Insolvenzverwalter: Der Letzte macht das Licht aus

Legt ein Betrieb eine Bruchlandung hin, rücken Spezialisten mit Pleitegeier-Image aus: Insolvenzverwalter beerdigen überschuldete Unternehmen und verteilen die Reste unter Gläubigern. Im Interview erklärt Kanzleigründer Hanns Pöllmann, was Insolvenzverwalter können und wissen müssen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...788965,00.html
  1. #1

    Interessant,

    daß ausgerechnet dieser Beruf zu diesem Zeitpunkt in den Medien auftaucht - wird da in nächster Zeit mit Bedarf gerechnet, EWU und so? Es ist doch wohl noch so wie vor 40 Jahren, als die Berater der Arbeitsämter in den Schulen seltsamerweise bei vielen Schülern "Eignung" für Berufe feststellten, für die auf dem Arbeitsmarkt jeweils gerade nicht genug Anwärter zur Verfügung standen.
  2. #2

    Ausbluten mit Verstand

    Der Insolvenzverwalter an sich ist in erster Linie möglichst daran interessiert, ausreichend aus dem Restvermögen der Firma bezahlt zu werden ;-)

    http://www.focus.de/finanzen/news/in...id_448779.html
  3. #3

    ...vergessenes Kreuz

    Als ich im Jahre 2007 mit meinem Spielwarenladen Insolvenz anmelden musste, hat mein Insolvenzberater auf der ganzen Linie versagt. Beim Antrag wurde das Kreuzchen beim Wort "Restschuldbefreiung" vergessen. Nach einem Jahr meldete sich das Amtsgericht Fürth und teilte mir lapidar mit, daß ich wohl Privatinsolvent wäre aber ich keinen Anspruch auf Restschuldbefreiung hätte. Nach über einem Jahr, einem "Auftritt" bei ARD Ratgeber Recht, konnte ich die ganze Prozedur noch einmal wiederholen. Deswegen zahle ich nun 8 Jahre statt der üblichen 6 Jahre. Insolvenzberater und auch der Verwalter waren keine grosse Hilfe. Nicht einmal ein Entschuldigung des Beraters, der im Auftrag der Caritas immer noch viel Geld einsackt und weiter sein "Unwesen" treiben darf.
  4. #4

    .

    Ach, was für ein nettes Interview mit dazu noch einer fast
    heroischen Note "Kapitän auf der Brücke",...

    Sicher gibt es die Insolvenzverwalter, die sich bei großen
    Insolvenzen ehrenvoll um Fortführung und Rettung bemühen.

    Die Regel ist aber doch der Typus, der zunächst seine Ein-
    nahmen sichert und den Rest mit Chuzpe abbügelt.

    Die berufliche Wirklichkeit des Insolvenzverwalters appelliert
    in der Regel an die eher nicht wünschenswerten menschlichen
    Eigenschaften.
  5. #5

    So ein A.........

    Das Wirken und Streben eines Insolvenzverwalters geht nur darum selbst das Meiste aus der Firma an Restvermögen zu ziehen. Irgendwovon muss man doch gut leben. Dann noch die Rückzahlung der Löhne und Gehälter der Angestellten und Arbeiter zurückholen. Mein I-Verwalter kam nach 6 Wochen und begrüßte mich mit den Worten, diesen betrieb hat er in einem 1/2 Jahr platt. Kein Blick in die Bücher. Nach 10,5 Jahren, richtig 10,5, ist die Firma abgewickelt und er um 60.000 Euro reicher. Da er sich mit den Debitoren verglichen hat, sind somit mind. 140000 Euro offen gewesen, zzgl. der wegfall aus einer Bietergemeinschaft. So sind mal eben 200.000 Euro eigentlich verfügbar gewesen. Eintreiben des verwalters. Nein. Fortführen nein. Offen waren 12.000 Soziallasten und 25.000 Löhne. Ich hatte den staatsanwalt an den Backen und der Verwalter hat kassiert. Drecksbande allesamt. Ach ja das geld schuldeten mir ausschließlich öffentliche Aufraggeber. Aber bei den Worten: Sie können klagen solange und soviel sie wollen, wir haben mehr Zeit und Geld als sie. Da weiß man was man hat. Und Griechenland hat auch nix mehr.
  6. #6

    Vergessen?

    Zitat von keoki Beitrag anzeigen
    Als ich im Jahre 2007 mit meinem Spielwarenladen Insolvenz anmelden musste, hat mein Insolvenzberater auf der ganzen Linie versagt. Beim Antrag wurde das Kreuzchen beim Wort "Restschuldbefreiung" vergessen.
    Ihnen ist vermutlich nicht klar, dass der Insolvenzverwalter NIE Ihre Interessen, sondern die der Gläubiger vertritt. Er wird das Kreischen absichtlich "vergessen" haben. So bekommen die Gläubiger länger Ihr Geld. Ein Insolvenzverwalter muss ja von der Gläubigerversammlung seine Arbeit "bestätigen" lassen, sonst geht ihn der "Auftrag baden".
  7. #7

    Soziale Kompetenz ?

    Wenn ein Insolvenz-Verwalter eines nicht braucht ist das soziale Kompetenz. Das ist etwas für Altenpfleger, Pfarrer oder FamilienRichter.
    Ein Insolvenzverwalter braucht ein großes Ego und ein hohes Maß an Rücksichtslosigkeit, weil er im Kern wie ein Kopfgeldjäger arbeitet. Das ist die Quintessenz aus den Rechtsnormen, die heute ein Insolvenzverfahren steuern.
    Erfolgreiche Insolvenzverwalter sind qualifizierte und leistungsfähige Menschen mit sehr klarem Blick, aber im Bereich Psychologie+Soziales sind sie mental/seelisch nach meiner Ansicht behindert. Wenn man InsoVerwalter als starke Persönlichkeiten mit sozialer Kompetenz beschreibt, sollte dies auch für Stalin, Hitler, Gadaffi und Co gelten. Klar, man kann einen Stuhl Tisch nennen und einen Tisch Stuhl. Insolvenzverwalter sind charakterlich am ehesten mit Immobilienmaklern oder Investmentbankern verwandt.
    Das Ganze soll übrigens keine moralische Wertung sein.
  8. #8

    " ... "

    Zitat von einengelauferden Beitrag anzeigen
    Ihnen ist vermutlich nicht klar, dass der Insolvenzverwalter NIE Ihre Interessen, sondern die der Gläubiger vertritt. Er wird das Kreischen absichtlich "vergessen" haben. So bekommen die Gläubiger länger Ihr Geld. Ein Insolvenzverwalter muss ja von der Gläubigerversammlung seine Arbeit "bestätigen" lassen, sonst geht ihn der "Auftrag baden".
    Der InsolvenzVERWALTER ist richtig, aber bei mir hat der BERATER komplett versagt !!!