Verkümmerte Muskeln und seelischer Stress – was hilft gegen Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen gehören zu den Volkskrankheiten. Die Ursachen sind vielfältig. Übergewicht, mangelnde Bewegung, aber auch seelischer Stress können zu manchmal unerträglichen Schmerzen führen. Was hilft am besten gegen diese Probleme?
  1. #10

    Eigenverantwortlich

    Zitat von klelia Beitrag anzeigen
    Von »Schuld« war zumindest in meinem Beitrag nirgends die Rede, sondern von EIGEN-Verantwortlichkeit, das eigene Bewegungssystem nicht als Haltesystem zu mißbrauchen.

    Aus dem Kontext dürfte klar hervorgehen, dass berufsbedingte Über- und Fehlbelastungen wie bedauerlicherweise vermutlich in Ihrem damit nicht gemeint sein können.

    Vielen Dank für differenziertes Lesen.
    Eigenverantwortung ist sicher das richtige Stichwort. Trotzdem, wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis so umschaue, gibt es stinkfaule (was den Sport betrifft!) Menschenkinder, auch mit etwas Übergewicht, die pumperlrückengesund sind und andere, die schlank sind und Sport treiben, aber trotzdem Bandscheibenschäden haben. Das hält sich die Waage.
    Körperliche Bewegung ist wohl generell der Faulheit vorzuziehen, da besteht kein Zweifel. Meine eigene Erfahrung mit Rückenschmerzen ist die, dass meistens Erkältungen oder Magen-Darm-Infekte der Auslöser für Hexenschuss & Co sind. Oder vielmehr: der Hexenschuss ist zuerst da. Dann weiß ich, dass ich Taschentücher oder Klopapier kaufen muss.
  2. #11

    nicht so einfach

    Ich habe mir bei einem schweren Unfall vor 12 jahren 2 Wirbelkörper zerbröselt und seitdem Dauerschmerzen. Nachdem ich von den Opiaten die Nase voll hatte habe ich gelernt mit Sport-Gymnastik und den Schmerzen zu leben, stellt Euch vor: man kann damit leben lernen!
    Was mir am meisten geholfen hat? Regelmässig Gymnastik im Thermalwasser in Casciana Terme. Jetzt habe ich sobald ich mich stressen lasse Hexenschuss Attacken, manchmal alle 20 min. also lerne ich mich nicht selbst unter Stress zu setzen. Klingt einfach, ist es nicht. Ich mache regelmässig Gymnastik, gehe zum Sport, nur so geht es, trotzdem habe ich vom Rücken bis zum Fuss eine Dauerstromleitung so als würden konstant 12 Volt den Nerv entlang fahren, bis zum Fuss. Manchmal kann ich sogar den Schäuble verstehen.....
  3. #12

    Muelleruebungen

    Die Mehrheit von Rueckenkranken braucht von Zeit zu Zeit Zuwendungen von Aerzten, Kliniken, Bekannten, Auszeit von der Arbeit.
    Die Patienten werden dann ueber psychosomatische Regelkreise teils wie im Zwang rueckenkrank und da sind keine unspaektakulaeren, kostenlosen Eigentherapien gefragt.

    Es wuerden helfen sogenannte Muelleruebungen, die eigentlich Charlotte-Urban-Uebungen heissen muessten.
    Aber da der Cyriax-Rueckenpapst Dr. Hirschfeld in privatem Umfeld die Uebungen zuerst bei einem Kumpel namens Mueller sah, nannte er sie Muelleruebungen und nahm sie in sein Lehrprogramm auf. Manche eigenintiativ Fortgebildete im orthopaedischen Bereich moegen davon schon gehoert haben.

    Diese speziellen Rotationsuebungen kann jeder selber machen, man braucht dazu eine Wolldecke und 15 min Zeit und sie haben die Brisanz, eine ganze Branche des Gesundheitssystems einschliesslich sogenannter Rueckenkliniken, zahllose Operationen, Orthopaedie-Praxisumsaetze und einen bedeutenden Ausgabenblock im sogenannten Gesundheitssystem obsolet zu machen.
    Deshalb sind sie eine boykottierte Nischentherapie, die nur ganz wenige privat kennen (und sie anwenden).
    Die haben natuerlich keine Rueckenprobleme mehr.

    Ausgenommen von der alleinigen Eigenanwendung sind Rueckenprobleme aus Unfallfolgen oder Folgen von anderen Krankheiten. Da braucht es weitere Therapien. Aber diese Muelleruebungen unterstuetzen auch hier und beschleunigen die Rekonvaleszenz.
  4. #13

    Etwas zu schlicht

    Zitat von klelia Beitrag anzeigen
    Es gibt drei Grundwahrheiten zu Rückenschmerzen:
    "Grundwahrheiten" die Wesentliches ausblenden.

