Überfordern wir unsere Kinder?

Kürzere Schulzeit, mehr Unterrichtsstunden, dazu teils anstrengende Freizeitaktivitäten von Sport bis Kultur: Es gibt Kinder, die ein managergleiches Tagespensum zu absolvieren haben. Lehrer und Eltern handeln natürlich aus besten Absichten, schließlich soll dem Nachwuchs ein förderndes Angebot unterbreitet werden. Aber überfordern wir mit diesen Pflichten und Möglichkeiten unsere Kinder nicht zu sehr?
  1. #750

    Wir sind uns einig!

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Nun, offenbar sind Sie es gewesen, die meinen Beitrag nicht richtig gelesen haben. Ich schrieb keineswegs, dass jedes Kind jede der aufgezählten Freizeitbeschäftigungen machen soll. Es war eine Auswahl, nach den lokalen Angeboten - aber auf diese sollten Schule und Eltern die Kinder schon hinweisen. Und: Blöckflötenunterricht ist tatsächlich blöde! Jeder Blockflötenlehrer ist ein Scharlatan und ein "Rattenfänger von Hameln"..
    Hach, da sind wir ja am Schluss unserer Duskussion auf einen Punkt gekommen, wo wir uns einigen koennen! :-)
    Diesen Beitrag habe ich in aehnlicher Form uebrigens gestern schon gepostet. Wo er geblieben ist, weiss ich nicht.
  2. #751

    Was ist die richtige Erziehung?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kürzere Schulzeit, mehr Unterrichtsstunden, dazu teils anstrengende Freizeitaktivitäten von Sport bis Kultur: Es gibt Kinder, die ein managergleiches Tagespensum zu absolvieren haben. Lehrer und Eltern handeln natürlich aus besten Absichten, schließlich soll dem Nachwuchs ein förderndes Angebot unterbreitet werden. Aber überfordern wir mit diesen Pflichten und Möglichkeiten unsere Kinder nicht zu sehr?
    Sicher gibt es vom Ehrgeiz zerfressene Eltern, die fast Kindesmisshandlung betreiben.
    Aber vermutlich meinen es viele Eltern einfach nur gut, und versuchen ihre Kinder irgendwie zu "veredeln".
    Sowas macht sich prima, im späteren Lebenslauf.
    Vorallem beim Erwachsenwerden, wo der Ernst des Lebens um sich greift, wo Geld und Sex die Welt regiert und die tägliche Heuchelei offener zu Tage tritt, ... ja, da können früh erworbene Qualifikationen den existenziellen Kampf um Brot und Weibchen entscheiden.
    Man hat mehr Chancen sich im Wettbewerb zu behaupten.
    Wer stehen bleibt, fällt zurück!
    Und wer zu spät anfängt, holt das nie wieder auf.
    Außer man ist wirklich ein Naturtalent.

    Aber viele Eltern ahnen wohl, dass sie nur "ganz normale" Kinder haben, welche sich in dieser anspruchsvollen Welt behaupten müssen.
  3. #752

    Zitat von tina.bankhol Beitrag anzeigen
    In meinem Umfeld sind mehrere Kinder, die von ihren Müttern von einer Aktion zu nächsten gezerrt werden. Hauptsache beschäftigt. Aber gerade diese Kinder sind es, die soziale Probleme haben: weil sie keine Zeit zum spielen haben.
    Meine Kinder gehen einmal die Woche zum Fußball - das reicht denen. Wenn sie plötzlich noch Lust auf was anderes hätten, kein Problem, probieren wir aus. In gewissen Rahmen müssen das die Kinder selbst entscheiden. Das können die auch schon mit 5 oder 6 Jahren!!
    Ist auch meine Philosophie. Nach meiner Erfahrung können sie diese Entscheidungen schon in sehr jungen Jahren treffen. Wichtig ist, dass sie selbst mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen zurechtkommen müssen und nicht die Eltern.

    Meine Kinder dürfen auch mal rumsitzen und sich langweilen. Sie dürfen sich auch mal Zeit nehmen und herumtrödeln und sie dürfen Fehler machen. Sie dürfen laut werden, streiten, mich auch mal nerven, beleidigen, ärgern und sogar hauen! Das alles geht heutzutage ja gar nicht!!! ;-)

    Wie anders sollen sie aber sonst lernen, dass Menschen einfach nicht mehr mit ihnen kooperieren, wenn sie etwas tun, was diese Menschen nicht mögen. Das Ergebnis ist bisher ein sehr entspanntes, unkompliziertes und vertrauensvolles Verhältnis.
  4. #753

    Zitat von freiwilligfrei.de Beitrag anzeigen
    Ist auch meine Philosophie. Nach meiner Erfahrung können sie diese Entscheidungen schon in sehr jungen Jahren treffen. Wichtig ist, dass sie selbst mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen zurechtkommen müssen und nicht die Eltern.

