Satellitenbild der Woche: Kanaren erleben erste Vulkanausbrüche seit 40 Jahren

Tote Fische, Schwefelgestank, grüne Schwaden im Meer: Vor der Insel El Hierro ist*Lava explodiert - es gab drei Eruptionen in einer Woche. Satellitenbilder und Video zeigen die Folgen. Unter dem Vulkan sammelt sich*frisches Magma,*es drohen kleinere Ausbrüche*an*Land.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...791787,00.html
  1. #1

    "Er war fällig"

    Sollte es wirklich ein Geologe sein, der einen solchen Satz schreibt? Alle Medien lieben aber die "überfälligen Vulkane", wenn es gilt Aufmerksamkeit zu erschaschen. Es gibt jedoch keinen Rythmus, in dem Vulkane ausbrechen. Deshalb können sie auch nicht überfällig sein. Gerade heute wurde mal in der englischsprachigen Presse die Katla in Island als "überfällig" durchs mediale Dorf gejagt - übrigens zu einer Zeit, als sich seit einigen Tagen eine relative Ruhe dort eingestellt hat.
    Bleiben wir doch bei dem, was wir wissen. Man weiß heute relativ genau, was sich in Vulkanen abspielt und man ds auch messen. Man kann vulkanische Beben messen, man kann den vulkanischen Tremor messen, man kann deformationen und Gasaustritte messen. Aus all diesen Werten und aus der Erfahrung über das bisherige Ausbruchsverhalten kann man Prognosen abgeben, die relativ zuverlässig sind. Man kann aber nicht den genauen Zeitpunkt oder den Verlauf einer Eruption vorhersagen. Deshalb ist es wichtig, dass Vulkane mit entsprechenden Messinstrumenten überwacht werden und, was wichtiger ist, dass Notfallpläne vorhanden sind, um auf einen drohenden Ausbruch reagieren zu können. All das war auf El Hierro vorhanden und hat funktioniert. Spätestens seit September wusste eigentlich jeder auf der Insel, dass ein Ausbruch bevorsteht.
    1793 gab es übrigens auch eine ähnliche Häufung von Erdbeben. Ob es zu einem unterseeischen Ausbruch damals kam ist unklar. Jedenfalls brach keine Lava auf der Insel selbst aus, die übrigens von über 500 Schlackekratern und Tuffringen übersät ist. Google Earth liefert dazu gute Bilder.
  2. #2

    Fakten

    Bleiben wir doch bei dem, was wir wissen.

    Vielen Dank für den sachlichen Beitrag!
    Ich wünsche mir mehr von solchem HintergrundWISSEN, das macht solch ein Forum interessant.
    Oberflächlich sind schon viele Journalisten, Tendenz steigend.
  3. #3

    Auge zudrücken

    Er war fällig
    Neulich hat der Kollege Erdwissenschaftler auch geschrieben, das Klackern der Felsen in der Atacama gebe "Einblick in das Leben anderer Welten". Also nehmen wir ihm diese Formulierung hier auch nicht übel.
  4. #4

    Panikmache?

    Allmählich musste sich der Vulkan zurückmelden, nur frisches Magma sichert das Bestehen der Kanaren; Vulkanausbrüche ließen die Inseln über den Meeresspiegel wachsen.
    Was hat der jetzige Ausbruch vor El Hierro mit dem Bestehen der Kanaren zu tun? Bei einem Vulkanausbruch entsteht immer neues Land, wenn sich "frisches Magma" ins Meer wälzt (siehe La Palma 1949 und 1971).
    Aber was hat das mit dem "Bestehen der Kanaren" zu tun?
    Oder werden die inaktiven Inseln der Inselgruppe nun vom "sicheren Untergang" bedroht? ;-)
  5. #5

    .

    Da müssen wir in längeren Zeiträumen denken.

    Die Erosion macht irgendwann jede Insel platt wenn von unten nichts nach kommt.
  6. #6

    ...

    Zitat von bruja44 Beitrag anzeigen
    Was hat der jetzige Ausbruch vor El Hierro mit dem Bestehen der Kanaren zu tun? Bei einem Vulkanausbruch entsteht immer neues Land, wenn sich "frisches Magma" ins Meer wälzt (siehe La Palma 1949 und 1971).
    Aber was hat das mit dem "Bestehen der Kanaren" zu tun?
    Oder werden die inaktiven Inseln der Inselgruppe nun vom "sicheren Untergang" bedroht? ;-)
    Das hat relativ viel mit dem Bestehen der Kanaren zu tun. Die LZ 703 auf Lanzarote bspw. führt entlang der Westkueste über die frische Lava der Ausbrüche von 1730-1736 und muss alle paar Jahre ein paar Meter ins Landesinnere verlegt werden, weil sich 'das Meer den Raum zurückerobert'.

    Wobei es auf allen Kanareninseln Bereiche gibt in denen die Erosion durch die Gezeiten stärker ist und in anderen Gebieten weniger stark. Ohne weitere vulkanische Aktivitäten würde es jedoch trotzdem erst in geologischen Zeiträumen zum Verschwinden von einzelnen Inseln kommen - wenn überhaupt; denn der Grossteil der Kanaren entstand durch eine Hebung des Meeresbodens, die durchaus weitergeht, da sie dem Seafloorspreading des Mittelatlantischen Rückens geschuldet ist.
  7. #7

    ?

    Zitat von titeroy Beitrag anzeigen
    denn der Grossteil der Kanaren entstand durch eine Hebung des Meeresbodens, die durchaus weitergeht, da sie dem Seafloorspreading des Mittelatlantischen Rückens geschuldet ist.
    Hm. Von einen Hebung weiss ich nichts. Es gibt auf dem Kanaren keine Gesteine die vom Meeresboden stammen würden. Einzig hat Fuerte etwas Sandstein, das Rest ist alles durch Eruptionen, also ohne Hebung entstanden.
  8. #8

    Hebung

    Zitat von swotch Beitrag anzeigen
    Hm. Von einen Hebung weiss ich nichts. Es gibt auf dem Kanaren keine Gesteine die vom Meeresboden stammen würden. Einzig hat Fuerte etwas Sandstein, das Rest ist alles durch Eruptionen, also ohne Hebung entstanden.
    Es waren - so wie in El Hierro derzeit - zunaechst unterirdische Vulkane, die sich auftuermten und vor 14 Mio. Jahren aus dem Meeresboden emporgehoben wurden.
    Es gibt eine Animation ueber die Entstehung der Kanaren, welche ich auf CD habe, allerdings kenne ich keine Weblinks dafuer.
  9. #9

    hi,

    Also, wenn die Kanaren Regung zeigen würde ich jetzt in Nordamerika etwas unruhiger schlafen, Vulkanologen befürchten Schlimmstes wenn die instabilen Berghänge ins Meer rutschen.

    mfg