Könnte die Währungskrise ein europäisches Gemeinschaftsgefühl entstehen lassen?

Die Krise als Chance: stets ein Renner bei Manager-Seminaren. Aber liegt in der aktuellen Währungskrise Europas, der Notwendigkeit, einander unter die finanziellen Arme zu greifen, nicht tatsächlich mehr als wirtschaftliche Notwendigkeit? Kommen sich die Länder näher, entsteht vielleicht ein neues Gemeinschaftsgefühl unter den Nationen Europas?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ... Kommen sich die Länder näher, entsteht vielleicht ein neues Gemeinschaftsgefühl unter den Nationen Europas?
    Die Krise macht evident, daß die Regierungen der Nationen Europas reflexartig ihre nationale Interessen zu wahren suchen. Dies ist durchaus legitim, da z.B. eine von Deutschen gewählten Bundeskanzlerin oder ein vom französischen Souverän gewählten Präsidenten deren Interessen zu wahren sind. Deshalb sehe ich eher eine Schleifung des Gemeinschaftsgefühls.
    Eine mögliche Alternative: eine vom europäischen Souverän gewählte europäische (Bundes-) Regierung. Das wäre, wie von vielen Antieuropäern geschmäht und befürchtet, ein europäischer Superstaat. Aber nur dieser kann IMO zu einem wirklichen Gemeinschaftsgefühl führen.
  2. #2

    Es herrscht innerhalb Deutschlands kein Gemeinschaftsgefühl, kein Grund dass so ein Gefühl Europaweit entsteht.
    Die Politiker reden vom gemeinsamen Europa welches sie versuchen den Bürgern überzustülpen. Es wird als unmoralisch dargestellt sich nicht mit den anderen Europäern verbunden zu fühlen. Wem sich der Deutsche verbunden fühlen darf sind die internationalen Banken. Denn mit denen "teilt" er sich das Geld. Erste durften die Bürger es eine Weile haben, jetzt dürfen die Banken es haben.

    In Deutschland werden die Ärmsten als dekadent bezeichnet, Geringverdienern wird das Lohnabstandsgebot gepredigt um keinen Mindestlohn schaffen zu müssen. Die Mittelschicht wird mit lächerlichen Steuersenkungsversprechen für dumm verkauft und wer reich ist hält sich aus dem Sozialstaat raus.
    Noch nie wurden die Schichten so scharf definiert und gegeneinander ausgespielt. Das Europaweit da spontan die Nächstenliebe ausbricht kann niemand erwarten.

    Für wahrscheinlicher halte ich es, dass die latente Fremdenfeindlichkeit ein Ventil in schwatzhaften Populisten findet die mit antieuro Kampagnen politische Bedeutsamkeit erlangen.
  3. #3

    Könnte die Währungskrise ein europäisches Gemeinschaftsgefühl entstehen lassen?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Krise als Chance: stets ein Renner bei Manager-Seminaren. Aber liegt in der aktuellen Währungskrise Europas, der Notwendigkeit, einander unter die finanziellen Arme zu greifen, nicht tatsächlich mehr als wirtschaftliche Notwendigkeit? Kommen sich die Länder näher, entsteht vielleicht ein neues Gemeinschaftsgefühl unter den Nationen Europas?
    Das wird wohl eher das Gegenteil sein. Die Wut auf die Europa-Politker und die nationalen Politiker wird wohl größer. Hauptsache diese Spezies haben ihre Milliönchen mit den vielen Lobbystellen.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Krise als Chance: stets ein Renner bei Manager-Seminaren. Aber liegt in der aktuellen Währungskrise Europas, der Notwendigkeit, einander unter die finanziellen Arme zu greifen, nicht tatsächlich mehr als wirtschaftliche Notwendigkeit? Kommen sich die Länder näher, entsteht vielleicht ein neues Gemeinschaftsgefühl unter den Nationen Europas?
    ´
    Wer kommt denn auf so einen Gedanken?
    Das Gegenteil ist der Fall.

    Solange ich das Gefühl habe, mit meinen Steuergeldern Leuten aus der finanziellen Klemme zu helfen, von denen ich der Ansicht bin, dass sie nicht ohne ein gerüttelt Maß an eigener Schuld da hineingeraten sind, ist das Gegenteil der Fall.
    Ich möchte gar nicht auf Gedeih und Verderb in einer Gemeinschaft mit Völkern leben, die mir auf der Tasche liegen und drohen, mich mit in den Untergang zu ziehen.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Krise als Chance: stets ein Renner bei Manager-Seminaren. Aber liegt in der aktuellen Währungskrise Europas, der Notwendigkeit, einander unter die finanziellen Arme zu greifen, nicht tatsächlich mehr als wirtschaftliche Notwendigkeit? Kommen sich die Länder näher, entsteht vielleicht ein neues Gemeinschaftsgefühl unter den Nationen Europas?
    Nein, denn es war schon immer so: Bei Geld hört die Freundschaft auf.
  6. #6

