Kümmern sich die Unternehmen genug um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter?

Der Job macht viele Menschen fertig - Stress, Überstunden, kurze Pausen verlangen immer mehr Anstrengungen von den Arbeitnehmern. Burnout ist inzwischen kein exotisches Phänomen mehr in deutschen Betrieben, sondern häufige Diagnose bei Krankheit. Kümmern sich die Unternehmen ausreichend um die Gesundheit ihres Personals?
  1. #240

    Camping statt Arbeit

    Zitat von freigelassen Beitrag anzeigen
    ... Ein selbstbestimmtes Leben kann anders aussehen und mit allem beginnen, auch mit einem Auszug aus einer Hamburger Wohnung an der Elbe in einen winzigen Camper. ...
    Im Einzelfall kann das eine gute Lösung sein. Wenn allerdings die Mehrheit der fehlbelasteten Leute in Camper ausweichen, könnte das (unter Anderem) zu wirtschaftlichen Problemen führen, die dann auch die eigenverantwortlich Campierenden zu spüren bekommen.

    Mich amüsiert, wie oft "Individualisten" gesellschaftliche Errungenschaften nutzen, die sie ignorieren oder sogar verachten. Anscheinend werden zu viele Leute heute überhaupt nicht mehr erwachsen und kommen schon aus ihrer ersten Omnipotenzphase gar nicht mehr heraus.
  2. #241

    keine arbeitskraft für titel gefunden, bewerbungen bitte per mail

    Zitat von Manuela Kracheletz Beitrag anzeigen
    Bei meiner Arbeit als Führungskräfte-Coach nimmt die Prophylaxe und die Bewältigung von Burnout immer mehr Raum ein. Da eine geeignete Behandlung häufig mit langen Wartezeiten oder einem Aufenthalt in einer Spezialklinik verbunden ist, eröffne ich am 22.8.2011 die erste süddeutlsche Burnout Ambulanz in Ditzingen bei Stuttgart. Hier helfe ich Betroffenen ohne lange Wartezeiten effektiv und einfühlsam. Außerdem besteht die Möglichkeit einer "Ferientherapie" während des Urlaubs. Dabei findet diskret Genesung statt, durch intensive Gespräche und Begleitung - ohne Stigmatisierung am Arbeitsplatz.

    http://www.burnoutambulanz.de
    ich soll also mein burnout auch noch schön im urlaub kurieren, dass mein arbeitgeber damit nicht auch noch belastet wird? danke....
  3. #242

    Unheilbar

    Zitat von doublebass Beitrag anzeigen
    ich soll also mein burnout auch noch schön im urlaub kurieren, dass mein arbeitgeber damit nicht auch noch belastet wird? danke....
    Wenn Sie nicht bereit sind, überhaupt etwas für Ihre Gesundheit zu tun, die durch Stressoren erheblich und nachhaltig leidet, werden Sie beginnen zu Leiden. Ohne die Einsicht in diese tatsachen und Zusammenhänge ist die Behandlung eines Sonnenbrandes natürlich effektiver-
  4. #243

    Der riesige Fachkräfteüberschuss

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Job macht viele Menschen fertig - Stress, Überstunden, kurze Pausen verlangen immer mehr Anstrengungen von den Arbeitnehmern. Burnout ist inzwischen kein exotisches Phänomen mehr in deutschen Betrieben, sondern häufige Diagnose bei Krankheit. Kümmern sich die Unternehmen ausreichend um die Gesundheit ihres Personals?
    sorgt dafür, dass sich praktisch kein Unternehmen um die Gesundheit ihres Personals kümmert.
    Wozu auch? Natürlich will man in der Öffentlichkeit trotzdem gut dastehen. Deshalb verteilt man ein paar Broschüren an die Medien und das wars.
  5. #244

    Kümmern sich die Unternehmen genug um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter?

