Bahn - sollten ICE seltener halten?

Die Diskussion über Streckenführung und Taktung der ICE ist nicht neu, flammt aber bei neuen Stationen immer wieder auf. Schnelligkeit und direkte Verbindung der Zielpunkte ist einer der Kernpunkte der ICE-Strategie. Sollten die schnellen Züge folgerichtig seltener halten als bisher?
  1. #1

    Seltener nicht ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Diskussion über Streckenführung und Taktung der ICE ist nicht neu, flammt aber bei neuen Stationen immer wieder auf. Schnelligkeit und direkte Verbindung der Zielpunkte ist einer der Kernpunkte der ICE-Strategie. Sollten die schnellen Züge folgerichtig seltener halten als bisher?
    ... aber anders!

    Beispiel: Die ICE-Verbindung nach Amsterdam in den Niederlanden!

    Diese Züge mussten "früher" (bedingt durch den Lokwechsel aufgrund abweichender Stromsysteme) in Emmerich halten - seit "Mehrsystemloks" in der Fahrt umschalten können, ist das nicht mehr nötig (Zollkontollen gibt es ja schon lange nicht mehr).

    Also fahren diese ICE heute von Oberhausen Hbf. bis Arnheim durch (über 100 km).

    Der Halt in Oberhausen Hbf. ist dabei inzwischen "Unfug", denn

    - keine andere "Fernverbindung" nutzt diese "Nordstrecke" durch das Ruhrgebiet (ein Umsteigen ICE - ICE ist hier nicht möglich)
    - Oberhausen Hbf. ist nur 7 km von Duisburg Hbf entfernt, dort bestehen Umsteigemöglichkeiten in "alle Richtungen", auch in die einzige andere "Oberhausen Hbf." berührende Fernstrecke, die IC-Verbindung Norddeich/Mole -Luxemburg
    - Oberhausen Hbf. ist von Duisburg Hbf. im Nahverkehr vier- bis sechsmal stündlich (in der Berufsverkehrszeit öfter) per Zug erreichbar, außerdem gibt es Bus- und (über Mülheim/Ruhr) Strassenbahn- bzw. über Duisburg-Meiderrich "Strassenbahn-Zug" Verbindungen!

    Ein ICE-Halt in OB ist (trotz 200.000 Einwohnern der Stadt) also völliger Unfug!

    Viel sinnvoller wäre dieser Halt hingegen in Wesel!

    Auch wenn diese Kreisstadt, 30 km nordwestlich von Oberhausen deutlich kleiner ist, gibt es von hier aus (durch die Rheinbrücke, aber außer nach Bocholt eben nur per Bus) ein guter Übergang in "andere öffentliche Verkehrsmittel" zur Erschließung der Fläche!

    Ähnlich wie in diesem Beispiel dürfte es überall in Deutschland sein!
  2. #2

    Optimierungsproblem

    Je öfter er hält, um so größer ist sein Fahrgästepotential, je seltener er hält, um so höher ist seine Durchschnittsgeschwindigkeit. Dazwischen gibt es irgendwo für jede existierende Strecke ein wirtschaftliches Optimum, dem anzunähern sich die Bahn zumindest bemühen sollte.

    Dagegen stehen regelmäßig lokale Interessen, die darauf beharren, dass ihre Milchkanne von solch gewaltiger Bedeutung ist, dass jeder der tonnenschweren ICE auf dem Weg von Paris nach Berlin von Tempo 300 abgebremst werden und 10 Minuten aufgehalten werden muss, damit morgens und abends je EIN Passagier ein- bzw. aussteigen kann. (der Sohn vom Bürgermeister, der in der nächsten größeren Stadt studiert aber noch zuhause wohnt)

    Diesem Einfluss wird sich die Bahn selbst dann nicht entziehen können, wenn sie kein Staatsunternehmen mehr ist.

    Entsprechende Diskussionen sind von vorneherein zum Scheitern verurteilt, weil jeder Lokalfürst rasch mit dem Todschlagargument bei der Hand sein wird, warum hält der ICE in Pusemuckelsdorf aber nicht bei uns. Diesem Argument kann sich die Bahn prinzipiell nicht entziehen, weil es eben der Daseinszweck eines Personenzuges ist, Personen zu transportieren. Dazu muss er eben zuweilen halten, um sie ein- und aussteigen zu lassen.
  3. #3

    seltener halten

    und bitte Wolfsburg ganz streichen. Da will ja niemand ein- oder aussteigen :-)))
  4. #4