    Natürlich gibt es einen nicht unerheblichen Anteil von Eigenversäumnis, aber es gibt eben auch viele, die treiben Sport, bewegen sich, ernähren sich vernünftig und bekommen trotzdem Rückenbeschwerden. So einfach wie Sie sich das machen ist es nicht.

    Um nur ein paar Stichworte zu nennen wo sich Ihre Grundwahrheiten als unzureichend erweisen, Arbeitsbedingungen einschliesslich Arbeitsplatzergonomie und personeller Situation, familiäre Situation z.B. bei Pflege von Angehörigen, rheumatische Erkrankungen, Unfälle, psychosomatische Faktoren, familiäre Disposition.

    Auch bei den Behandlungsmöglichkeiten ist es anders als Sie meinen. Wer zum Beispiel Krankengymnastik betreibt, der bleibt eben nicht passiv sondern beteiligt sich aktiv an der Verbesserung seines Zustandes. Eine gründliche ärztliche Abklärung und Therapie, eine gute Krankengymnastik, eine Rückenschule und weitere begleitende physikalisch-therapeutische Maßnahmen haben vielen geholfen. Auch ein Training der ansonsten in unserem Alltag unzureichend bzw. einseitig genutzen Muskulatur ist absolut sinnvoll und vorbeugend wirksam. Ebenso macht es Sinn sich mit psychosozialen Belastungsfaktoren auseinanderzusetzen, auch Entspannungsverfahren zu erlernen. Den mit dem Thema Beschäftigten ist im Übrigen die Bedeutung der Eigenverantwortung längst geläufig, in der Rehabilitationsmedizin gehören den Patienten anleitende, edukative Maßnahmen seit Jahrzehnten zur Behandlung dazu. Keiner will da Unmündige die nur delegieren wollen.
  5. #14

    Jo

    Kraftsport und Ausdauertraining helfen. Obwohl die meisten Leute zu faul sind und lieber ein einfaches Rezept wollen.

    Wenn ich persönlich eine Woche nicht trainieren kann, weil ich krank bin o.ä., fehlt mir richtig was.
  6. #15

    Zitat von Ursprung Beitrag anzeigen
    Es wuerden helfen sogenannte Muelleruebungen, die eigentlich Charlotte-Urban-Uebungen heissen muessten.
    Aber da der Cyriax-Rueckenpapst Dr. Hirschfeld in privatem Umfeld die Uebungen zuerst bei einem Kumpel namens Mueller sah, nannte er sie Muelleruebungen und nahm sie in sein Lehrprogramm auf. Manche eigenintiativ Fortgebildete im orthopaedischen Bereich moegen davon schon gehoert haben.

    Diese speziellen Rotationsuebungen kann jeder selber machen, man braucht dazu eine Wolldecke und 15 min Zeit und sie haben die Brisanz, eine ganze Branche des Gesundheitssystems einschliesslich sogenannter Rueckenkliniken, zahllose Operationen, Orthopaedie-Praxisumsaetze und einen bedeutenden Ausgabenblock im sogenannten Gesundheitssystem obsolet zu machen.
    Deshalb sind sie eine boykottierte Nischentherapie, die nur ganz wenige privat kennen (und sie anwenden).
    Die haben natuerlich keine Rueckenprobleme mehr.
    Interessant. Gibt es da eine Anleitung im Internet? Bei Google finde ich jedenfalls nichts...
  7. #16

    Keine einzelne Methode ist das Allheilmittel

    Zitat von Ursprung Beitrag anzeigen
    Deshalb sind sie eine boykottierte Nischentherapie, die nur ganz wenige privat kennen (und sie anwenden).
    Was wäre ein solches Thema ohne den Stein der Weisen, ohne Allheilmittel, und ohne eine Verschwörungstheorie. Fakt ist, zu den manigfaltigen Beschwerden seitens des Bewegungsapparates schwirrt der Markt traditionell geradezu von unterschiedlichen Behandlungsansätzen und Theoriemodellen, wobei es generell noch an der evidenzbasierten Untermauerung mangelt, auch wenn sich in den letzten Jahren einiges tut. Auch die von Müller dazu ersonnenen Übungen gehören dazu, auch damals schon ein Denken in konkurrierenden Systemen. "Meine Schule hilft am Besten". Physiotherapeuten heutiger Tage stellen dann fest, dass sie sich vielfältig fortbilden können und müssen, dabei aber auch in diesen unterschiedlichen Systemen durch ein Netz von Fortbildungskursen geschleust werden und mancher Euro dabei auf der Strecke bleibt. Das Gehalt in diesem Bereich hält sich in Grenzen, aber die Begeisterung für das eigene Fach treibts voran. Am Ende sammeln die meisten die Erfahrung, dass es keinen Stein der Weisen gibt, dass es eine Kombination verschiedener Methoden am besten tut. Im Rehabereich ist das am konsequentesten verwirklicht, und keiner treibt da den Patienten zu Operationen. Aktivierende Krankengymnastik, Vermittlung von Übungen die in Eigenregie erfolgen können, manuelle Therapie, selbstverständlich auch das von Müller abgetane Krafttraining (besser Kraft-Ausdauer, es geht nicht darum riesige Muskelberge aufzubauen), Entspannungstraning etc.. Würde mir ein Therapeut eine einzelne Methode als Allheilmittel anbieten würde ich mich sofort abwenden. Der gute Therapeut bedient sich der unterschiedlichen Verfahren und lässt sich auf einen ideologischen Streit zwischen konkurrierenden Modellen überhaupt nicht ein.
  8. #17

