"Phone Story": iPhone-Arbeiter mit dem Android-Handy ausbeuten

Die Herstellung von Smartphones ist eine Qual: Arbeiter müssen angebrüllt und drangsaliert werden, so erzählt es jedenfalls das Spiel "Phone Story". Apple schmiss die App aus dem Programm, auf Android lebt sie weiter.

http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/...795618,00.html
  1. #10

    Die angeprangerten Arbeitsbedingungen

    scheinen immer noch zu sein, als die Alternative arbeitslos. Solange die Menschen dort freiwillig arbeiten, die Betonung liegt auf freiwillig, ist alles im Lot. Bessere Arbeitsbedingungen sind in Deutschland auch nicht vom Himmel gefallen, sie wurden erkämpft.
  2. #11

    hmm

    Zitat von Baader Beitrag anzeigen
    Wo wurde den das behauptet? Es zeigt nur einmal wieder wie Apple mit Kritikern bzw. Kritik umgeht.
    Ein Unternehmen zensiert Inhalte die ihm nicht passen. Wer das gut findet sollte sich mal ein wenig Gedanken darüber machen
    Ja. Es ist einfach kackendreist, was sich Apple in seinem eigenen Onlinestore erlaubt. Die erdreisten sich einfach, unerwünschte Produkte dort nicht anzubieten. Ich finde das unverschämt.
  3. #12

    Was für ein Handy hast Du in der Tasche? Und wo wurde es hergestellt?

    Zitat von Dani1987 Beitrag anzeigen
    Mit einem Iphone in der Tasche finden sich schnell warme Worte für ein Unternehmen das Menschen ausbeutet. Peinlich
    So fern Du nicht moderner Technik komplett abgeschworen hast, solltest Du mit dieser Pauschalveruteilung sehr vorsichtig sein, sie fällt sonst direkt auf Dich zurück.

    Apple ist im Hochpreissegment angesiedelt, und somit prinzipiell weniger auf Ausbeutung angewiesen, als Anbieter im Niedrigpreissegment. Aber das nur nebenher.

    Der Grund warum Apple das Spiel verbannt hat ist übrigens nicht die Kritik - auch wenn das natürlich gerne kolportiert wird - sondern gerade die Menschenverachtung darin. Um die eigentliche Kritik zu unterdrücken wäre die Zensur das absolut ungeeignetste Mittel, denn sie erreicht genau das Gegenteil. und das weiß auch Apple.
  4. #13

    hmmm

    Zitat von barlog Beitrag anzeigen
    So eine Überraschung - es gibt also wirklich irgendwelche Klitschen, in denen die Arbeiter noch schlechter behandelt werden als bei Foxconn ? Das spricht natürlich dafür, daß man die Arbeitsbedingungen bei Foxconn nicht immer so kritisch betrachten sollte.
    Keine Sorge. Foxconn hat schon angekündigt, wegen der geforderten Lohnerhöhungen China zu verlassen, weil dadurch sowieso der Standortvorteil verloren gehen würde. Wenn die 400.000 Arbeiter also Glück haben, sitzen sie schon bald auf der Straße und leben von der großzügigen Arbeitslosenhilfe des chinesischen Staates, anstatt unmenschliche Arbeit für Apple zu leisten.
  5. #14

    -

    Zitat von Merowinger0807 Beitrag anzeigen
    Es will doch kaum einer (Achtung, fiktive Zahl) 1500€ für ein Smartphone ausgeben weil es in Deutschland, Österreich oder sonst wo von "Fachkräften" hergestellt wird bei besten Arbeitsbedingungen und traumhaften Gehältern.
    Das ist doch Mumpitz. Der Löwenanteil des Preises sind doch nicht die Lohnkosten. Nehmen wir als Beispiel Sportschuhe. Typische Markenschuhe kosten in der Herstellung samt Material und Transport je Paar 8€. Der Mitarbeiter in der Fabrik erhält davon umgerechnet 0,50€/Paar. Würde dieser nun für das Paar ca. 5€ erhalten, würde der Ladenpreis nur marginal (z.B. 84€ anstatt 79,50€) steigen. Bei iPhones zu einem Preis von >500€ fällt das noch viel weniger ins Gewicht. Der Preis würde nur minimal steigen.

    Das wird aber trotzdem nicht passieren. Selbst, wenn du 10€ mehr für das Gerät zahlen willst, wird es trotzdem dort produziert.

    Der Grund ist die AG. Eine AG hat nur ein einziges Geschäftsziel: Gewinnmaximierung. Es gibt keine Nebenziele. Alles andere (Kundenfreundlichkeit, ...) dient nur dem einen Hauptziel. Wenn die Kundenfreundlichkeit mehr kostet als dadurch (ROI, Return of Investment) wieder als Gewinn zurückkommt, dann wird diese nicht stattfinden. Es wird also nur das an Löhnen gezahlt und das an Kundenfreundlichkeit stattfinden, was die größte Gewinnmaximierung erlaubt.

    Schuld daran sind wir unter anderem alle selbst. Stichwort Aktien. Wieviele hier haben denn Anlagen, die auf Aktien beruhen? Kapitalismus eben.

