Fachkräftemangel: Wer hat Angst vor der Killerstatistik?

Werden im Jahr 2025 wirklich 7 Millionen Fachkräfte fehlen?*Sicher nicht.*Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff, Autoren des Buches "Lügen mit Zahlen", warnen vor Horrorstatistiken, mit denen Politik gemacht wird. Schon die Annahmen sind oft*hanebüchen: Dann gibt es plötzlich keine Zuwanderung und keine Rente mit 67.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...791288,00.html
  1. #1

    .

    Zahlen lügen nicht, wohl aber diejenigen, die die Variablen setzen und das Ergebnis interprestieren. Wäre der Spiegel heute noch, was er einmal war, würde er weder die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien noch wirtschaftliche Prognosen einfach so wiedergeben, wie sie in der zugehörigen Pressemitteilung standen, sondern grundsätzlich zuvor der Frage nachgehen, ob diese beiden Faktoren, die zugrundegelegten Variablen und die Interpretation der Zahlen, einem ersten, noch oberflächlichen kritischen Blick standhalten.

    Bei mir - keine Fachfrau - tun sie das nämlich schon oft genug nicht. Es ärgert mich, daß sie dennoch für wahr gehalten werden, weil sie ja so auch in allen Medien wiedergegeben wurden. Die Medien kommen meines Erachtens in diesem Bereich ihrem Auftrag nicht nach.
  2. #2

    Warum hat das so lange gedauert?

    Dass durch das Beklagen des Fachkräftemangels ein Schweinezyklus angeregt werde soll, indem viele Studenten sich für die Ingenieurwissenschaften entscheiden,damit Unternehmen durch das Überangebot schlußendlich die Löhne drücken können, scheint offensichtlich.

    Diese Fachkräftemangel-Kampage zeigt, welche wichtige Aufgabe unabhängige Gesellschaftswissenschaftler haben, um dumme Parolen als solche zu entlarven.

    Im Artikel wird alles Wichtige und Richtige gesagt. Über den Fachkräftemangel zu jammern ist ebenso sinnvoll, wie auf Unternehmensseite über Kundenmangel zu jammern. Es ist besonders ärgerlich, dass es so lange gedauert hat, bis sich ein Wissenschaftler erbarmt hat, diesen Blödsinn aufzudecken (Bravo Herr Brenke!) und dass dieser dann auch noch von seinem Chef ausgebremst wurde.
  3. #3

    Ja, so wahr es einmal!

    Zitat von **Kiki** Beitrag anzeigen
    Wäre der Spiegel heute noch, was er einmal war, würde er weder die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien noch wirtschaftliche Prognosen einfach so wiedergeben, wie sie in der zugehörigen Pressemitteilung standen, sondern grundsätzlich zuvor der Frage nachgehen, ob diese beiden Faktoren, die zugrundegelegten Variablen und die Interpretation der Zahlen, einem ersten, noch oberflächlichen kritischen Blick standhalten.

    Die Medien kommen meines Erachtens in diesem Bereich ihrem Auftrag nicht nach.
    Ihre sachliche Kritik trifft es wirklich auf den Punkt. Ich kann die vielen oft so leicht als widersinnig erkennbaren, statistisch wie basis-wissenschaftlich zum Teil deutlich tendenziell aufgezogenen Studien nicht mehr ertragen. Und dass im SPIEGEL dieser wissenschaftliche Nonsens oft auch noch wie in Stein gemeisselt zur Grundlage von Artikeln und gesellschaftskritischen Berichten gemacht wird, bricht mir geradezu das Herz.

    Ja, liebe SPIEGEL-Journalisten, Ihr könnte doch gerne alles und jedes kritisieren, zerfetzen meinetwegen. Aber doch nicht auf der Grundlage wissenschaftlich so oft saudämlich begründeter und ganz offen erkennbar völlig verfälschter Studienergebnisse. Political Correctness mag ja ethisch-moralisch zukunftsweisend sein. Daraus aber "wissenschaftliche" Zwangsresultate zu quetschen ist sehr traurig, unglaubwürdig und tiefstes journalistisches Niveau. Ich fühle mich jedenfalls immer öfter beleidigt.

    Unter Rudolf Augstein wäre so ein furchtbarer Absturz in die "wissenschaftliche" Beliebigkeit sicher niemals passiert!
  4. #4

    Fehler

    "Außerdem sinkt mit der sinkenden Bevölkerungszahl auch der Bedarf an Arbeitskräften, etwa im Gesundheitswesen."

