Ist der Euro noch zu retten?

Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
  1. #5870

    Die Antwort

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
    ist Nein. Nur eine Frage der Zeit.

    Es gibt allerdings eine Möglichkeit, den EURO dauerhaft zu retten: den Europäischen Zentralstaat. Den gibt's aber erst nach einem Einigungskrieg. 1861-1865 lassen grüßen. Da ist sowas schon mal exakt vorgelebt worden. Hat aber geklappt. Diese Vereinigten Staaten gibt es immer noch. Mit einer Währung.
  2. #5871

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    ist Nein. Nur eine Frage der Zeit.

    Es gibt allerdings eine Möglichkeit, den EURO dauerhaft zu retten: den Europäischen Zentralstaat. Den gibt's aber erst nach einem Einigungskrieg. 1861-1865 lassen grüßen. Da ist sowas schon mal exakt vorgelebt worden. Hat aber geklappt. Diese Vereinigten Staaten gibt es immer noch. Mit einer Währung.
    Schon Einstein forderte eine Weltregierung
  3. #5872

    Tucholsky, Kurzer Abriss der Nationalökonomie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
    Sehr zur Lektüre empfohlen:

    Kurt Tucholsky, Kurzer Abriss der Nationalökonomie. Besonders schön ist die Ausdeutung des Wortes "Vertrauen". Zum Vergleich Norbert Blüm: Die Renten sind si(s)cher, haben Sie Vertrauen.

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/1185/1
  4. #5873

    aber

    Zitat von maurerpolier Beitrag anzeigen
    Schon Einstein forderte eine Weltregierung
    das erforderte eine Art Weltbürgerkrieg.

    Übrigens in gewissem Sinne die Ausgangssituation, die zur "Brave New World" führte. Auch hübsch
  5. #5874

    Zitat von maurerpolier Beitrag anzeigen
    Sehr zur Lektüre empfohlen:

    Kurt Tucholsky, Kurzer Abriss der Nationalökonomie. Besonders schön ist die Ausdeutung des Wortes "Vertrauen". Zum Vergleich Norbert Blüm: Die Renten sind si(s)cher, haben Sie Vertrauen.

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/1185/1
    Wenigstens Blüm ist eine Ehrliche Haut. Einer der Wenigen, die in der Politik die Wahrheit gesagt haben. Ich hätte jedenfalls zu Blüm wesentlich mehr Vertrauen als in den meisten anderen Politiker jeglicher Coleur, wenn er noch aktiv wäre.
  6. #5875

    Marke Eigenbau?

    Zitat von Patrik74 Beitrag anzeigen
    [...]

    Warum nicht den Staat von denen finanzieren lassen "die es haben", statt die zu knechten, die "es sich verdienen" müssen? Wieso über Schulden Geld "von unten nach oben" verteilen, statt über Steuern "von oben nach unten"?

    Ist das denn wirklich so schwer zu verstehen?

    Schulden nix gut, machen großes Bubu!
    Gibt es eigentlich einen Guru, dem Sie hinterherlaufen, irgendein Konzept, vielleicht MWPOT-Konzept, oder ist das alles Marke Eigenbau, was Sie hier zum Besten geben?

    Ein alter republikanischer (!) Abgeordneter des Repräsentantenhauses hat einmal gemeint. „Ich zahle gerne Steuern, ich kaufe mir damit Zivilisation.“
  7. #5876

    Marke Eigenbau

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Gibt es eigentlich einen Guru, dem Sie hinterherlaufen, irgendein Konzept, vielleicht MWPOT-Konzept, oder ist das alles Marke Eigenbau, was Sie hier zum Besten geben?
    Die Einordnung meiner Argumente in das MWPOT-Konzept zeigt wie wenig sie eigentlich von dem verstehen, was sie lesen, was natürlich auch auf die Qualität dessen schließen lässt, was sie schreiben.

    Im Gegensatz zu ihnen habe ich keinen Guru, und folge auch nicht irgendeiner Ideologie oder Partei. Meine Erörterungen sind auch nur bedingt "Marke Eigenbau", sondern beruhen einfach nur auf der Anwendung bekannter ökonomische Zusammenhänge auf die beobachtbare Realität.

    Ein alter republikanischer (!) Abgeordneter des Repräsentantenhauses hat einmal gemeint. „Ich zahle gerne Steuern, ich kaufe mir damit Zivilisation.“
    Richtig! Und er sagte nicht: "Da ich keine Steuern zahlen will, möchte ich, dass sich der Staat über Schulden finanziert."

