EU - wird Deutschland in Europa zu mächtig?

Bundeskanzlerin Angela Merkel setzte sich durch: Ein Satz, den man in letzter Zeit häufiger hörte. Die Kollegen aus Italien und Frandkreich sind schon mal genervt, die Griechen karikieren Deutschland oft wenig freundlich, man hat offenbar Probleme mit dem einflussreichen Partnerland. Wird Deutschland für ein einvernehmliches Miteinander in Europa zu mächtig?
  1. #1

    hahaha

    als mächtiger zahlmeister? oder wie war das gemeint???
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ... man hat offenbar Probleme mit dem einflussreichen Partnerland. Wird Deutschland für ein einvernehmliches Miteinander in Europa zu mächtig?
    Ganz Europa hegt ein unterschwelliges, vielleicht unbewusstes Misstrauen gegenüber dem großen Partner in der Mitte. Das hat natürlich mit der Vergangenheit zu tun, aber auch mit den Größen- und Machtverhältnissen, mit Sensibilitäten und deren Nichtbeachtung, mit Neidgefühlen, Minderwertigkeitskomplexen und schlicht der Angst, untergebuttert zu werden.
    Wenn in der aktuellen Fußballberichterstattung die "German tanks", die "deutschen Panzer" und der "Blitz"-Krieg beschworen werden (so regelmäßig in England und vor kurzem in der türkischen Presse), wenn nun auch Griechenland sich von den "deutschen Panzern" überrollt fühlt, dann dürfen das die Deutschen nicht nur mit einem Kopfschütteln abtun. Hinter solchen Metaphern stecken tiefsitzende Ängste und manchmal auch Ressentiments. Die Deutschen, die Regierung vor allem, sind gut beraten, dem bei den Nachbarn verbreiteten Unbehagen (Wer weiß, ob sie - die Deutschen - wirklich gefeit sind gegen Größenwahn und Hegemonialstreben...) entschieden entgegenzuwirken, durch Verlässlichkeit und Bescheidenheit.
  3. #3

    Morgellons & Chemical

    EU - wird Deutschland in Europa zu mächtig?
    ..Wichtig anderes:

    Morgellons & Chemical
    Quelle: http://ronald1122.livejournal.com/

    Food: The Ultimate Secret Exposed Deutsch
    (Film leider nur auf Englisch)
    http://www.youtube.com/watch?feature...&v=CIhj57TbVh4
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bundeskanzlerin Angela Merkel setzte sich durch: Ein Satz, den man in letzter Zeit häufiger hörte. Die Kollegen aus Italien und Frandkreich sind schon mal genervt, die Griechen karikieren Deutschland oft wenig freundlich, man hat offenbar Probleme mit dem einflussreichen Partnerland. Wird Deutschland für ein einvernehmliches Miteinander in Europa zu mächtig?
    Die heutigen Probleme, nicht nur in Europa, sondern weltweit, sind nicht neu, es gab sie schon in der Zwischenkriegszeit, nämlich wirtschaftliche Ungleichgewichte und die daraus resultierenden Spannungsverhältnisse zwischen Gläubigern und Schuldnern (beides gemessen an der Nettoauslandsposition eines Landes).

    Die USA sind aus beiden Weltkriegen als einzige Gläubiger hervorgegangen und haben diese Rolle nach dem 2.WK relativ verantwortungsvoll ausgefüllt, indem sie in Krisenzeiten (bspw. Ölpreisschock und Mexikokrise) als Kreditgeber auftraten, oder Abschreibungen auf ihre Forderungen vorgenommen haben. Neben dieser Rolle als lender of last resort, haben sie ab den 80 er Jahren auch die Rolle des market of last resort ausgefüllt, was besonders Asien zugute kam und wodurch die USA vom Gläubiger zum Schuldner wurden.
    Dieses Schuldnerdasein der USA wurde dann durch Japan als dem neuen lender of last resort finanziert, jedoch hat Japan nie seinen Markt geöffnet, sodass Japan nicht zum market of last resort wurde und die Krise der 90er Jahre hat auch Japans Rolle als lender of last resort geschmälert, welche dann durch China übernommen wurde.

    Heute sind die USA und Europa (als ganzes), die größten Schuldner, während Japan, China und Deutschland die größten Gläubiger sind, wobei sich Deutschlands Position größtenteils auf Europa bezieht.
    Damit Deutschland seiner innereuropäischen Verantwortung gerecht würde, müsste es neben den notwendigen Abschreibungen auf seine Forderungen auch bereit sein, Leistungsbilanzdefizite gegenüber den europäischen Ländern zu realisieren, also eine zeitlang mehr zu konsumieren als zu produzieren. Japan ist diesen Schritt zwar so nicht gegangen, wird aber gerade durch die dramatische Yen-Aufwertung dazu gezwungen (ich glaube Japan hat im Moment schon ein Leistungsbilanzdefizit).