    Wir müssen und wir werden in Europa zusammenwachsen

    Zitat von Astir01 Beitrag anzeigen
    ...
    Ich möchte gar nicht auf Gedeih und Verderb in einer Gemeinschaft mit Völkern leben, die mir auf der Tasche liegen und drohen, mich mit in den Untergang zu ziehen.
    Die Völker liegen uns bisher nicht auf der Tasche. Bisher haben wir nur an der Gemeinschaft verdient.
    Deutschlands Länderfinanzausgleich bietet ein gutes Beispiel, wie gut es inzwischen Bayern geht. Der Freistaat hat zuvor viele Gelder, zum Beispiel aus NRW erhalten. Heute kann Bayern die Hilfen mit Zinsen zurückzahlen.

    Wir müssen und wir werden in Europa zusammenwachsen. Das ist unser Schicksal, sonst bestimmen in einigen Jahren Andere über die europäischen Kleinstaaten.
  7. #7

    Auf Thema antworten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Krise als Chance: stets ein Renner bei Manager-Seminaren. Aber liegt in der aktuellen Währungskrise Europas, der Notwendigkeit, einander unter die finanziellen Arme zu greifen, nicht tatsächlich mehr als wirtschaftliche Notwendigkeit? Kommen sich die Länder näher, entsteht vielleicht ein neues Gemeinschaftsgefühl unter den Nationen Europas?
    Ja schon klar, wie man sich näher kommt: die Deutschen zahlen und der Rest Europas lebt gut davon :)
    Und nach dem Manager-Seminar im Konferenzbereich des Hotels werden oben auf dem Zimmer die einschlägigen Anzeigen gelesen und der Escortservice bestellt.
    Liebe Redakteure. Hört bitte endlich auf, diesen Schwachsinn zu schreiben.
  8. #8

    Währungskrise und Gemeinschaftsgefühl

    Leider haben Helmut Kohl und Präsident Mitterand etwas vergessen, als sie sich über den Euro einigten. Eine Gemeinschaftswährung kann nur Erfolg haben, wenn sie ein Teil einer nationalen Einheit ist - den "Vereinigten Staaten von Europa" mit einer zentralen Regierung und 17 oder 27 Provinzen. Solange jedes Mitglied tun und lassen kann, was es will, besonders die Regeln der EU nicht einhalten (was die meisten bisher getan haben, Griechenland hat die EU belogen), ist der Euro früher oder später zum Zusammenbruch verdammt.
  9. #9

    Könnte die Währungskrise ein europäisches Gemeinschaftsgefühl entstehen lassen?

    Zitat von vladikotlozov Beitrag anzeigen
    Leider haben Helmut Kohl und Präsident Mitterand etwas vergessen, als sie sich über den Euro einigten. Eine Gemeinschaftswährung kann nur Erfolg haben, wenn sie ein Teil einer nationalen Einheit ist - den "Vereinigten Staaten von Europa" mit einer zentralen Regierung und 17 oder 27 Provinzen. Solange jedes Mitglied tun und lassen kann, was es will, besonders die Regeln der EU nicht einhalten (was die meisten bisher getan haben, Griechenland hat die EU belogen), ist der Euro früher oder später zum Zusammenbruch verdammt.
    Sie sagen es und deshalb hätte der Euro nie eingeführt werden dürfen.Und es wird auch nicht mehr lange dauern, bis
    wir wieder unsere Währungen haben.
    Im Vertrauen , die EU ist auch eher ein gut dotiertes Arbeitsbeschaffungsprogramm für unfähige Politiker.
    Ich vertrage mich auch nicht mit jedem Deutschen , habe aber in ganz Europa meine Freunde, die ich sehr schätze.
    Wieso sollte ich mit Brandstiftern z.b. oder Wirtschaftsverbrechern ein "Gemeinschaftsgefühl" haben?
    Gott sei Dank (oder wie der heißt) tun sich in der Regel nur Gleichgesinnte zusammen.
    Griechenland ist keine Industrienation und kann natürlich nie mit denen mithalten und die Sozialisten haben das land - wie üblich - in den Ruin getrieben und gefälschte Bilanzen erstellt. Wieso sollte ich diesen politischen Verbrechern helfen, die sich auf meine Steuern einen schönen Tag machen? Es ist die Sache der griechischen Bürger ihre Regierung wegzujagen. Viel Ehre ist das nicht von den Schuldenländern.
    Auch Frau Merkel wird mit ihren Ansichten nicht nochmals gewählt werden.
    Das Gros der Deutschen will keinen Euro und die Mark wieder haben. Dann zahle ich für meine 500gr. südafrikanische Konfitüre wieder 2,30 DM und nicht - wie jetzt für 450gramm 6.- DM.