    Das ist natürlich erstmal Quatsch, weil die Leute ja erst alt und krank werden, bevor sie dann sterben. Bei der jetzigen demografischen Entwicklung erhöht sich der Anteil der Alten und Pflegebedürftigen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. Es werden also kurz- bis mittelfristig MEHR Arbeitskräfte im Gesundheitswesen gebraucht. Die Rechnung mit weniger Arbeitskräften geht langfristig auch nur dann auf, wenn der vergleichbare schlechte Pflegestandard zum Status Quo erklärt wird. Soll die Pflege verbessert werden, können auch nicht massenhaft Stellen im Gesundheitswesen verschwinden.
  5. #5

    Mangel

    Es immer einen Mangel an promovierten 25-Jährigen, die ein Diplom (bzw. Master) in Physik, Chemie und Ingenieurwissenschaften gleichzeitig haben, dreisprachig aufgewachsen sind, 15-jährige Berufserfahrung in einem internationalen Unternehmen vorweisen können und bereit sind, als Praktikanten unentgeltlich zum Wohl der Firma zu arbeiten.

    Aber nicht jeder Traum eines Arbeitgebers deutet auf echten Mangel hin.
  6. #6

    Lügen durch Zahlen oder Statistiken

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Werden im Jahr 2025 wirklich 7 Millionen Fachkräfte fehlen?*Sicher nicht.*Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff, Autoren des Buches "Lügen mit Zahlen", warnen vor Horrorstatistiken, mit denen Politik gemacht wird. Schon die Annahmen sind oft*hanebüchen: Dann gibt es plötzlich keine Zuwanderung und keine Rente mit 67.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...791288,00.html
    Das ganze hat zwar mit der Fachkräftedebatte wenig zu tun, aber die Zahlen zum angebl. "Aufflammen eines Linksterrorismus" scheinen ebenfalls aus dieser Hexenküche zu stammen.
    http://www.tagesschau.de/inland/bahn...hlaege102.html
    Von solchen Prognosen profitieren grundsätzlich Cassandrapropheten und ihre Günstlinge während die Masse gegeneinander aufgehetzt und untereinander ausgespielt wird.

    P.S. Natürlich läßt sich keine verläßliche 5 Jahres-Planung durchführen und es gibt dafür bereits diverse Beispiele- hauptsache Bange machen.
  7. #7

    Und nun?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Werden im Jahr 2025 wirklich 7 Millionen Fachkräfte fehlen?*Sicher nicht.*Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff, Autoren des Buches "Lügen mit Zahlen", warnen vor Horrorstatistiken, mit denen Politik gemacht wird. Schon die Annahmen sind oft*hanebüchen: Dann gibt es plötzlich keine Zuwanderung und keine Rente mit 67.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...791288,00.html
    Set Jahren schreibe ich gegen diesen Unsinn, diese unerklärliche Mär von den fehlenden Fachkräften an!
    Nun werden die Horrorszenarien sogar als LÜGE bezeichnet.
    Wer trägt dafür die Verantwortung?

    Wer kann belangt werden von all den Gläubigen, die auf die Verheißungen reinfielen und ihre Studienrichtung nach dem hirnleistungsschwachen Gebarme ausrichteten, letztlich dann aber keinen oder nur einen schlecht bezahlten Arbeitsplatz finden?

    Wer ist zur Verantwortung zu ziehen für den Schwachfug des Bachelors, den in der Wirtschaft keiner haben will?

    Wieviel Geld ist verbrannt worden für falsche -GELOGENE- Statistiken?

    Herrgottnochmal, wo seid ihr eigentlich alle, ihr BWL- und VWL- gestählten Wirtschaftsversteher? Wo seid ihr gesetzestrickenden Beamten? Und letztendlich, wo verkriechen sich jetzt eigentlich die berufspolitischen Claqueure, jahrelang im Dienste einer lügenden Lobby?
  8. #8

    endlcih

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Werden im Jahr 2025 wirklich 7 Millionen Fachkräfte fehlen?*Sicher nicht.*Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff, Autoren des Buches "Lügen mit Zahlen", warnen vor Horrorstatistiken, mit denen Politik gemacht wird. Schon die Annahmen sind oft*hanebüchen: Dann gibt es plötzlich keine Zuwanderung und keine Rente mit 67.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...791288,00.html
    endlich mal ein artikel, der das märchen vom angeblichen fachkräftemangel wiederlegt. in deutschland fehlen keine fachkräfte, sondern es fehlen billigsklaven. wer angemessene löhne zahlt, der hat keinen fachkräftemangel.
  9. #9

    Richtig

    Zitat von **Kiki** Beitrag anzeigen
    Wäre der Spiegel heute noch, was er einmal war, würde er weder die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien noch wirtschaftliche Prognosen einfach so wiedergeben, wie sie in der zugehörigen Pressemitteilung standen, sondern grundsätzlich zuvor der Frage nachgehen, ob diese beiden Faktoren, die zugrundegelegten Variablen und die Interpretation der Zahlen, einem ersten, noch oberflächlichen kritischen Blick standhalten.
    Da macht sich eben der wahre Fachkräftemangel bemerkbar, jetzt arbeitet die Copy&Paste Generation.