu haben, ohne Zuhilfenahme dieser Bildchen, also rein durch die Kraft der Worte einerseits auszudrücken, andererseits zu erkennen, ob etwas freundlich, ironisch oder zynisch gemeint ist.

    Also konnte die „Überbildung“ diese Verarmung der Sprache auch nicht verhindern.

    Noch vor einigen Jahrzehnten begannen viele bereits mit 14 Jahren (einige sogar schon mit 13 Jahren) ihre Lehre. Da leuchtet ein, das hier die Berufsausbildung weit über die reine fachliche Ausbildung hinausgehen musste. Ausbilder hatten auch ein Stückweit quasi in Fortsetzung zur Schule auch noch „erzieherische“ Aufgaben zu erledigen. Das war aber kein Thema in einer Zeit, in der eine Firma ihren guten Ruf ein Stückweit aus der Qualität ihrer Ausbildung nährte.

    Aber nicht nur diese erzieherischen Aufgaben sondern auch die fachliche Ausbildung sind immer weniger Firmen bereit, selbst zu leisten. Am liebsten währen ihnen schon von den Schulen fertig ausgebildete neue Mitarbeiter zu erhalten.
    Hierin sehe ich mit einen Grund, warum Schülern immer mehr Wissen eingebläut wird, sie zu „Universalwissenden“ in allen erdenkliche Fachbereichen gemacht werden sollen, damit die Firmen weniger Aufwand mit der speziellen Ausbildung haben.

    Wenn sich ein junger Mensch dann etwa zum Schlosserberuf entschieden hat, kann er all das ihm eingebläute Wissen, das er für diesen Beruf aber nicht benötigt, in die Tonne kloppen bzw. wird ihm über die Jahre sowieso das brachliegende Wissen ganz entfleuchen.

    Also auch hier ein Einflusszuwachs der Industrie gegenüber der Politik.
    Nicht nur Gewinne werden privatisiert und die Verluste sozialisiert, sondern auch die Ausbildung bis in berufsspezifisch Bereiche hinein soll die Allgemeinheit tragen, damit die Unternehmen, möglichst schnell und kostengünstig ihre Gewinne aus dem neuen Mitarbeiter ziehen können.
    Generelle Verkürzungen von Ausbildungszeiten sind bestimmt schon angedacht...
  4. #13

    der Hase

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    ... und die Krankenschwestern haben studiert ...

    Viele Ausbildungsabschlüsse, die bei uns den Zusatz "staatlich geprüfter XYZ" tragen, sind anderswo universitäre Abschlüsse. So What.
    Ich rede von Äpfeln, sie fangen von Birnen an. Mein Punkt war das Schulsystem VOR der Berufsausbildung. In Skandinavien gibt es seit Jahrzehnten die 9- oder 10-jährige Gemeinschaftsschule. Dabei kommt dann 70% Abiturientenquote eines Jahrgangs raus. Die CDU/CSU hat mit einigen Jahrzehnten Verspätung nun doch begriffen, daß es nicht schlau ist, Kinder nach 4 Jahren Grundschule an der Bildungsrampe zu selektieren und verabschiedet sich mit Bauchschmerzen von der Hauptschule. Deutschland kann es sich nicht länger leisten, von Leuten regiert zu werden, die erst mit einigen Jahrzehnten Verspätung kapieren, wo der Hase lang laufen sollte.
  5. #14

    ...

    Zitat von schmalhans Beitrag anzeigen
    „Bessere Bildung“ was soll das sein ? Meint man damit etwa ein noch mehr vollpumpen mit Wissen in der Art, wie man eine Computerfestplatte mit Daten füllt ?

