Mythen der Arbeit: Geburtenflaute führt zu Vollbeschäftigung - stimmt's?

Alle sorgen sich, weil in Deutschland so wenig Kinder*geboren werden. Dabei verspricht das Vorteile: Wenn in Zukunft kaum noch junge Leute um freie Jobs buhlen, sollte es keine Arbeitslosigkeit mehr geben. Doch diese Rechnung ist leider allzu schlicht - Arbeitsforscher Joachim Möller erklärt, wo der Denkfehler liegt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...783478,00.html
  1. #1

    Pech gehabt!!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle sorgen sich, weil in Deutschland so wenig Kinder*geboren werden. Dabei verspricht das Vorteile: Wenn in Zukunft kaum noch junge Leute um freie Jobs buhlen, sollte es keine Arbeitslosigkeit mehr geben. Doch diese Rechnung ist leider allzu schlicht - Arbeitsforscher Joachim Möller erklärt, wo der Denkfehler liegt.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...783478,00.html
    Hatte mich schon gefreut, dass ich mit Eintritt in die normale Rente, endlich wieder einen guten Job kriegen würde.
    Aber selbst meine derzeitigen Kunden wollen jetzt wieder verstärkt Lehrlinge ausbilden, weil der Markt an spezifischen Fachkräften leergefegt ist.
    Sollten vielleicht auch mal andere Unternehmen darüber nachdenken!! Umschulung und die gezielte Einstellung von Arbeitnehmern älter 50 würde Deutschland und den betrieben auch schon helfen.
  2. #2

    Wichtigster Aspekt fehlt

    Der Schreiber übersieht einen sehr wichtigen Aspekt vollständig: Die zunehmende Automatisierung! Selbst bei sonst gleichbleibenden Voraussetzungen werden durch diese immer mehr Arbeitsplätze wegfallen,vollautomatisch und unaufhaltsam.

    Mit ein bisschen RFID-Technik und ein wenig Rechenpower könnte man schon heute JEDE EINZELNE Supermarkt-Kassiererin problemlos einsparen. Und das ist nur EIN Beispiel…
  3. #3

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle sorgen sich, weil in Deutschland so wenig Kinder*geboren werden. Dabei verspricht das Vorteile: Wenn in Zukunft kaum noch junge Leute um freie Jobs buhlen, sollte es keine Arbeitslosigkeit mehr geben. Doch diese Rechnung ist leider allzu schlicht - Arbeitsforscher Joachim Möller erklärt, wo der Denkfehler liegt.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...783478,00.html
    Heil Arbeit - was unterm Strich dabei rauskommt ist doch auch egal. Hauptsache jeder hat Arbeit. Ich kann es nicht mehr hören...
  4. #4

    Das Problem...

    ... bleibt die Bildung, und das wurde ja im Artikel auch angesprochen. Es ist halt einfach zu kurz gedacht, wenn man Arbeitskräfte und nachgefragte Arbeitskraft gegenüber stellt, denn wir sind hier nicht in China, sondern in Deutschland, einer Hochindustrienation. Auf dem Gebiet der innovativen Technik liegen unsere Stärken, auf diesem Gebiet brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte und Akademiker. Die stärker werdende Konkurrenz aus China wird diesen Trend noch verschärfen, dass wir immer mehr Vorreiter in verschiedenen Produktsparten werden müssen und uns danach weniger auf die eigentliche Produktion und den Verkauf verlassen können.
    Und jetzt zu denken, dass schlecht ausgebildete, lernunwillige junge Menschen durch eine sinkende Gesamtbevölkerung bessere Chancen haben, ist genauso falsch gedacht, wie mit Massenmigration schlecht ausgebildeter Menschen dem Trend entgegenzuwirken. Deutschland hat leider seit langem schon an Reiz für gut ausgebildete Menschen aus dem Ausland verloren, von Leuten, die gefordert statt unnötig gefördert werden wollen, die sich integrieren wollen, und nicht mit den integrationsunwilligen unter einen Hut gesteckt werden wollen. Diese Fachkräfte gehen weiterhin nach Australien, Kanada, Amerika, nach Singapur oder in alle möglichen anderen Länder, in denen es wirksame Migrationsschranken gibt und in denen es eine Herausforderung ist, wirklich hineinzukommen.
    Bleibt abzuwarten, inwieweit Deutschland die Fehler der letzten Jahre und Jahrzehnte wieder rückgängig machen kann und was andernfalls die Konsequenz ist, ich weiß nur für mich, dass ich bereit bin, überall auf der Welt zu arbeiten, sollte es in Deutschland weiter den Bach runter gehen, und ich bin nicht der einzige, der das so sieht.
  5. #5

    Meine Rede seit Jahren schon

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle sorgen sich, weil in Deutschland so wenig Kinder*geboren werden. Dabei verspricht das Vorteile: Wenn in Zukunft kaum noch junge Leute um freie Jobs buhlen, sollte es keine Arbeitslosigkeit mehr geben. Doch diese Rechnung ist leider allzu schlicht - Arbeitsforscher Joachim Möller erklärt, wo der Denkfehler liegt.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...783478,00.html
    Aber wie's so ist - leider wollte es keiner hören, was u.U. daran liegt, daß ich das nicht bei SPON veröffentlicht habe.
  6. #6

    Na bitte ...

