Videospiel-Fachpresse in der Krise - zu Recht?

Die Leserzahlen schwinden, schwindet auch die Relevanz? Ist die Krise der Deutschen Videospiel-Fachpresse hausgemacht? Diskutieren Sie mit!
  1. #1

    Wenn angebliche Fachredakteure solcher Zeitschriften das Lesen eines umfangreicheren Benutzerhandbuches als "wenig Einsteigerfreundlich" kritisieren sollte man sich nicht wundern, dass die eigene Leserschaft irgendwann auch das Lesen eines Fachmagazins als zu anstrengend ablehnt.
  2. #2

    Toller Artikel, der genau meine Meinung wiedergibt. Die Fachwelt echauffiert sich darüber, dass Videospiele nicht als Kunst anerkannt werden, entromantisiert aber Meisterwerke, indem sie sie bis zur Belanglosigkeit in Einzelteile zerpflückt. Man denke nur an Tests von ComputerBild Spiele, in denen tatsächlich jedes winzige Detail mit einer Einzelnote versehen wird und daraus am Schluss ein Durchschnitt ermittelt wird, als hielte es sich um ein Abiturzeugnis. Wird bei einem Van Gogh separat bewertet, wie viele Farben er gewählt hat und wie viele Pinselstriche er (vermutlich) gemacht hat?
    Wie dem auch sei, großes Lob an den Verfasser.
  3. #3

    Bravo

    Der Artikel schreibt viel Wahres. Ich bezeichne mich selbst bereits seit Jahren viel lieber als Spielekritiker anstatt -tester. Meine Vorbilder waren früher mal Heinrich Lenhardrt, Boris Schneider und Anatol Locker... heute ist es einzig und allein Roger Ebert. Ich möchte ungern über meine Kollegen wettern, aber es spricht Bände, wenn ich nirgends sonst als bei den Filmkritikern das Gefühl habe, etwas dazu lernen zu können.

    Die von Christian Schmidt aufgeführten Forderungen möchte ich allesamt unterstreichen, auch wenn ich selbst diesem Anspruch sicherlich nicht gerecht werde - allerdings werde ich mir die Punkte merken und verstärkt darauf achten. Auch ich sehe das Aufzählen von Waffengattungen oder das Beschreiben der Benutzerführung als fragwürdig,außer man möchte damit einen konkreten Störpunkt benennen, der einem wirklich wichtig erscheint. Auch das Nacherzählen der Geschichte ist stets ein Ärgernis, weil eben so viele Geschichten 08/15 sind - wieso also dann groß darüber schreiben? Und den Aspekt "Anspruch auf Vollständigkeit" verteidigte ich ebenfalls bis gut vor fünf Jahren, um dann endlich einzusehen: Lass es, das geht einfach nicht. Vom Pseudo-Objektiven-Gelaber mal ganz zu schweigen...

    Eine meiner liebsten Arbeiten derzeit ist das Schreiben von Artikeln speziell für Eltern, die einen Ratgeber für ihre Kinder suchen. Dort bin ich gezwungen, eben nicht bis ins Detail zu gehen, sondern ganz gezielt zu sagen: Ist das Spiel für Kinder geeignet, wenn ja, warum, wenn nein, warum nicht? Punkt.
  4. #4

    Er hat recht

    Als Gamestar Leser der ersten Stunde ist es schade, dass gute Redakteure wie Christian Schmidt immer seltener werden.
    Zwar ist das Niveau von der Gamestar noch immer besser als die anderen, dennoch ist festzustellen, dass immer neue Praktikanten auftauchen und wieder gehen.

    Weiter so Herr Schmidt ...
  5. #5

    PC im doppelten Sinn

    Gesellschaftliche, politische und ethische Bewertungskriterien? Also political correctness? Wie um alles soll das die Branche retten?
  6. #6

    Ach, der Herr Schmidt

    Hallo!
    Ich war jahrelanger Leser und Abonnent der Gamestar (von ca. 8/2000 bis 10/2009). Zum Schluss habe ich nur noch wegen der unterhaltsamen Videos und den Berichten von Christian Schmidt die Zeitschrift gehabt, da ich zu dem Zeitpunkt so gut wie gar nicht mehr gespielt hatte (Unianfang). Herr Schmidt ist mir als unterhaltsamer, trockener Autor in Erinnerung, der die Spielebranch aus sehr verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Schön, hier etwas von ihm zu lesen!
    Achja, ich überlege schon länger ein Onlineabo bei GS zu machen.
  7. #7

    Ja

    Zitat von Putzer Beitrag anzeigen
    Wenn angebliche Fachredakteure solcher Zeitschriften das Lesen eines umfangreicheren Benutzerhandbuches als "wenig Einsteigerfreundlich" kritisieren sollte man sich nicht wundern, dass die eigene Leserschaft irgendwann auch das Lesen eines Fachmagazins als zu anstrengend ablehnt.
    Das war wohl etwas im Ton vergriffen seitens des Redakteurs dann.
    Wenn ich mich an die 90er erinnere, waren dicke Benutzerhandbücher auch Gang und gäbe, sind heute aber nicht mehr zeitgemäß. Ich denke dass meinte der Redakteur. Wenn man spielen will, will man spielen liest halt die Anleitung auf dem Bildschirm. Gut, es gibt auch unhandliche Tutorials, die einfach ungeschickt designt wurden.

    ... und das Ding mit der Leselust. Seien wir mal ehrlich früher hatte man das Handbuch in der Hand und hat das gelesene direkt ausprobiert. Heute ist die Technik so weit, dass beides auf dem Bildschirm geht. Nichts anderes macht ein Turorial. Über den Umfang ließe sich streiten.

    Oder möchte sich das jemand durch seine Kritik von den leseunwilligen "Casual"-Gamern abgrenzen?
  8. #8

    Spielebewerter = Fachjournalismus?

    Ist die Arbeit eines selbsternannten Journalisten, der Spiele spielt und einem mehr oder weniger großen Publikum erklärt und beschreibt mehr wert als die einer Reinigungskraft. Offensichtlich denkt dies der ehemalige Fachjournalist. Aber warum? Ich finde keine Antwort.
  9. #9

    loser

    nerds und ihre probleme.. oh man, wen interessierts? die menschen in der echten welt auf jeden fall nicht