    Frühere Generationen haben z.B. noch etwas über „Eigenschaftsworte, Wieworte, Tuworte“ usw. beigebracht bekommen.
    Ob das nun Substantiv oder Dingwort heißt, ist völlig unerheblich. Man muß verstehen, was das bedeutet, und daran scheitern die Schulen. Ich habe Sprache erst begriffen, als ich Latein gelernt habe. In der eigenen Muttersprache begreift man das nicht, weil man es instinktiv benutzt - und zwar so, wie man es in der Umgebung lernt, vom Kleinkindalter an. Die Schule kann da nicht mehr viel ändern, ob nun mit "Fremdwort" oder ohne. Hat man dagegen erstmal verstanden, wie Sprache an sich funktioniert, kann man problemlos jede beliebige Fremdsprache über dieses Gerüst legen. Von daher müsste an den Schulen eher mehr Sparchwissenschaft gelehrt werden, aber eben nicht anhand der Muttersprache. Dann müsste man auch nicht in jeder Fremdsprache wieder von vorne anfangen. So wird es aber heute gemacht. Ansonsten weiß ich nicht, was Ihr Beitrag mit dem Problem einer bundeseinheitlichen Bildung zu tun hat. Ob einheitlich oder nicht, die Qualitätsfrage ist schon wieder eine ganz andere.
  6. #15

    Ich frage mich auch...

    Zitat von Anton T Beitrag anzeigen
    In Skandinavien machen 70% eines Jahrgangs Abitur, im weltweiten Durchschnitt 50%. In Bayern machen 20% eines Jahrgangs Abitur. Das bayrische Bildungs- und Schulmodell ist für die Katz. Bildungspolitik kann man von allen möglichen Leuten machen lassen, aber nicht von Konservativen.
    Ich frage mich auch, warum sich so viele für das Bayrische Bildungssystem auf die Schultern klopfen.

    Die Bayern kopieren mit ihrer Aktion G12 gerade die Sachsen und die Thüringer - und nicht andersherum. Das sich Sachsen und Thüringen vorher bei den Bayern eine Menge abgeschaut hat, ist eine andere Frage. Ich glaube man kann hier von wohlwollender Zusammenarbeit und gemeinsamen Lernen in Bildungsorganisation reden.

    Und das Bayern aktuell so gut dasteht, ist auch ein Hype, der mal wieder vorüber geht (Ebenso wie Hamburg und bald auch Berlin). Viel Bildung existiert in Bayern aktuell auch durch den enormen Zuzug von außen - das sind viele externe Gewächste. Ähnlich einem Fussballverein, der die Talente von anderen Vereinen kauft.

    Nunja, zum Thema Bildungsförderalismus. Diese Wagenburg-Mentalität mit der Nicht-Anerkennung von Abschlüssen anderer Bundesländer (gibt's das) ist ein Sich-Knüppel-In-Die-Beine werfen auf hohem Niveau. Ich nehme an, dass die Ausbildung im großen Maße so ähnlich ist, das es schon ins Lächerliche verkommt. Und was einer vielleicht in Mathe nicht gelernt hat, hat er mehr Ahnung in deutsch - oder wie auch immer.

    Wie soll denn jemand aus Frankreich jemals Fuß fassen hier, geschweige denn von weiter her, wenn schon über die Friseurlehre aus dem Nachbardorf abschätzig geredet wird.

    Aber den größten Verlust erlebt immer noch der Nicht-Anerkennende - das ist der einzige, der etwas verliert. Der Nicht-Anerkannte findet woanders etwas, was besser zu ihm passt und wohl die Vielfaltsoffentheit insgesamt an der Wagenburg vorbei zieht. Von daher: Das Problem hat der andere, nicht das eigene.

    Gruß, matths
  7. #16

    Aufmüpfige Schüler sind Gift für die politische Führung

    Ja er braucht noch mehr Kompetenzen in der Bildung wie auch bei den Medien.

    Den mit staatlich unbeeinflussten freien Bürgern liese sich diese Sch..... Politik nicht weiter führen.
  8. #17

    Kompetenz = Sachverstand, Fähigkeit!