    Meine Kinder dürfen auch mal rumsitzen und sich langweilen. Sie dürfen sich auch mal Zeit nehmen und herumtrödeln und sie dürfen Fehler machen. Sie dürfen laut werden, streiten, mich auch mal nerven, beleidigen, ärgern und sogar hauen! Das alles geht heutzutage ja gar nicht!!! ;-)

    Wie anders sollen sie aber sonst lernen, dass Menschen einfach nicht mehr mit ihnen kooperieren, wenn sie etwas tun, was diese Menschen nicht mögen. Das Ergebnis ist bisher ein sehr entspanntes, unkompliziertes und vertrauensvolles Verhältnis.
    Provokation meinerseits.

    Dann sollte man erst jemanden zusammenschlagen, oder ein kleiner Bruch, ......oder noch vieles andere, damit man lernt was die Mehrheit der Gesellschaft nicht möchte?

    Absurdistan lässt grüßen.
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
  5. #754

    Wirtschaft

    Naja - So passt sich die Schule der Wirtschaft halt an. Man will Akademiker mit 17 Jahren!
  6. #755

    Zitat von Morotti Beitrag anzeigen
    Provokation meinerseits.

    Dann sollte man erst jemanden zusammenschlagen, oder ein kleiner Bruch, ......oder noch vieles andere, damit man lernt was die Mehrheit der Gesellschaft nicht möchte?

    Absurdistan lässt grüßen.
    Das können Sie Ihren Kindern beibringen, dann sollen sie sehen, wie weit sie damit kommen.
  7. #756

    Überfordern wir unsere Kinder?

    Zitat von marocos Beitrag anzeigen
    Naja - So passt sich die Schule der Wirtschaft halt an. Man will Akademiker mit 17 Jahren!
    Ein Kind, welches begabt ist, ist nicht überfordert und fühlt sich auch nicht so.
    Eltern sollten fördern, aber nicht fordern.
    Der falsche Ehrgeiz der Eltern hat manches Kind aus dem Haus getrieben.Abgesehen davon ist es doch so, dass jedes Kind - entsprechend seiner Stärken - gefördrt werden sollte. Was machen wir nur mit den ganzen Professoren, wenn wir keine Köche,Fahrer oder Verkäuferinnen hätten?
    Der Kaiser hat echt gefördert. Begabte Kinder konnten kostenlos studieren , wenn die Schule und nicht die Eltern , das Kind für begabt hielten. Die Stipendiate waren unter dem Kaiser erheblich besser,da diese Leute später die gesamten einmaligen Erfindungen des 18. , 19.und zum Beginn des 20.Jahrhundert auch noch hervorragend forschten. Danach, ab Weimarer Republik war dann ein Fast-Stillstand und in der DDR hat man sogar einen hochbegabten Wissenschaftler sein ganzes Leben lang im Irrenhaus festgehalten - welch große Tragik und die Ärzte haben diesem Genie Papier und Bleistift gegeben,dass er wenigstens
  8. #757

    Übefordern wir unsere Kinder?

    Zitat von annemarie5 Beitrag anzeigen
    Ein Kind, welches begabt ist, ist nicht überfordert und fühlt sich auch nicht so.
    Eltern sollten fördern, aber nicht fordern.
    Der falsche Ehrgeiz der Eltern hat manches Kind aus dem Haus getrieben.Abgesehen davon ist es doch so, dass jedes Kind - entsprechend seiner Stärken - gefördrt werden sollte. Was machen wir nur mit den ganzen Professoren, wenn wir keine Köche,Fahrer oder Verkäuferinnen hätten?
    Der Kaiser hat echt gefördert. Begabte Kinder konnten kostenlos studieren , wenn die Schule und nicht die Eltern , das Kind für begabt hielten. Die Stipendiate waren unter dem Kaiser erheblich besser,da diese Leute später die gesamten einmaligen Erfindungen des 18. , 19.und zum Beginn des 20.Jahrhundert auch noch hervorragend forschten. Danach, ab Weimarer Republik war dann ein Fast-Stillstand und in der DDR hat man sogar einen hochbegabten Wissenschaftler sein ganzes Leben lang im Irrenhaus festgehalten - welch große Tragik und die Ärzte haben diesem Genie Papier und Bleistift gegeben,dass er wenigstens
    Teil 2- mir ist der Beitrag weggerutscht.

