Bildungsabschlüsse: Kultusminister*finden Abi wertvoller als Lehre

Gymnasium*schlägt*betriebliche Ausbildung?*Geht es nach den Kultusministern der Länder, sind manche Lehrberufe*weniger wert als ein Abitur.*Gewerkschaften und Handwerk*sind empört und sehen die duale Ausbildung entwertet. Ab 2012 soll eine neue Punkteskala gelten.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...793288,00.html
  1. #10

    was für ein Unsinn

    Ich kann die Handwerker gut verstehen, die sich jetzt aufregen. Wieder einmal wird ihre Zunft arrogant von oben herab behandelt und herabgestuft.
    Ein Schreinergeselle soll jetzt also weniger wert sein als ein Abiturient. Nicht nur werden hier weitere Gräben zwischen Bildungsbürgertum und Arbeitern ausgehoben, auch innerhalb der Ausbildungsberufe soll es jetzt "bessere" und "schlechtere" geben.

    Was wird die Folge sein?

    Noch mehr Kinder als jetzt schon werden von ihren Eltern um jeden Preis aufs Gymnasium gepresst. Ob sie da glücklich werden und ihren Begabungen entsprechend gefördert werden können, ist egal. Eine Realschulempfehlung wird ja heute schon als Totalversagen der Kinder und Kampfansage der Lehrer gewertet... Das macht nicht nur die Kinder auf Dauer kaputt. Wer ständig mit Misserfolgen konfrontiert wird, kann keinen Spaß mehr am Lernen empfinden. Andererseits gehen dem Staat dadurch auch vielfältige handwerkliche Begabungen verloren, was sich volkswirtschaftlich in einem noch weiter steigenden Facharbeitermangel auswirken wird.

    Man muss nicht um jeden Preis aus einem Kind einen schlechten Mathematiker machen, wenn ein guter Schreiner oder Schlosser in ihm steckt. Diese fatale Entscheidung der KMK wird aber dazu führen, dass genau das immer häufiger passieren wird. Etwas mehr Wertschätzung für Ausbildungsberufe wäre also mehr als nur angebracht, statt dumpfes Standesdünkel in Punkteskalen zu zementieren.
  2. #11

    Welch ungebildeter Minister!

    Erinnert mich an F.J.Strauß, der einen störenden Frager angiftete:"Haben Sie überhaupt Abitur?" Den Irrtum, mit der Intelligenz komme auch die größere Menschwerdung, wird jeder im Laufe des Lebens erkennen, eher ist das Gegenteil wahr.Die größeren Menschenfeinde findet man bei den christlichen Politikern, für sie wäre es oft hilfreich, zu fragen: wie würde Christus darüber denken? Dann würden viele Entscheidungen ganz anders aussehen.
  3. #12

    Wirtschaftlicher Wert und Schwierigkeit eines Jobs

    Zitat von tomrobert Beitrag anzeigen
    Wer -ohne staatliche Hilfen - Geld verdienen will , der muß dem Markt etwas anbieten. Ich zweifle das ein Apiturient mehr zu bieten hat, für was ein Unternehmer oder Kunde sofort zu zahlen bereit ist , als ein gelernter Friseur , Maurer ,Installateur oder Mechaniker(global gesehen).
    Nicht für jede Tätigkeit von wirtschaftlichem Wert benötigt man eine mehrjährige abgeschlossene Berufsausbildung. Oft reichen einschlägige Erfahrung oder gute Auffassungsgabe und Talent aus, um beruflichen Erfolg zu haben.
    Auf der anderen Seite schützt eine abgeschlossene Berufsausbildung ebensoweing wie ein Abitur, oder abgeschlossenes Studium auch nicht immer davor, auf staatliche Hilfen angewiesen zu sein.
    Aber Geld verdienen allein taugt als Maßstab wenig, denn da spielen nicht nur Skills, sondern eben auch Angebot und Nachfrage des Marktes eine gewaltige Rolle.
  4. #13

    BGE jetzt!

    Wenn also das Abitur mehr wert ist als eine Facharbeiterausbildung, dann hab ich einige Fragen?

    Warum wird bei mehr als der Hälfte der Ausbildungsberufe eine Abitur als Grundbedingung für die Aufnahme einer Ausbildung vorausgesetzt?
    Ist dann aus diesem Grund nicht der Facharbeiterbrief mehr wert als das Abitur?

