Internet - Welche Bedeutung hat Anonymität im Netz?

Die Sichtweise auf Pseudonyme im Web verändert sich langsam: Facebook verlangt Klarnamen, deutsche Politiker fordern ein "Vermummungsverbot" im Web, Polizeifunktionäre drängen auf einen "verlässlichen Identitätsnachweis". Aber welche Bedeutung hätte das für Nutzer in Foren von Selbsthilfegruppen oder für Menschen in autoritär beherrschten Staaten?
  1. #1

    Dass Facebook und Google+ Realnamen fordern ist deren Sache. Diese Unternehmen wollen mit diesen Daten Geld verdienen und haben darauf ihr Geschäftsmodell aufgebaut. Würde es genügend Nutzer stören wäre am Markt Platz für ein weiteres Soziales Netzwerk dass nicht auf die realen Namen der Nutzer besteht. Wenn der Bedarf besteht kommt auch ein entsprechendes Angebot, vorrausgesetzt bei den Sozialen Netzwerken handelt es sich nicht um einen kurzfristigen Trend. Dass Facebook Namen fordert deuted meiner Meinung darauf hin dass das Geschäftsmodell weniger abwirft bzw. sich schlechter entwickelt als bis zum Börsengang sugeriert werden soll. Ich hab kein Facebook, aber als ich die Zahlen das letzte mal überschlagen habe sollte Facebook einen Börsenwert von 100 Milliarden Dollar einbringen. Sollten sie bis dahin eine Milliarde Nutzer haben ist für das Unterbehmen jeder Nutzer 100 Dollar Gewinn.
    Viele Nutzer sind Teenies von denen gibt es keine 100 Dollar. Außerdem zählt in der Statistik jeder der einmal im Monat Facebook besucht. bleiben noch einnahmen durch Werbung. Wie gesagt Facebook kenn ich nicht, aber Google. Auf die Gefahr hin hier zu viele Informationen über mich preiszugeben ,smilydasaufderseiteliegt, ich nutze Firefox und das Plugin Adblock. Letzten Monat habe ich mal Werbung gesehen und es dauerte lähmende zwei Minuten den Filter zu aktualisieren. Nächsten Monat kommt wahrscheinlich wieder Werbung.
    Die Anbieter müssen Geld verdienen und ihren Werbekunden tolle zahlen nennen. Wenn es Ihnen hilft von einer Milliarde Menschen den Namen zu kennen. Bittesehr. Wenn dann mehr Unternehmen Werbung kaufen die mein Browser nicht anzeigt haben doch alle gewonnen.

    Was Politiker angeht habe ich weniger Verständniss. Ich nehme nie meinen Personalausweis mit. Sollte ich von der Polizei danach gefragt werden bin ich gerne bereit zwecks Klärung meiner Identität mit zur Polizeidienststelle zu kommen oder mich nach hause fahren zu lassen wo ich meinen Personalausweis vorzeige. Sollte der Staat mich im Internet indentifiezieren wollen muss er Gesetze und Möglichkeiten schaffen die der Polizei ermöglichen mich anonym ausfindig zu machen, vorbeizukommen und sich meinen Personalausweis zeigen zu lassen.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Sichtweise auf Pseudonyme im Web verändert sich langsam: Facebook verlangt Klarnamen, deutsche Politiker fordern ein "Vermummungsverbot" im Web, Polizeifunktionäre drängen auf einen "verlässlichen Identitätsnachweis". Aber welche Bedeutung hätte das für Nutzer in Foren von Selbsthilfegruppen oder für Menschen in autoritär beherrschten Staaten?
    Man wird sich immer anonym im Internet bewegen können, wenn man will. Solange das Internet auf diese Weise funktioniert (IP Adresse, etc), wird sich daran nichts ändern, weil die Technik es einfach zulässt. Folgende möglichkeiten gibt es im Internet Anonym zu surfen:

    - VPN ohne logging
    - irgendwelche non-loggende Proxy Server
    - TOR
    - Internetcafe, offene WLANs

    Ok Facebook verlangt zur Anmeldung eine SMS Bestätigung, und selbst Prepaid handys sind nicht anonym. Anonyme zahlungsmöglichkeiten (Ukash, Paysafe Card) gibt es auch nicht überall. Von anonymer Post mal ganz zu schweigen. Aber diese Dinge braucht man auch kaum wenn es um anonymität geht und es nicht gerade kriminell sein soll...
  3. #3

    Zitat von cdbee Beitrag anzeigen
    Prepaid handys sind nicht anonym.
    Bei Penny, Lidl, Aldi und Co kann man ohne Datenpreisgabe eine SIM-Karte erwerben. Zwar muss man sich dann Onlin registrieren, aber deren Online-Registrierung ist so einfach gestrickt, da kann man so sogar seinen Hund problemlos anmelden. Man braucht lediglich einen gültigen Straßennamen.
  4. #4

    sollen sie doch

    Wen es stört, das sein Name irgendwo vollständig zu lesen gibt, meldet sich halt nicht bei facebook und co an (oder meldet sich wieder ab). Und die Zeiten das sich jemand in meiner Freundesliste mit xXx°°°BuNNiiiiiiiii°°°xXx nennt sind nun auch vorbei....
    Ich hab kein Problem meinen Namen irgendwi preiszugeben. Mit dem Namen "Müller" können eh nur die wenigsten was anfangen, außerdem funktioniert mein Spamfilter großartig. Und meistens kann man ja sehen, welche Post zu Hause im Briefkasten Werbung ist und welche nicht. Dann fliegt die eben gleich in den Müll. Oder wird als Kaminanzeizer verbrannt.
    Das Problem an den "Nicknames" wird eher sein, das es nicht möglich ist auf jedem minichat oder Forum eine Persoabfrage zu instalieren. Und was ist, wenn die Server in einem anderen Land stehen (was ja keine Seltenheit ist)? Was machen die DEUTSCHEN Politiker dann mit ihrem "Vermummungsgesetz"?
  5. #5

    Jeder soll die Möglichkeit haben, anonym zu surfen. Doch ich würde mich nicht freuen, wenn es nur Pseudonyme in meiner Facebook Freundesliste gäbe.

