Studierter Wirt: Betreutes Trinken statt glänzende Jura-Karriere

Ein Einser-Examen berechtigt Juristen zu den schönsten Karrierehoffnungen. Michael Markert ließ das alles sausen. Er lag mit dem Staat überkreuz, tourte durch Asien, eröffnete eine kultige Spelunke in Heidelberg. Seit vielen Jahren ist er Wirt und vermisst an der Juristerei: nichts.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...781942,00.html
  1. #1

    Glückwunsch, wenigstens konsequent gehandelt

    Schade das da nirgendwo der IQ des Herren steht, ich tippe mal auf einen recht hohen Wert. Hätte er seine Doktorarbeit vollendet, dann hätte zumindest Vroniplag wohl kaum nachprüfen müssen, ob er sie selbst geschrieben hat.

    So kann es gehen in der Welt, die Windbeutel blasen sich auf und die mit Substanz werden bodenständig.

    Ich halte absolut nichts von Jura, das ist für mich Dummschwätzerei, war ist nur die reine Lehre der Mathematik und philosophische Auswüchse davon. Damit das nicht zu einsam wird, darf man theoretische Physiker dazunehmen - obwohl ich da nun überhaupt keinen Draht sazu habe (nicht das ich es nicht versucht hätte, ich habe einen Schein in theoretischer Thermodynamik gemacht, über Übungen). Physik ist eben einfach nicht mein Ding, leider.

    Man sagt zwar, wer nichts wird wird Wirt, aber dieser Mensch hätte wohl alles werden können, inkl. Bundeskanzler, wenn er die passende Einstellung dafür gehabt hätte. Möge er glücklich sein, ich bin es auch.

    Noch was off topic, es gibt ja meine Lieblings TV-Serie The Big Bang Theory auf Pro 7. Wenn ich aber jetzt so darüber nachdenke, sollte man eine ähnliche Serie über Juristen machen. Natürlich nicht so wie die vielen die es da schon gibt, wie Boston Legal oder Ally McBeal sondern auch über die, die nicht an eine Leben nach dem Studium glauben und deswegen als Assistent an der Uni bleiben.
  2. #2

    trinken

    Der verhasste Staat hat ihm aber die Ausbildung finanziert, ermoeglicht! Und der brave Deutsche Steuerzahler hatte nie etwas von diesem Einserkandidaten! Mann, Mann, Mann, ich hoffe, er hat mit dem Staat ebenso seinen Frieden geschlossen wie mit seinem verstorbenen Vater.Wenn ich solche Biographien sehe, sollte man Studiengebuehren fordern.
  3. #3

    Gutes Beispiel für "Leben leben"

    Zitat von MadMad Beitrag anzeigen
    Es ist doch klasse, wenn da einer sein Ding gemacht hat und glücklich damit ist. Ein gutes oder sehr gutes Examen verpflichtet doch zu nichts.
    Niemand auf der Tasche liegen und trotzdem den Tag leben, wie er fällt, das nenne ich Freiheit.
    Prost, Michael!
    Mad von www.diemeinungen.de
    Dem schließ' ich mich an. Der Mann hat's verstanden zu Leben, er macht, was ihm Spaß macht, und nicht, was von ihm erwartet wird.

    Und, ist damit die Anarchie losgebrochen?
    Nein. Der Mann hat sein eigenes Einkommen, betreibt eine Wirtschaft, verhält sich gesetzeskonform.
    Offenbar müssen wir Deutsche lernen zu leben - und sollten uns an solchen Menschen wie Herrn Markert ein Beispiel nehmen.
  4. #4

    So welche gibt's viele!

    Er ist nur einer von tausenden Hochbegabten, die weder in dieses System des Mittelmaßes passen noch das Bedürfnis empfinden, darüber zu herrschen.

    Schade, dass die Gesellschaft so viel kreatives Potenzial vergeudet, mit oder ohne Studium.
  5. #5

    Supertyp.

    Zitat von Michael Giertz Beitrag anzeigen
    Dem schließ' ich mich an. Der Mann hat's verstanden zu Leben, er macht, was ihm Spaß macht, und nicht, was von ihm erwartet wird.

    Und, ist damit die Anarchie losgebrochen?
    Nein. Der Mann hat sein eigenes Einkommen, betreibt eine Wirtschaft, verhält sich gesetzeskonform.
    Offenbar müssen wir Deutsche lernen zu leben - und sollten uns an solchen Menschen wie Herrn Markert ein Beispiel nehmen.
    Ein Supertyp. Der hat´s genau richtig gemacht.

    Nie wieder würde ich diesen Mist studieren, um dann in einer lächerlichen Pleitebank zu arbeiten. Naja, so eine Anwaltspsychiatrie in Gestalt einer Großkanzlei wäre schlimmer...
  6. #6

    titel

    Zitat von reflexxion Beitrag anzeigen
    So kann es gehen in der Welt, die Windbeutel blasen sich auf und die mit Substanz werden bodenständig.