    Insofern hat er Recht.

    Vielleicht verstehen sie den Unterschied in den Konsequenzen dieser beiden Finanzierungsarten auch irgendwann.

    Sie werden übrigens feststellen können, dass ich in meinen vorhergehenden Beitrag genau da selbe gefordert haben: Der Staat soll sich aus Steuern und nicht über Schulden finanzieren.
  8. #5877

    Zitat von Patrik74 Beitrag anzeigen
    Richtig! Und er sagte nicht: "Da ich keine Steuern zahlen will, möchte ich, dass sich der Staat über Schulden finanziert."
    Sie verfallen immer wieder der gleichen fehlerhaften Argumentation.

    Es kann, anders als Sie es sehen, durchaus sein, dass Fremdkapital günstiger nutzbar ist als Eigenkapital. Und, es ist eben auch möglich und sinnvoll, amortisierbare Investitionen zu finanzieren. Wenn das nicht möglich ist, dann ist eine finanzierbare Handlung nicht sinnvoll.
  9. #5878

    Es war einmal...

    Über lang oder kurz wird es den Euro nicht mehr geben. 10 Jahre nach dessen Einführung zeigt es sich, daß eine einheitliche Währung nicht Grenzen zwischen Ländern überwinden kann, die sich bis jetzt vor allem eines haben, bekriegt. Sei es mit Waffen oder Wirtschaft.

    Die Situation in Griechenland zeigt deutlich, wohn alles führen wird. Länder die sich restlos verschuldet haben aber den Euro führen, werden sich unter den Eurorettungsschirm flüchten um ihre selbstgemachten Fehler von den anderen bezahlen zu lassen. Früher hat sich jedes Land selbst darum kümmern müssen, doch jetzt werden alle in Sippenhaft genommen und das ist auf Dauer UNBEZAHLBAR. Schon Griechenland bringt den Rettungsschirm an die Grenzen. Was wenn jetzt noch mehr Länder dazu kommen sobald Griechenland fallen gelassen wurde?

    Der Euro wird bald nur noch in den Geschichtsbüchern zu finden sein und Generationen werden für den Fehler bezahlen müssen
  10. #5879

    Fehlerhafte Argumentation

    Zitat von Sumerer Beitrag anzeigen
    Sie verfallen immer wieder der gleichen fehlerhaften Argumentation.

    Es kann, anders als Sie es sehen, durchaus sein, dass Fremdkapital günstiger nutzbar ist als Eigenkapital. Und, es ist eben auch möglich und sinnvoll, amortisierbare Investitionen zu finanzieren. Wenn das nicht möglich ist, dann ist eine finanzierbare Handlung nicht sinnvoll.
    Zunächst einmal argumentieren sie fehlerhaft, indem sie die Staatsfinanzierung über Steuern oder Schulden der Unternehmensfinanzierung über Eigen- oder Fremdkapital gleichsetzen.
    Inwiefern stellen Steuern "Eigenkapital des Staates" dar? Man kann sie allenfalls als Umsatz i.S.v. Preis der erbrachten staatlichen Leistungen sehen, aber auch das nur mit Mühe. Steuern sind, was sie sind: Zwangsabgaben, nicht mehr, nicht weniger.

    Im übrigen habe ich mich nie grundsätzlich gegen Schulden ausgesprochen. Sie sind ein sinnvolles Mittel soweit sie investiert werden - und zwar in Projekte, die mehr einbringen als der Schuldendienst. Dass dies nicht passiert, kann man an den jährlich steigenden Schuldenständen leicht ablesen. Die Schulden werden überwiegend dazu verwendet, die jeweiligen Klientele zu bedienen und Wählerstimmen zu kaufen.

    Unter diesen Bedingungen bin ich für ein radikales Neuverschuldungsverbot.
    Unser politisches System ist nicht geeignet, die Politiker zu sinnvollem Umgang mit Geld anzuhalten, ganz im Gegenteil: Mehr Ausgaben bedeuten im Allgemeinen mehr Stimmen, also werden jedes Jahr - unabhängig von der konjunkturellen Lage - Defizite gefahren. Es steigen aber nicht die Investitionen, sondern in erster Linie die Transfers und Subventionen.

    Man kann das Problem nur durch eine Reform des politisches Prozesses lösen, aber dafür geht es uns noch zu gut. Vielleicht ist es soweit, wenn sich die Risiken in Höhe von hunderten von Milliarden materialisieren.

    Bedauerlich, dass ein Grossteil der Menschen nur durch Schmerzen lernen kann.