    Ich habe auch kein Problem meinen eigenen Namen im Internet zu nutzen. Ich wohne aber in einem Land, in dem es möglich ist, politikische oder religiöse Meinungen zu äußern, ohne die Angst von Diskriminierung zu kriegen. Hätte ich in einem instabilen Land gelebt, hätte ich höchstwahrscheinlich eine ganz andere Ansicht...
  6. #6

    Leider nicht

    Zitat von cdbee Beitrag anzeigen
    Man wird sich immer anonym im Internet bewegen können, wenn man will. Solange das Internet auf diese Weise funktioniert (IP Adresse, etc), wird sich daran nichts ändern, weil die Technik es einfach zulässt. Folgende möglichkeiten gibt es im Internet Anonym zu surfen:

    - VPN ohne logging
    - irgendwelche non-loggende Proxy Server
    - TOR
    - Internetcafe, offene WLANs

    Ok Facebook verlangt zur Anmeldung eine SMS Bestätigung, und selbst Prepaid handys sind nicht anonym. Anonyme zahlungsmöglichkeiten (Ukash, Paysafe Card) gibt es auch nicht überall. Von anonymer Post mal ganz zu schweigen. Aber diese Dinge braucht man auch kaum wenn es um anonymität geht und es nicht gerade kriminell sein soll...
    Das glaube ich nicht. Wollte man die "Entanonymisierung" tatsächlich durchsetzen, so könnte man das zumindest für jeden, der in Deutschland das Internet benutzen möchte, relativ leicht tun.

    Einfach die Provider verpflichten an jedes Packet eine Information über die Identität des Anschlußinhabers zu hängen. Internetcafes werden verpflichtet sich Personalausweise zeigen zu lassen und die Nutzung ihrer Internetanschlüsse genau zu registrieren. Fertig ist die Maus.

    Niemand kann wohl unbemerkt und mal ebend so Kabel ins Ausland legen.

    Die (letzten) Freiheitsliebenden in dieser Gesellschaft dürfen sich nicht darauf verlassen, daß das Internet technisch nicht personalisierbar sei.
  7. #7

    Anonymität im Netz

    Die Anonymität hat m. E. die Demokratie sehr gestärkt; dieses Gut sollte, trotz der damit auch negativ verbundenen Problematiken, immer geschützt werden. Die Gründe wurden in diesem Forum ausführlich angegeben. Politiker können sich nicht mehr alles im "Kämmerlein" klären; Journalisten arbeiten viel freier, sie profitieren von den Meinungen der anonymen Bürger, sie können aufdecken, überprüfen, damit arbeiten. Es gibt nicht mehr den Journalisten-Klüngel wie zu Bonner Zeiten. Der Schutz der Anonymität ist auch der Schutz der Tapferen und Mutigen vor Verfolgung und Diskriminierung. Provider gehen überwiegend damit auch sehr verantwortungsvoll um. Es ist historisch in Deutschland gewachsen, immer wieder zu versuchen, die Meinungsfreiheit, unser höchstes Gut, mit fadenscheinigen Argumenten zu unterhöhlen. Sie werden das nicht schaffen, Herr Friedrich. Ihre Äußerung ist einfach nur peinlich. Wir sind und bleiben freie Bürger.
  8. #8

    Das Ende der Anonymität im Internet zu fordern, um Verbrechern auf die Spur zu kommen ist genauso weltfremd und wirkungslos, wie die Vermummung von Bankräubern zu verbieten.

    Wer Straftaten (gleichwo) begehen will, findet Mittel und Wege um seine Identität zu verbergen. Glaubt Herr F. die Machthaber in Afrika hätte nicht längst die Anonymität aufgehoben, wenn er denn ginge ?!?

    Unsere Politiker haben offenbar keine Ahnung, wovon sie reden oder fordern Dinge aus bloßen Populismus. Für den geneigten CSU Wähler (über 60 und vom Dorf aus Oberbayern) war das Internet schon immer Teufelswerk und gehört abgeschaltet.
  9. #9

    Demokratisch???

    Zitat von sonja3 Beitrag anzeigen
    Die Anonymität hat m. E. die Demokratie sehr gestärkt;
    na na. Jeder Volldepp kann gänzlich ohne jegliche Sachkenntnisse und natürlich auch ohne jegliche Verantwortung jeglichen Schmarren und Schwachsinn in die Welt hinausposaunen. Und wenn man das nur penetrant genug treibt, wird schon was hängen bleiben in den Köpfen, die diesen Dummfug lesen. Davon sind tausende von Foren und Blogs angefüllt!
    Was ist daran demokratisch??