    Ich halte absolut nichts von Jura, das ist für mich Dummschwätzerei, war ist nur die reine Lehre der Mathematik und philosophische Auswüchse davon. Damit das nicht zu einsam wird, darf man theoretische Physiker dazunehmen - obwohl ich da nun überhaupt keinen Draht sazu habe (nicht das ich es nicht versucht hätte, ich habe einen Schein in theoretischer Thermodynamik gemacht, über Übungen). Physik ist eben einfach nicht mein Ding, leider.
    Mit Verlaub, aber das ist kompletter Unsinn.

    Die Juristerei ist eine sehr alte historische Wissenschaft und keineswegs trivial. Angefangen bei den alten Griechen Drakon und Lykurg, über das hochentwickelte Rechtssystem der Römer, über das Kirchenrecht, den Code Napoleon hin zu unserem BGB verbirgt sich hinter Gesetzgebung unser Welt- und Menschenbild und sein Wandel. Das ist weder banal noch langweilig und über die Jahrtausende haben sich die klügsten Köpfe damit beschäftigt, was Recht und Gerechtigkeit sind.

    Ohne Recht und Gesetz kann keine Gesellschaft existieren, erst Recht keine moderne. Die Juristerei wird hier genauso gebraucht wie die Mathematik. Wenn aber zwei Menschen streiten, können Sie nicht mit Formeln und Variablen ausrechnen, wer Recht hat. Ohne das Wort geht es nicht.

    Natürlich bestreite ich nicht, dass so mancher Jurist "herumschwafelt". Aber seien Sie mal ehrlich: Wieviele Mathematiker arbeiten sich denn an den Milleniumsproblemen ab? Und wieviele hocken in Versicherungen und führen weitgehend stupide Berechnungen aus?
  7. #7

    wozu noch Jura

    Zitat von malte71 Beitrag anzeigen
    Mit Verlaub, aber das ist kompletter Unsinn.

    Die Juristerei ist eine sehr alte historische Wissenschaft und keineswegs trivial. Angefangen bei den alten Griechen Drakon und Lykurg, über das hochentwickelte Rechtssystem der Römer, über das Kirchenrecht, den Code Napoleon hin zu unserem BGB verbirgt sich hinter Gesetzgebung unser Welt- und Menschenbild und sein Wandel. Das ist weder banal noch langweilig und über die Jahrtausende haben sich die klügsten Köpfe damit beschäftigt, was Recht und Gerechtigkeit sind.

    Ohne Recht und Gesetz kann keine Gesellschaft existieren, erst Recht keine moderne. Die Juristerei wird hier genauso gebraucht wie die Mathematik. Wenn aber zwei Menschen streiten, können Sie nicht mit Formeln und Variablen ausrechnen, wer Recht hat. Ohne das Wort geht es nicht.

    Natürlich bestreite ich nicht, dass so mancher Jurist "herumschwafelt". Aber seien Sie mal ehrlich: Wieviele Mathematiker arbeiten sich denn an den Milleniumsproblemen ab? Und wieviele hocken in Versicherungen und führen weitgehend stupide Berechnungen aus?
    Theoretisch mag das stimmen, praktisch sehen wir ja z.B. bei der Euro Krise, dass das Recht inzwischen in wesentlichen Bereichen der Willkür weichen muss. Was ist denn mit dem Art. 125, Art. 123 AEUV?

    http://www.aeuv.de/aeuv/dritter-teil/titel-viii.html

    Da steht unauslegbar, dass es verboten ist, Staatsanleihen durch die EZB zu kaufen (Art. 123 AEUV) und das kein Land für die Verbindlichkeiten eines anderen haftet (Art. 125 AEUV).

    WARUM NOCH JURA STUDIEREN? Alles gute Recht bringt doch im Ergebnis nichts, wenn es Theorie bleibt!
  8. #8

    .

    Zitat von reflexxion Beitrag anzeigen
    [...] war ist nur die reine Lehre der Mathematik und philosophische Auswüchse davon.[...]
    Zitat von reflexxion Beitrag anzeigen
    [...] obwohl ich da nun überhaupt keinen Draht sazu habe [...]
    Immerhin scheint die Juristerei die Rechtschreibkünste mehr zu fördern als es die reine Zahlenspielerei vermag... ;-)
  9. #9

    .

    Zitat von Magnolie5 Beitrag anzeigen
    Der verhasste Staat hat ihm aber die Ausbildung finanziert, ermoeglicht! Und der brave Deutsche Steuerzahler hatte nie etwas von diesem Einserkandidaten! Mann, Mann, Mann, ich hoffe, er hat mit dem Staat ebenso seinen Frieden geschlossen wie mit seinem verstorbenen Vater.Wenn ich solche Biographien sehe, sollte man Studiengebuehren fordern.
    Und was wollen Sie jetzt damit sagen. Das man strikt den Beruf ausüben soll den man gelernt hat und umschulen und sich umorientieren nicht erlaubt ist. Sowas erlebt man schon oft genug bei arbeitslosen die eine neue Ausbildung anfangen wollen aber keinen Bildungsgutschein erhalten.

    Dieser Mann hat alles richtig gemacht. Anstatt in einem Beruf zu arbeiten der ihn unglücklich und depressiv, so wie vieleicht auch kozzupt gemacht hätte, lebte er wie er wollte und tut was er will. Und dabei trat er, abgesehen vom besetzten der Uni, niemandem auf die Füße.