    Zitat von Phi-Kappa Beitrag anzeigen
    Mit ein bisschen RFID-Technik und ein wenig Rechenpower könnte man schon heute JEDE EINZELNE Supermarkt-Kassiererin problemlos einsparen. Und das ist nur EIN Beispiel…
    ... da kann doch mit den ehemaligen Kassiererinnen sicher der steigende Bedarf an Pflegekräften gedeckt werden.
  7. #7

    .

    Zitat von Phi-Kappa Beitrag anzeigen
    Der Schreiber übersieht einen sehr wichtigen Aspekt vollständig: Die zunehmende Automatisierung! Selbst bei sonst gleichbleibenden Voraussetzungen werden durch diese immer mehr Arbeitsplätze wegfallen,vollautomatisch und unaufhaltsam.

    Mit ein bisschen RFID-Technik und ein wenig Rechenpower könnte man schon heute JEDE EINZELNE Supermarkt-Kassiererin problemlos einsparen. Und das ist nur EIN Beispiel…
    Klar, deswegen gibt es ja heute auch viel weniger Arbeitsplätze als noch 1960...

    Automatisierung bedeutet Produktivitätsfortschritt und dieser stellt einen realen Einkommenszuwachs dar, genau daraus resultiert der Wohlstandszuwachs der letzten 150 Jahre.
  8. #8

    Zitat von grmont Beitrag anzeigen
    ... da kann doch mit den ehemaligen Kassiererinnen sicher der steigende Bedarf an Pflegekräften gedeckt werden.
    Zum Beispiel! Oder als Bundeskanzlerin reüssieren - so schwer ist das gar nicht; Talent braucht es jedenfalls keins.

    Was der werte Autor verheimlicht beziehungsweise unterschlägt, ist die Tatsache, dass sich unsere ach so deutschen Unternehmen schon seit Jahrzehnten in anderen Ländern umtun, um billigst produzierte Ware hierzulande mit sattem Gewinn zu verhökern. Da würde ein Bevölkerungsrückgang auch nichts mehr verstärken. Die kurzsichtige Betrachtung des Billiglohnes führt mittelfristig zum Wegbrechen fast der kompletten Käuferkette - und Millionärs kaufen eben auch nicht immer über Bedarf ein.
    Die Aussicht, hiesige Löhne mit Hilfe ausländischer Fachkräfte am Boden zu halten, funktioniert zum Glück auch nicht wirklich: das Ausland zahlt offenbar besser als man es hier zu tun bereit wäre.
    Was hilft es: die eigenen Leute werden es stemmen müssen. Ausserdem höre ich seit der Grundschule, dass die Zahl der Deutschen fürchterlich zurückgeht... und nix passiert.
    Zeitungsente?

    Was tatsächlich stimmt, ist die Auswirkung der Automatisierung in der Produktion; da könnte man noch ein paar Millionen Leutchen einsparen. Man muss nur wollen.
  9. #9

    weniger Menschen = weniger Kaufkraft = weniger Arbeitsplätze

    Zitat von muellerthomas Beitrag anzeigen
    Klar, deswegen gibt es ja heute auch viel weniger Arbeitsplätze als noch 1960...

    Automatisierung bedeutet Produktivitätsfortschritt und dieser stellt einen realen Einkommenszuwachs dar, genau daraus resultiert der Wohlstandszuwachs der letzten 150 Jahre.
    Richtig ist seit den 1970er-Jahren das Gegenteil, siehe
    http://www.buergerstimme.com/Design2...eitslosigkeit/
    und Jeremy Rifkin unter
    http://content.stuttgarter-zeitung.d...ail.php/916564

    Großer Denkfehler der angeblichen demographischen Entspannung: Auch die Zahl der Konsumenten geht zurück, mit ihnen die Konsumausgaben und damit die Umsätze der Unternehmen.
    Der Kaufkraftverlust führt fast 1:1 zum Arbeitsplatzabbau.

    Wenn Deutschland 1 Drittel weniger Einwohner hat - und damit auf eine Größenordnung wie heute England, wird auch die Zahl der Arbeitsplätze mindestens um diesen Faktor sinken.

    Wir haben übrigens nicht mehr ECHTE Jobs in Deutschland. Die Zahl der ECHTEN (sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjobs) sinkt in Wellenbewegungen seit Jahrzehnten.