    Der Mann ist leider im Irrenhaus der DDR 1987 verstorben und seine Erfindung wird in der Luftfahrt genutzt.Es soll ein kleines Museum seit der Wende in Meck-Pom geben.
    Eine Überforderung liegt auch vor, wenn man 10,11 und sogar noch ältere Kinder allein im Sand buddeln läßt. Da gehört ein Elternteil dazu- und wenn es aus der Ferne ist. Auch eine 14jhr. auf einen 4tausender zu lassen, gehört zu der Überforderung. Viele Kinder könnten noch leben, wenn die Eltern ihre Kinder nicht als "Erwachsene" betrachten würden.
    Gerade vorhin wieder - ein Vorfall von vielen gleichen und ähnlichen Vorfällen:
    Wir haben hier rechts vor links und 30ziger Zone - es ist nicht mehr zu zählen, wie oft Radfahrer offenbar nicht rechts vor links ,kennen. Ein ca. 4jhr. Mädelchen trampelt aufgeregt und relativ schnell in den Kreuzungsbereich von rechts und - ich traue meinen Augen nicht,
    dahinter der Idiot von Vater mit noch schnellerer Geschwindigkeit.
    Dieser dümmliche Vater sah noch zu mir, die er zum stehen - notgedrungen - brachte und drohte mit der Faust. Noch schlimmer geht es als Vater nicht. Mir würde nur das Kind leid tun, denn eine körperliche Verletzung durch die Unachtsamkeit des Vaters wäre schon verheerend. Die Mißachtung von Verkehrsregeln und Ampeln ist offensichtlich bei Radfahrern Programm und mal klappt es dann, dann hat die leibe Seele Ruh.
  9. #758

    Überfordern wir unsere Kinder?

    Zitat von Peter-Freimann Beitrag anzeigen
    Die verkürzte Gymnasialzeit ist eine Katastrophe:
    1.) Deutschland ist nichts, das Ausland ist alles. Wenn die Portugiesen es mit 8 Jahren schaffen, dann sollten wir deren Methode übernehmen, damit wir hier den Bildungsstand Portugals erreichen.
    2.) Das Lernergebnis ist nur in einem kurzen Intervall proportional zur Anzahl der Wochenstunden. Ist eine gewisse Anzahl Wochenstunden jedoch überschritten, dann verhält sich das Lernergebnis umgekehrt proportional zur Anzahl der Stunden.
    Ergebnis: Kinder werden für ideologischen Blödsinn (Selbstaufgabe der Bildungsautonomie unseres Landes) mißbraucht, geplagt und zugleich verdummt.
    Sie haben das richtig beschrieben! Ich denke, das ist auf lange Sicht politisch gewollt - eben Volksverdummung!
    Ich hatte die tolle Möglichkeit in 2 unterschiedlichen Schulsystemen aufzuwachsen von 1948 - 1955 in Berlin - Ost und ab 1955 bis 1957 - Abschluß der 10.Klasse (technischer Zweig) in Berlin- West.
    Das Zeugnis der 8. Klasse Ost (ich hatte eine Klasse übersprungen und außer im Betragen nur " sehr gut" in allen anderen Fächern) genügte nicht vom Flüchtlingskind im Westteil um auf ein Gymnasium zu kommen, da ich nur Russisch und kein Englisch in der Schule hatte. Die Schule im Ostteil samt aller Lehrer war erheblich interessierter an dem Können aller Schüler als im Westteil. Schon seinerzeit - anno 1955 - war klar, dass die Schulen schwere Defizite hatten. Schon seinerzeit las ein ganzer Anteil der Schüler unterm Tisch Schundliteratur statt dem Lehrer zuzuhören. Nicht die Lehrer waren schuld vielmehr die völlig unerzogenen "Kinder". Die Bildung war einfach erheblich besser in den sogenannten Ostblockstaaten. Und, für viele Deutsche schäme ich mich auch. Können die in Berlin noch etwas anderes als "abfeiern" und saufen?
    Meine zarte Mutter sagte oft:"Wie der Herr - so das Gescherr "!