    Zitat von Internetnutzer Beitrag anzeigen
    verkümmerte Muskeln und Stress sind selbstgemachte Leiden,
    Faulheit und Trägheit, mehr nicht.
    Wer kommt mit zum nächsten Triathlon?
    Heute in 4 Wochen beim Frankfurt-Marathon.
    Triathlon ist mir dann doch zu übertrieben.
  9. #18

    Verkümmerte Muskeln und seelischer Stress - was hilft gegen Rückenschmerzen?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Rückenschmerzen gehören zu den Volkskrankheiten. Die Ursachen sind vielfältig. Übergewicht, mangelnde Bewegung, aber auch seelischer Stress können zu manchmal unerträglichen Schmerzen führen. Was hilft am besten gegen diese Probleme?
    Die heutigen Menschen bewegen sich zu wenig und essen häufig zu viel.

    Bei meiner Größe von 1,70 wog ich durchweg bis zum 50.Lj (da habe ich aufgehört zu rauchen) 55 Kilo. Figur o.K., aber durch das jahrzehntelange Tragen beruflich schwerer Taschen - früher noch teilweise ohne Aufzug 4 Treppen hoch und runter, haben sich meine Bandscheiben abgerubbelt. Jahrzehntelang habe ich mehrmals im Jahr früh um 7 Uhr mir um meine Spritze Dicloenac - teilweise mit Cortison - abgeholt um pünktlich im Dienst oder in irgendeinem Büro zus ein.
    Während einer Kur hat mir ein -damals älterer Therapeut - tolle Tipps - für 10 Minuten Verrenkungen im Bett - gegeben
    ( mein Mann haut immer ab, der lacht sich kaputt) macht nichts, mir hilft es für die Muskeln des ganzen Körpers!Außerdem gehen wir 2 mal wöchentlich zu Nippon - an die verschiedenen Geräte, die wir noch bedienen können.
    Und, jeden Tag geht mein Mann 2 "Runden",dabei trifft er immer nette Nachbarn in unserem Kiez und ich bin sowieso immer am "rennen". Für 83 Jahre ist mein Mann noch toll in Schuss - ohne irgendwelche Gehhilfen - und das soll und wird noch lange so bleiben. Im Haushalt hilft er auch noch - das trägt auch zur Beweglichkeit bei. Wer gerne schwimmt, sollte das so oft als möglich machen, damit die alten Knochen sich regenerieren können.

    Das Schlimmste ist, über Krankheiten zu reden ,das ist ein Tabuthema.
  10. #19

    Rückenschmerzen.

    Zitat von Bürgerin Beitrag anzeigen
    Leider musste ich mein Bewegungssystem jahrelang als Haltesystem/Lastkran beruflich missbrauchen. Es gab zu dieser Zeit noch keine Hebevorrichtungen für Patienten. Ich wünschte, ich könnte kurz nochmal 40 Jahre zurück, alle meine Vorschreiber lägen auf meiner Station und ich würde sagen: "Tut mir leid, ich bin doch kein Lastkran."

    Soviel möchte ich zum Thema : "selbst schuld" schreiben. Wenn Überheblichkeit und Ignoranz körperliche Schäden anrichteten, würden Sie alle bereits am Boden kriechen.
    Wie ich sagte, selber schuld. Dann war der Beruf für ihre körperliche Konstitution nicht geeignet.
    Und auch vor 40 Jahren gab es Tragehilfen und Hebevorrichtungen, standen meist unbenutzt im Badezimmer der Ambulanzen und Stationen und verstaubten, weil man entweder zu faul war sie zu holen oder sich nicht die Zeit dafür genommen hat. Zugegeben waren sie auch etwas umständlich, aber sie waren eben da.( Auch damals gab es schon Vorschriften der Berufsgenossenshaft, nur hat sie keiner ernst genommen.)