    Zitat von doublebass Beitrag anzeigen
    ich soll also mein burnout auch noch schön im urlaub kurieren, dass mein arbeitgeber damit nicht auch noch belastet wird? danke....
    Oh Gott, natürlich sollen sie den im Urlaub kurieren , denn eine Überforderung /Überlastung fügt sich der Arbeitnehmer selbst zu. Entweder, sie sind mit ihrem "Burnout" für ihre Stelle nicht geeignet mangels Wissen oder aber, sie gehen zu vielen Nebenbeschäftigungen nach. Burnout ist Überforderung/Überlastung und ein Modewort. Viele überlastete Menschen wollen zuviel und alles kann man ebend nciht haben. Es verwundert mich , dass selbst heute niemand der mir bekannten Arbeitnehmer - trotz vieler Arbeit - überlastet ist. Früher hat man mehr gearbeitet, anspruchsvoller arbeiten müssen, viele hatten noch die 52 Stundenwoche und keiner war "überlastet". Gut ausgelastet ja, aber, heute ist die Unzufriedenheit da, es gibt zuviel Freizeitmöglichkeiten und wenn man dann zuwenig Schlaf hat, wird das Ganze zuviel.
    Überhaupt finde ich , dass die heutigen Menschen , da sie nicht gefordert wurden, schnell überlastet sind.
  6. #245

    Schuldumkehr

    Zitat von chirin Beitrag anzeigen
    Oh Gott, natürlich sollen sie den im Urlaub kurieren , denn eine Überforderung /Überlastung fügt sich der Arbeitnehmer selbst zu. Entweder, sie sind mit ihrem "Burnout" für ihre Stelle nicht geeignet mangels Wissen oder aber, sie gehen zu vielen Nebenbeschäftigungen nach. Burnout ist Überforderung/Überlastung und ein Modewort. Viele überlastete Menschen wollen zuviel und alles.....
    Wo sind Sie denn beschäftigt? Auf einer Hallig? Einer Vogelstation im Watt?

    Interessant finde ich Ihre Argumentation, dass die Menschen zu viel wollen. Ich kenne es aus der Praxis anders: Vorgesetzte und Mitarbeiter wollen immer mehr.
    Schützen kann man sich, indem man einfach nein sagt, das Handy ausschaltet und in Privatzeiten grundsätzlich nicht ans Telefon geht. Allerdings gilt man dann in vielen Arbeitsbereichen schon als Außenseiter.

    Die Gesundheit der Mitarbeiter wird den Unternehmen immer wichtiger. Nein, nicht weil dort seit kurzem Gutmenschen arbeiten. Das ist eine reine Kostenfrage. Die Leute fallen immer häufiger wegen psychischer Probleme aus und das liegt zweifelsfrei an den immer schlechter werdenden Arbeitsbedinungen. Ein Glück, wer ein schönes dickes Fell hat. Die anderen brennen aus.
  7. #246

    Betriebsdarwinismus

    Zitat von wkdw Beitrag anzeigen
    Wo sind Sie denn beschäftigt? Auf einer Hallig? Einer Vogelstation im Watt?

    Interessant finde ich Ihre Argumentation, dass die Menschen zu viel wollen. Ich kenne es aus der Praxis anders: Vorgesetzte und Mitarbeiter wollen immer mehr.
    Schützen kann man sich, indem man einfach nein sagt, das Handy ausschaltet und in Privatzeiten grundsätzlich nicht ans Telefon geht. Allerdings gilt man dann in vielen Arbeitsbereichen schon als Außenseiter.

    Die Gesundheit der Mitarbeiter wird den Unternehmen immer wichtiger. Nein, nicht weil dort seit kurzem Gutmenschen arbeiten. Das ist eine reine Kostenfrage. Die Leute fallen immer häufiger wegen psychischer Probleme aus und das liegt zweifelsfrei an den immer schlechter werdenden Arbeitsbedinungen. Ein Glück, wer ein schönes dickes Fell hat. Die anderen brennen aus.
    Es ist doch bekannt, dass das Motto in der deutschen Wirtschaft lautet: Brot für die Belegschaft, Kuchen für den/die Chefs. Sie können diese Formel beliebig faktoriell modifizieren, indem sie das Portfolio der Zumutungen an die Belegschaften kreativ erweitern-
    Diejenigen mit dem dicken Fell überleben, das Gesamtbetriebliche Klima aber reduziert sich auf sauer riechende Monotheisten.
  8. #247

    Bezug zur Realität verloren !

