20 Jahre WWW: Eine*bessere Welt ist googlebar!

Das Internet verändert unser Gehirn. Ob zum Guten? Ob zum Schlechten? Erst wenn wir aufhören, auf so fürchterlich deutsche Weise das gesamte Medium charakterisieren zu wollen, wird der Blick frei auf die Chancen und Risiken, die die*Technologie bietet.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...777162,00.html
  1. #10

    Nicht jeder Ausschnitt gibt den Blick frei

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Internet verändert unser Gehirn. Ob zum Guten? Ob zum Schlechten? Erst wenn wir aufhören, auf so fürchterlich deutsche Weise das gesamte Medium charakterisieren zu wollen, wird der Blick frei auf die Chancen und Risiken, die die*Technologie bietet.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesells...777162,00.html
    Mein Eindruck ist, daß die Googlebar für das Internetgehirn eine schwere Hypotheke ist...
  2. #11

    Und nochmal: das Netz

    Ja ja, das Internet. Bald werden unsere Schüler Aufsätze über Chancen und Gefahren dieses Mediums schreiben müssen, so wie in den 60er Jahren über Fluch und Segen der Atomenergie. Wie damals wird natürlich nichts Vernünftiges dabei rauskommen, einfach weil der Durch- und Fernblick fehlt.

    Spätestens beim Wort "manichäisch" im Artikel ist jedem klar, daß hier ein Intellektueller von hohen Gnaden am Werk ist, der Materie voll gewachsen. Schon der erste Satz: das Internet verändert unser Gehirn, ist sehr beeindruckend. Wenn Wissen jederzeit abrufbar ist, dann merkt sich der bekanntlich denkfaule Mensch nichts mehr. Früher ging man noch durch endlose Bibliotheken und zog ein Buch nach dem anderen aus den Regalen, las es, dachte darüber nach und stellte es wieder zurück. Das waren noch Zeiten wahrer Bildung und Muße! Heute dagegen wird eintönig nachgekaut, was Meister Google einem offeriert.

    Dummerweise muß man zumindest in etwa wissen, was man sucht - ohne Frage wird Google zumindest bisher nicht aktiv. Und das erfordert schon wieder Intelligenz und Wissen. Die Philosophen aller Zeiten wußten, daß die Fragen das Entscheidende sind, nicht die Antworten.
    Nehmen wir also das Netz so wie es ist und nutzen wir als intelligente Erdenbürger seine Kapazitäten.
  3. #12

    eine bessere Welt..

    Hallo Herr Diez,
    schon mal was von Dialektik gehört? Ich bin froh, ein Thema wie dieses von allen möglichen (und unmöglichen) Leuten beleuchtet zu sehen. Dann bilde ich mir selbst ein Urteil. Und ob ich Wissen aus dem Internet, der Deutschen Bibliothek oder Tagespublikationen beziehe: Schlüsse muss ich selbst ziehen, und ich behaupte, das machen aaußer mir noch eine Menge Leute. Und ob dabei einer zugespitzt behauptet, das Internet mache dumm, ist genauso wertvoll wie die Behauptung dass Googlebar eine bessere Welt ist (Googlebar ist übrigens keine Welt...)

    Palef
  4. #13

    Google und die Manichäer

    Ich hatte mir nicht gemerkt (in der Schule, vom Elternhaus, von den Spielkameraden...), was "manichäisch" bedeutet (war wegen des Netzes offenbar zu merkfaul geworden).

    Dank dieses Artikels aber wurde ich geradewegs dazu gezwungen, diesen Begriff zu ergoogeln: Hat was mit Licht und Schatten zu tun - undsoweiter.

    Nun bin ich klüger. Danke, Diez, danke Google, danke Netz!

    PS: Was sich mein Gehirn merkt oder nicht, hat sicher NICHTS mit Google zu tun!
  5. #14

    Feinheiten

    Mit einer halbwegs guten Schulbildung wird das Internet und Google zu einer riesigen Omnithek - das ist gut.

    Aber wer schaut nach Shakespeares Sonetten, wenn er die Qualität des Dichters nicht kennen- und schätzengelernt hat? Wissen tut weh, Wissen erfordert Initiative.

    "Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt" (Wittgenstein). Etwas erweitert: Das Internet ermöglicht eine bequeme Fluchthaltung: Man muß nicht mehr mit Menschen kooperieren, man kann sich passgenaue Freunde suchen. Man muß auch nicht eine "Allgemeinbildung" haben, sondern kann sich auch nur das "Wissen" aneignen, daß man möchte.

    Und komplexe Abstrakta sind zum Denken zwar notwendig, verschlingen aber jede Menge Lesezeit. Zeit, die man erst einmal aufbringen wollen möchte.
  6. #15

    Luftblasen

    Es ist wie mit dem Finanzmarkt beim www.

    Der Finazmarkt hat sich von der Realwirtschaft gelöst und führt sein Eigenleben mit Transfusionen aus dem Portefeuille der Steuerzahler.

    Das www hat sich vom realen Leben gerennt und macht seine eigene Realität, mit Transfusionen von Memen seiner Nutzer.

    Einfach nur blöd, dass Steuerzahler und Nutzer noch mMenschen sind. Könnte einfacher sein, wenn es Aliens wären.

    Das ganze Szenario erscheint immer stärker als ein Drehbuch für ein B-Movie. Einen Hauptdarsteller wurde in Oslo gecasted.
  7. #16

    Stimmt!