    Un die soll "der Bund" haben? Wer dort? Und warum soll die Zentralisierung (darum geht es denen da in Berlin ) was verbessern?
    Derzeit kann die KMK sich nicht einmal über ein ungefähres Bildungskonzept einigen, der "Bund" kann das?
    Selbst die Erarbeitung der Regeln der Deutschen Sprache muss ein Privatunternehmen mit seinen Kollegen aus dem deutschsprachigem Ausland, festlegen. Mischt da der Staat mit, gibts sofort ein Fiasko, s. letzte "Reform" der Rechtschreibung.
    Nein, so wird das nichts. Nur wenn es nichtstaatlichen Organe/Verbände/Firmen ähnlich dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, in die Hand nehmen und der Staat lediglich so eine Art Oberaufsicht ausübt, kann das was werden. Und das auch erst in 1 - 2 Generationen.
  9. #18

    ach was

    Zitat von Anton T Beitrag anzeigen
    Ich rede von Äpfeln, sie fangen von Birnen an. Mein Punkt war das Schulsystem VOR der Berufsausbildung. In Skandinavien gibt es seit Jahrzehnten die 9- oder 10-jährige Gemeinschaftsschule. Dabei kommt dann 70% Abiturientenquote eines Jahrgangs raus. Die CDU/CSU hat mit einigen Jahrzehnten Verspätung nun doch begriffen, daß es nicht schlau ist, Kinder nach 4 Jahren Grundschule an der Bildungsrampe zu selektieren und verabschiedet sich mit Bauchschmerzen von der Hauptschule. Deutschland kann es sich nicht länger leisten, von Leuten regiert zu werden, die erst mit einigen Jahrzehnten Verspätung kapieren, wo der Hase lang laufen sollte.
    Nur dat Äppel un Birnen zwei Seiten der selben Medaille sind.

    Natürlich kann ich das Abitur mit der gleichen Häufigkeit wie den Füherschein Klasse B vergeben. Nur der Füherschein berechtigt dann zum Fahren bestimmter Fahrzeuge. Das Abitur bescheinigt dann lediglich den Abschluss einer Schullaufbahn. Warum gibt es wohl in Skandinavien Hochschulaufnahmeprüfungen? Sind die Skandinavier vielleicht von ihrem eigenen Schulsystem nicht überzeugt?

    Das gleiche gilt auch für Australien, da gehen auch alle Schüler bis zum Ende des 12. Schuljahres gemeinsam auf die selben Schulen. Studieren dürfen trotzdem nicht alle bzw. jeder jedes. - Scheixx Selektion oder was?
  10. #19

    Bayern als Musterschüler?

    Zitat von Marco Z. Beitrag anzeigen
    Wenn man den Bildungsföderalismus aufgibt, dann gibt es Bildungszentralismus auf dem Niveau von Bremen, Brandenburg, Meck-Pomm und co. Das wäre katastrophal für einen hochtechnologisierten Industriestaat. Wenn man also seinen Bildungsstatus verbessern will, dann kann das nur dann gelingen, wenn sich die bildungsschwachen Staaten an den bildungsstarken Staaten orientieren und nicht umgekehrt. Ist doch logisch. Dass Kinder, Jugendliche und Studenten auf hohem Niveau lernen können machen doch die Bayern vor. Die Kinder dort sind nicht von Natur aus schlauer, man fordert sie nur mehr.
    Na ja. In letzten Jahren haben die Sachsen denen den Rang abgelaufen und die Thüringer kamen erheblich voran. Selbst Brandenburg bewegt sich. In gleicher Zeit haben Bayern + Bad.-Württmb. Punkte verloren! Und zu den Spitzen-Ländern im int. Ranking fehlen beiden Musterschülern noch Welten!
    Wie also? Doch nicht so sehr Musterschüler? Trotz gewaltiger Gelder wie nirgendwo sonst pro Kopf der Schüler?
    Wenn schon orientieren an anderen dann an denen, die nachweislich und langfristig gut sind. Und nicht den modischen Schicky-Micky-Verehrern. Warum haben die Bürger Bad.-Württmb. die ach so erfolreiche Polit-Gruppierung rabiat abgewählt? Weil sie so gute Politik, auch Schulpolitik gemacht haben? WC (wohl kaum ;-)