Zukunft der Reisebüros: Wir bleiben hier

Wer einen Urlaub buchen wollte, ging früher ins Reisebüro - heute gibt es alle Informationen im Internet. Die kleinen Läden in der Nachbarschaft gelten als aussterbende Gattung. Und doch sind viele Reisebüros verblüffend vital: Ihre treue Kundschaft schätzt sie als Tante-Emma-Läden des Tourismus.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...778464,00.html
  1. #1

    Naja

    Interessanter Artikel, meiner Meinung nach ist das Gewerbe trotzdem vom Aussterben bedroht. Beratung in Reisebüros sind meiner Erfahrung nicht mehr ausreichend, Berater waren schon egal wo mindestens dreimal und dort war es natürlich immer wundervoll. Ich bilde mir dreimal lieber meine Meinung aus Reiseberichten und Bewertungsportalen. Zwar sollte man dort auch nicht immer den 97% 5-Stern Aussagen trauen und auch mal die 3% Negativ Berichte lesen, aber die Breite und die Transpararenz ist mir immer noch lieber wie das zwei-Mann/Frau Büro im Kaff hier um die Ecke. Das Omi Hilde keinen Durchblick im Netz-Dschungel hat sollte klar sein, aber genau wie der lokale Fachhändler für "nur" Lampen, muss dieses Gewerbe über kurz oder lang einen weiteren Mehrwert bringen und nicht auf seinen althergebrachten Werten bestehen um weiterhin Arbeitsplätze und Service zu sichern.

    just my two cents...
    cheers
  2. #2

    ...

    da hat der SPIEGEL schließlich auch eine Menge wiedergutzumachen.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13685081.html
    Ich kann mich erinnern, dass es auch einmal Pager gegeben hat, oder Tamagotschis.
  3. #3

    Totgesagte leben länger

    Ich denke nicht, dass Reisebüros vollständig aussterben werden. Wer nur mal schnell nach Malle will, der kann ja im Internet Last Minute buchen, wer einen anspruchsvolleren Urlaub plant und nicht auf möglichst billig aus ist, der lässt sich womöglich doch lieber beraten.
  4. #4

    ...

    Zitat von Gröhl Beitrag anzeigen
    Das Omi Hilde keinen Durchblick im Netz-Dschungel hat sollte klar sein, aber genau wie der lokale Fachhändler für "nur" Lampen, muss dieses Gewerbe über kurz oder lang einen weiteren Mehrwert bringen und nicht auf seinen althergebrachten Werten bestehen um weiterhin Arbeitsplätze und Service zu sichern.

    just my two cents...
    cheers
    was möchten Sie denn, dass "Omi Hilde" Ihnen welchen "Mehrwert" bringt?
    Wenn Ihnen mal eine "lokale Lampe" diesbezüglich angeht, wird man sich Ihnen mit "althergebrachter" Qualität und diesem ominösen "Mehrwert" sicherlich gerne in dem "2-Mann/Frau Büro" in Ihrem "Kaff" widmen.

    Ansonsten bin ich sicher, dass ein Online-Markt gänzlich ohne Menschen auskommen kann...., dass es garantiert nur eine Frage des Preises ist, wie erholsam ein Urlaub ist..., dass nur im Preis herabgesetzte Medikamente gesund machen..., dass nur Sonderangebote schmecken..., und dass Geizgeilheit eine ernstzunehmende psychische Störung ist, die man besser ins WorldWideWeb auslagert.

    Datensicherung nicht vergessen!
  5. #5

    Zukunft der Reisebüros

    Habe eine Einschränkung zum Bericht.

    Bei mir buchen seit ca. 2 Jahren deutlich mehr junge Leute als davor. Und die meisten kommen auf Empfehlung von ihren Freunden. Hauptaussage: "Wir wollen nicht übers Internet buchen, da haben wir ja keinen Ansprechpartner und Sie nehmen uns ernst".
    Dagegen kommen die 35 - 55jährigen zum kostenlos gut beraten ins Reisebüro und buchen im Internet! Sind auch noch der Meinung, dass sie sich bei der nächsten Reiseberatung wieder vertrauensvoll an mich wenden dürfen.