    Wenn dann ein Abiturient eine Ausbildung in dualen System macht, hat er dann mit Bestehen seiner Prüfung nicht den selben Ausbildungsstand wie ein Bachelor? Ok, er kommt halt eher von der Praxis. Wenn nein, was fehlt ihn noch?

    Ich würde gerne mal folgendes Experiment machen.
    Je 30 Abiturienten und frisch Ausgebildetet aus verschiedenen Berufen sollen eine Firma aufbauen die etwas produziert. Und das Ganze von Null an. Nur ausgestattet mir einen Startkapital. Ich wüßte gerne, wer eher auf dem Markt ist und wer sich dort länger hält. Meine Vermutung: Es sind nicht die Abiturienten.
  5. #14

    Unfassbar !!

    Unserer Abitur (auch meins) sind international gar nichts !
    Unsere Bachelor Studiengänge sind noch weniger wert.

    Aber jeder Handwerker mit nem deutschen Gesellen-Brief
    kann international arbeiten. Weltweit.
    Egal ob Koch, Tischler, Elektriker oder Metaller.

    Die Universitäre Ausbildung wird völlig überbewertet.
    Spätestens mit wegfall des Diploms haben wir international
    komplett den Anschluss verloren.
    In Schweden ist man mit 21-22 Ingenieur, da kommt man in Deutschland gerade ins Hauptstudium.
  6. #15

    Hm...

    Die Frage ist doch vielmehr, ob die "Allgemeine Hochschulreife" mit einem "Fachabitur" zu vergleichen ist - und dieses mit einer Lehre.

    Ich meine nicht.

    Wenn andere Länder ihren höchsten Schulabschluss als Grundvoraussetzung für eine Berufsausbildung und nicht nur als Studienberechtigung sehen, so muss dies in D nicht der Fall sein. Man kann das duale System nicht mit einem Studium vergleichen - es ist eine völlig andere Baustelle.
    Ein 18jähriger Azubi ist doch nicht unbedingt mit einem Abiturienten zu vergleichen - zumal der bis vor kurzem meistens 19 oder 20 Jahre alt war.
    Wenn allerdings die Firmen nur Abiturienten einstellen wollen, da die Anforderungen von Real- oder Hauptschülern nicht erfüllt werden, dann ist es die Pflicht der Kultusminister zu sehen, dass die Kinder ausbildungsfähig werden und dass somit auch diese ihr gutes Auskommen haben und das Abitur nicht durch die Hintertür zum Regelabschluss wird wie etwa der einer High school, dies aber nichts mehr über die Studierfähigkeit aussagt.
  7. #16

    ....

    vielleicht isses wertvoller,vielleicht auch nicht und ich bin gespannt ,wann der erste Wagenschieber im Supermarkt ein Abi braucht.
  8. #17

    "Gymnasium*schlägt*betriebliche Ausbildung?"

    möchte gerne beruflichen werdegang von den wissen, die sowas behaupten,
    .
    weil ich meine: dass diese leute nix mit realität zu tun haben,
    .
    und erwarte; dass grade diese leute demnächst "müll" schieben sollten,
    .
    ibo
  9. #18

    Kultusministerr

    Wer sind die eigentlich?

    Spinner? Realitätsferne Deppen? Oder ehemalige Lehrer?

    Spontan fiel mir dies hier ein:

    Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.
    (Arthur Schopenhauer, dt. Philosoph, 1788-1860)

    Deutschland ist einfach nur titelgeil. Egal, was jemand wirklich kann und weiß. Hat er sich erstmal zu einem Abschluss durch "gebüffelt" (Auswendig lernen & sofortiges Vergessen), wird nicht mehr groß nach gefragt. Titel = Karriere, kein Titel = (angeordnete) Keine Ahnung......
  10. #19

    Was ist abitur

    wert wenn es kein besonderes ausbildungs ziel gibt.-Ich habe kein abi und bin stolz drauf.Was meine fachausbildung mir mit gegeben hat für meine fachliche zukunft kann ein abitur nie ! 1 !
    Auch wenn es den pfeifen von ministern nicht paßt.-Eine fundierte fachausbildung ist die basis für die zukunft in jedem beruf.-
    In dem lande wo ich lebe sehe ich tag für tag welchen wert das "abitur" hat.--Ein president formte den spruch:" Universitäten sind nichts anderes als fabriken für diplome am fließband.- Fachliches wissen Fehlanzeige".-Das habe ich mehr als reichlich erlebt.