    Zitat von Spiegelkritikus Beitrag anzeigen
    ....Dummerweise muß man zumindest in etwa wissen, was man sucht - ohne Frage wird Google zumindest bisher nicht aktiv. Und das erfordert schon wieder Intelligenz und Wissen. Die Philosophen aller Zeiten wußten, daß die Fragen das Entscheidende sind, nicht die Antworten.
    Nehmen wir also das Netz so wie es ist und nutzen wir als intelligente Erdenbürger seine Kapazitäten.
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    Was wir mit dem Internet anstellen, wie wir es nutzen, welche Schwerpunkte wir setzen, was uns interessiert, welche Problemlösungen wir suchen, mit wem wir über was kommunizieren, ist allein jedem einzelnen user überlassen und das ist auch gut so.

    Die Bandbreite des Netzes gibt uns neben dem unsäglichen schlimmen Schrott, perversen, kriminellen, absurden, blödsinnigen Aktivitäten eine niemals da gewesene Entscheidungsfreiheit der Informationsgewinnung, unglaubliche Möglichkeiten der Weiterbildung, faszinierende Unterhaltungsvielfalt, Meinungsvielfalt und.. und..und...

    Dieses Medium hat die Welt grundlegend verändert u. wird das auch weiter in unglaublicher Weise u. Schnelligkeit tun.

    Was wir daraus machen, wie wir es nutzen, liegt in unserer Hand. Fazit: Es ist gut, das es diese faszinierende WWW gibt!
  8. #17

    Das Internet als Teil eines Systems. Jetzt wirds esoterisch!

    Das Internet hat nur eine Funktion: Zusammenschluss aller Menschen! Dabei ist es egal ob sie sich bekriegen oder zusammenarbeiten. Wichtig ist: Der Organismus kann jetzt präziser, geistreicher und wahrscheinlich auch schneller arbeiten!

    Und wichtig ist die Zustands-Übertragung bzw. -Anpassung. Dabei ist es egal ob über Sprache, Text, einzelne Wörter, direkter persönlicher Kontakt oder andere (allgewaltige) Informationen... Denn man muß wissen: Jeder Mensch wird von außen gesteuert! Selbst der Zugriff auf seinen eigenen Wortschatz wird gelenkt, die Gefühle sowieso, aber auch Einfälle, Ideen, kopierte/einstudierte Zustände, Erinnerungen/Erlebnisse, die alle mit einem Gefühl (=hormonelle Konstellation...) hinterlegt wurden, werden hervorgerufen oder hervorprovoziert.

    Warum das alles? Zum Beispiel: Wenn viele gleichzeitig einen Text lesen und sich dadurch mit einem Thema befassen, dann gibt es besonders viele Einfälle!

    Anderes Beispiel:
    Jedes Individuum reagiert auf die für ihn wichtigen Informationen. Das läuft unbewusst und vollautomatisch. Die gesellschaftliche Abgrenzung (=unzählige Beziehungs-Kombinationen) entscheidet, auf welche(!) Informationen, wie(!) reagiert wird... Das läuft übrigens manchmal fast sekundenschnell. Wenn plötzlich in einer Region alle Kinder "durchdrehen" (was auch immer), dann haben wahrscheinlich die Kinder zur selben Zeit, die gleiche Information erhalten. Woher? Da gibt es zwei einflussreiche zentrale Quellenarten: Medien + Chef-Effekte... Oder wenn es sich um Krankheiten handelt, dann ist die Information so eine Art Vorwarnung aus der Ferne, und die körperliche/psychische Reaktion eine Art präventive Zustands-Anpassung usw. usw.

    Und noch was, das System ist sehr dynamisch:
    Wir sind nicht nur Empfänger und Sender von Informationen, sondern auch Informationsträger für Dritte. Wir übermitteln unbewusst Informationen, mit der wir selbst nichts anfangen können, an Personen, die damit etwas anfangen können. Das läuft alles unbewusst ab! Dann kann es schon mal passieren, dass zwei Leute, die in keinem direkten Kontakt stehen, den selben Traum haben, der sich dann auch noch bewahrheitet...

    Wenn man gut ist, kann man auch bewusst einen Reisenden zu einem Boten ummanipulieren. Egal über welche Themen er sich später mit dem Empfänger unterhält, die Wortwahl, Themen-Gewichtung, Aufmerksamkeits-, Konzentrations-Richtung, Gestik und alle anderen Informationen, die er ausstrahlt, werden bei ihm eine Veränderung bewirken und möglicherweise eine neue Ausrichtung provozieren.

    Ein fast endloses Thema!
  9. #18

    Internet nicht gleich Google

    Ich würde mich ja schon freuen, wenn man (wie z.B. hier http://www.doxaepisteme.net/2011/07/...klichkeit.html ) sauber zwischen Internet und Google trennen würde. Beides hängt zwar zusammen, aber stellt dann doch jeweils einen eigenen "Gegenstand" dar.
  10. #19

    Visionäre auf der Flucht

    Was das Nutzen der Vorteile angeht, sind viele Deutsche (sowohl Privatpersonen als auch Firmen) gut dabei. Warum also das Gemecker über deutschen Manichäismus?

    Und was das Visionäre angeht, woraus in den USA immer wieder neue Weltkonzerne entstehen: nun, das mag in Deutschland tatsächlich zu kurz kommen. Wie auch in diesem Artikel.[/QUOTE]

    also ich denke Visionäre gibt es auch in ganz Europa genügend. Die wandern aber immer wieder nach Übersee aus,weil Sie dort nicht von Bürokraten kaputtgequatscht werden und auch größere Chancen haben ,Risikokapital zu erhalten.
    in Deutschland musst Du ja für einen Imbiss schon mehr auflagen erfüllen ,als in China oder den USA für ein Atomkraftwerk.
    was die schwarz /weiss nur gut /böse Malerei angeht ,wird das eher von den Medien so aufgebauscht. ich denke die meisten machen sich Ihre eigenen Gedanke was Ihnen nützt oder schadet ?