    Da ziehe ich die Kunden vor, die mein Fachwissen und meine Kompetenz durch Buchung in meinem seit über 20 Jahren existierenden Reisebüro belohnen.
  6. #6

    Reisebüro

    Ich gehe schon deswegen ins Reisebüro, damit mir jemand die nötigen Unterlagen für den Urlaub alle schön zusammenstellt, damit ich einen Ansprechpartner habe, der ggf. Probleme für mich löst, der mir die Rail-und-Fly-Bahnkarte zum Flughafen organisiert und das Hotel am Abflug oder Ankunftsort dazubucht.

    Außerdem mag ich die Summen, die so ein Urlaub kostet nicht einfach online irgendwohin ins ferne Netz überweisen, sondern lieber aufs Girokonto des Reisebüros.

    Und, da kann ich sogar mit einem Internetangebot hingehen und die buchen mir das (plus die genannten Zusatzleistungen) sogar zum gleichen Preis.

    Ich muss mich um nichts kümmern, nur die Unterlagen abholen, Koffer packen und den Wecker stellen. Dann kann es losgehen.

    Bei Familienreisen, ggf. sogar mit Kleinkindern, glaube ich sogar noch an viel mehr Vorteile der Reisebürobuchung, als die, die ich als Single mir davon verspreche.

    Bisher bin ich immer glücklich und zufrieden und gut erholt zurückgekommen. Aber ich mache ja auch keine Trips in Hotelburgen in Südeuropa oder Nordafrika. Meine Reiseziele liegen in Nordeuropa.
  7. #7

    Reisebüros sterben eben nicht aus!

    Richtig! Reisebüros sind nicht totzukriegen, auch wenn es die Printmedien nicht glauben wollen oder sich wundern, daß es noch viele in Deutschland gibt.
    Warum leben wir noch? Im Artikel wurde erwähnt, da wir einen Mehrwert bieten. Was immer wieder vergessen wird zu erwähnen, daß Reisebüros jeden Wunsch des Kunden aus den Augen abliest und sich um jeden Kunden kümmert, wenn es Streiks gibt, oder Krieg oder Vulkanausbrüche, Tsunami etc...die Liste könnte noch ins unendliche gehen, ist das Reisebüro immer da und hilft in jeder Notlage! Das Internet ist seit den 90´ger wohl nicht mehr wegzudenken, jedoch sollte nicht außer acht gelassen werden, daß der Boom für Internet Reisen schon langsam abgeflaut ist! Viele vergessen, daß das Internet zwar auch viele Informationen bietet, jedoch gibt es noch sehr viele Menschen, die dieser unsicheren Plattform nicht trauen, gerade, wenn es um die Zahlform geht, da hört es bei den meisten Menschen auf!

    Der menschliche Kontakt ist für den Menschen zum größten Teil sehr wichtig, denn das Internet bietet dieses nicht und das ist auch gut so!
    Denn wer möchte schon, wenn man sich die Zukunft anschaut von einem Computer operiert werden???
    Übrigens ist mir aufgefallen, das dieser Artikel von einer blutjungen Journalistin geschrieben worden ist, uns mit Tante Emma Läden zu vergleichen, finde ich gar nicht nett Frau Lenz!
  8. #8

