Gefeuerte Gleichstellungsbeauftragte: "Für diesen Job braucht man eine Gebärmutter"

Monika Ebeling ist streitbar. Ihren Job als Gleichstellungsbeauftragte in Goslar verlor die Sozialpädagogin, weil sie sich zu sehr für Männer einsetzte.*Im Interview kritisiert sie einen Feminismus, den sie als verzopft, ideologisch, männerfeindlich beschreibt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...777422,00.html
  1. #1

    Goslar

    Die Ansichten der Frau erscheinen einem sehr vernünftig. Wenn sie ihre Arbeit so gemacht hat wie es das Interview vermuten lässt, dann wirft das ein ziemlich schlechtes, sogar peinliches Bild auf den Goslarer Stadtrat.
  2. #2

    Diese Frau ist meine Heldin...

    ...weil sie den Mut hat, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und sich nicht von sexistischen RadikalistInnen unterkriegen lässt.
    Monika Ebeling bestätigt meine Ansicht, dass die selbsternannten BeschützerInnen des vermeintlich unterdrückten Geschlechts hauptsächlich ihre Subventions-Pfründe verteidigen. Zu deren Rechtfertigung bedarf es natürlich einen steten Strom bedürftiger Opfer. Wenn's die nicht gibt, muss frau sie eben erfinden.

    Ich fordere eine Quotenregelung für den Job des Gleichstellungsbeauftragten.
  3. #3

    Hm

    Da muss aber mehr vorgefallen sein als im Artikel rüberkommt: Ich sehe es als notwendig an in Deutschland die Zahl der Frauen in vielen Berufsfeldern zu erhöhen. Eine Gleichstellungsbeauftragte die dies überhaupt nicht zu ihren Aufgaben zählt wundert mich. Gleichzeitig hat hier die Frau zurecht auch "Männerthemen" aufgegriffen. Eine Gemeinde die dies verhindern will wundert mich auch.

    Übrigens: Es gibt noch viel mehr Männerthmen die man im Rahmen von Gleichstellungsinitiativen einmal untersuchen könnte:
    - Wieso investieren wir in Deutschland massiv in Programme für die Frauengesundheit (z.B. Mamographie), aber nicht in analoges für Männergesundheit - obwohl doch die Lebenserwartung von Frauen und Männern viel höher als die der Männer ist.
    - Weshalb dürfen Lebensversicherungen die kürzere Lebenserwartung der Männern nicht mehr bei ihren Tarifen berücksichtigen (führte früher zu "Männerrabatten"), KFZ-Versicherungen dürfen aber weiter Frauenrabatte anbieten?
    -
  4. #4

    FDP in Goslar

    Vor allem wirft es ein schlechtes Licht auf die Goslarer FDP, konkret deren Fraktionschef Christian Rehse, dass Monika Ebeling wegen Interviews wie diesem jetzt auch noch ihren Job als Leiterin des Goslarer Kindergartens verlieren soll:

    http://www.goslarsche.de/Home/harz/g...id,215132.html

    Stand die FDP nicht mal für Meinungsfreiheit?
  5. #5

    gegen die verordnete Einheitsmeinung

    Vielleicht sollte man noch zwei Infos nachtragen:

    Nicht nur von Goslarer Politikern, auch von manchen Medien gibt es merkwürdige Versuche, Leute mit Meinungen wie der von Monika Ebeling erst gar nicht zu Wort kommen zu lassen:
    http://arnehoffmann.blogspot.com/201...eling-aus.html

    Dabei poitioneren sich inzwischen immer mehr Bürger gegen derartige Tabus. So ist auch Monika Ebeling keine Einzelkämpferin sondern Mitglied der geschlechterpolitischen Initiative AGENS (Motto "Mann – Frau – MITeinander"):
    http://agensev.de/
  6. #6

    Gutes Interview

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Monika Ebeling ist streitbar. Ihren Job als Gleichstellungsbeauftragte in Goslar verlor die Sozialpädagogin, weil sie sich zu sehr für Männer einsetzte.*Im Interview kritisiert sie einen Feminismus, den sie als verzopft, ideologisch, männerfeindlich beschreibt.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...777422,00.html
    Ein schönes, lesenswertes Interview. Frau Schwarzer sollte das ggf auch mal lesen, genauso die Grünen, die Linken und die SPD, die ja mit voller Kraft voraus KEINE frauenfreundliche sondern eine männerfeindliche Politik fahren: Frauenquoten, Scheidungsrecht, Sorgerecht - alles Baustellen, auf denen inzwischen die Gleichberechtigung nicht mehr existiert, weil Frauen z.T. ohne nachvollziehbare Gründe bevorzugt werden.

