Unternehmensberater unter Druck: Die Reifeprüfung

Wofür braucht man noch Berater? Viele Kunden stellen sich diese Frage - und stellen der Branche schlechte Noten aus, wie ein exklusiver Test für manager magazin zeigt. Die Consultants reagieren: Sie greifen in die Trickkiste, entwickeln neue*Geschäftsmodelle, oder erfinden sich gleich ganz neu.*

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...785407,00.html
  1. #1

    Lösungsmuster für alle Unternehmensberater

    An alle Unternehmensberater, die sich weniger an Umsätzen und Berichten, sondern an zeitgemäß erforderlichen Notwendigkeiten orientieren, denn die Wirtschaft wartet auf Sie als vorrangigen Hoffnungsträger.

    Dazu einige Fakten und Zahlen, die Sie grundlegend beeinflussen können.
    - 9 Millionen Mitarbeiter - in allen Branchen und Größenordnungen - leiden an inzwischen an Burnout. Sie fallen aus und müssen über längere Zeit behandelt werden. Es werden ständig mehr. (http://www.welt.de/wirtschaft/karrie...illiarden.html)

    - 363 Milliarden Euro werden jährlich allein in Deutschland nutzlos vergeudet. Das sind, laut Proudfoot Consulting, 84 Tage oder über 4 Monate, in denen ausschließlich Wunden geleckt und an Symptomen laboriert wird. (Produktivitätsstudie Proudfoot Consulting, 2005)

    - Macht- und Befehlshierarchien beherrschen die Szenerie in allen Unternehmen und verhindern somit die Neugestaltung, Optimierung und Vernetzung der Prozess-, Funktions- und Informationsstrukturen.

    Und das ist nur die Spitze eines Eisberges.

    Alle Beteiligten (Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler, Berater, Informatiker und Seminaristen) sind übereinstimmend der Meinung, das ist so und sollte auch so bleiben.

    So sind und bleiben alle nicht unmittelbar an der Produktivität tätigen: Unternehmer, Führungshierarchien, konventionell gestrickte Beraterstrukturen und Organisationswissenschaftler außer Stande, das kostspielige Chaos, zeitgemäßen Anforderungen entsprechend, anzupassen. Altlasten durch neue Organisationsstrukturen abzulösen, und nicht endendes Laborieren an Symptomen, durch dynamisch vernetzte Beziehungsmuster zu ersetzen.

    Aus diesem Grunde braucht die Wirtschaft neue Beraterstrukturen, die in der Lage sind, durch ganzheitlich, systemisches Denken und Handeln, optimal wirksame Organisationen zu gestalten und mit passgenauen Informationstechnologien synergetische zu vernetzten.

    Wie die Praxis zeigt, sind wir davon noch um Lichtjahre entfernt.

    Warum?

    Uns fehlen zurzeit geeignete System-Consultants, die alles das beherrschen, um Unternehmen künftigen Anforderungen anzupassen. Profis die mit Begeisterung, Durchhaltevermögen, Unbestechlichkeit, ganzheitlichem Denken und Handeln realisieren, damit Unternehmen künftigen Wettbewerbsmustern gewachsen sind.

    Was wir brauchen sind Macher und Persönlichkeiten, die längst erkannt haben, dass es wie bisher nicht weitergehen kann. Die als Einzelkämpfer zeitgemäße Veränderungen auf selbst realisieren.

    Die sich den individuellen Herausforderungen einer Projektentwicklung jeweils erneut stellen und gewillt sind, sich erst einmal selbst neu zu orientieren und sich mit dem Gedankengut dynamisch vernetzter Beziehungsmuster und wechselseitiger Abhängigkeiten vertraut zu machen.

    Ohne diese zusätzliche Wissensgrundlage sind ganzheitlich orientierte Unternehmensordnungen und damit zusammenhängende, außerordentliche Ergebnisse nicht realisierbar.
  2. #2

    Kommt darauf an

    Berater braucht man für die ungeplanten Probleme.

    Damit sind Probleme gemeint, auf die man als Unternehmen nicht vorbereitet ist. Für die sich der Aufbau eigener spezialisierter Mitarbeiter nicht lohnt. Oder die man kurzfristig auf dem Arbeitsmarkt nicht findet.

    Man braucht sie auch für kurzfristige Chancen - gleiches Prinzip.

    Ausserdem lohnen sich Berater für nur sporadisch auftretende Entwicklungen in sehr spzialisierten und fluktuierenden Themenbereichen. Da ein einzelnes Unternehmen diese Bereiche selten benötigt, würde sich der Unterhalt einer Gruppe von Spezialisten nicht rentieren. Beratungsunternehmen dagegen decken den Bedarf mehr als eines Unternehmens und können daher diese Kenntnisse rentabel vorhalten.