    Zitat von chirin Beitrag anzeigen
    Oh Gott, natürlich sollen sie den im Urlaub kurieren , denn eine Überforderung /Überlastung fügt sich der Arbeitnehmer selbst zu. Entweder, sie sind mit ihrem "Burnout" für ihre Stelle nicht geeignet mangels Wissen oder aber, sie gehen zu vielen Nebenbeschäftigungen nach. Burnout ist Überforderung/Überlastung und ein Modewort. .....
    Burnout ist kein Modewort, sondern nur die umgangssprachliche Bezeichnung für emotionale Erschöpfung bis hin zur Depression. Auf alle Fälle ist es ein enormer volkswirtschaftlicher Kostenfaktor, der nicht selten auf mangelnde Führungsqualitäten des Managements zurückzuführen ist, will sagen: das Führungspersonal wird nicht immer nach ihrer Eignung ausgesucht. Das führt dann oft zu einem "Burnout", weil die betreffende Person eben keine Führungseigenschaften besitzt, sondern einfach nur der beste Verkäufer ist.

    Was das mehr arbeiten angeht, verehrter Forist chirin. Ich habe 1959 angefangen zu arbeiten, bei einer 52-Stunden-Woche. Bis Ende April dieses Jahres habe ich in einem IT-Projekt gearbeitet, 55 bis 60 Stunden die Woche. Alle zwei Wochen Bereitschaftsdienst, i.d.R. mit ein bis zwei Anrufen in der Nacht und anschließend ein bis zwei Stunden Arbeit. Am nächsten Morgen begann um acht Uhr der Dienst im Büro. Also, wenn Sie von weniger Arbeit reden, dann fehlt Ihnen der Bezug zur Realität ! Hinzu kommt der Druck; es müssen immer weniger Menschen immer mehr Arbeit leisten. Die Geschwindigkeit wird ständig erhöht, ebenso der Druck auf die Termine. Und daraus läßt sich schließen, dass vielen Unternehmen, insbesondere den größeren, die Gesundheit ihrer Arbeitnehmen sch....egal ist. Dass das sowohl betriebswirtschaftlich, als auch volkswirtschaftlich nur als Dummheit zu bezeichnen ist, ist der heutigen Managergeneration in weiten Teilen noch nicht bewusst geworden.
  9. #248

    Kümmern sich die Unternehmen genug um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter?

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Burnout ist kein Modewort, sondern nur die umgangssprachliche Bezeichnung für emotionale Erschöpfung bis hin zur Depression. Auf alle Fälle ist es ein enormer volkswirtschaftlicher Kostenfaktor, der nicht selten auf mangelnde Führungsqualitäten des Managements zurückzuführen ist, will sagen: das Führungspersonal wird nicht immer nach ihrer Eignung ausgesucht. Das führt dann oft zu einem "Burnout", weil die betreffende Person eben keine Führungseigenschaften besitzt, sondern einfach nur der beste Verkäufer ist.

    Was das mehr arbeiten angeht, verehrter Forist chirin. Ich habe 1959 angefangen zu arbeiten, bei einer 52-Stunden-Woche. Bis Ende April dieses Jahres habe ich in einem IT-Projekt gearbeitet, 55 bis 60 Stunden die Woche. Alle zwei Wochen Bereitschaftsdienst, i.d.R. mit ein bis zwei Anrufen in der Nacht und anschließend ein bis zwei Stunden Arbeit. Am nächsten Morgen begann um acht Uhr der Dienst im Büro. Also, wenn Sie von weniger Arbeit reden, dann fehlt Ihnen der Bezug zur Realität ! Hinzu kommt der Druck; es müssen immer weniger Menschen immer mehr Arbeit leisten. Die Geschwindigkeit wird ständig erhöht, ebenso der Druck auf die Termine. Und daraus läßt sich schließen, dass vielen Unternehmen, insbesondere den größeren, die Gesundheit ihrer Arbeitnehmen sch....egal ist. Dass das sowohl betriebswirtschaftlich, als auch volkswirtschaftlich nur als Dummheit zu bezeichnen ist, ist der heutigen Managergeneration in weiten Teilen noch nicht bewusst geworden.
    Es ist für mich nicht nachvollziehbar, weshalb Sie nicht den Bereitschaftsdienst ablehnen wenn Sie so gestreßt sind? Meine Stundenwoche betrug 38,5 Stunden und gearbeitet habe ich immer mehr, um mit der Arbeit eher und besser fertig zu werden , da die Feststellungen sofort festgehalten wurden mit Nachweisen, ferner hatte ich 2 Kinder großzuziehen und einen Mann, der mir sehr geholfen hat ,um alles schaffen zu können. Ab 1991 noch der Enkel und der studiert nun auch schon. Zu Zeiten meiner aktiven Beschäftigung haben mich - als Teil von meinen Kollegen gefühlt - bei meinem Weggang nach 20 Jahren in eine andere Dienststelle haben alle 150 Kollegen mir ein Gedicht mit meinen Eigenschaften geschrieben. ich selbst habe mich nicht so gesehen, wenn es "brannte" habe ich mich bemüht zu helfen , das war es dann auch schon und genauso konnte ich gut mit unseren Vorgesetzten umgehen und denen den Menschen hinter der Arbeit nahebringen- ohne Gewerkschaft und ähnlichen Leuten. Allerdings habe ich immer gerne gearbeitet, es ging mir leicht von der Hand und arbeiten mußte ich auch nicht und hätte mir einen langweiligen Lenz machen können. Es waren von mir freiwillige Leistungen!
    Nun bin ich 70 geworden und immer noch nicht klein zu kriegen und meine Rest-Kollegen mit denen ich heute noch Skat spiele, haben mir wieder so einen tollen Spruch geschrieben.

