Kuriose Todesanzeigen: "Wie im Leben - Oma rief, Opa kam"

Christian Sprang hat ein*leicht morbides Hobby - er sammelt seit 20 Jahren ungewöhnliche Todesanzeigen, inzwischen füllen sie zwei Bücher. "Aus die Maus" bekommen Verstorbene mit auf den Weg. Oder auch: "Am Anfang war er so beliebt." Ein Rundflug durch sonderbare Annoncen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...793548,00.html
  1. #1

    Deckelchen

    Auf jedes Toepfchen passt ein Deckelchen, oder - jedem das Seine.
    Hobbys sind was Individuelles. Die meisten der Todesanzeigen wuerde ich nicht unbedingt als originell bezeichnen. Aber wem's Spass macht, so etwas zu sammeln, warum nicht?
  2. #2

    Auf Thema antworten

    Besonders gefallen hat mir folgende Feststellung:

    "Er ist sich bewusst, dass manche Menschen sein morbides Hobby "völlig daneben" und pietätlos finden, vorwiegend sind es Norddeutsche. Je südlicher der Wohnort, desto entspannter der Umgang mit dem Tod, hat der Justiziar herausgefunden. Das gelte auch für die Anzeigen selbst - die ungewöhnlichsten stammten aus Süddeutschland."

    Pietätlos finde ich eher, wie häufig in Norddeutschland und in großen Städten den Toten eine würdige Beerdigung verweigert wird. Von der Beerdigung fern zu bleiben, über die Toten nicht zu sprechen und damit den Tod zu tabuisieren ist pietätlos.

    In meiner niederbayerischen Gegend ist es völlig normal, dem Ganzen auch etwas Humoristisches abzugewinnen und einzusehen, dass das Leben durchaus auch etwas Lächerliches ist bzw. der Tod dem sog. Ernst des Lebens eine humoristische Abfuhr erteilt.
  3. #3

    ja

    ...das Sammeln und Beschäftigen mit Todesanzeigen kann ich gut nachvollziehen....auch die norddeutsche Verspanntheit dbzgl. - liegt wohl am Katholizismus im Süden -...

    Weil so eine Anzeige so viel Aussage hat, sind auch die anderer Länder interessant: Z.B. kann man über südtiroler (mit Foto) oder schweizer Anzeigen auch oft staunen...
  4. #4

    qw

    Ich hab das erste Buch gelesen. Wenn nur die Hälfte echte Anzeigen sind, kann man schon sagen, dass es für die Verblichenen besser war zu versterben.
  5. #5

    Antwort

    Er nahm jede Überstunde mit - jetzt bummelt er ab.

    Viele Grüße
  6. #6

    der humorvolle Tod

    Zitat von Zoroaster Beitrag anzeigen
    In meiner niederbayerischen Gegend ist es völlig normal, dem Ganzen auch etwas Humoristisches abzugewinnen und einzusehen, dass das Leben durchaus auch etwas Lächerliches ist bzw. der Tod dem sog. Ernst des Lebens eine humoristische Abfuhr erteilt.
    Ich mußte mir diesen Satz wirklich 3 mal durchlesen, um zu begreifen, dass es tatsächlich Leute gibt, die so einen Quatsch schreiben.
  7. #7

    Grabsteine

    Zitat von Zoroaster Beitrag anzeigen
    In meiner niederbayerischen Gegend ist es völlig normal, dem Ganzen auch etwas Humoristisches abzugewinnen und einzusehen, dass das Leben durchaus auch etwas Lächerliches ist bzw. der Tod dem sog. Ernst des Lebens eine humoristische Abfuhr erteilt.
    Ist das nicht auch die Gegend mit den lustigen Grabsteinen?
    Früher wurden dort teilweise echte Hammersprüche eingesetzt.
    Ich glaube mich an diese 2 zu Erinnern:
    Hier ruht Elisabeth Vogelsang, Sie zwitscherte ihr Leben lang.
    Oder
    Naufgledred, Runtergflogen und hin gewsen (zusammen mit einer Anbbildung wie einer vom Baum fällt. Der Grabstein war aber schon über 100 Jahre alt)

    Schade das man heute nicht mehr so kreativ ist, nur Boshaft sollte der letzte Gruß niemals sein.
  8. #8

    Nachruf an den Choleriker

    Ein starken Herz und zwei Nimmermüde Hände haben aufgehört zu schlagen :D
  9. #9

    dhtfht

    Zitat von AusVersehen Beitrag anzeigen
    Zitat von Zoroaster Beitrag anzeigen
    In meiner niederbayerischen Gegend ist es völlig normal, dem Ganzen auch etwas Humoristisches abzugewinnen und einzusehen, dass das Leben durchaus auch etwas Lächerliches ist bzw. der Tod dem sog. Ernst des Lebens eine humoristische Abfuhr erteilt.
    Ich mußte mir diesen Satz wirklich 3 mal durchlesen, um zu begreifen, dass es tatsächlich Leute gibt, die so einen Quatsch schreiben.
    Also bei uns in Thüringen ist das auch nichts ungewöhnliches, auch wenn es nicht unbedingt die Regel ist. In meiner Nachbarschaft gab es einen Mann, der sein Leben lang ein richtiger Partylöwe war. Der ist auf jedes Dorffest gegangen, hat Parties gegeben ohne Ende, war immer unterwegs, Frauengeschichten, hat gut gegessen und getrunken und hat mit seinen alten Kumpels immer die Sau rausgelassen. Da er keine Ehefrau oder andere große Hobbies hatte, konnte er sich das leisten und das hat ihm sichtlich Spaß gemacht.
    Als er fast 60 war, hatte er kurz hintereinander zwei Herzinfarkte, aufgrundderen er dann starb. Neben seiner Feierei war er auch noch ein ziemliches Arbeistier, was wohl irgendwann mal zu viel für ihn war. Bei der Testamentseröffnung waren neben seiner Schwester, die das Haus und alles erbte, auch alle seine alten Kumpels eingeladen, da sie als Begünstigte angegeben waren. Die haben dann dort erfahren, dass er ihnen allen zusammen ein Sparbuch mit fast 35.000DM hinterlassen hat, damit sie nach seinem Tod nochmal eine richtige Monstersause zu seinen Ehren organisieren können, zu der das ganze Dorf eingeladen war. Die Beerdigung lief zwar ganz normal und auch respektvoll, aber gleich danach fing im extra aufgebauten großen Bierzelt die große Feier zu seinen Ehren an, so wie er es sich gewünscht hat. Das ist zwar jetzt schon fast 15 Jahre her, aber das war die größte und einfach geilste Leichenfeier, die ich bisher in meinem ganzen Leben erlebt hab mit Life-Musik, Essen und Trinken, sogar drei Stripperinnen (er hatte da zu Lebzeiten schon so eine Schwäche dafür) für die Männer und ein Stripper für die Damen, all seine Lieblingslieder wurden gespielt und und und.
    Der hat wahrscheinlich fröhlich oben auf seiner Wolke gesessen, runtergeschaut und mitgefeiert.

    Er wollte halt, dass die Leute ihn nicht so in Erinnerung behalten, wie er am Ende war (schwach im Krankenhaus nach zwei Herzinfarkten), sondern dass ihn die Leute so in Erinnerung behielten, wie er gelebt hat ... mit einer großen Party ihm zu Ehren als Abschluss.

    Es gibt also auch andere Möglichkeiten, mit dem Tod umzugehen und die müssen keineswegs pietätlos sein.

    Viele Grüße