    Global gesehen werden Japan und China die USA aus der Misere ziehen - ob gewollt, oder ungewollt, die Welt ist rund - während sich Deutschland diese Bürde innerhalb Europas scheinbar mit der Welt teilen möchte.
    Ich glaube, in Europa und Deutschland kommt erschwerend hinzu, dass es sich um kapitalintensive Volkswirtschaften handelt, in denen die Nachfrage nach Arbeit ohnehin gering ist und eine alleinige Belastung Deutschlands zu sozial untragbaren Arbeitslosenzahlen führen würde.

    Wie auch immer, die Situation scheint mir ernster zu sein als diejenigen in der Zwischenkriegs- und den Krisen der Nachkriegszeit.
    Übrigens, in der Zwischenkriegszeit war Deutschland ein Schuldner, der sich geweigert hat seine Schulden (Reparationen) zu zahlen. Auf die heutige Zeit übertragen, sollten sich Italien oder Spanien ein Beispiel daran nehmen, so sähe es sehr düster aus.
  5. #5

    Wer die Musik bezahlt bestimmt auch die Melodie

    Zitat von MonaM Beitrag anzeigen
    Ganz Europa hegt ein unterschwelliges, vielleicht unbewusstes Misstrauen gegenüber dem großen Partner in der Mitte. Das hat natürlich mit der Vergangenheit zu tun, aber auch mit den Größen- und Machtverhältnissen, mit Sensibilitäten und deren Nichtbeachtung, mit Neidgefühlen, Minderwertigkeitskomplexen und schlicht der Angst, untergebuttert zu werden.
    Wenn in der aktuellen Fußballberichterstattung die "German tanks", die "deutschen Panzer" und der "Blitz"-Krieg beschworen werden (so regelmäßig in England und vor kurzem in der türkischen Presse), wenn nun auch Griechenland sich von den "deutschen Panzern" überrollt fühlt, dann dürfen das die Deutschen nicht nur mit einem Kopfschütteln abtun. Hinter solchen Metaphern stecken tiefsitzende Ängste und manchmal auch Ressentiments. Die Deutschen, die Regierung vor allem, sind gut beraten, dem bei den Nachbarn verbreiteten Unbehagen (Wer weiß, ob sie - die Deutschen - wirklich gefeit sind gegen Größenwahn und Hegemonialstreben...) entschieden entgegenzuwirken, durch Verlässlichkeit und Bescheidenheit.
    Der Weltkrieg ist schon 66 Jahre vorbei, es besteht also kein Grund für unsere Nachbarn irgendwelche instinktive Ängste zu kultivieren, es sei denn man instrumentalisiert diese um Deutschland immer neue Komplexe einzureden.
    Wir sind die Nation, die netto am meisten in die EU und die diversen unberechenbaren Rettungsschirme einzahlt, haben also auch das moralische Recht dazu entscheidend mitbestimmen zu dürfen was mit diesem Geld geschieht.
    Schließlich finanzieren wir unsere Nachbarn in ziemlich selbstloser Weise mit und gefährden unseren eigenen Wohlstand dabei.
  6. #6

    Bundeskanzlerin Angela Merkel / 5- setzen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bundeskanzlerin Angela Merkel setzte sich durch: Ein Satz, den man in letzter Zeit häufiger hörte. Die Kollegen aus Italien und Frandkreich sind schon mal genervt, die Griechen karikieren Deutschland oft wenig freundlich, man hat offenbar Probleme mit dem einflussreichen Partnerland. Wird Deutschland für ein einvernehmliches Miteinander in Europa zu mächtig?
    Hallo,

    ist das hier ein witz oder was? Ich erlebe das genau andersrum also das "wir" deutschen eben nix oder wenig zu sagen haben außer beim zahlen ja da sind wir ganz weit vorn dabei. Ich erlebe diese EU momentan so das wir deutschen zahlen und andere sich fleißig bedienen UND uns sagen wieviel und wem wir was zu geben haben. Hier holt frau merkel als bundeskanzlerin nicht viel raus für deutschland sondern zahlt wie einst herr kohl einfach nur. Für mich ist diese EU gescheitert und für mich gibts diese nicht mehr.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bundeskanzlerin Angela Merkel setzte sich durch: Ein Satz, den man in letzter Zeit häufiger hörte. Die Kollegen aus Italien und Frandkreich sind schon mal genervt, die Griechen karikieren Deutschland oft wenig freundlich, man hat offenbar Probleme mit dem einflussreichen Partnerland. Wird Deutschland für ein einvernehmliches Miteinander in Europa zu mächtig?
    So lange wir für betrügerische griechische Politik und nach Mafiaart geführtes Italien die Karoffeln aus dem Feuer holen, wird alles gut sein. Sie werden weiter schimpfen und das deutsche Geld nehmen. Aber auch deutsche Zahlungswilligkeit hat Grenzen - und davor haben diese Staaten jetzt schon Angst. Die Aussicht, für eigene Inkompetenz selbst einstehen zu müssen, ist nicht gerade prickelnd.
  8. #8

