US-russischer Öl-Deal: Tauzeit im arktischen Eis

In den amerikanisch-russischen Beziehungen beginnt eine neue Ära: Die Konzerne Exxon und Rosneft wollen gigantische Ölfelder gemeinsam ausbeuten, unter anderem in der Arktis. Das US-Unternehmen flüchtet so vor den Umweltgesetzen in der Heimat - doch der Milliardendeal birgt auch Risiken.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...783480,00.html
  1. #30

    Ölverbrauch

    Das "riesige Ölfeld Prinovozemelskiy" stellt also 35.000.000.000 Barrel bereit. (35 Milliarden)
    Laut IAE.org (http://omrpublic.iea.org/world/wb_wodem.pdf) beträgt der Ölverbrauch pro Tag ca. 90.000.000 Barrel (90 Millionen)
    Eine einfache Bruchrechnung ergibt: 400 Tage. Also etwa 13 Monate. (Technisch bedingt kann aber nie das ganze Ölfeld komplett ausgeschöpft werden)

    Auch wenn aller paar Monate Jubelmeldungen über neuentdeckte Ölfelder auftauchen, neigt sich das Ölzeitalter unaufhaltsam dem Ende zu. Die Exploration und Ausbeutung der Ressourcen werden immer teurer und risikoreicher.
    Das erste Totenglöckchen wird läuten, wenn das saudi-arabische Feld Ghawar schwächeln wird. (was nach manchen Meinungen schon heute der Fall ist, aber nicht zugegeben wird)

    Grundsätzlich glaube ich, dass es in der Marktwirtschaft keine vernünftige Ressourcensteuerung geben kann und wird. Wenn man sich überlegt, dass von der Plastiktüte bis zum Arzneimittel quasi fast alle Produkte Erdöl in der ein oder anderen Form beinhalten (man schaue sich mal auf seinem Schreibtisch um), dann kann man es durchaus als pathologisch bezeichnen, dieses äusserst kostbare Gut, an welchem das zivilisierte Überleben von 7 Mrd Menschen abhängt, durch westlich-dekadente Egomanen in ihren 15Ltr-SUVs legal zu sogenannten "Marktpreisen" verschwenden zu lassen.
    Eine weitere "Glanzleistung" der Marktwirtschaft ist zudem sicherlich auch die Demontage der Güter-Bahninfrastruktur und Verschiebung auf die Strasse. ("Just-in-time"-Produktion) LKW-Spritverbrauch: 30-40 Ltr Diesel auf 100KM.
    Dies wird unter dem Stichwort "Globalisierung" als unabwendbare Normalität verkauft.

    Ich glaube, wir werden noch zu unseren Lebzeiten einen seit dem zweiten Weltkrieg nie dagewesenen Wohlstands- und Bequemlichkeitsverlust erleben. Aber ein System, das den jetzt durch Umweltschäden ermöglichten Zugang zur Arktis verwendet, um triumphierend kaltlächelnd noch die allerletzten Naturparadiese zu zerstören, hat es nicht anders verdient. Wie "Dinosaurier" kann man zu diesem Verhalten nicht sagen, denn diese beherrschten die Erde nicht nur mickrige 150.000 Jahre, sondern Jahrmillionen. Man braucht kein Pessimist zu sein, um der Menschheit diese Ausdauer abzusprechen. Aber wie sagen unsere Götter aus Finanz- und Wirtschaftstheorie so schön: "in the long run, we're all dead".
  2. #31

    Das Problem ist anders

    Zitat von ich schon wieder Beitrag anzeigen
    Der Mensch scheint einfach zu dähmlich zu sein zum Überleben auf diesem Planeten bis er in einem Hemd ohne Taschen für die zu Lebzeiten geschacherten Milliarden, 1,8 m in 'ner Holzkiste unter dem Rasen landet.
    Das Problem ist dass der Abschaum immer an die Macht strebt, das ist eine Eigenschaft der Kriminellen. Sie wollen allen was zu sagen haben und selbst wollen sie nichts leisten. Für die gibt es keine Umwelt, keine Verantwortung für nachfolgende Generationen und keinen Verstand. Es geht nur um Gier und maximal möglichen Gewinn. Sei es auch durch Krieg (Iran, Aghanisten usw.)
  3. #32

    Strategische Partnerschaften

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In den amerikanisch-russischen Beziehungen beginnt eine neue Ära: Die Konzerne Exxon und Rosneft wollen gigantische Ölfelder gemeinsam ausbeuten, unter anderem in der Arktis. Das US-Unternehmen flüchtet so vor den Umweltgesetzen in der Heimat - doch der Milliardendeal birgt auch Risiken.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...783480,00.html
    Die USA setzen also auch auf strategische Partnerschaften. Das heißt über alle supranationalen Einrichtungen (UNO, WHO usf) hinaus verfolgt jedes Land seine eigenen strategischen Partnerschaften.

    Wir sind also gar nicht so allein mit diesem Denkansatz - nur uns will man den austreiben, wenn es nach dem Willen der Presse in Deutschland geht. Westewelle wird dafür gerade platt geklopft.
  4. #33

    Sorry, DER Mensch existiert nicht

    einige hier klagen DEN menschen an als zu "dähmlich"(sic) für die bewahrung der lebensgrundlagen auf dem planeten.
    falsch.
    nicht DER mensch geht in die wüste, sondern das system mit seinen unmenschlichen strukturen.
    alle menschen sind allerdings mitschuldig, weil sie den banditen das kommando überlassen.
  5. #34

    Blick in den Abgrund

    Zitat von Pepito_Sbazzagutti Beitrag anzeigen
    Selbst wenn ab heute schlagartig sämtliche Bürger auf die von Ihnen genannten, offensichtlich überflüssigen Kurzfahrten verzichten, wenn 95 Prozent der Urlauber auf Urlaubsflüge verzichten, wenn alle Betreiber von Ölheitungen ......
    Ich teile Ihren Pessimismus voll und ganz. Letztlich ist es mir auch noch nicht gelungen den Ölverbrauch völlig zu vermeiden. Nichtmal im für mich erkennbaren Bereich. Kann ich mir gar nicht leisten. Ich denke es wird nur gehen wenn das auch "von oben" koordiniert und gefördert wird. Aber dazu ist unsere politische Kaste der wirtschaftlichen zu hörig und verbunden. Es gibt ja nichtmal ernsthafte Marketingbemühungen. Ein Fortschritt wäre es ja schon, wenn es die Formel 1 nicht mehr gäbe, die die Bürger mit PS-Sehnsüchten impft und ihnen einredet: "Hast Du einen ordentlichen Hobel unterm Hintern, biste ein besonderer Mensch!" Porsche statt Persönlichkeit!

    Bemerkenswert finde ich immer wieder diese Heuchelei man wolle nachfolgenden Generationen, "unseren Kindern" (Schluchz!), keine Schulden hinterlassen, während man kein Problem damit hat ihnen einen in puncto Ressourcen vollkommen ausgelutschten und verdreckten Heimatplaneten zu vererben. "Kevin, Britney, Dennis, ihr seid schuldenfrei, dafür räumt ihr aber euer Zimmer auf!"

    Aber seien wir optimistisch; eines Tages wird man einen bewohnbaren Planeten entdecken und die Raumfahrt wird soweit sein, dass unsere (vor allem von sich selbst) so genannten Eliten sich dorthin absetzen können um das Spiel dann von vorn zu beginnen.