    Ich habe zwar immer unter Männern gearbeitet ,aber die Kolleginnen sind mir genauso lieb gewesen und - ohne Ansehen der Person -waren wir ein tolles großes Team. Keiner der Mannschaft hatte Burn out und wir waren alle mit ziemlichen Stress behaftet.
  10. #249

    Die Realität !

    Zitat von chirin Beitrag anzeigen
    Es ist für mich nicht nachvollziehbar, weshalb Sie nicht den Bereitschaftsdienst ablehnen wenn Sie so gestreßt sind? Meine Stundenwoche betrug 38,5 Stunden und gearbeitet habe ich immer mehr, um mit der Arbeit eher und besser fertig zu werden , da die Feststellungen sofort festgehalten wurden mit Nachweisen, ferner hatte ich 2 Kinder großzuziehen und einen Mann, der mir sehr geholfen hat ,um alles schaffen zu können. Ab 1991 noch der Enkel und der studiert nun auch schon. Zu Zeiten meiner aktiven Beschäftigung haben mich - als Teil von meinen Kollegen gefühlt - bei meinem Weggang nach 20 Jahren in eine andere Dienststelle haben alle 150 Kollegen mir ein Gedicht mit meinen Eigenschaften geschrieben. ich selbst habe mich nicht so gesehen, wenn es "brannte" habe ich mich bemüht zu helfen , das war es dann auch schon und genauso konnte ich gut mit unseren Vorgesetzten umgehen und denen den Menschen hinter der Arbeit nahebringen- ohne Gewerkschaft und ähnlichen Leuten. Allerdings habe ich immer gerne gearbeitet, es ging mir leicht von der Hand und arbeiten mußte ich auch nicht und hätte mir einen langweiligen Lenz machen können. Es waren von mir freiwillige Leistungen!
    Nun bin ich 70 geworden und immer noch nicht klein zu kriegen und meine Rest-Kollegen mit denen ich heute noch Skat spiele, haben mir wieder so einen tollen Spruch geschrieben.

    Ich habe zwar immer unter Männern gearbeitet ,aber die Kolleginnen sind mir genauso lieb gewesen und - ohne Ansehen der Person -waren wir ein tolles großes Team. Keiner der Mannschaft hatte Burn out und wir waren alle mit ziemlichen Stress behaftet.
    Der Bereitschaftsdienst konnte nicht abgelehnt werden, oder man war sofort "draußen". Und von 38,5 Stunden innerhalb einer Woche konnten meine Kollegen und ich nur träumen, es schwankte meistens zwischen 50 und 60 Stunden. Die Nachtstunden haben wir dann vormittags ausgeglichen, wenn möglich. Oft mussten aber die Produktionsstopps aus der Nacht am nächsten Morgen nachbearbeitet werden.

    Und was Stress angeht: Wenn im Zahlungsverkehr einer Großbank die IT-Verarbeitung steht und dreistellige Millionenbeträge auf dem Spiel stehen, dann kommt man schon an die Grenze was Druck und Verantwortung angeht. Das Geld muss am nächsten Morgen bis 6 Uhr auf den Konten sein, sonst gehen Zinsen verloren. Pro Tag immerhin ein fünfstelliger Betrag. Vom Ärger mit den Kunden einmal ganz abgesehen.

    Ich stehe kurz vor meinem einundsiebzigsten Geburtstag und arbeite immer noch in IT-Projekten in Deutschland. Ich mache zwischen den Projekten aber immer Pausen, um mich zu regenerieren.