    Zitat von achim-bonn Beitrag anzeigen
    Wir sind die Nation, die netto am meisten in die EU und die diversen unberechenbaren Rettungsschirme einzahlt, haben also auch das moralische Recht dazu entscheidend mitbestimmen zu dürfen was mit diesem Geld geschieht.
    Schließlich finanzieren wir unsere Nachbarn in ziemlich selbstloser Weise mit und gefährden unseren eigenen Wohlstand dabei.
    Es kommt immer auf die Verhandlungspositon an. Über welche Druckmittel verfügt Deutschland und über welche die Schuldnerländer?
    Die Schuldnerländer könnten kollektiv die Rückzahlung der Schulden verweigern (sehe Argentinien), was Deutschland rund. 1 Billionen kosten würde.
    Deutschland könnte damit "drohen", nicht mehr in Europa zu "investieren".

    Um das Gewicht der jeweiligen Argumente richtig einschätzen zu können, muss man doch erstmal sehen, was die Ursachen für diese Ungleichgewichte sind.
    Die Idee war doch, dass sich die Volkswirtschaften in Europa durch den gemeinsamen Markt angleichen würden.
    Die unterentwickelten Länder sollten durch das stabile niedrige Zinsniveau eine konkurrenzfähige Wirtschaft aufbauen, dafür sind Leistungsbilanzungleichgewichte theoretisch auch kurzfristig gewollt. Die Länder verschulden sich, um in Deutschland Investitionsgüter zu kaufen, um im Anschluss Produkte nach Deutschland zu verkaufen und damit die Schulden zu bezahlen.
    Das hat offensichtlich so nicht funktioniert.
    Wenn wir mal die oft diskutierten Gründe für das Scheitern weglassen, nämlich die Inflationsunterschiede in Europa, oder das angebliche deutsche Preisdumping durch Sozialdumping, so bleibt nur noch die Unfähigkeit der Südländer, wirtschaftlich mit Deutschland zu konkurrieren (ob aus Gründen der Mentalität, des Wetters, oder der Intelligenz, ist irrelevant).
    Dieses Defizit hätte Deutschland durch eine teilweise Verlagerung seiner Produktion in diese Länder beheben müssen, was allerdings nicht im ausreichendem Maße geschehen ist, wie man an den Zahlen zu deutschen Direktinvestitionen und Portfolioinvestitionen im Ausland sehen kann.

    Aber was wäre die Alternative für Deutschland? Warum investiert Deutschland seine Handelsbilanzüberschüsse nicht im eigenen Land, sondern kauft fremde Staatsanleihen und finanziert damit fremden Konsum, um sich jetzt über die Unsicherheit seiner Anlagen zu beschweren?
    Deutsche Unternehmen investieren seit Jahrezehnten nicht mehr in Deutscland. Man kommt nicht einmal mehr den notwendigen Ersatzinvetitionen nach (negative Nettoinvestitionen), sondern muss dazu von der Politik gezwungen werden.
    Ich denke, wenn Deutschland sich aus Europa zurückziehen würde, würde es nichts am Verhalten der deutschen Industrie ändern, sie würde einfach im Rest der Welt so weitermachen und glauben, man könne ständig Leistungsblanzüberchüsse realisieren und dabei noch einen werthaltigen Gegenwert bekommen.
  9. #9

    die Lösung-Europa selbst!

    Zitat von achim-bonn Beitrag anzeigen
    Der Weltkrieg ist schon 66 Jahre vorbei, es besteht also kein Grund für unsere Nachbarn irgendwelche instinktive Ängste zu kultivieren, es sei denn man instrumentalisiert diese um .....
    habe kürzlich die Lösung gesehen! Einer, der es wohl besser weiss als die meisten von uns, skizziert die Lösung! 50 Jahre nachdem Adenauer und der grosse General Deutschland und Frankreich ausgesöhnt haben, ist der nächste Schritt fällig, dann hört das Hickhack auf. Deutschland entspricht dann vielleicht noch einem Texas oder New York in den VSE (Vereinigten Staaten von Europa) aber alle ziehen dann am gleichen Strick, wenn es um die Position des Kontinents in einer immer schwierigeren Welt geht.

    Hier:http://www.aargauerzeitung.ch/schwei...ropa-114941032

    Was meinen Sie? Gruss. Ray

    P.S. Einer wie Joschka jedenfalls hat nach 66 Jahren absolut keine Komplexe mehr, da können Sie sicher sein!