    Die Liste ist lang...
  3. #3

    McKinsey

    Kann mir jemand sagen, wie McKinsey und SPIEGEL zusammen gehören?

    Es kotzt mich an, in jedem Artikel über berater im ersten Absatz "McKinsey" lesen zu müssen. das geht jetzt schon seit einigen Wochen so und mich würde interessieren, warum das so ist? Gehören die zusammen? Guter Anzeigen-Kunde? Was ist da los?!
  4. #4

    Unternehmensberater...

    ..braucht man nicht...entweder man kann ein Unternehmen führen oder nicht...wenn man erst einen Schlauberger kaufen muss um sich beibringen zu lassen wie was funktioniert, ist man der/die falsche Mann/Frau am falschen Platz.
  5. #5

    Andere Aufgaben

    Zitat von fatherted98 Beitrag anzeigen
    ..braucht man nicht...entweder man kann ein Unternehmen führen oder nicht...wenn man erst einen Schlauberger kaufen muss um sich beibringen zu lassen wie was funktioniert, ist man der/die falsche Mann/Frau am falschen Platz.
    Also die meisten Unternehmensberater beraten nicht, wie ein Unternehmen zu führen ist, sondern sie begleiten Projekte, für welche das Stammpersonal nicht breit genug aufgestellt ist. Ohne Berater würde es schlecht laufen.
  6. #6

    Interessant

    Zitat von Panasonic Beitrag anzeigen
    Kann mir jemand sagen, wie McKinsey und SPIEGEL zusammen gehören?

    Es kotzt mich an, in jedem Artikel über berater im ersten Absatz "McKinsey" lesen zu müssen. das geht jetzt schon seit einigen Wochen so und mich würde interessieren, warum das so ist? Gehören die zusammen? Guter Anzeigen-Kunde? Was ist da los?!
    Ich habe gedacht ich sei der Einzige, den das gewundert hat.
    Immerhin werden dieses Mal die grossen WPs als Branche erwähnt. Ansonsten ist es immer nur McKinsey, RB und BC.
    Ich finde das ebenfalls auffällig.
  7. #7

    Stellungnahme

    Wäre gut, wenn SPON dazu mal was sagen könnte, denn dieser Umstand geht mir gewaltig auf die Nerven.
  8. #8

    Braucht man nicht?

    Zitat von fatherted98 Beitrag anzeigen
    ..braucht man nicht...entweder man kann ein Unternehmen führen oder nicht...wenn man erst einen Schlauberger kaufen muss um sich beibringen zu lassen wie was funktioniert, ist man der/die falsche Mann/Frau am falschen Platz.
    Ziemlich allgemein, das Statement.
    Ich halte es für unmöglich - besonders in internationalen Gruppenstrukturen im Falle diversifizierter Unternehmen - jeden Aspekt jeglichen sinnvollen und/oder (in speziellen Situationen) erforderlichen Know-Hows im Unternehmen aufzubauen und permanent auf dem aktuellsten Stand zu halten. Und ganz sicher nicht zu einem vernünftigen kalkulierbaren Preis.

    Sorry, das Statement mag für das 20-Mann Unternehmen gelten, aber sicher nicht für die Grösseren.
  9. #9

    Ist zwar etwas drastisch formuliert...

    Zitat von fatherted98 Beitrag anzeigen
    ..braucht man nicht...entweder man kann ein Unternehmen führen oder nicht...wenn man erst einen Schlauberger kaufen muss um sich beibringen zu lassen wie was funktioniert, ist man der/die falsche Mann/Frau am falschen Platz.
    ...aber hier steckt viel Wahrheit drin. Wie oben schon jemand geschrieben hat, in den komplexen, hierarchischen Strukturen großer Organisationen gibt es häufig viele Probleme hinsichtlich Flexibilität, Verteilung von Zuständigkeiten, Verantwortung und Aufgaben, Personalstreitigkeiten etc.
    Hier sind Berater einfach willkommene "Zeitarbeitskräfte", welchen man als "Externe" diverse Aufgaben einfach zuweisen kann und diese müssen die Aufgaben dann ohne Murren erledigen, ohne sich hinter internen Vorschriften und Regelungen verstecken zu können.
    Beratung ist sehr oft, vor allem bei großen Firmen, nichts anderes als Zeitarbeit für das Management, welches damit sehr gut die eigene Organisationsunfähigkeit kaschieren kann, in dem die "Arbeitssklaven" die Arbeitsfähgikeit sicherstellen. Dafür werden die enormen Kosten dann auch gerne in Kauf genommen.