    Insofern sollten in Zukunft gerade Gleichstellungsbeauftragte ähnlich handeln wie Frau Ebeling: Gleichstellung hat nicht die gleichen Ziele wie die so genannte "Emanzipationsbewegung", welche über die Ziele der Gleichberechtigung hinausgeht und eben Männern gegenüber feindlich eingestellt ist. Die Emanzipation definiert die Rolle der Frau neu, berücksichtigt aber nicht die Rolle des Mannes.
  7. #7

    Frau Ebeling, lassen sie sich nicht unterkriegen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Monika Ebeling ist streitbar. Ihren Job als Gleichstellungsbeauftragte in Goslar verlor die Sozialpädagogin, weil sie sich zu sehr für Männer einsetzte.*Im Interview kritisiert sie einen Feminismus, den sie als verzopft, ideologisch, männerfeindlich beschreibt.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...777422,00.html
    Die sogenannte Frauen- und Gleichstellungspolitik geht implizit davon aus, dass Frauen homogene, kollektive Interessen haben und dass Männer homogene, kollektive Interessen haben. Die Frauenpolitik sieht sich als politischen Anwalt dieser homogenen, kollektiven Interessen „DER Frauen“. Es ist ganz offensichtlich, dass Feministinnen häufig ihr eigenes Mantra nicht ernst nehmen. Denn diese genannten Annahmen stehen im Grunde in einem krassen Gegensatz zu allem, was Feministinnen seit Jahrzehnten predigen. Feministinnen behaupten, das Geschlecht sei eine soziale Konstruktion, es gäbe eigentlich gar keine biologische, essentielle Substanz, die das Geschlecht konstituieren würde. Das hindert sie aber nicht daran bei Bedarf selbst fröhlich drauflos zu konstruieren. Denn wenn das tatsächlich so wäre, dass es Frauen und Männer eigentlich gar nicht gibt, sondern diese nur soziale Konstrukte sind, wenn Geschlecht wählbar ist, wie das in der extremen Gender-Theorie postuliert wird, wie kann es dann Frauenpolitik, Frauenquoten, Frauensolidarität geben? Sobald es aber darum geht, Frauenpolitik zu machen, werden all diese Einwände über Bord geworfen und dann heißt es, DIE Frauen wollen dies, DIE Männer tun das. Dies ist ein Erfolg für DIE Frau und jenes sei auch gut für DIE Männer. DIE Frauen müssten mehr Selbstbewusstsein haben, DIE Männer müssten mehr zurückstecken. Alles verallgemeinernde Aussagen, die im Grunde nichts anderes sind als aufgeputzte Geschlechterklischees, die Feministinnen wie Judith Butler und viele andere angeblich zu dekonstruieren suchten.
  8. #8

    Die Frau arguentiert auch sehr vernünftig

    als alleinerziehnder Vater kann ich das, was die Frau aussagt nur voll unterstützen.
  9. #9

    Umfangreiches Thema

    Ich will aber nur kurz auf eine Inkonsequenz hinweisen:
    "Väter etwa sind nach Scheidung und Trennung nicht gleichgestellt, wenn sie Umgang mit ihren Kindern haben wollen. Unverheiratete Männer stehen noch schlechter da, von rechtlicher Gleichstellung von Vater und Mutter kann da nicht die Rede sein."

    Wieso heiraten die Männer, die so arg schlecht dastehen, denn nicht? Oder noch früher angesetzt: Wieso pflegen diese Männer denn intimste Kontakte mit Frauen, denen sie keinesfalls über den Weg trauen?