    Malle

    Zitat von Bundeskanzler Ackermann Beitrag anzeigen
    Ich denke nicht, dass Reisebüros vollständig aussterben werden. Wer nur mal schnell nach Malle will, der kann ja im Internet Last Minute buchen, wer einen anspruchsvolleren Urlaub plant und nicht auf möglichst billig aus ist, der lässt sich womöglich doch lieber beraten.
    2 Wochen Playa de Palma, Charterflug ab Düsseldorf, Transfer, 3-Sterne-Hotel mit HP. Das war die Butter auf dem Brot, ratz fatz, keine große Beratung (Zeit) und doch Umsatz. Das ist heute alles im Web. Bleibt also die anspruchsvolle Beratung und Betreuung. Und das ist die Herausforderung, denn die Welt ist groß geworden. In den 60er Jahren Ruhpolding und Jesolo, in den 70ern Mallorca und Jugo, in den 80ern dann Thailand und USA. Schließlich all der Kram von der Angelreise nach Alaska, Golfspielen in Patagonien, Schnaxeln auf DomRep und Trekking in Nepal. Von Ayurveda und Wellness-Trallala und Megaliner ganz zu schweigen.
    Das kann kein Reisebüro-Profi leisten, besonders die jungen in der Branche, woher auch! Und: der Beruf ist nicht mehr attraktiv. Schlechte Bezahlung, Arbeitszeiten sind nicht die idealsten - und reisen? Fehlanzeige: Geldwerter Vorteil! Das Finanzamt sorgt dafür, dass die freiwillige Weiterbildung im Urlaub auf der Strecke bleibt!
  9. #9

    warum es weiterhin Reisebüros geben wird:

    Es gibt schon doch rationale, nachvollziehbare Gründe, warum sich wieder mehr Verbraucher einem Profi in Menschengestalt anvertrauen. Nur einmal das Beispiel Computerfachmarkt: Man kann noch so fit, sein, alle aktuellen Fachzeitschriften kennen, mit Bekannten diskutieren, Tests studieren..., letztlich rennt man doch herum und sucht das finale Gespräch mit dem Fachmann aus dem Personal.
    Die haben einfach den Überblick, sehen manches schmerzfrei und behalten den Kunden im Auge. Verbraucher können das nicht. Es ist tatsächlich viel zuviel verlangt.

    In der Touristik haben ein paar Ereignisse auch den Schleier weggezogen vom Nymbus Internet, haben die Grenzen des Machbaren aufgezeigt. Wenn es mal nicht normal läuft, versagt jede Kunst, hilft nur noch langjährige Erfahrung.

    Das letzte, jüngste Ereignis war der drohende Fluglotsenstreik. "Tante-Emma-Reiseladen" behielt aufgrund ihrer Erfahrung den Überblick, kamen bei uralten Telefonverbindungen durch und hatte immer noch einen von den "alten Hasen" am Ohr, während Otto-Normal-Internetverbraucher einer unter Tausenden in der Hotline erdrückt wurde und mit völlig überforderten Callcentermitarbeitern konfrontiert wurde.
    Bei den Unternehmen werden nun einmal keine Spitzenleute mehr an die Front geschickt. Wen der Verbraucher präsentiert bekommt ist eine Billiglohnkraft und nur für Standards ausgebildet.
    Außerdem wird es langsam aber sicher jedem klar, dass das World Wide Web ein riesiger, virtueller Marktplatz ist, ein Holodeck, wo jeder anonym ein und ausgehen kann, wo Unbekannte mit Elementen eines Holodecks etwas tun oder lassen können, wo Otto-Normal keine Ahnung von hat, wohin er aber im Zweifelsfall dicke Summen Geld irgendwohin zu überweisen hat, für etwas, dessen Erfüllung in weiter Ferne und möglicherweise auf einem anderen, sonnigen Kontinent liegt.
    Benkö der Ferienreporter von RTL weiß ein Lied davon zu singen. Und irgendwo scheint außerdem immer einer zu sitzen, der Interesse an der digitalen Korrespondenz zeigt.
    Back-to-the-roots wird den echten Geschäften- auch im besagten "Kaff" - , dann die Verbraucher zurückbringen, wenn das gerade mal 20 Jahre alte Internet als virtueller Markplatz entzaubert ist, man Angst um die Zuverlässigkeit haben muss. Wo können sich Ganoven denn besser verstecken, als in diesem virtuellen Irrgarten?!
    Mein Tipp an die Internetbucher: jeden zweiten Urlaub unbedingt im Reisebüro buchen, damit man es erstens nicht verlernt und zweitens, damit es diese "Tante-Emma-Läden" für Urlaub dann auch wirklich noch gibt!