Sollte die Kirchensteuer abgeschafft werden?

Selbst der Papst sprach bei seinem Deutschlandbesuch über stärkere Trennung von Kirche und Staat, doch bei uns treibt der Fiskus von Mitgliedern eine Kirchensteuer zur Finanzierung der christlichen Glaubensgemeinschaften ein. Sollte diese Steuer generell abgeschafft werden?
  1. #1

    Als Steuer? Ja. Die Kirchen können das ja direkt von ihren Schäfchen eintreiben.

    Mein Spiegel-Abo bezahle ich ja auch net gleich vom Lohnzettel herunter.
  2. #2

    Was hat die Kirche Steuern einzuziehen? Und warum sollte der Staat diese eintreiben?

    Seh ich nicht ein.
  3. #3

    Anachronismus

    Abschaffen.
  4. #4

    Wie viel bezahlt die Kirche dem Staat, die Kirchen"steuer" einzutreiben?
    Also wird das Eintreiben der Kirchensteuer auch von uns nicht-Christen finanziert.
    Das ist nicht in Ordnung.
  5. #5

    .

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Wie viel bezahlt die Kirche dem Staat, die Kirchen"steuer" einzutreiben?
    Es gibt eine staatliche Verwaltungspauschale, die zwischen 2 und 4,5 Prozent des Kirchensteueraufkommens liegt.
  6. #6

    Zitat von MonaM Beitrag anzeigen
    Es gibt eine staatliche Verwaltungspauschale, die zwischen 2 und 4,5 Prozent des Kirchensteueraufkommens liegt.
    Danke für die Aufklärung.

    Dann würde ich sagen, man müsste die Pauschale auf mindestens 5% erhöhen, und dann kann die Kirchen"steuer" bleiben.
    Ist als Staatseinnahmen doch besser als das Abblitzen von Verkehrs"sündern".
  7. #7

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Selbst der Papst sprach bei seinem Deutschlandbesuch über stärkere Trennung von Kirche und Staat, doch bei uns treibt der Fiskus von Mitgliedern eine Kirchensteuer zur Finanzierung der christlichen Glaubensgemeinschaften ein. Sollte diese Steuer generell abgeschafft werden?
    Ich habe lange in Frankreich gelebt und dort war man nach meiner Frage, wann, wo und wie die Kirchensteuer bezahlt zu entrichten ist sehr erstaunt. So etwas gibt es dort nicht. Die Gemeinden bezahlen ihre Unkosten durch spenden. Das kommt auch dem Glauben zugute, Pfarrer die unbeugsam im Glauben sind, müssen sich finanziell etwas einschränken;o)

    MfG. Rainer
  8. #8

    Schocktherapie

    Ich bin auch für eine Abschaffung der Kirchensteuer, stattdessen sollte der Staat eine Kultursteuer erheben. Diese Kultursteuer (wie in Italien). beträgt 0,8% und sie ist an den Staat zu zahlen. Allerdings kann der Steuerzahler entscheiden für welchen Zweck die Steuer Verwendung finden soll. Macht er das nicht, wird die Verwendung entsprechend den Wünschen der Mehrheit der Steuerzahler verwendet.
    Vorteil, alle zahlen einen Beitrag zur Kultur des Landes.

    Die Kirchenmitgliedschaft wird nicht an eine Beitragszahlung gekoppelt.

    Der Austrittsgrund "Kirchensteuer" ist somit obsolet geworden. Und da „nolens volens“ alle zahlen müssen, gibt es eine Belastung für alle Steuerzahler entsprechend der Höhe ihres Einkommens, niemand kann sich ausschließen.

    Sollte allerdings die Kirchensteuer ohne Ersatz abgeschafft werden, empfehle ich der kath. Kirche den Rückzug aus dem öffentlichen Leben so wie es der Papst in seiner Freiburger Konzerthausrede angekündigt hatte:

    Rückzug des Glaubens in die Privatsphäre.

    Dieser Rückzug sollte folgende Konsequenzen einschließen:

    Schließung aller Konfessionsschulen.
    Schließung aller konfessionell geführten sozialen Einrichtungen.
    Schließung aller konfessionell gebundenen Krankenhäuser (auf Ranglisten oft an erster Stelle)
    Beispiel Offenbach: Kepplerkrankenhaus hui
    Städt. Kliniken Offenbach pfui
    (Aus eigener Erfahrung mit meiner Mutter)

    Schließung von Bahnhofsmissionen, Diakonie und Caritas
    Schließung aller Jugendeinrichtungen
    Schließung aller Waisenhauseinrichtungen

    Dann werden die kirchenfeindlichen Damen und Herren Abgeordneten in den Kommunen, Landtagen und im Bundestag einmal erleben was in Deutschland los ist.
  9. #9

    Rasterfahndung nach "Kirchensteuerflüchtlingen"

    Was man zum Thema Kirchensteuer wissen sollte: Die Kirchen spekulieren (vor allem in den nord-östlichen Bundesländern) verstärkt darauf, dass die Leute ihre Kirchenaustrittserklärungen nicht lebenslang aufbewahren.

    Bei verschiedenen Anlässen (z.B. Umzug nach Berlin oder Meck-Pomm) kommt dann zunächst eine "höfliche" Anfrage, um angeblich die Kirchenzugehörigkeit zu klären (getauft ja/nein/wann? ausgetreten ja/nein/wann?). Wenn man "blöd" genug ist zuzugeben, dass man getauft wurde und vor ca. 20-30 Jahren ausgetreten ist, kommt die Aufforderung, eine Kopie der Austrittserklärung vorzulegen. Die Behörden sind aber leider nicht verpflichtet, diese so lange aufzubewahren (einige, z.B. in Hamburg tun es, andere, vorzugsweise in Bayer, Baden-W. bewahren sie nur die vorgeschriebenen 10 Jahre auf).

    Im letzten Fall hat man Pech gehabt: kann man den Austritt nicht mehr beweisen (beim Austritt selbst sagt einem keiner, dass man die Austrittserklärung im Safe aufbewahren sollte), dann wird einem Steuerhinterziehung vorgeworfen und es drohen Nachforderungen auf Jahre.

    Nachzulesen z.B. unter:
    http://hpd.de/node/655

    (oder ergoogeln mit den Stichworten "Kirchensteuer" und "Rasterfahndung")

    Ganz schlimm kann es ehemalige DDR-Bürger treffen, bei denen offenbar gar keine schriftliche Austrittsurkunde ausgehändigt wurde, siehe:

    http://www.kirchensteuern.de/Texte/R...inJuni2000.htm

    Deutsche Gerichte bestätigen diese Rechtsauffassung der Kirche. Eigentlich ein Fall für den europäischen Gerichtshof und ein Grund, seine Kinder nicht taufen zu lassen. (Alleine durch die Taufe geraten sie in diese Mühle.)