    Wenn du bei A arbeitest, einen Stapel Mitarbeiteraktien hast und die 1000 Leute entlassen, darunter auch dich, dann kannst du dir überlegen, ob du traurig bist, weil dein Job weg ist oder glücklich, weil deine Aktien steigen.
  6. #15

    Problem

    Zitat von sappelkopp Beitrag anzeigen
    ...nicht nur Apple stellt unter diesen Bedingungen seine Produkte her, auch alle anderen Unternehmen müssen so arbeiten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Schließlich wollen wir ja alles billig, sofort und in bester Qualität.
    Bei Apple mag es besonders verwerflich anmuten, weil das Unternehmen ja angetreten ist, die Welt zu verbessern und zu verschönern.
    Aber grundsätzlich ist es bei fast allen Produkten die wir hier kaufen ähnlich. Wir leben auf Kosten der Armen dieser Welt, das hört nur keiner gern!
    [QUOTE=sappelkopp;9068935]...nicht nur Apple stellt unter diesen Bedingungen seine Produkte her, auch alle anderen Unternehmen müssen so arbeiten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Schließlich wollen wir ja alles billig, sofort und in bester Qualität.

    Stimmt alles, doch dieses Problem betrifft nicht nur die Herstellung von Smartphones, sondern auch sonstige Elektro-Produkte (einfachere Handys, Bildschirme, Lautsprecher), aber vor allem Textilien, Schuhe,Nahrung, Spiezeug und...,und,... All diese Dinge sind nur so vergleichsweise billig, weil sich die ganze westliche Welt auf dem Rücken der restlichen Welt bereichert: Das ist die wahre Quelle unseres Wohlstandes: Nicht dass wir härter arbeiten oder schlauer wirtschaften, nein, wir nutzen unsere überlegene Zivilisation und Technologie um komplette Länder und Kulturen auszubeuten. Bevor jetzt der Protest losgeht denkt mal nach ob ihr das wirklich begründen könnt oder einfach nicht die Wahrheit über unseren Wohlstand hören wollt.
  7. #16

    Um günstig zu produzieren

    Auch wenn der Autor die gängigen Marktpreise nicht kennen wird, weil er ein vergünstigtes oder gar kostenloses iPhone vom Verlag (und somit vom Abonnenten!) bekommen hat-die Dinger kosten "auf der Straße" zwischen 500 und 1000€, je nach Händler und Ausstattung.

    Der Verbraucher ist also völlig unschuldig an der Ausbeutung, denn er zahlt so üppig, dass man dort bessere Arbeitsbedingungen schaffen könnte, als in Deutschland.

    Immer diese völlig absurde Moralkeule "billige Produkte für den Westen". Billig ist hier mal garnichts, billig wärs, wenns Preise wie in Asien wären.
  8. #17

    Umgekehrt...

    ... wird ein Schuh draus:

    Zitat von Grestorn Beitrag anzeigen
    Apple ist im Hochpreissegment angesiedelt, und somit prinzipiell weniger auf Ausbeutung angewiesen, als Anbieter im Niedrigpreissegment. Aber das nur nebenher.
    Wenn eine Firma wie Apple aber stets den Anspruch transportiert, die Welt besser zu machen und dann bei der Herstellung der eigenen Produkte genauso schamlos Arbeiter ausbeutet wie alle Anderen das sicherlich auch tun, dann ist das verlogen; noch schlimmer wird es durch das eigene Preismodell. Denn Apple-Produkte sind tatsächlich Hochpreisprodukte und werden nicht über den Preis gekauft. Für einen Jünger spielt der Preis keine Rolle.

    Nach dem eigenen Ansprüch sollte Apple seine Produkte in Amerika produieren lassen, zu menschenfreundlichen Bedingungen. Dann wären zwar die Margen geringer, aber man wäre stringent. Oder verdient die Firma etwa nicht genug?
  9. #18

    Logische Lücken....

    Zitat von Grestorn Beitrag anzeigen
    Apple ist im Hochpreissegment angesiedelt, und somit prinzipiell weniger auf Ausbeutung angewiesen, als Anbieter im Niedrigpreissegment. Aber das nur nebenher.
    Das würde stimmen, wenn Apple nicht auf eine sehr gute Marge achten würde. Letztlich sind Sie auf die von Ihnen betriebene Ausbeutung angewiesen, wenn Sie nicht auf einen Teil Ihrer exorbitanten Proftie verzichten wollen! Was Sie nicht tun. Wie niedrig die tatäschlichen Herstellkosten sind, wird ja immer wieder gerne von unabhängigen Dritten ermittelt. Aber das nur nebenher.


    Zitat von Grestorn Beitrag anzeigen
    Der Grund warum Apple das Spiel verbannt hat ist übrigens nicht die Kritik - auch wenn das natürlich gerne kolportiert wird - sondern gerade die Menschenverachtung darin. Um die eigentliche Kritik zu unterdrücken wäre die Zensur das absolut ungeeignetste Mittel, denn sie erreicht genau das Gegenteil. und das weiß auch Apple.
    Wenn es menschenverachtend ist - dann darf es nicht gezeigt werden? GENAU DAS IST ZENSUR!
    Nach der Logik kann man den Holocaust leugnen und tut damit etwas gutes!

    Ja Apple weiss das ist aber borniert genug das zu ignorieren. Was Ihnen entgegenkommt: Die meisten Apple-Fans schaffen auch das zu ignorieren!
    Also blenden Sie die Kritik auf Ihren Geräten aus und wissen, das Kritik in den Mainstreammedien (wie zB hier) von Foristen wie Ihnen ausgeblendet bzw. negiert wird!
  10. #19

    Ziel nicht erreicht

    Zitat von Wer ich wirklich bin Beitrag anzeigen
    Die arbeiten unter furchtbaren Bedingungen, weil Firmen wie Apple den Hals nicht voll kriegen.
    Dazu muss man sagen, dass Apple nur produzieren kann, da die Nachfrage auf dem internationalem Markt groß genug ist...

    Ob die Hersteller von diesem Spiel jedoch ihr Ziel (die Benutzer von iPhones und Co. zum Nachdenken zu bewegen) erreicht haben, wage ich zu bezweifeln (bis auf einige Ausnahmen...)