    Die Bahn bereitet sich auf die Zukunft vor

    Am wirtschaftlichsten ist es, wenn der ICE durchfährt und gar nicht mehr hält, bestenfalls noch in Wolfsburg oder Montabaur oder anderen von menschlichen Besiedlungen weit entfernten Orten. Tunnel sind als Haltepunkte mittlerweile bei der Bahn sehr beliebt, gern auch unter Flughäfen, wo kein Schwein hinwill. Man will die Züge einfach nicht mehr sehen oder hören, benutzt werden sie ohnehin nur noch von ein paar Bundestagsabgeordneten, die den Lappen haben abgeben müssen. Die Bahn will fahren und zwar schnell, und nach Möglichkeit ohne mit diesem lästigen Viehzeug in Kontakt zu kommen, das die schönen Züge verdreckt.
  5. #5

    freie Fahrt durch Wolfsburg

    Zitat von 1Piantao Beitrag anzeigen
    und bitte Wolfsburg ganz streichen. Da will ja niemand ein- oder aussteigen :-)))
    .. deswegen fährt er ja auch durch .. :-)
  6. #6

    2. Versuch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ...
    Schnelligkeit und direkte Verbindung der Zielpunkte ist einer der Kernpunkte der ICE-Strategie. Sollten die schnellen Züge folgerichtig seltener halten als bisher?
    Ja unbedingt - nur da wo ich einsteige und dann nochmal dort, wo ich aussteige - das wäre optimal für jeden!
  7. #7

    Die Streckenführung ist absolut unausgewogen !

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Diskussion über Streckenführung und Taktung der ICE ist nicht neu, flammt aber bei neuen Stationen immer wieder auf. Schnelligkeit und direkte Verbindung der Zielpunkte ist einer der Kernpunkte der ICE-Strategie. Sollten die schnellen Züge folgerichtig seltener halten als bisher?
    Zwischen Hamburg - Bremen und dem westdeutschen Raum (Düsseldorf - Köln) gibt es pro Tag einen (!!!) ICE. Auf der Strecke Köln - Bonn nach Berlin fahren innerhalb von drei Stunden sieben ICE's. Die Bahn sollte sich als erstes erst einmal um die gleichmäßige Versorgung von ganz Deutschland kümmern; wobei der Nordwesten seit Jahrzehnten durch die Bahn benachteiligt wird !
  8. #8

    Stimmt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Diskussion über Streckenführung und Taktung der ICE ist nicht neu, flammt aber bei neuen Stationen immer wieder auf. Schnelligkeit und direkte Verbindung der Zielpunkte ist einer der Kernpunkte der ICE-Strategie. Sollten die schnellen Züge folgerichtig seltener halten als bisher?
    Lokale Politgrößen definieren sich über ICE-Haltestellen.
    Kuhkäffer wie Göttingen (Atombombenstadt) und Limburg (Rückseite 500-Mark-Schein) und Lüneburg (Kasernen-Uni) haben auf dem Haltestellenverzeichnis nichts zu suchen.
    Der größte Witz: Hanau, falls einer gelbe Rüben einladen will.
  9. #9

    Die zweite Hälfte ...

    Zitat von Astir01 Beitrag anzeigen
    Je öfter er hält, um so größer ist sein Fahrgästepotential, je seltener er hält, um so höher ist seine Durchschnittsgeschwindigkeit. Dazwischen gibt es irgendwo für jede existierende Strecke ein wirtschaftliches Optimum, dem anzunähern sich die Bahn zumindest bemühen sollte.

    ...
    ... im ersten Satz Ihrer Aussage stimmt aber nur, wenn es sich um eine reine Hochgeschwindigkeitsstrecke handelt, auf der der ICE seine "Normalgeschwindigkeit" (250 km/h) auch erreichen kann!

    Auf allen anderen Strecken (auch wenn sie wie hier im "norddeutschen Flachland" normalerweise über Kilometer "schnurgrerade" sind und kaum Steigungen aufweisen) verhindert das der übrige Verkehr, denn "schnelle Nahverkehrszüge" (Regionalexpress-Züge mit Lokomotiven der "146-er"-Baureihe schaffen auch bei genügend großem Haltestellenabstand maximal 160 km/h) und der Güterverkehr (100 km/h) bremsen auch den ICE aus!

    Wenn der ICE (wie von mir als regelmäßigem Bahn-Nutzer schon oft gesehen) z. B. den Bahnhof in Wesel (wegen noch nicht erfolgter Signalfreigabe) nur im Schritttempo durchfährt, warum dann hier kein regulärer Halt?

    P.S.: Die "früheren Schnellverkehre" der Bahn (nannten sich D-Zug) hielten auf ihrem Weg von Amsterdam nach Wien-Westbahnhof immer in Wesel!