    Jedenfalls danke ich meinen Lehrern in der ehemaligen DDR heute noch . Meine Westlehrer waren genauso klug und auch genauso gut, aber gegn die undisziplinierten blöden Schüler kamen diese nicht durch. Leider!

    Meine Weiterbildung habe ich dann ganz allein geschafft und bin in meinem Beruf ausgelastet und voll zufrieden geworden. Auch ohne Abitur habe ich meinen Aufstieg locker geschafft und das Wunderbarste waren meine ganzen Kollegen mit denen ich auch noch heute eine gute Verbindung habe.
    Meine Töchter , die ab 1966 und 1967 die Schule besuchten , habe ich ganz schön weiterbilden lassen müssen, sonst wären diese - bei den hier im Westteil üblichen geschönten Klassendurchschnitten , untergegangen. Insbesonder in den Bezirken, in denen viele vorderasiatischen Kinder sind, ist der Schnitt eine Katastrophe. Alle kleinen Kinder der unterschiedlichsten Nationen lernen hervorragend- oft besser als unsere deutschen Kinder , aber mit dem vorderen Orient ist das überwiegend ein Skandal . Deshalb ziehen die orientalischen Eltern, die an dem Weiterkommen ihrer Kinder interessiert sind , auch ganz schnell in andere Bezirke.
    Der Bildungsunterschied zwischen den Kurden und dem Rest der Welt ist schlimm und das senkt das Niveau.
  10. #759

    Überfordern wir unsere Kinder?

    Zitat von tina.bankhol Beitrag anzeigen
    In meinem Umfeld sind mehrere Kinder, die von ihren Müttern von einer Aktion zu nächsten gezerrt werden. Hauptsache beschäftigt. Aber gerade diese Kinder sind es, die soziale Probleme haben: weil sie keine Zeit zum spielen haben.
    Meine Kinder gehen einmal die Woche zum Fußball - das reicht denen. Wenn sie plötzlich noch Lust auf was anderes hätten, kein Problem, probieren wir aus. In gewissen Rahmen müssen das die Kinder selbst entscheiden. Das können die auch schon mit 5 oder 6 Jahren!!

    Sie sind genau so eine "Mutter" die es nicht geben sollte und die dann angeblch erschrocken sind, wenn dem Kind etwas passiert, dabei ist nur die Faulheit sich mit dem Kind zu unterhalten und das laufend.
    Es sind in den letzten 5 Tagen in Berlin 5 Kinder aus dem Fenster gefallen. Das letzte Kind aus der 10.Etage eines Hochhauses. Und alle in dem Alter wo Sie doch erzählen , die können selbst entscheiden.Ich frage mich sind ernstlich, ob die Mütter heute so dumm sind? Als Mutter hat man in 1.Linie den Auftrag, das Kind gesund und unversehrt großzuziehen, daneben sollte man dem Kind viele Möglichkeiten anbieten ,um später mit Interesse einige Fertigkeiten zu erlernen, für die das Kind geeignet ist und woran es Freude hat.
    Dazu benötigt man nicht einmal viel Geld.
    Sicher haben die Mütter der aus dem Fenster gefallenen Kinder ihre Kleinen auch überschätzt, anders kann ich mir nicht vorstellen, weshalb Zwillige allein in einem Badezimmer "spielen" müssen - in der 10 Etage und bei geöffneten Fenster. Oder die Anderen? Überall waren die Mütter innerhalb der Wohnung, überall waren die Fenster geöffnet und nicht mit geeigneten Fensterriegeln versehen, überall die volle Überforderung der Kinder, weil die Mütter diese kleinen Kinder völlig überschätzen und ihrer Freizeitbeschäftigung nachgehen.
    Was sind denn das heute für "Mütter" ?
    Wenn ich einem Kind nicht Ballett,Musikinstrumente, Gesang,Bücher, Spiele etc. anbiete, dann kann es sich auch nicht entscheiden mangels Angebot und hat natürlich keine Ahnung wenn es älter wird, was es alles gibt. Übrigens, dass aht mir meine Mutter alles in Nachkriegszeiten angeboten , es war kostenlos, es gab sogar eine Bücherei in den Trümmern 1947 und auch heute können alle Kinder überall probieren, was ihnen liegt.Gestern traten die Tempelhofer Mäuse beim Straßenfest auf , ganz kleine Süße, die tanzen lernen statt Fernsehen.
    Ich spreche Ihnen auch die Kompetenz ab, über Mütter zu urteilen, die ihren Kindern etwas anbieten. Sie sind eher neidisch!